Fotografie, Unterwegs

Bryce und Zion National Park – Ein saukaltes Abenteuer

10. April 2013

Nach einem kurzen Abstecher zum Bryce Canyon bei -6 Grad und Schneefall haben wir diesen bereits wieder verlassen. Durch den plötzlichen Temperatursturz und den starken Schneeverwehungen wurde ein großer Teil des Parks gesperrt – alles was uns blieb waren zwei Aussichtspunkte kurz nach dem Visitors Center. Die Sperrung zwang uns daher Bryce City früher als geplant zu verlassen. Letzten Endes sollte das allerdings wieder einmal die richtige Entscheidung gewesen sein. 

Auf der Fahrt nach Hurrican, unserem nächsten Übernachtspunkt in der Nähe des Zion Nationalpark wollten wir über Cedar City fahren. Anstatt über einen ellenlangen Highway geht es hier durch den Dixie National Forest. Als wir die Abzweigung 20 Meilen hinter Bryce City auf den Highway 14 in Richtung Cedar City nahmen ahnten wir noch nicht was uns wettertechnisch erwarten würde. Der Schneefall hatte aufgehört, die Straßen war frei und auch der Wetterdienst sagte kein dramatischen Wetterbedingungen voraus. Warnschilder, bei der man nicht ohne Winterausstattung unterwegs sein sollte betrafen unseren Reisezeitraum nicht mehr. Die Straße schlängelt sich über etliche Meilen auf über 3000 Meter und hier begannen natürlich die Probleme. Der Wind hatte merklich zugenommen, die Temperatur war eh schon unter dem Gefrierpunkt und zudem setzte noch starker Schneefall ein. Die Mischung peitschte gegen unserer Fahrzeug und die Sicht war praktisch null. Einzig die leicht leuchtenden roten Lichtern des Jeep vor uns zeigten uns den Weg. Die Wegmarkierungen waren aufgrund der Verwehungen nicht mehr zu erkennen und so rutschen ein paar Fahrzeuge weit vor uns links und rechts in die Gräben. Die Autos waren bereits verlassen als wir an Ihnen auf unseren Sommerschlappen vorbeifuhren. Ich wollte den Jeep vor uns nicht verlieren, denn dieser kannte offensichtlich die Strecke –  konnte allerdings auch nicht zu dicht auffahren, da wir bei plötzlichen Bremsungen eh nicht zum Stehen gekommen wären. Über etliche Meilen war uns daher ein erhöhter Adrenalin-Spiegel sicher….

In Hurrikan angekommen, der Jeep war mittlerweile irgendwo abgebogen, waren wir das einzige Auto auf der Straße, dass voller Eis und Schnee war. Von weitem konnte man noch die tiefhängenden Schneewolken in den Bergen erkennen, hier im Ort war schönster Sonnenschein!

Obwohl der April zu den besten Monaten für den Südwesten zählt –  In Las Vegas und Death Valley kann man mit angenehmen 30-33 Grad rechnen und auch die Slot Canyons in Utah sind nicht überfüllt mit tausenden Touristen – würde ich Bryce Canyon und auch Zion (in den wir heute gehen) nicht empfehlen. Das Wetter ist einfach zu unberechenbar und auch für die meisten Wanderungen (müssen nicht unbedingt immer Fototouren sein) zu kalt. Zudem muss man für  viele „View points“ durch das Wasser waten und das ich kann ich bei nur 6 Grad Lufttemperatur nicht empfehlen. So werden wir leider keine Fotos von Kanarra Creek, den Narrows, Subway, Coyote Gulch usw… mit nach Hause nehmen können. Das muss man alles im Sommer machen, also wieder ein Grund mehr nochmal wieder zu kommen. Zumindest in den National Park, den landschaftlich ist Zion einfach unbeschreiblich.

Wenn ihr Fragen zur Tour oder zu fotografischen Möglichkeiten habt, dann nur zu. Ich werde hier sicherlich kein Geheimnis draus machen… So und jetzt erstmal zu Adobe für nen Kaffee.

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2 Kommentare

  • Antwort Flo 11. April 2013 um 11:17

    Wahnsinn, wie sich nicht nur die Landschaft, sondern auch das Klima ständig ändert, da unten, im Südwesten. Es sind doch einfach extrem lange Strecken und immer wieder wechselnde Umgebungen, die das Wetter beeinflussen.
    Ich will nicht sagen, uns ist es auch so ergangen, denn es war ja Hochsommer. Aber ein klein wenig ähnlich. Wir hatten zwar kein Eis oder Temperaturen um den Gefrierpunkt. Aber auf dem Weg von Vegas zum Grand Canyon sind wir in ein Gewitter geraten, dass die Temperaturen von lauschig warmen 45 Grad auf 15-20 Grad heruntergekühlt hat. Allerdings war das noch fast angenehm 🙂

    Schade, dass euch das Wetter bei einigen eurer Ziele einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Ich bin trotzdem schon gespannt, wie es weiter geht. Nach der Wave und nun dem Wetter wird es euch zumindest nicht langweilig 🙂 Viel Spaß noch euch Zweien.

    • Antwort BlogTimes 11. April 2013 um 17:11

      Die Strecken waren eigentlich gar nicht so lang. ich denke, es waren zum einen die extremen Höhenunterschiede und die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der einzelnen Gegenden – Wüste, Berge usw…

      Die Reise neigt sich dem Ende zu. Wir sind bereits wieder auf dem Weg nach Vegas. Hier werden wir uns noch ein wenig mit Streetfotografie beschäftigen oder zumindest versuchen.

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