Gesuchte Kategorie

Analog

Analog, Featured, Fotografie, Großformat

Rotes Leder, Analoger Messsucher und etwas Chrom – Polaroid 110A/B 4×5 Conversion

22. Januar 2015

Das ist meine neue Liebe Kamera… Ob sie auch zur Geliebten wird, muss sich noch rausstellen. Auf den ersten Blick kann ich schon mal sagen. Wohooooo…. aber der Reihe nach.

Ich beschäftige mich ja schon länger mit dem Großformat und auch wenn ich aktuell nicht dazu komme einen Großteil meiner Negative einzuscannen und zu bearbeiten, so schwirrt der Großformatgedanke eigentlich immer in meinem Kopf herum. Meine aktuelle 4×5 Kamera ist eine Chamonix und sie ist klein, handlich und leicht zu transportieren. Eigentlich einer der leichtesten Kameras in diesem Bereich und doch war ich immer auf der Suche nach etwas noch handlicheren. Etwas das ich vor allem auch ohne Stativ einsetzen kann. Im Großformatbereich gibt es da eigentlich nur ne Graflex mit Handgriff und die, naja die ist irgendwie auch ein Ungetüm.

Weiterlesen

Analog, Fotografie, Großformat, Unterwegs

Chasing Icebergs…

7. Juli 2014

Floatplane - Newfoundland

Kanada ist groß, das zweitgrößte Land der Erde, was man schon daran sieht, dass es sich über 4 Zeitzonen erstreckt. Bereits im letzten Jahr entstand die Idee einer Reise nach Neufundland & Labrador. Die nur 500.000 Einwohner starke Provinz im nordöstlichen Teil Kanadas ist jedes Jahr von Ende April bis Mitte Juni Schauplatz der Arktischen Eisberge, die sich nach dem Winter von den Gletschern lösen und langsam vorbei an Labrador in Richtung Neufundland ziehen, schließlich ganz abtauen und eins werden mit dem Atlantischen Ozean.

Ja, genau Eisberge wollte ich sehen, aber vor allem fotografieren. Eigentlich ist Island daran schuld. Hier habe ich vor mehr als 3 Jahren das erste Mal richtige Eisberge gesehen und wollte die Teile fotografieren, was aber mir aber irgendwie gar nicht gelungen ist. Ich gebe jetzt mal den kleinen Gletscher-Eisbergen die Schuld, die quasi nur in ihrem eignen Saft See treiben. Völlig frei und ohne störenden Hintergrund findet man sie hier nie. Zwar faszinierend aber für mich nicht fotografierbar. Die Idee hatte mich dennoch nie richtig losgelassen.

Eisberge = Antarktis. Pinguine gibts dort auch. Na, dann flieg ich eben dort hin!… Ähmm, ja hüstel – scheiß teuer der Trip. Also wieder zurück auf den Boden der Tatsachen und neues Ziel suchen. Ein bisschen recherchiert und siehe da Neufundland und Labrador liegt an der sogenannten Eisberg Allee und die ist nur zwei Flugstunden von mir entfernt. Sehr gut!

Nachdem ich letztes Jahr schon etliche Reisen hinter mir und auch der Zeitraum nicht gepasst hatte, war es dieses Jahr endlich soweit! Einige Tage vor Abreise wollte ich die Tour schon wieder absagen, weil ich für ein Kunstfestival noch viel vorbereiten musste und mir einfach die Zeit davon rannte. Doch, wenn nicht jetzt, dann wahrscheinlich nie…So stand ich nun Anfang Juni mit Wintersachen im Gepäck am Flughafen und wartete auf meinen Abflug in die Provinzhauptstadt St. John’s.

Mein Flug mit Air Canada von Ottawa sollte eigentlich Non-Stop nach St. John’s gehen, so auch die Aussage der Air Canada Mitarbeiterin bei der Flugbuchung. Ich hatte mich bei der Buchung nämlich gewundert warum der Hinflug ne knapp Stunde länger dauert als der Rückflug. Das hat mit der Zeitverschiebung zu tun, so der Air Canada Customer Service. Aha… Ich natürlich, deutsch wie ich bin… zehnmal nachgefragt! Immer das gleiche – Zeitverschiebung. Ok, Ok…. Ist ja schon gut! Habs verstanden! Am Abflugtag hatte ich natürlich dann die Gewissheit. Zwischenstop in Halifax und anschließend mit der gleichen Maschine Weiterflug nach Neufundland. Arrrrhgggg! Doch recht gehabt!

Interessant war, dass in Halifax 90 Prozent der zugestiegenen Passagiere Männer waren. Wie ich später erfahren habe, sind das Arbeiter die in Alberta auf den Ölsandfeldern arbeiten. Willkommen ihr Umweltverschmutzer, hab ich mir danach gedacht!!

Wie dem auch sei, mein Ziel der Reise war es die ankommenden Eisberge aus verschiedenen Perspektiven sowohl mit der digitalen als auch mit meiner analogen Großformatkamera zu fotografieren. Leichter gesagt als getan, den die Eisberg-Saison ist jedes Jahr ein bisschen anders. Mal mehr, mal weniger, mal größerere, mal nur ganz kleine. Ich hatte mal wieder ne ordentlich Portion Glück im Gepäck und als ich ankam, versicherten mir meine ersten Gastgeber, dass ich dieses Jahr definitiv auf meine Kosten kommen würde. Der straffe und lange Winter bescherte Neufundland und Labrador einer der größten Ansammlungen von Eisbergen der letzten 15 Jahre. Geile Sache, sagte ich mir! Es bestätigte auch schon meine Recherche mit dem Eisbergfinder, der mir jeden Tag in Echtzeit vor und während meiner Reise die Standorte der Eisberge anzeigte.

Neufundland zählt zu den noch am wenigsten fotografierten Orten der Welt. Das sieht man vor allem daran, dass nur wenige Fotos auf 500px und Co existieren. Wahrscheinlich weil für viele das Wetter einfach nicht so der Fall ist oder aber die Anreise zu weit…Keine Ahnung!. Für mich jedenfalls ganz gut, denn das bedeutet unberührte Fotonatur…..

So, das wars erstmal! Weiter geht’s im zweiten Teil der Beitragsserie Chasing Icebergs… Hier lest ihr dann meine fotografischen Erfahrung mit den Eisbergen. Warum ich ein Wasserflugzeug angemietet habe, meiner Zodiac-Tour, warum ich 5 Stunden für ein Foto benötigte und warum Fotozubehör jetzt irgendwo im Atlantik schwimmt und ich nicht!! Ach und Fotos sind dann hoffentlich auch schon zu sehen. Tipps für alle, die ebenfalls mal eine fotografische Reise nach Neufundland planen. Tipps, wann und wie man Eisberge fotografieren kann, was man noch so alles in Neufundland erleben kann …

Von Euch jemand schon mal in der Ecke gewesen?

Some Ice - Bonavista - Newfoundland

Zodiac Twillingate - Newfoundland

Somewhere in Newfoundland

St John's - Newfoundland

Large Format - Iceberg

Iceberg Bonavista - Newfoundland

Analog, Fotografie

Von zwei Minuten und was ich von Diafilm noch so alles lerne…

9. April 2014

Es ist mal wieder an der Zeit einen Beitrag zur analogen Fotografie rauszuhauen. Hab ja lange nichts mehr darüber geschrieben. Mehr oder weniger davon inspiriert wurde ich vom PhotoKlassik Magazin, welches ich hier zwar nicht lesen und somit auch nicht beurteilen kann, aber die Tatsache, dass sich ein Photomagazin ausschließlich mit analogen Fotografie beschäftigt zeigt mir wieder einmal, dass analoge nicht tot ist. Sie wird uns also weiterhin begleiten wunderbar!

Aber darum geht es heute gar nicht, auch wenn es mal wieder ein schönes Fotostammtisch Thema wäre.

Ende 2012, eigentlich viel mehr Anfang 2013 habe ich mit der Großformat Fotografie begonnen, einerseits aufgrund der Herausforderung, andererseits weil mich die analogen Fotografie nie richtig losgelassen hat. Mittelformat hatte ich seinerzeit übersprungen, weil ich hier für mich keinen richtigen Bedarf sah – auch wenn ich gerade überlege mir doch eine MF Kamera zu holen um später vielleicht einmal ein digitales Rückteil dran zu packen. Bis es soweit ist, erfreue ich mich erstmal immer aufs neue über die großen Negative, die ohne Probleme auch als Postkarte durchgehen könnten. Apropos Großformat, es juckt auch in den Fingern 8×10 zu fotografieren. Allerdings müsste ich hier neben den sehr teuren Filmen, auch Kamera und Objektive erneuern… Träumen kann man ja!

Was meine ich mit zwei Minuten? Meinen LZB Aufnahmeprozess mit Filmmaterial. Jeder, der sich schon mal mit mit der analogen Fotografie beschäftigt hat, der stolpert zwangsläufig über den Schwarzschildeffekt. Bei Negativ Filmmaterial, egal ob Schwarzweiß oder Farbe, setzt dieser bereits ab 1 -2 Sekunden ein. Hier gibt es dann herstellerspezifische Hinweise zu beachten um letzten Endes ein richtig belichtetes Negativ zu erhalten. Bei Verwendung eines Diafilms ist das ganze allerdings Nebensache, da dieser Effekt erst ab zwei Minuten Belichtungszeit eintritt. Ab zwei Minuten muss die doppelte Belichtungszeit genommen werden. Bei 8 Minuten ist Schluss! Der Diafilm stößt hier ganz einfach an seine Grenzen und die Farben sind  dann einfach nicht mehr zu gebrauchen.

Für meine analogen Langzeitbelichtungen arbeite ich in der Regel im Zwei-Minuten Bereich. Das reicht in Verbindung mit zwei Graufiltern (zusammen 13 Blendenstufen) für eine ausgewogene Langzeitbelichtung und eine schöne Zeichnung vorbeiziehender Wolken aus. Hier mal ein paar analogen Zwei-Minuten…. Aufgenommen mit der 4×5 Großformatkamera, einem 75mm Rodenstock Objektiv und dem Velvia 100.

Lights---San-Francisco,4x5-017---USA2013

China-State-Park---California-,4x5---USA

Trinidad-Beach---California-,4x5-013-USA2013

Two-Cars---San-Francisco---fail

Golden-Gate,-4x5--022---San-Francicso-2013

Telegraphy-Hill---San-Francisco-,4x5-014-USA2013

Neben dem Velvia 100 nutze ich noch den Provia 100 F, aber im Grunde ist es mir egal, welche Diafilme ich nutze. Beide haben die gleichen Eigenschaften in Bezug auf die Belichtungszeit. Der Velvia ist vielleicht ne Spur wärmer und der Provia ein wenig kälter von den Farben. Ist mir aber wurscht, da ich meine Aufnahmen sowieso einscanne und anschließend in PS bearbeite. Das interessante am Diafilmaterial ist aber, dass es nahezu kein Korn gibt und die Tatsache ein „Positiv“  dieser Größen in den Händen zu halten ist einfach unbezahlbar.

Großer Nachteil von Diafilmen ist der eingeschränkte Einsatz. Hat das zu fotografierende Motiv ein zu großen Kontrastunterschied, muss man sich für oder gegen die Zeichnung in den Schatten entscheiden. Der relative geringe Dynamikumfang ist Schuld daran. Dieser ist nämlich viel geringer als Negativfilm und weit von aktuellen digitale Kameras entfernt.

Der geringe Dynamikumfang ist genau das, was ich aber auch für meine persönliche Weiterentwicklung in der digitalen Fotografie verwenden konnte. Ich mach mir nichts vor, meine D800 hat mehr als 14 Blendenstufen. Extreme Schatten und Lichter in einer Aufnahme zu kombinieren ist kein Problem. Nachträgliches Aufhellen oder Abdunkeln ist easy going! Doch wirklich verbessert hat das mein Aufnahmeprozess nicht. Eher im Gegenteil. Der Gedanke alles nachträglich zu „verbessern“ hat mich bei der Aufnahme eher schlampen lassen. Das kann ich mir bei Diafilm nicht erlauben. Hier muss alles stimmen! Ich mache mir seit Nutzung der Großformatkamera mehr Gedanken vor der Aufnahme, schaue die Szenerien an, lasse das Licht, die Schatten auf mich wirken und überlege ob sich diese Aufnahme wirklich lohnt! Erst dann drücke ich auf den Auslöser… auch, wenn ich digital fotografiere!

Ja, die Nutzung der analogen Fotografie beeinflusst(e) vor allem die Herangehensweise meiner digitalen Fotografie. Das wiederum bringt mich zu der Frage. Was beeinflusst euch bei euren Aufnahmen oder drückt ihr einfach auf den Auslöser und schaut obs was geworden ist?

Analog, Fotografie, Großformat

Es ist mal wieder Zeit für Analog….

27. Juni 2013

Update: 09.07.2013 – Neue Fotos hinzugefügt!
Der letzte Analog-Content (ja, ich weiß blöde englische Begriffe) ist schon ein Weilchen her. Aus diesem Grund hab ich mir gedacht, ich könnte ja mal wieder ein bisschen analoges Zeug durch Netz pusten.

Auf meinen letzten zwei Reisen hatte ich nebem dem üblichen D800-Reisegepäck immer auch die Großformatkamera dabei. Auch wenn das hölzerne-Alu-Carbon Ungetüm zu einen der leichtesten 4x5inch Fachkameras gehört, so muss man doch nen Haufen Zubehör zusätzlich mitsich rumschleppen. Angefangen von den Filmkassetten über das Einstelltuch bis hin zur Fokussier-Lupe. Hinzu kommen dann noch Objektive, Filter, Filterringe und Kleinkram. Alles in allem ist das schon ne Menge. Und wofür das alles? Na, lassen wir das – Erklärungen führen hier eh zu nichts.

Wie ich schon in einem meiner letzten Beiträge über die vergangen Reise geschrieben habe, hatte ich einen großen Teil des Filmmaterials bereits vor Ort entwickeln lassen. Kann ich nur allen raten, die ebenfalls im Urlaub/Reisen mit analogem Equipment unterwegs sind. Zum einen ist der entwickelte Film unempfindlich gegen Röntgenstrahlung und zum anderen könnt ich euch gleich ans Scannen machen, wenn ihr zu Hause seit und müsst nicht erst umständlich zum Labor rennen oder das Selbstentwickeln anfangen. Auch wenn letzteres sicherlich immer wieder eine interessante Geschichte ist.

Ich war dieses Mal erstmals mit einem Dia-Film unterwegs, genauer gesagt mit dem „neuen“ Fuji Velvia 100. Am Ende quasi das „Positiv“ in den Händen zu halten und zu sehen man hat alles richtig gemacht, ist schon ein sehr geiles ähm erhabenes Gefühl. Es ist doch immer wieder faszinierend was für eine Anziehungskraft so ein großes „Negativ“ hat. Selbst Till Müller, mein digitaler Foto-Reisepartner war nicht nur für einen Augenblick lang gefesselt von der Bildwirkung, die davon ausgeht. Ich selbst hatte die entwickelten Dia-Filme and diesem Tag noch unendlich weitere Male gegen das Licht gehalten…Konnte einfach nicht anders!

Mittlerweile habe ich ein paar der analogen Aufnahmen bearbeitet und ins Netz gestellt. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie klein doch die Akzeptanz (vielleicht ist das auch nicht das richtige Wort) vom analogen Material ist. Poste ich eine digitale Aufnahme mit all ihrer Feinheit, Klarheit und absoluten Schärfe, dann dauert es nicht lange bis sich mein Mail-Postfach mit Benachrichtigungen füllt, wie toll doch diese oder jene Aufnahme ist. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass viele die digitalen mit den analogen Aufnahmen vergleichen und dann das digitale Pendant favorieren. Ist nur so ein Gedanke – mag mich vielleicht auch irren.

Leider sieht man nicht wieviel Arbeit hinter einer Großformat-Aufnahme steckt. Die Fehlerquellen sind extrem hoch und eine Gewissheit, dass die Aufnahme etwas geworden ist, hat man auch nicht. Mit einer digitalen Kamera kann ich unendliche Male hintereinander auslösen, was es gerade bei schwierigen Fotosituationen einfacher macht. Ich kann mich noch gut an die Aufnahme am „Trinidad Beach“ erinnern. Neben den üblichen Aufnahme-Fehlerquellen kam hier die steigende Flut, das realtive kurze Zeitfenster nach Sonnenuntergang, das Warten auf die richtige Welle und schließlich das Auslösen der Kamera im richtigen Moment, wenn sich das Wasser wieder zurückzieht usw… zum Tragen. Ach, und die Belichtungszeit musste ja auch noch beachtet werden. Naja, ich will hier ja auch nicht rumjammern – hab ich doch selbst so gewollt.

Das, was die anderen nicht sehen können, also die Arbeit – genaus das zählt für mich am Meisten. Zu wissen, dass ich wirklich etwas fotografiert und nicht nur einfach x-mal den Auslöser betätigt habe. Ich denke ihr versteht was ich damit meine. Ich möchte damit auch nicht die digitale Fotografie schlecht machen, nutze ich sie doch selbst. Dennoch sehe ich die analogen Aufnahmen mit einem anderen Auge, wahrscheinlich vor dem Hintergrund weil es tatsächlich Handwerk ist.

Ich weiß, dass auch unter den BlogTimes Lesern etliche dabei sind, die wie ich entweder zusätzlich oder ausschließlich analog unterwegs sind. Wie seht ihr das eigentlich mit den analogen Aufnahmen. Habt ihr das Gefühl, dass diese oft mit der digitalen Welt verglichen werden und anders beurteilt werden? Genauso gut könnte man auch folgende Frage an die Digitalfotografen stellen. Wie seht ihr das Medium „Film“ – Für euch interessant oder kommt es gar nicht in Frage?

So genug geschwaffelt… hier ein paar Aufnahmen. Die meisten von euch werden sie wahrscheinlich schon kennen und es sind auch nicht viele. Die Bearbeitung dauert ungefähr doppelt solange wie bei einer digitalen Aufnahme. Grund sind die ganzen Staubfussel, die entfernt werden müssen und das benötigt Zeit.

Astoria - Oregon,*4x5 - USA

Telegraph Hill - San Francisco,*4x5 - USA

Surfer Trinidad Beach - California,*4x5 USA

Racetrack - Death Valley,*4x5 - USA

[Joshua Tree - Death Valley,*4x5 - USA

[Freemont - Vegas]*,4x5 - USA

[The Wave - Coyote Buttes],4x5 - USA

[Zion National Park],4x5 - USA

China State Park - California,*4x5 - USA

Two Cars - San Francisco,*4x5 - USA