Fotografie

Beitragsfotografie – Kreativ mit dem Systemblitz

6. März 2012

Es kommt immer wieder mal vor, dass mich meine Leser fragen, wie ich denn die Fotos für die Artikel erstelle und bearbeite, gerade wenn es sich um Beiträge zu Fotozubehör, Bücher usw… handelt? Damit ich nicht immer eine einzelne Mail schreiben muss, habe ich mir gedacht, warum nicht einen kleinen Beitrag darüber schreiben.

Ich denke, man kann vielleicht dadurch nicht nur interessante und „schönere“ Fotos für Online Auktionen oder Kleinanzeigen etc… erstellen, sondern dieses Grundprinzip auch auf andere Fotobereiche übertragen. Mit Absicht habe ich den Artikel daher nicht Produktofotografie genannt, weil natürlich weitaus mehr möglich ist.

Zum Einsatz kommt, sofern ich nicht doch einmal das vorhandene Licht benutze, in der Regel ein Systemblitzgerät. Meine früheren Aufnahmen habe ich immer mit natürlichen Lichtquellen aufgenommen. Den Blitz also emieden und so stand er wirklich fast Jahre im Schrank, ohne auch nur ein einziges Mal benutzt zu werden. Geändert hatte sich dies, als ich kurzerhand in einem Workshop mit Martin Krolop vom Locations Scout zum Teilnehmer wurde. Ok, wir hatten damals kein Buch oder ähnliches fotografiert, was auch nur im Entferntesten mit Produktfotografie zu tun hatte. Nein, es waren Porträtaufnahmen. Zwei (mehr kann ich leider nicht zeigen) der Aufnahmen findet ihr hier… Apropos Porträt, letzten Freitag war ich Licht-Assi von Patrick, der wieder einmal ein cooles Schauerspielerin – Shooting hatte. Auch wenn ich selbst nicht fotografiert habe, sondern mehr der Typ mit dem Licht war, beschleicht mich das Gefühl, dass ich mich auch mal der Menschenfotografie widmen sollte. Ich hatte sehr viel Spaß, oder besser gesagt wir….

Zurück zum eigentlich Thema. Ich selbst verwende einen Metz AF1 – 2, den es mittlerweile in der 2. Ausführung gibt. Es ist quasi das Pendant zu den Nikon oder Canon Blitzen. Es muss aber nicht der teure Metz oder das Original der Kamerahersteller sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die 50 Euro Teile von Yongnuo genauso gut funktionieren, da sie ebenfalls die Slave-Funktion unterstützen. Der YN560 kann sogar den Vorblitz unterdrücken. Zudem wird der Blitz sowieso manuell gesteuert und muss daher nicht über eine TTL-Funktion verfügen.

Der Blitz alleine reicht aber nicht aus um meine gewünschte Lichtstimmung zu erzeugen. Aus diesem Grund verwende ich noch einen Mini- Beauty Dish, welches aus diesem Reflektor-Set stammt. Durch viel Zufall hatte ich die Teile letztes Jahr bei einem kleinen Foto-Preisausschreiben hier in Hamburg gewonnen. Ja, auch ich gewinne mal etwas – sonst bin ich ja immer nur der Verteiler!!! Der Dish ist eigentlich super simple zu handhaben und besteht sogar aus Metall. Damit das Blitzlicht noch ein wenig weicher ausfällt, habe ich noch eine Kunstoffscheibe montiert, die ähnlich Eigenschaften einer Softbox aufweißt. Das Set beinhaltet noch weiteres interessantes Zubehör, welches ich derzeit aber nicht benutze.

Zu Testzwecken habe ich mal meine neue Maus fotografiert um Euch das besser zu verdeutlichen. Ich habe Drei Aufnahmen mit Hilfe eines Stativs und mit der identischen Belichtungszeit von einer  1/100 sek aufgenommen. Allerdings habe ich das externe Blitzgeräte in verschiedenen Positionen gehalten um eine unterschiedliche Lichtsetzung zu erhalten.

Anschließend habe ich die Aufnahmen in Photoshop (Elements geht auch) in verschiedenen Ebenen übereinander gelegt und die gewünschten Bereiche durch eine Maskierung bearbeitet. Was jetzt nach viel Aufwand klingt, ist eigentlich halb so wild. Da die Aufnahmen im Hinblick auf den Bildausschnitt identisch sind, fallen diese Korrekturen schon mal weg und man kann sich voll und ganz auf die Lichtsetzung konzentrieren.

 

Natürlich kann man diese Vorgehensweise nicht in der Porträtfotografie anwenden. Zum einen bewegt sich das Model andauernd und das Umherspringen mit der Lichtquelle ist nicht gerade professionell. Was sich allerdings sehr gut zeigen und somit üben läßt, ist die Auswirkung des Lichts auf den zu fotografierenden Gegenstand und hier bin ich der Meinung, dass man dieses Grundprinzip der Lichtsetzung sehr gut auf den Porträtbereich umsetzen kann.

Bevor ich es vergesse. Die Bearbeitung ist eigentlich ganz einfach. Für den immergleichen Look habe ich mir in Lightroom ein Preset gebastelt. Das Preset ist für LR3 ausgelegt, da ich die 4er Version noch nicht habe.

Was meint Ihr… Zu aufwendig für simple Beitragsfotos??

Etwas noch zu den Kamera- und Blitzeinstellungen. Ich nehme die Beitragsbilder je nach vorhandener Lichtsituation mit einer 1/100 sek. auf, acht aber darauf, dass die Aufnahme ohne Blitz stark unterbelichtet wird. Hintergrund ist, dass ich bei anschließender Aufnahme mit dem Blitz eine „natürliche“ Randabschattung erzeugen und somit den Blitz besser aufs Motiv konzentrieren kann. Die Blitzleistung stelle ich je nach Abstand zum Produkt unterschiedlich ein, verwende aber die manuelle Einstellungen, also keine Blitzautomatik oder TTL-Messung. Der kamerainterne Blitz dient mir als Master für den Systemblitz, benutze ihn quasi nur als Auslöser. Das wars eigentlich schon.

Vielleicht interessiert dich das hier auch...

16 Kommentare

  • Antwort KPK 7. März 2012 um 14:10

    Sehr informativ! Danke!

    Bei der Maus handelt es sich offensichtlich um die Logitech® Performance Mouse MX. Kommst Du gut mit ihr klar? Hast Du Probleme bei unterschiedlichem Untergrund bemerkt?

    Gruß,
    Peter

    • Antwort BlogTimes 7. März 2012 um 14:16

      Die Maus hab ich seit zwei Tagen und verwende sie ausschließlich mit einem Gamer Mousepad. Ein/zweimal ist mir kurz aufgefallen, dass sie kurz stehen geblieben ist. Ob das jetzt mit dem Untergrund zu tun hat- keine Ahnung. Gibt es Probleme mit dem Teil?!

      • Antwort KPK 7. März 2012 um 15:36

        Hatte mir einige Kundenrezensionen bei Amazon angesehen. Dort waren Probleme hinsichtlich des verwendeten Untergrunds beschrieben worden. Das hat mich letztendlich vom Kauf zurückgehalten, obwohl meine betagte MX Laser so langsam mal ausgetauscht werden müsste (Akku hält nur noch 1 Tag durch bei intensiver Nutzung).

  • Antwort Ralf 7. März 2012 um 17:27

    Klasse Tip. Vielen Dank, das erweitert wirklich die Ideen!

  • Antwort Christian 7. März 2012 um 18:15

    Es hat zwar etwas gedauert bis ich hinter das ‚Warum‘ gestiegen bin finde es deshalb aber jetzt umso cooler. Wo andere mit drei Blitzen arbeiten behilfst du dir mit einem Blitz und etwas Bildbearbeitung. Interessanter Ansatz.

    Um auf deine Schlussfrage „Zu aufwendig für simple Beitragsfotos?“ einzugehen: Ich finde nicht. Ich finde sogar, wie die Frage formulierst klingt es so als wären die ‚Beitragsfotos‘ dem ‚Beitragstext‘ untergeordnet und der Meinung bin ich auch nicht. Ich finde viel mehr, das Text und Bild gleichberechtigt sein sollten. Wenn ich einen Blogpost schreibe, dann immer mit dem Anspruch einen – im Rahmen meiner Möglichkeiten – guten Blogpost zu schreiben. Auch wenn es bedeutet „aufwendige“ Fotos zu machen und Stunden an einem Text zu formulieren. Und wenn ich BlogTimes so lese und betrachte, glaube ich tickst du ähnlich. Find ich gut. 🙂

    • Antwort BlogTimes 7. März 2012 um 18:18

      Danke Dir… den Ansatz versuche ich zumindest zu verfolgen, klappt natürlich nicht immer! :yes

  • Antwort Timo 7. März 2012 um 21:01

    Hallo,

    mich würde interessieren, was du in Photoshop alles bearbeitest. Durch unterschiedliche Blitzausrichtungen, entstehen komplett andere Belichtungen und des Hintergrundes.
    Wie bekommst du es hin, dass dies nicht auffällt?

    • Antwort BlogTimes 7. März 2012 um 22:23

      Du hast recht mit den unterschiedlichen Belichtungen. Aus diesem Grund nehme ich von jedem der drei Aufnahmen nur den Bereich, den ich für das Objekt benötige – mit Hilfe der Maskenfunktion. Für den Hintergrund und die allgemeine Helligkeit nehme ich nur ein einziges Bild (erstes Foto von links), ansonsten würde das gar nicht funktionieren.

      • Antwort Timo 8. März 2012 um 17:30

        Danke für die info.

        Wollte mir gerade deine Bilder noch mal genauer anschauen, aber es wird nur noch das mittlere angezeigt.
        Wurden von verschoben/gelöscht.

        • Antwort BlogTimes 8. März 2012 um 17:38

          Alle Bilder sind da… Musst eventuell die Seite neu laden… Manchmal liegt es auch am Browser! Hab ich auch hin und wieder.

  • Antwort lichtbildwerkerin 7. März 2012 um 21:49

    Interessant, wie du an die Sache herangehst. Das wäre mir in der Tat ein bisschen zu aufwändig. Ich habe mir vor kurzem einen Aufnahmetisch gekauft, weil ich ihn für ein Kundenfoto brauchte. Den nutze ich jetzt auch für „Beitragsfotografie“. Ist ratzfatz aufgebaut, Softbox und 2. Blitz für die Ausleuchtung (CLS) und fertig ist das Bild, dass ich dann nahezu ooc hochladen kann. Käme auf einen Versuch an, was aufwändiger ist, dein oder mein Ablauf ;-).

    Generell finde ich es aber wichtig, dass man sich ein bisschen Mühe mit diesen Bildchen gibt 🙂

  • Antwort Christian 8. März 2012 um 18:45

    Hi,

    nette Technik, vielen Dank für die Erläuterung. Du schreibst zweimal im Artikel etwas von 0/100 sek Belichtungszeit, sicher meinst Du 1/100 sek, sonst wär’s etwas kurz 😉

  • Antwort linkTime – März 2012 – #2 | linkTIME | bhoffmeier.de 12. März 2012 um 07:35

    […] hat in einem Beitrag ein paar Tipps gegeben wie er seine Produktfotos für den Blog erstellt. Es ist ganz interessant so etwas mal zu lesen denn ich möchte in Zukunft auch mehr […]

  • Antwort Rückblick 2012 - Was dieses Jahr so alles passiert ist... | BlogTimes - Fotografieblog 19. Dezember 2012 um 13:32

    […] schreibe einen Artikel über die Beitragsfotografie, also die Art und Weise wie ich beispielsweise mein Equipment fotografiere. Es mag vielleicht ein […]

  • Kommentar verfassen