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Klara Harden – MADE IN ICELAND

8. Dezember 2011

Vor kurzem hatte ich auf der BlogTimes – Facebook Page das Video „MADE IN ICELAND“ über Klara’s Trip durch Island gepostet. Ganz besonders fasziniert hat mich die Tatsache, dass Klara ihre Reise zu Fuß unternommen hatte. 25 Tage war sie, von Süden über die Hochlandebene in den Norden Islands unterwegs – und es war nicht immer…. aber lest selbst!

Da ich selbst dieses Jahr in Island war und im Gegensatz zu Klara ziemlich komfortabel mit dem Auto von A nach B gefahren bin und auch nicht im Zelt geschlafen habe, bewundere ich die Leistung der gebürtigen Österreicherin umso mehr. Das war eigentlich auch der Grund, warum ich Klara angeschrieben habe – ich wollte noch ein bisschen mehr über sie und ihre Reise erfahren.

Es fühlte sich an, als hätte die Natur für einen Augenblick die Waffen niedergelegt und mir ein Friedensangebot gemacht… Klara Harden


BlogTimes: Durch deinen Kurzfilm „Made in Iceland“ bin ich auf Dich aufmerksam geworden. Da ich selbst im Mai diesen Jahres in Island war, weiß ich, wie faszinierend dieses Land ist. Im Gegensatz zu Dir, hab ich die ganze Strecke mit dem Auto zurückgelegt. Du allerdings zu Fuß – 25 Tage lang! Erst einmal Hut ab vor dieser Leistung. Was hat Dich dazu bewogen, diese Tour zu Fuß zurückzulegen und das auch noch ganz alleine?
Klara Harden: Es ist die Langsamkeit, das Ausgesetzte, das scheinbar Schutzlose und die Nähe zur Natur das mich am Wandern so reizt. Es ist das menschlichste Tempo der Fortbewegung und du kannst dich nicht vor jedem Regentropfen schützen, so wenig wie vor dem stetigen Wind und der kalten Luft. Es lässt die Grenze zwischen dir und deiner Umgebung verwischen.
Ist man so lange Zeit alleine, muss man sich mit sich selbst beschäftigen und es wird einem unweigerlich bewusst, dass man sich überall hin mit nimmt- man nicht vor sich selbst davonlaufen kann. Man muss jeden Gedanken zu Ende denken. Das ist nicht immer angenehm macht aber frei.

BlogTimes:  Erzähl doch mal Deine ersten Eindrücke von Island, die Du in den ersten Tagen gemacht hast – Überwältigend, nicht wahr?
Klara Harden: Ich war anfangs noch sehr unsicher, ob ich das schaffen würde. Es war ja meine erste richtige Wanderung. Und körperlich war ich nicht darauf vorbereitet. Das hieß große Zweifel, schmerzende Knie und ein dich für deine Pläne verteufelnder Rücken. Man klettert den Berg hinauf, mit brennenden Oberschenkeln, nennt den Berg den Letzten den man je erklommen hat, dreht sich um und nimmt diesen Gedanken sofort zurück. Man blickt sich um versteht auf einmal warum man das macht.

BlogTimes:  Welche Gegenden von Island hast Du eigentlich belaufen und warst Du die ganze Zeit alleine.
Klara Harden: Meine in Österreich geschmiedeten Pläne habe ich nicht lange verfolgt. Meine erste Etappe war der Laugavegur, der wohl bekannteste Wanderweg mit atemberaubender Landschaft.  Hier trifft man auch noch viele andere Wanderer. Nach einem Zwischenstopp in Reykjavik bin ich in die Highlands, um einem alten Pferde- Pfad zu folgen, den Kjölur. Als ich jedoch am Ende der Route ankam, entschloss ich noch weiter bis zur Ringstraße zu gehen. Vier Tage lange einer Schotterstraße zu folgen, welche sich durch eine ausgedörrte Einöde zieht, in der sogar die zähen Island-Schafe ihr Leben lassen, war mental fast untragbar. Danach per Autostopp zu einer Halbinsel im Norden. Wunderschöne grüne Täler, keine Menschenseele für drei Tage, Nebel, Angst, viele schöne Momente und auch die Erkenntnis, was Einsamkeit wirklich ist. Auch auf den letzten beiden Routen habe ich immer wieder Menschen getroffen, andere Wanderer, ein Hüttenwart, der Radfahrer aus Brighton, der den Wind verfluchte. Immer wieder bin ich auf hilfsbereite und liebe Menschen gestoßen, mit lustigen Geschichten und Schokolade zum Teilen. Letztendlich war ich jedoch die meiste Zeit alleine. Auch oder vor allem mit meinen Entscheidungen.

BlogTimes: Viel mitnehmen kann man ja nicht gerade, wenn man solch eine Tour zu Fuß zurücklegt. Mich und bestimmt auch meine Leser würden sich sicherlich dafür interessieren, was Du so alles in Deinen Rucksack gepackt hattest?
Klara Harden: Ich bin nach dieser einzigen Tour sicherlich kein Equipment- Experte. Schlafsack, Matte und Drybags waren mir glücklicherweise von der Firma ALPKIT gesponsert worden. Dazu kam dann noch ein Zelt, Kochgeschirr, Kameraequipment mit einem Stativ was mir meinen Plan von 17kg  Rucksackgewicht ordentlich verkorkste. Schlussendlich hatte ich zwischen 19 und 23kg mit mir. Wenig empfehlenswert. Ich war froh, dass sich der Körper recht schnell daran gewöhnt hatte. Aber auch für dieses Gewicht musste ich schon an allen Ecken einsparen. Ein Stück Seife, Zahnbürste und Zahnpasta und nur einer Ersatzmontur ließen mich die Dusche nach jeder Etappe als weltbewegendes Ereignis erleben. Mein Kochgeschirr bestand aus einer Gaskartusche mit Aufsatz, einem Becher und einem Löffel. Mehr braucht man auch nicht. Die Sandalen zum Furten der Flüsse, welche mir so sehr ans Herz gelegt wurden hab ich nach der ersten Etappe nicht mehr mitgenommen. Barfüßig oder nicht, das Wasser bleibt schmerzhaft kalt. Dafür liebte ich meine Sturmhaube um so mehr, und auch eine regen feste Schichte ist in Island auf alle Fälle förderlich für eine gemütliche Wanderung. Meine Trinkflaschen hatte ich nur halb gefüllt, es gab auf meinen Routen immer genügend Bäche und Flüsse mit wunderbar klar-kaltem Wasser. Unentbehrlich war mir mein Opinel und meine Casio F-91W. Wohl auch, weil mich die Uhrzeit daran erinnerte, dass die Welt „draußen“ mit ihren Regeln und Bestimmungen noch existiert.

BlogTimes: Hast Du mehr im Zelt übernachtet oder in Hütten? Konnte man die Hütten einfach so beziehen?
Die meiste Zeit habe ich im Zelt geschlafen. Manche der Hütten, die auf dem Laugavegur sind recht teuer und eher etwas für gesellige Leute. In den anderen Hütten auf meinen anderen Routen waren fast immer schon leer und ohne Hüttenwart und mit ca. 5€ eine Willkommene Abwechslung. Einzuschlafen, in einer kleinen bebenden Holzhütte, sich in den Schlafsack zu wickeln und der Brandung des Meeres zuzuhören, in dem vielleicht gerade ein Walfisch seine weiten Runden zieht ist ein Luxus, den nicht allzu viele Menschen kennen.

BlogTimes:  Deine Eindrücke sprechen ja Bände. Nach rund zwei drittel des Films kommt eine Szene, bei der man sehen kann, dass Du Dich offensichtlich verlaufen oder zumindest orientierungslos warst. Deine Angst kann man förmlich spüren. Wie war das für Dich und vor allem wie bist Du aus dieser Situation wieder heil rausgekommen?
Klara Harden: Ich hatte mich selbst falsch eingeschätzt und gedacht, ich würde schon umkehren, wenn es mir zu gefährlich wird. Ich wollte über einen Bergrücken von einem Tal ins andere, was mir auch als möglich erklärt wurde. Anfangs noch etwas orientierungslos, wusste ich bald wo genau wo ich hin musste. Hinunter von diesem Berg ins Tal.  Doch wie ich dort hinkommen sollte, war mir in diesem Moment nicht mehr klar. Und so blieb das für 4 Stunden. Rieselnd, rutschende Schutthalden, welche in steilen Felswänden enden. Das dumpfe Geräusch von Steinbrocken welche ins Tal hinunter krachten. Alle Tiere, das man sieht haben es auch nur dank ihrer Flügel hierhin geschafft. Rutschige Schneefelder über die man hinweg tänzelt, mit dem 20kg Rucksack, in der Hoffnung nicht einzubrechen und in den darunter rauschenden Bach zu stürzen. Keine direkte Bedrohung, jedoch das Bewusstsein, dass erst in 5 Tagen jemand beginnen würde einen zu vermissen.  Gefangen in einem Tal aus losem Geröll und der Unmöglichkeit umzukehren. Mit einem Fuß im Gebirgsbach die Erkenntnis, dass es nun wirklich nicht mehr weitergeht. Nach zwei Stürzen, ohne Rucksack an den Hängen geklettert, bis ich einen Schafspfad fand. Vier Stunden später endlich im Tal und in der Hütte. Schlaflosigkeit bis in die späte Nacht. Der Körper hat sich bis zum Ende der Wanderung nicht mehr von diesem Tag erholt, aber ich habe noch nie so viel in so kurzer Zeit gelernt.

BlogTimes:  Ein bisschen Technik gehört ja auch zu diesem kleinen Interview. Welche Kamera hast Du für dein Video genutzt und hast Du alles selbst geschnitten und bearbeitet?
Klara Harden: Gefilmt habe ich mit einer Canon550D. Ich hatte anfangs vier Objektive dabei, entschied mich jedoch bald nur zwei davon mitzunehmen, ein Tamron 10-24mm f3.5-4.5 und ein Nikor 35mm f2. 
Für den Schnitt Premiere Pro mit einer Farbkorrektur mit MagicBullet. Zur Bearbeitung der Photos Lightroom, eher wegen der Menge des Materials, sonst zieh ich hier Photoshop vor.

BlogTimes: Warum ausgerechnet das Medium Film und nicht Fotografie? Oder hast Du auch ein paar fotografische Eindrücke mitgebracht? 

Klara Harden: Film gibt mir andere Möglichkeiten, da er sich der zusätzliche Dimension der Zeit bedient. Und Zeit, die Langwierigkeit, die Gleichzeitigkeit und das Andauern war damit leichter zu erzählen. Auch gab es mir die Möglichkeit, mich selbst von außen zu beobachten, wo die Fotografien meinen Blick nach außen wiedergeben. Ich war überrascht von der Anstrengung, die das Filmen und Fotografieren mit sich brachte. Man überlegt sich schon am zweiten Tag jeden einzelnen Schritt, welcher nicht in Marschrichtung geht um Energie zu sparen. Doch ich denke die Anstrengung hat sich gelohnt.

BlogTimes:  Abschließend möchte ich Dir noch zwei Frage stellen. Welches war Dein schönstes Erlebnis und können wir bald auf eine weiteres Projekt von Dir hoffen?
Klara Harden: Ich liebte das Zusammentreffen mit dem kleinen Polarfuchs. Es fühlte sich an, als hätte die Natur für einen Augenblick die Waffen niedergelegt und mir ein Friedensangebot gemacht. Wirklich schön war jedoch Wochen nach meiner Rückkehr zu erkennen, dass sich mein Leben grundlegend geändert hatte. Auch die Rückmeldungen auf den Film waren schön, da sich einige Menschen dadurch motivieren ließen selbst solche Abenteuer zu erleben, und darum geht es im Endeffekt. Ich wusste vor MADE IN ICELAND auch nicht, ob ich dieses Abenteuer durchhalten würde, wusste nur, ich würde es unendlich bereuen es gar nicht versucht zu haben. Ich werde also so bald als möglich wieder los ziehen. Weil es wichtig ist, in unserer sonst so kontrollierbaren Welt ein Abenteuer zu erleben und weil sie mich zu einem glücklicheren Menschen machen.
Das ist nur der Beginn einer viel längeren Wanderung. Der erste Schritt ist schon getan. Es gibt nun kein Zurück mehr. Und das ist gut so.

Die nachfolgenden 15 Minuten haben es in sich!!

Liebe Klara, vielen Dank für dieses tolle Gespräch. Ich wünsche Dir weiterhin bei deinen kommenden Projekten viel Erfolg und vorallem ganz viel Abenteuer. Zu sehen sind ihre Aufnahmen in ihrem Flick-Stream. Folgen könnt ihr Klara auch auf ihrer Facebook-Page -> facebook.com/klaraharden oder auf Vimeo.

Fotografie, Interviews, People

Andrea Hübner – Vertrauen ist für mich die wichtigste Basis für gute und ehrliche Fotos…

19. November 2011

… wie wahr, wie wahr und damit eröffne das neue Fotografen Interview auf BlogTimes. Mein heutiger Gast ist Andrea Hübner, ihres Zeichen Fotografin mit abgeschlossenen Studium der Romanistik und Anglistik. Eigentlich müsste es natürlich anders herum heißen, aber hier steht ja nicht ihr Studium, sondern die Fotografie im Vordergrund. Wie sie selbst über sich sagt, nimmt die Fotografie den größten Teil ihres Tages in Anspruch, sei es für Shootings selbst oder eben für die Planungs- und Vorbereitungsphasen – Keine Frage, man sieht es an ihren Aufnahmen!

Andrea habe ich durch ihre Facebook-Page gefunden und war gleich gefesselt von ihren Porträtaufnahmen, die durch ihre „sanften“ Farben eine für mich wunderbare Bildwirkung erreichen. Ein Stück weit wirken sie auch irgendwie leicht zerbrechlich, was den Bildern aber auf keinen Fall schadet, sondern nur noch mehr Ausdruck verleiht. Auf ihrer Webseite „Quadratiges„, dessen Name sie in Anlehnung an ihre analoge Hasselblad und ihrem favorisierten Aufnahmeformat gewählt hat, zeigt sie vorzugsweise ihre Sichtweise im Bereich der Porträt- Aktfotografie. Für Letzteres bevorzugt sie übrigens ihre analoge Hasselblad.

Vertrauen ist für mich die wichtigste Basis für gute und ehrliche Fotos. Andrea Hübner

Ich wollte mehr über ihren fotografischen Werdegang wissen und so habe ich Andrea im Rahmen eines Interviews die nachfolgenden Frage gestellt.

BlogTimes: Zu Beginn stelle ich wie üblich die Frage wie Dein Interesse an der Fotografie geweckt wurde?
Andrea Hübner: Ich habe schon als Kind sehr gerne fotografiert und bekam zum Geburtstag irgendwann einmal eine analoge Olympus, damit fing alles an und die Fotografie und ihre unendlichen Möglichkeiten fesselten mich immer mehr. Einige Jahre später kam dann die erste (noch analoge) Spiegelreflex mit der ich mich dann einige Jahre der Radsportfotografie gewidmet habe bevor ich 2007 in den Bereich Portrait & Akt wechselte.

BlogTimes: Wer zum ersten Mal deine Werbseite besucht wird schnell Deine „Liebe“ zur Farbfotografie – insbesondere die Verwedung von Pastellfarben festellen. Gibt es hierfür einen besonderen Grund oder magst du einfach diese Art der Bildbearbeitung?
Andrea Hübner:
Die Bildbearbeitung stellt für mich einen wichtigen Baustein zum fertigen Foto da und ist für meine Bilder unersetzlich. Pastelltöne haben es mir besonders angetan, da sie für mich die oft so sanfte und ruhige Stimmung in meinen Bildern perfekt unterstreichen. Sie runden sozusagen das Bild und seine Atmosphäre in sich nocheinmal ab.

BlogTimes: Dein Portfolio umfasst Aufnahmen aus dem Bereich der People-, Akt-, Landschaft- und Architekturfotografie? Ich verfolge deine Arbeiten schon länger und kann feststellen, dass du dich eher der Peoplefotografie verschrieben hast. Was fasziniert dich daran?
Andrea Hübner:
Die Portraitfotografie hat für mich einen besonderen Reiz, da ich durch sie immer wieder auf viele verschieden Menschen treffe die man auf so unterschiedliche Weise abbilden kann. Die Wandelbarkeit eines Menschen begeistert mich immer wieder und ich freue mich, wenn es mir gelingt meine Modelle auch einmal anderes darzustellen, als sie sich kennen, ihnen selbst eine neue Seite von sich zu zeigen.

BlogTimes: Um in der Peoplefotogafie zu bleiben – dein Portfolio umfasst ausschließlich Aufnahmen von Frauen. Gibt es hierfür einen besonderen Grund?
Andrea Hübner: 
Für mich passen Frauen oftmals besser zu meinem ruhigen und sanften Bildstil, daher fällt es mir leichter Frauen für meine Projekte auszuwählen. Was aber nicht heißt, dass es niemals Bilder von Männern bei mir zu sehen geben wird, ein Projekt ist schon in Planung und wird hoffentlich noch diesen Winter umgesetzt.

BlogTimes: Es umfasst nicht nur ausschließlich Aufnahmen von Frauen, sondern ausnahmlos von sehr attraktiven jungen Frauen. Wie hast Du all diese für Deine Art der Porträtfotografie gefunden und begeistert.
Andrea Hübner: 
Sie begegnen mir überall, sei es über spezielle Modellseiten oder über Facebook, oftmals werde ich auch direkt von Modellen angeschrieben und nach einem Shooting gefragt. Manchmal spreche ich auch Menschen auf der Straße oder in der Uni an wenn diese Gesichter mich begeistern und ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen könnte.

BlogTimes: Selbst bei längerem Betrachten Deiner Aufnahmen strahlen eine Ruhe aus und wirken dennoch ausdrucksstark und emotional, ohne jedoch gestellt zu wirken. Durch die Verwendung der Pastellfarben wirken Deine Bilder zudem melancholisch und sinnlich zugleich. Was ist das Geheimrezept für Deinen fotografischen Stil.
Andrea Hübner:
Ich weiß nicht ob es ein Geheimrezept für meine Fotos gibt, auch wenn ich ab und an danach gefragt werde ;). Für mich ist eine ruhige und entspannte Atmosphäre während eines Shootings sehr wichtig. Das Modell muss sich bei allem was sie tut wohlfühlen, nur so können für mich gute Bilder entstehen. Hat das Modell Zweifel oder fühlt es sich nicht wohl, spiegelt sich dies auch in den Ergebnissen wider. Vertrauen ist für mich die wichtigste Basis für gute und ehrliche Fotos.

BlogTimes: Deine Natürlichkeit der Aufnahmen scheint sich auch auf Deine Lichtsetzung auszuwirken. Verwendest du ausschließlich natürliche Lichtquellen?
Andrea Hübner:
Ja, bisher habe ich ausschließlich mit available light gearbeitet und werde dies wohl auch in der Zukunft größtenteils fortführen, auch wenn ich vorhabe mal Studiolicht auszuprobieren. Natürliches Licht passt sehr gut zu meinem Stil und die sanfte Ausleuchtung hilft oftmals, eine bestimmte Stimmung die das Bild ausdrücken soll noch zu verstärken.

BlogTimes:  Ein bisschen Technik gehört genauso zur Fotografie, wie der Auslöser zur Kamera. Bist du ein „Kind“ der digitalen Fotografie oder auch der analogen Welt zugetan? Spielt die Bildbearbeitung eine große Rolle für Dich?
Andrea Hübner:
Meine allerersten Kameras waren analog, damals gab es digitale Kameras noch nicht. Daher bin ich auch mit dieser Art der Fotografie vertraut und habe sie zu schätzen gelernt. Auch wenn ich heute größtenteils digital fotografiere, so fasziniert mich die analoge Welt ebenso. Ich besitze noch meine analoge Hasselblad Mittelformatkamera und setze sie ebenfalls für meine Fotografien ein. Wie schon oben erwähnt hilft mir die Bildbearbeitung, die Stimmungen meiner Bilder zu vertiefen und ein Bild harmonisch abzurunden. Fotografie ohne Bildbearbeitung wäre für mich undenkbar.

BlogTimes: Ich habe Dich via Facebook gefunden – Spielt Social Media eine große Rolle für Dich als Fotografin oder benutzt du es nur um Deine Werke zu präsentieren?
Andrea Hübner:
Die Welt von Facebook & Co. erleichtert es mir als Fotografin natürlich ungemein, meine Werke zu präsentieren. Ich finde es auch immer wieder spannend, wie Menschen auf der ganzen Welt auf meine Fotografien aufmerksam werden und wie sie sich für diese begeistern. Von daher spielt Social Media eine sehr große Rolle für meien Fotografie, aber ich nutze Facebook nicht nur für meine Werke sondern auch privat.

BlogTimes: Apropos Internet: Wie bist du eigentlich auf den Webseitennamen „quadratiges“ gekommen?
Andrea Hübner:
Ich liebe das quadratische Format! Es hat etwas so spezielles und übt einen besonderen Reiz auf mich aus. Ich fotografiere sehr gerne mit meiner analogen Hasselblad 500c/m, bei der der Suche ja schon quadratisch ist. Das eröffnet einem völlig andere Möglichkeiten der Bildgestaltung und neue Sichtweisen. Daher beschloss ich, meine Webseite quadratiges zu nennen, obwohl ich sie derzeit wohl eher in „querformatiges“ umnennen müsste ;).

BlogTimes: Bei so vielen hervorragenden Aufnahmen fällt es mir schwer, meinen Favoriten zu finden. Aus diesem Grund gebe ich folgende Frage an Dich zurück. Hast Du einen Favoriten aus Deinem Portfolio und warum?
Andrea Hübner:
Puh, das ist eine schwere Frage! Ich habe zu vielen meiner Bilder ein besonderes Verhältnis, das oft durch den Schaffensprozess erinnert und einen in die Situation zurückversetzt, in der das Bild entstanden ist. Eines meiner absoluten Favoriten ist sicher „snow can wait“, das Anfang des Jahres aufgenommen wurde. Ich kann mich noch genau erinnern, wie sehr mein Modell für dieses Foto in der Kälte leiden musste und wie wir bei diesen Temperaturen im Schnee nach einer geeigneten Location für unser Shooting gesucht haben. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden, denn die Kombination aus ihrem Ausdruck, dem roten Schal/ Lippenstift und der kühlen Atmosphäre des Winters passen für mich perfekt zusammen.

BlogTimes: Abschließend möchte ich Dir noch die 4 W-Fragen stellen. Welches war Dein schönstes Erlebnis beim Fotografieren? Was, Wen oder Wo würdest Du gerne mal fotografieren?
Andrea Hübner:
Ich kann mich an viele besondere Momente erinnern, die ich beim Fotografieren erlebt habe, ein spezielles kommt mir dabei nicht in den Sinn. Ich freue mich, wenn ich sehe, dass auch das Modell Spaß daran hat vor der Kamera zu stehen und mir ihr Vertrauen schenkt. Wichtig ist immer dass man sich auch auf menschlicher Ebene sehr gut versteht und eine gute Zeit miteinander verbringt. Einen speziellen Menschen, den ich gerne einmal fotografieren würde habe ich nicht im Kopf. Locations fallen mir aber ganz viele ein, da endet die Inspiration nie. Gerne würde ich zum Beispiel einmal in einem alten Schloss fotografieren.

Liebe Andrea, vielen Dank für dieses tolle Gespräch. Ich wünsche Dir weiterhin so viel Erfolg und Spaß an Deinen Arbeiten. Zu sehen sind ihre Aufnahmen auch auf www.quadratiges.de oder auf ihrer Facebook-Page -> facebook.com/quadratiges.photography

 

Fotografie, Interviews

Bernhard Lang – Aerials Views…

3. November 2011

… ist ein zwei teiliges Projekt des Münchner Fotografen Bernhard Lang, bei dem er die Welt von oben fotografiert hat. Es sind aber nicht nur Fotos, es ist eher eine Dokumention kurzer Augenblicke von Menschen in ihren verschiedensten Umgebungen.

Durch Zufall bin ich im Netz über diese Serie gestolpert. Die Aufnahmen haben mich vom ersten Bild an fasziniert. In meinen Augen zeigen sie einen Ausschnitt unseres Lebens und wie wir ihn verbringen. Auch wenn man die Personen selbst nicht erkennen kann, so spürt man beim Betrachten der Aufnahmen etwas privates ohne aber voyeuristisch zu sein. Das wiederum macht sie auch so interessant. Wer übrigens von 2-19. November 2011 in England ist, der kann zwei seiner Winter Aerials im Rahmen der Ausstellung „It takes more“  in der Getty Gallery in London anschauen. Am Eröffnungstag ist er sogar selbst anwesend…

Der Bildmarkt und der Wert eines Bildes in der Werbung wird durch den Verkauf bei Mikrostock-Agenturen nahezu komplett ruiniert. Bernhard Lang

Ich wollte etwas mehr über den Fotografen und die Enstehung der Serie wissen und so habe ich Bernhard  im Rahmen eines kurzen Interviews ein paar Fragen gestellt.

BlogTimes: Du bist freiberuflicher Fotograf. Wie ist Dein Interesse an der Fotografie geweckt worden?
Bernhard Lang:
Ich wollte einen Beruf finden in dem sowohl handwerklich-technische als auch gestalterische Fähigkeiten gefragt sind. In der Fotografie finde ich das gegeben, und deswegen habe ich von 1993 bis 1996 eine Ausbildung zum  Fotografen in einem Werbestudio in München absolviert.

BlogTimes: Handelt es sich bei dieser Serie um eine Auftragsarbeit oder ist es dein eigenes, freies Projekt gewesen?
Bernhard Lang: Das Aerial Views Projekt ist keine Auftragsarbeit, sondern ein selbst finanziertes, freies Projekt. Dazu bewogen hat mich die Faszination des Blickes von oben auf die Welt, der sich mir bei diversen Flügen mit Verkehrsflugzeugen geboten hatte. Sei es über die endlosen Winterlandschaften Sibiriens oder die bizarren Wüstenlandschaften der Sahara.

BlogTimes: Ich kann mir vorstellen, dass diese Frage nicht nur mich interessiert, aber wie hast du die Fotos aufgenommen. Aus dem Flugzeug oder womöglich von einem Heißluftballon?
Bernhard Lang:
Die Aufnahmen sind aus einem Sportflugzeug fotografiert. Ein Heißluftballon wäre wohl genauso möglich. Fotografiert habe ich teils mit meiner Hasselbald (V-System mit Digitalrückteil), teils mit einer Nikon D3x. Mir war wichtig eine sehr hohe Auflösung zu haben, um den Detailreichtum der sich bei vielen Luftaufnahmen ergibt qualitativ bestmöglichst darzustellen.

BlogTimes: Um noch ein wenig bei „Aeriel Views“ zu bleiben. Planst du außer der bereits geschehenen Buchveröffentlichung weitere Projekte mit dieser Serie?
Bernhard Lang: Ja, ich habe schon einige Aerial Projekte grob im Kopf. Die Umsetzung hängt aber natürlich von der Jahreszeit, Wetter und Budget ab. Mein erstes Aerial Fotobuch „Aerial Views“, veröffentlich bei „Blurb“: http://de.blurb.com/bookstore/detail/2487679 habe ich aus dem Material von Fotoflügen aus den letzten knapp 2 Jahren zusammengestellt. Das Buch ist in zwei Teile unterteilt: Summer Aerials & Winter Aerials.

BlogTimes: Auf deiner Webseite kann man erkennen, dass du bereits für viele namhafte Unternehmen tätig warst. Durch die Masse an guten Fotografen, bedingt durch die Digitalfotografie, ist es mittlerweile schwerer geworden an Aufträge zu kommen?
Bernhard Lang: Ja , das muß ich bestätigen. Durch die digitale Fototechnik ist es technisch deutlich einfacher geworden ein Bild sowohl aufzunehmen, als auch im Nachhinein zu bearbeiten, was viele (Semi-)Amateure auf den Plan gerufen hat. Zudem kommt noch die Entwicklung weg von den Printmedien hin zu digitalen Medien, was zur Folge hat, dass die Verlage mehr und mehr sparen, und damit weniger Aufträge zu stetig sinkenden Honoraren erteilen. Nicht zuletzt haben Mikrostock-Bildagenturen wie iStockfoto, Fotolia, usw. , indem sie Bilder für Centbeträge verschleudern, den Bildmarkt und den Wert eines Bildes in der Werbung nahezu komplett ruiniert.

BlogTimes: Macht Dir die Auftragsarbeit genauso viel spaß wie eigene Projekte zu verfolgen?
Bernhard Lang:
Wenn die Ergebnisse bei einer Auftragsarbeit richtig zufrieden stellend sind, kann das für mich genauso ein gutes Gefühl sein als ein eigenes Projekte positiv umgesetzt zu haben.

BlogTimes: Ein bisschen Technik gehört genauso zur Fotografie, wie der Auslöser zur Kamera. Bist du ein „Kind“ der digitalen Fotografie oder auch der analogen Welt zugetan? Spielt die Bildbearbeitung eine große Rolle für Dich?
Bernhard Lang:  Ich bin noch ein „Kind“ der analogen Fotografie, da meine Ausbildungzeit und meine ersten Jahre in der Selbständigkeit noch in die Zeit vor die Umstellung auf die Digitalfotografie fielen. Der Umgang mit einer Großformatkamera und auch die klassische Laborarbeit, sprich die manuelle Anfertigung von Color oder S/W Fach-Vergrößerung sind mir daher nicht unbekannt. Heutzutage arbeite ich aber auch wie jeder andere Kollege nahezu ausnahmslos digital. Die Bildbearbeitung spielt dabei selbstverständlich eine große Rolle.

BlogTimes: Spielt Social Media eine Rolle für Dich als Fotograf und benutzt du es um Deine Werke zu präsentieren? 
Bernhard Lang: Auf meinem eigenen Blog präsentiere ich neue Arbeiten und andere Neuigkeiten. Ansonsten nutze ich Social Media selten. Um zusätzlich jede Neuigkeit noch auf den diversen Social Media Seiten zu posten, ist mir offen gestanden der Zeitaufwand zu hoch.

BlogTimes: Dein Portfolio umfasst ja auch weitere Bereich aus der Fotografie. Hast Du einen Favoriten aus Deinem Portfolio und warum?
Bernhard Lang: Wenn ich aus meinem gesamten Portfolio einen Favoriten herauspicken muss, würde ich doch bei den Aerials bleiben . Eine meiner Lieblingsaufnahmen ist das Pärchen auf der Luftmatratze. Es hat aus meiner Sicht etwas Leichtes und Humorvolles an sich.

BlogTimes: Abschließend möchte ich Dir noch die 4 W-Fragen stellen. Welches war Dein schönstes Erlebnis beim Fotografieren? Was, Wen oder Wo würdest Du gerne mal fotografieren?
Bernhard Lang:
Von einem speziell herausragenden schönstem Erlebnis kann ich nicht berichten. Aber bei einem Shooting kommt der Spaß meist von ganz alleine, wenn das Team (Assistent, Visagistin, Model… ) sich gut versteht und funktioniert.
Was: Eine Modestrecke mit einem astronomisch hohen Produktionsbudget, inklusive Hubschrauber, Sperrung der Fifth Avenue, …
Wen: Tommy Lee Jones
Wo: Oman


Vielen Dank Bernhard für dieses tolle Gespräch. Ich wünsche Dir weiterhin so viel Erfolg und Spaß an Deinen Arbeiten. Zu sehen sind seine Aufnahmen auf  www.bernhardlang.de

Hier noch ein fotografischer Teaser
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Fotografie, Interviews

Architektur ist eine Leidenschaft – Johannes Heuckeroth

19. September 2011

… Das sind die Worte von Johannes Heuckeroth, Student mit der Fachrichtung Design an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg.

Wenn er sich mal nicht im Hörsaal aufhält, dann beschäftigt er sich mit der Architektur und Landschaftsfotografie. Seine Aufnahmen dürften dem einen oder andern nicht unbekannt vorkommen. Gerade die Aufnahmen des Bahnhofs von Liége (Lüttich), einem architektonischen Meisterwerks, suchen seines Gleichen. Johannes schafft es durch die Bildwirkung, den Betrachter auch über einen längeren Zeitraum im Bild verweilen zu lassen, was gerade bei Architekturaufnahmen keine Leichtigkeit ist.

„Ich brauche nichts weiter zu tun als die richtige Lichtsituation abzuwarten
und mich dann davor zustellen und abzudrücken“
Johannes Heukeroth

 

Ich wollte mehr über seinen fotografischen Werdegang wissen und so habe ich Johannes im Rahmen eines Interviews die nachfolgenden Fragen gestellt.

BlogTimes: Wie ist Dein Interesse an der Fotografie geweckt worden oder gab es einen besonderen Impuls?
Johannes:
Eine schwierige Frage, ich kann nicht genau sagen, was den ersten Impuls ausgelöst hat eine Kamera in die Hand zu nehmen. Anfangs spielte sicherlich einfach die Möglichkeit Dinge/Inhalte/Situationen festzuhalten eine Rolle, ohne eine Ahnung davon zu haben, welche Rolle Fotografie abgesehen von der reinen Dokumentation spielen kann. Das hat sich erst über die Jahre hinweg entwickelt und ausgeprägt. Ich finde es einfach faszinierend durch den Sucher zu blicken und seine ganz eigene Interpretation der Wirklichkeit festzuhalten und mit anderen zu teilen.

BlogTimes: Die Farbe blau dominiert sowohl bei deinen Aufnahmen als auch auf der Webseite. Was verbindest du mit dieser Farbe?
Johannes:
Woher die Dominanz dieser Farbe kommt weiß ich selbst nicht genau, ich finde sie einfach faszinierend und anziehend. Frisch, kühl, edel, ästhetisch. Werte, die ich auch mit meiner fotografischen Arbeit auszudrücken versuche. Ganz abgesehen davon, ist der Himmel natürlich blau. Ich liebe den Himmel und könnte ihn stundenlang anstarren. Am liebsten fotografiere ich während der blauen Stunde, der blaue leuchtende Himmel ist bei jeder Betrachtung von neuem faszinierend.

BlogTimes: Wer deine Webseite besucht, wird schnell deinen Themenschwerpunkt erkennen – die Architekturfotografie. Was fasziniert Dich daran?
Johannes:
Grundsätzlich fasziniert mich erst mal die Architektur an sich. Vor allem Architektur der Gegenwart, die oftmals unglaublich ästhetisch ist. Diese Ästhetik fotografisch festzuhalten ist meine Motivation. Zusätzlich ist die Architekturfotografie für mich eine sehr dankbare Aufgabe – das jeweilige Objekt steht still, ich brauche nichts weiter zu tun als die richtige Lichtsituation abzuwarten und mich dann davor zustellen und abzudrücken. Keine Organisation, keine Hilfsmittel, kein großer Aufwand, ich kann kommen wann ich will und loslegen.

BlogTimes: Architekturaufnahmen sind ja in der Regel eher kalt und leblos, dennoch schaffst du es mit deinen Aufnahmen den Betrachter länger im Bild zu halten. Ist es die Perspektive, die Technik oder gar die Bildbearbeitung? Was ist dein Rezept für Deinen fotografischen Stil?
Johannes:
Die Aussage, dass Architekturaufnahmen in der Regel kalt und leblos sind kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, zumindest sehe ich täglich faszinierende Fotos aus diesem Bereich von unterschiedlichsten Fotografen. Ein Rezept für meinen Stil kann ich nicht anbieten, alle aufgezählten Punkte spielen natürlich eine Rolle, wie in jeder anderen fotografischen Sparte auch. Es gilt die richtige Kombination aus Lichtstimmung, Wettersituation, Perspektive etc. zu finden, die das Objekt am wirkungsvollsten herausstellt. Welches Bildformat wird dem Objekt am ehesten gerecht? Sind mehrere Aufnahmen nötig um sie später zusammen zustitchen? In meinem Fall spielt die Nachbearbeitung auf jeden Fall eine sehr große Rolle und ist fester Bestandteil im Zustandekommen eines Fotos. Ich bin mir bei der Aufnahme vor Ort dieser Möglichkeiten bewusst und richte mein Vorgehen dementsprechend daran aus.

BlogTimes: Wie viele andere Fotografen deckst du auch ein weiteres Fotogenre ab. Warum die Landschaftsfotografie?
Johannes:
Weil die Natur unvergleichliche Schönheit zu bieten hat. Sie liegt uns direkt vor der Nase und man kann jeder Zeit loslegen, deshalb habe ich in meiner Anfangszeit vor allem Landschaften in meiner Umgebung fotografiert.

BlogTimes: Du vereinst sehr oft natürliche und künstliche Beleuchtung in deinen Aufnahmen – Welche Tageszeit zum Fotografieren favorisierst du?
Johannes: Für Architekturaufnahmen favorisiere ich zwei Aufnahmesituationen. Tagsüber: strahlend blauer Himmel mit vereinzelten Wolken mit nicht zu tiefstehender Sonne. Abends: wie oben schon erwähnt die blaue Stunde, in der sich beleuchtete Architektur meist am besten herausstellen lässt.

BlogTimes: Ein bisschen Technik gehört genauso zur Fotografie, wie der Auslöser zur Kamera. Du fotografierst digital – Was ist mir der analogen Seite der Fotografie – Schon einmal in Versuchung geraten?
Johannes:
Ja, vor einiger Zeit habe ich mit einer analogen Kleinbildkamera und gezwungenermaßen im Studium mit einer Großformatkamera gearbeitet. Das war ein interessantes Experiment, mehr aber auch nicht. Analog zu fotografieren erfordert eine gänzlich andere Herangehensweise die mir nicht liegt und mir keine Freude bereitet. Ich habe sehr großen Respekt vor allen die analog gearbeitet haben oder dies noch tun.

BlogTimes: Man sieht natürlich, dass Bildbearbeitung in deinen Aufnahmen steckt. Allerdings wirkt sie keinesfalls übertrieben, sondern passend zum Motiv. Wieviel Zeit investierst du pro Bild und welche Programme nutzt du?
Johannes:
Das lässt sich nicht generell sagen, ich investiere so viel Zeit wie für das jeweilige Bild von Nöten ist um zu einem für mich akzeptablen Ergebnis zu kommen. Wie sich ein akzeptables Ergebnis definiert hängt natürlich davon ab wie wichtig mir das jeweilige Foto ist. Das kann im Endeffekt alles zwischen fünf Minuten und mehreren Stunden bedeuten. Ich benutze Lightroom und Photoshop.

BlogTimes: Bist du auf Facebook? – Wenn ja, spielt Social Media eine große Rolle für Dich als Fotograf oder benutzt du es nur um Deine Werke zu präsentieren? 
Johannes: Ja bin ich, ich nutze es nur um auf aktuelle Arbeiten hinzuweisen.

BlogTimes Hast Du einen Favoriten aus Deinem Portfolio und warum?
Johannes:
Einen Favoriten habe ich nicht, ich kann ein Foto nennen, das ich mir zur Zeit immer wieder gerne ansehe: http://www.flickr.com/photos/pfn/5800371090/in/photostream Das Foto entstand im Februar dieses Jahres während eines 3-tägigen Aufenthalts in Paris im Geschäftsviertel La Défense. Ich bin hauptsächlich wegen diesem Viertel nach Paris gereist, da es  für mich dort sehr viele reizvolle fotografische Punkte gibt. Dieses Bild hier zeigt viele davon: Beeindruckende Hochhäuser, verschiedene Ebenen, geschwungene Formen, Übergänge von Geschäfts- in Wohnviertel, einfach vieles was mich an großen Städten und ihrer Architektur fasziniert. Auch viel von meiner oben erläuterten Arbeitsweise lässt sich hier aufzeigen: Fast perfekter Himmel (etwas zu viel Wolken), interessantes Licht, viel leerer Raum, zusammengesticht.

BlogTimes: Abschließend möchte ich Dir noch die 4 W-Fragen stellen. Welches war Dein schönstes Erlebnis beim Fotografieren? Was, Wen oder Wo würdest Du gerne mal fotografieren?

Johannes: Das eine schönste Erlebnis gibt es nicht, aber ich habe mich oft sehr glücklich gefüllt wenn ich zum Höhepunkt der blauen Stunde am perfekten Aufnahmestandort vor einem reizvollen Objekt stand und merkte das alles passt. Oder passend zu einem grandiosen Sonnenuntergang in einer imposanten und verlassenen Landschaft stehe.

Was: Alle Gebäude der Architektin Zaha Hadid
Wen: Menschen zählen normalerweise nicht zu meinen Aufnahmeobjekten
Wo: Zur Zeit hege ich eine große Leidenschaft für New York und würde dort gerne mal einige Zeit verbringen um meine fotografische Vorstellung der Stadt festzuhalten. Davon abgesehen gibt es so unendlich viele reizvolle Ziele/Gebäude/Landschaften auf dieser Welt die ich hier nicht alle aufzählen kann.

Lieber Johannes, vielen Dank für dieses tolle Gespräch. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und Spaß an Deinen Arbeiten und freue mich auf Deine New Yorker Sichtweise.  Zu sehen sind seine Aufnahmen auf www.pfnphoto.com