Mitgemacht, Nachgedacht

Aufgepasst beim Fotowettbewerb des Familienministeriums – Thema „Was heißt schon alt“ – aktualisiert

1. Februar 2011

Gestern bekam ich einen Mail von Marko Radloff – Redakteur von Bildwerk3, mit dem Hinweis auf den Fotowettbewerb „Was heißt schon alt“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dessen Teilnahmebedingungen.

Ich kann nur sagen, nehmt nicht an diesem Wettbewerb teil und/oder zieht Eure Anmeldung wieder zurück – sofern möglich. Hintergrund sind die Bedingungen im Hinblick auf die Nutzungsrechte an den eingesandten Aufnahmen. Demnach erhält das Ministerium die entgeltfreien Nutzungsrechte an allen Wettbewerbsbeiträgen (auch an nicht prämierten) zur Berichterstattung auch über den Wettbewerb hinaus. Das bedeutet, dass Eure Aufnahmen für Plakate, Einladungen, Ausstellungen, Kataloge, Bücher usw. unentgeltlich verwendet werden können.

Nicht, dass das schon der Gipfel ist. Nein, es kommt noch besser. Für prämierte Beiträge erhält das Ministerium das ausschließliche Nutzungsrecht. Im Klartext bedeutet das für den Teilnehmer, dass er die eingereichten Aufnahmen auf keinen Fall woanders zeigen darf. Weder als Print, noch als „Familienbild“ auf der eigenen Webseite.

Nach vorliegenden Informationen hat das Landgericht Berlin 2007 entschieden, dass Bildnutzung über den primären Zweck (also für den Wettbewerb) hinaus zusätzlich vergütet werden müssen. Anderfalls dürfen sie nicht verwendet werden.

Was mich überdies stutzig macht, ist die Tatsache, dass die Partner des Wettbewerbs sich auf eine Zusammenarbeit eingelassen haben.  Es wirkt nicht gerade seriös, wenn der  Deutsche Verband für Fotografie e.V und der Photoindustrie-Verband e.V. als Partner für diesen Wettbewerb und damit auch für die Teilnahmebedingungen genannt wird.

Weitere Informationen dazu, findet ihr auch auf Bildwerk3

EDIT vom 12.02.2011:
Bildwerk3 hatte dem Ministerium bezüglich der Teilnahmebedingungen einen Brief geschrieben. Die nun veröffentlichte Stellungnahme zeigt einmal mehr, dass sich niemand für die Rechte der Fotografen/Bilder interessiert.

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5 Kommentare

  • Antwort Bodo 1. Februar 2011 um 19:51

    Hi,
    ja, ist schon etwas alt, kann man sich aber nicht oft genug vor Augen führen. Was kommt als nächstes…vielleicht müssten die Fotografen sich mit Geld einkaufen damit sie an einem Fotowettbewerb teilnehmen dürfen :hmm

    Ich finds echt derb, so richtig familiengerecht das Ministerium.

    Gruss

    • Antwort BlogTimes 1. Februar 2011 um 20:49

      Die Fotowettwerbe, bei denen man als sich als Fotograf mit Geld einkaufen kann, gibt es schon. Dadurch werden meist die Geld- und Sachpreise finanziert.

      In Amerika sind solche Wettbewerbe weit verbreitet. Hier in Deutschland nehmen die meisten Abstand davon, weil sie befürchen, es wäre unseriös!

      Gruß

      • Antwort Bodo 2. Februar 2011 um 07:50

        Ist ja interessant und erschreckend zugleich, danke für die Info!

  • Antwort kerstin 16. März 2011 um 19:59

    Wollte eigentlich mitmachen, aber da ich dann die Fotos nicht mal für meinen eigene Bedarf weiter nutzen darf, verzichte ich dankend. Hast du eine Idee, wie man die Jury anschreiben kann? Denn die sind doch Künstler, die auch mal klein von ihren ersten Gagen leben mussten….., oder?

    • Antwort BlogTimes 16. März 2011 um 20:15

      Hallo Kerstin,

      die Betreiber von Bildwerk3 hatten an die Veranwortlichen des Wettbewerbs ein Schreiben geschickt. Die Antwort kannst Du bei Bildwerk3 lesen.

      Ich weiß zwar nicht, wie man die Jury anschreiben kann, bin mir aber sicher, dass sich nichts ändern würde.

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