Foto-Workshops, Fotografie, Unterwegs

Chicago und warum ich am liebsten wieder nach Hause geflogen wäre…

28. Januar 2014

Office Lights - Chicago,*686 USA

Krass, wie die Zeit vergeht. Vor etwas mehr als 4 Wochen war ich für eine Woche in Chicago. Kurzerhand hatte sich noch Andreas (war schon einmal dieses Jahr auf Tour mit mir im Südwesten der USA) eingeklingt. Super, hab ich mir gedacht dann hab ich jemand zum quatschen.

Eigentlich hatte ich für diesen Trip im Dezember keine Zeit und so war die Reise eigentlich eher ein Lastminute Ding. Es musste aber sein, da es mein Location Check für den kommenden Workshop war. Außerdem bin ich nur knapp 2 Flugstunden von der Windy City entfernt – da überlegt man nicht zweimal! So saß ich dann eine Woche vor Weihnachten im Flieger um eine der bekanntlich schönsten Städte der USA einen Besuch abzustatten.

Ich war schon früh im Hotel, hatte das Hardrock über lastminutetravel gebucht und satte 50 Prozent gegenüber dem reglulären Preis gespart. Andreas kam mit einer Nachtmittagsmaschine aus Deutschland und wir ließen den Abend bei einem schönen, dicken Steack im Hotelrestaurant ausklingen. Das Hotel befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Loop und dem Chicago River. Im Grunde kann man alles zu Fuss erreichen oder die öffentlichen Busse vor der Hoteltüre nutzen. Apropos öffentlicher Nahverkehr. Der Flughafen O’Hare liegt extrem weit draußen. Man benötigt durchschnittlich rund eine Stunde mit der Metro in die Stadtmitte. Dauert zwar ein bisschen, ist aber die günstigste Möglichkeit in die Stadt zu kommen, Ich hatte mir ein 7-Tagespass für 27 Dollar gekauft. Hier sollte man am besten Bargeld dabei haben, denn die deutschen Kreditkarten funktionieren nicht bei den Fahrkartenautomaten. Interessant war anschließend der Tagespass, der aus der Maschine geworfen wurde – Ne Kreditkarte, welche sogar etliche Jahre gültig ist und auch eine Zahlungsfunktion enthält (Nach Aufladung versteht sich natürlich). Echt kein Wunder, dass hier jeder verschuldet ist, wenns die Teile schon am Automaten gibt!!!

Am nächsten Tag ging es nach einem tiefen Schlaf im wirklich zugigen Hotelzimmer fürs Frühstück ins Cafe um die Ecke. Durch den supergünstigen Übernachtungstarif war Wifi leider nicht im Hotelpreis inbegriffen und so haben wir uns kurzerhand für den morgendlichen Email-Check, Cafes mit Wlan rausgesucht. Das Netz an kostenlosen Möglichkeiten ist so dicht, dass wir teilweise sogar auf der Straße einen Wlan-Spot gefunden haben. So war wenigstens auch für die Kommunikation nach Hause gesorgt.

Vorgenommen hatte ich mir eigentlich hauptsächlich mit der Dicken Analogen zu fotografieren. Tja, am Ende waren es leider nur ne Handvoll Negative, die ich bisher nicht eingescannt habe. Hinzu kommt außerdem, dass ich einen meiner Filmehalter in der Minibar vergessen habe. Bin mal gespannt, ob und wann der bei mir wieder eintrifft. Argggh, wie kann man nur so blöd sein. Die Teile sind nämlich aus Holz und Carbon. Super leicht, aber auch super teuer.

Der Beitragstitel „Warum ich am liebsten wieder nach Hause geflogen wäre“ beschreibt die ersten 5 Tage in Chicago am besten. Ich hätte kotzen können, überall wo man hinkommt wird man vor irgendwelchen selbsternannten Wachmännern mit seinem Equipment für einen Feind gehalten, weil man ja „sein“ Gebäude fotografieren möchte und das dies verboten sei. Die erste Diskussion mit so einem Spacken zauberte uns noch ein Lächeln ins Gesicht. Die darauffolgenden waren schon eher nervig, weil wir schon auf „das Verbot“ hingewiesen wurden, obwohl wir unser Equipment quasi noch in der Fototasche hatten. Wie soll ich denn hier einen Street und Architektur Workshop abhalten, wenn wir überall wieder verjagt werden? Innerlich hatte ich schon damit abgeschlossen und wäre wie schon geschrieben am liebsten wieder abgereist. Doch wie es der Zufall wollte, änderte sich die Situation am folgenden Wochenende schlagartig. Gut, dass unser Trip von Wochenmitte zu Wochenmitte ging, ansonsten wären wir ohne Ergebnisse nach Hause gekommen. Tatsächlich steht das Security Personal nur während der normalen Bürozeiten im Foyer und kümmert sich um die unliebsamen Fotogäste. Am Wochenende ist es wie ausgestorben, nahezu perfekt für die Urbane und Architektur Fotogafie.

Chicago bietet aber nicht nur durch seine Architektur genügend Fotomöglichkeiten, sondern ist auch für Streetfotografie wirklich gut geeigent. Da ich grundsätzlich den Minimalismus bevorzuge, sind mir die kalten Monate einfach lieber. Weniger Menschen…. Dezember allerdings ist schon eine arschkalte Veranstaltung. Den Kameras macht das nichts aus – selbst bei knapp minus 30 Grad haben die Teile ohne Probleme funktioniert. Die Finger sind hier das Problem. Wer hier Tipps für mich hat? Gerne! Ich hab schon alle Möglicheeiten durch. Bisher ohne Erfolg.

Ach ja, der Workshop, welcher für Ende Oktober 2014 geplant ist, wird also stattfinden. Oktober aus dem einfachen Grund, weil hier das Wetter schlechter ist um mit besseren Ergebnissen (gerade im Hinblick auf die Langzeitbelichtung) zurückzukommen. Die Details zum Workshop muss ich noch ausarbeiten, dennoch möchte ich euch schon ein paar Infos geben. Der Workshop wird von Mittwoch (Anreise) bis Montag (Abreise) gehen. Themen sind die Urbane und Architekturfotografie inkl. Langzeitbelichtung und Nachtfotografie. Der Sonntag Nachmittag wird dann im Zeichen der Bildbearbeitung stehen. Es stehen genau fünf Workshop-Plätze zur Verfügung. Ich bin gerade dabei das Formular für die Registrierung zu erstellen. Dauert aber noch ein wenig. Wer von Euch war eigentilch schon mal in Chicago??

Quarter-past-five---Chicago-682-USA-2013

Winter-Skyline----Chicago-680---USA-2013

Birds - Chicago;*686 USA

Wabash - Chicago;*685 USA

Three - Chicago;*684 USA

Trump Tower - Chicago;*683 USA

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25 Kommentare

  • Antwort Thomas Ahlheim 28. Januar 2014 um 13:49

    Trotz der fast vermießten Laune hast du wieder wunderschöne Ergebnisse mitgebracht! Wenn nicht mit der dicken….mit welcher Cam hast du denn diese Bilder gemacht?

    • Antwort BlogTimes 28. Januar 2014 um 14:29

      Diese hier wurden mit der D800 gemacht. Die Tage werde ich mich mal um die Negative kümmern.

  • Antwort Chris Ruiz 28. Januar 2014 um 14:12

    du meinst Oktober 2014, oder? 😉
    Ansonsten wie immer interessanter Bericht! Also Chicago nur an Wochenenden! Ich war dort…da hatte ich aber gerade erst angefangen zu fotografieren und liegt ein paar Jahre zurück…. Wird mal wieder Zeit 🙂

    • Antwort BlogTimes 28. Januar 2014 um 14:32

      Ja, schon geändert. Danke Dir! Architektur geht nur am Wochenende. Unter der Woche kann man es voll vergessen. Da sollte man sich lieber auf Street konzentrieren oder einfach die Stadt genießen..

  • Antwort olli 28. Januar 2014 um 14:48

    Hi,

    Also was die Handschuhe angeht habe ich einen Tipp für dich…

    Schaue dir mal die „Lino“ Handschuhe von Manfrotto an. Die sind zwar ziemlich teuer, aber deine Finger werden es dir danken. 😉

    Gr

    Olli

    • Antwort BlogTimes 28. Januar 2014 um 14:51

      Werde ich mal machen. Danke für den Tipp

  • Antwort Bernd 28. Januar 2014 um 15:35

    Bei diesen Bildern wird man ja richtig auf den Geschmack gebracht sofort den Workshop zu buchen! Mal schauen ob es zeitlich passt, dann bin ich dabei. Wollte schon immer mal nach Chicago.

    • Antwort BlogTimes 28. Januar 2014 um 16:36

      Es gibt wahrscheinlich zwei Termine für Oktober. Werde hierzu nochmal ne kleine Umfrage starten!

  • Antwort Ricarda 28. Januar 2014 um 15:56

    Super coole Bilder Ronny!!!
    Ich ärger mich, dass ich bei meinem Chicagobesuch noch nicht so fotobegeistert war wie jetzt, die Stadt ist einfach wunderschön und bietet so viel an Architektur und Wasser-Stadt-Gemisch. Ein wenig wie Hamburg 😉
    Wenn meine Flugangst nicht so doll wäre, würd ich mich sofort für den Workshop begeistern können!
    Liebe Grüße,
    Ricarda

    • Antwort BlogTimes 28. Januar 2014 um 16:52

      Ein, zwei Weinchen trinken und dann geht das schon 🙂

  • Antwort Matthias Haltenhof 28. Januar 2014 um 16:18

    Was die Wachmänner angeht habe ich eine ähnliche Erfahrung in Dubai gemacht. Immer freundlich, aber auch bestimmt. Das zweite Bild gefällt mir besonders gut!

    • Antwort BlogTimes 28. Januar 2014 um 16:55

      Oh, interessant. War zu meiner Zeit in Dubai noch nicht so!

  • Antwort Stefan 28. Januar 2014 um 19:05

    Mir wäre es zu kalt gewesen! Da wäre ich sofort zurückgeflogen.

  • Antwort Markus 28. Januar 2014 um 21:29

    Ja, Chicago… ich habe mich damals sofort in diese Stadt verliebt! Hätte ich Geld wie Heu, ich würde sofort wieder rüberfliegen <3

    Und deine herrlichen Bilder verstärken das Fernweh noch mehr :bang

  • Antwort lichtbildwerkerin 28. Januar 2014 um 23:20

    Sehr schöne Bilder, vor allem das mit den Tauben an den Bahnsteigtreppen, die ich als typisch für Chicago in Erinnerung habe. Allerdings hatte ich nur an zwei Tagen stundenweise Zeit, durch die Stadt zu schlendern, wobei es ziemlich kalt war (März). Schöne, fotogene Stadt, auch abseits der Wolkenkratzer, die dich in puncto Architektur interessieren. Ich mochte z. B. die kleinen alten Reihenhäuser, von denen jedes anders und besonders aussieht und die Kulisse für alte Gruselschinken bilden könnte.

  • Antwort Nils 29. Januar 2014 um 08:51

    Sehr stimmungsvolle Bilder, die einem einen sehr guten Eindruck über die Stadt vermittelt.
    Ich selbst war leider noch nie da, aber beim Anblick der Bilder kann ich mich sehr gut hineinversetzen.
    Danke.

  • Antwort KPK 29. Januar 2014 um 09:51

    Danke für den interessanten Bericht und die feinen Fotos.

    Da Dein Workshop nun doch im Oktober stattfinden soll, muss ich meine beabsichtigte Teilnahme zurückziehen (sh. auch FB message) 🙁

    Gruß,
    Peter

  • Antwort Bianca 31. Januar 2014 um 08:55

    Chicago hat mir gut gefallen, allerdings bei schönem Wetter. Schade, dass der Workshop Ende Oktober bei schlechtem Wetter stattfindet. Da muss ich leider meine Teilnahme absagen, denn es wäre für mich eine Qual, wenn ich den ganzen Tag frieren muss. War mal im Oktober in Kanada wegen Indian Summer…an den meisten Tagen hatte ich aber kaltes, verregnetes Herbst-Schmuddelwetter. Diese Reise hatte ich bereut…hätte am liebsten den ganzen Tag im warmen Hotelzimmer verbracht, bin von einem Cafe ins andere zum Aufwärmen…schade ums Geld. Danach habe ich mir geschworen, so etwas mache ich nie wieder. Wenn Du mal einen Workshop zu einer warmen Jahreszeit machst, bin ich gerne dabei.

    Liebe Grüße
    Bianca

    • Antwort BlogTimes 31. Januar 2014 um 09:03

      Mit schlechtem Wetter meine ich Wolken, kein Regen!!! Kalt muss es nicht unbedingt sein, aber im Hochsommer ist die Wahrscheinlichkeit eben geringer Wolken zu haben. Chicago ist übrigens eh immer windig und frisch wenns nicht gerade 38 Grad hat.

      • Antwort Bianca 31. Januar 2014 um 11:10

        Befürchte, dass es sich Ende Oktober nach Winter anfühlt und seeeehr kalt ist. Anfang/Mitte September hätte ich noch gehofft, dass die Temperaturen für mich einigermaßen erträglich sind. War mal Mitte/Ende August in Chicago, da war es sehr angenehm warm und trotzdem gab es Wolken… siehe Beweisfoto 😉

  • Antwort Bernhard 11. Februar 2014 um 08:01

    Geht mir genauso wie Bianca.

    Ich war bereits Anfang November mal in Chicago und es war einfach höllisch kalt. Kann ich wirklich nur hartgesottenen empfehlen.

    Auch verstehe ich nicht, warum an einem Sonntag das postprocessing angesetzt ist, obwohl du schreibst, dass Samstag und Sonntag die besten Tage zum fotografieren sind.

    Naja, vielleicht ist der nächste Workshop eher was für mich.

    • Antwort BlogTimes 11. Februar 2014 um 14:50

      Das Wetter hat man nicht im Griff, es kann auch im Sommer sehr kalt und windig sein. Die Chancen für guten Langzeitbelichtungen sind einfach in den Monaten September, Oktober und November besser, also im Juli oder August. Im September bin ich schon in Deutschland unterwegs, daher bleibt für Chicago nur Oktober übrig.

      Ziel des Workshops ist Qualität und nicht Quantität. Es reicht vollkommen zu, wenn drei, vier gute Architekturaufnahmen dabei sind. Dazu muss man nicht volle zwei Tage 8 Stunden fotografieren. Lieber weniger fotografieren und dafür am Sonntag mehr Energie ins Postprocessing stecken.

  • Antwort Christian 1. August 2014 um 04:31

    Hallo,

    mal eine Frage, wo welchem Ort aus wurde denn das Foto „Winter Skyline“ aufgenommen (sofern das nicht unter Geschäftsgeheimnis läuft)?

    Viele Grüße
    (momentan aus Chicago)

    • Antwort BlogTimes 1. August 2014 um 17:22

      Nöö, ich mach da kein Geheimnis draus. Vom Hancock Building…

      • Antwort Christian 1. August 2014 um 22:23

        Danke! Da war ich in der Tat noch nicht oben. Das stand noch auf meiner To-Do-Liste. 🙂

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