Fotografie, Nachgedacht

Das Bildformat – ich kann mich nicht entscheiden!

4. Mai 2012

Ich hatte kürzlich eine Mail einer Leserin im Postfach, die mich gefragt hatte welches Bildformat ich überwiegend für meine Aufnahmen nutze? Sie könnte sich nämlich nicht entscheiden, aber im Standardformat 3:2 möchte Sie die Bilder auch nicht lassen.

Auch wenn ich diese Mail bereits beantwortet habe, so nehme ich das gleich mal zum Anlaß einen kurzen Beitrag darüber zu schreiben. Ich hatte zufällig vor längerer Zeit per Umfrage nach eurem favorisierenden Bildformat gefragt. Knapp 500 Leser hatten daran teilgenommen und ich denke, dass es zumindest eine Tendenz zeigt, auch wenn es sicherlich nicht repräsentativ für alle stehen wird.

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Obgleich fast 60 Prozent der Teilnehmer das 3:2 oder 4.3 Format für ihre Aufnahmen nutzen, habe ich dies natürlich nicht so zurückgeschrieben, denn pauschalisieren lässt sich das auch meiner Meinung nach überhaupt nicht. Ich finde, hier spielen viele Faktoren eine Rolle, für welches Format man sich letzten Endes entscheidet. Für mich kommt es zum einen auf das Motiv an und ob es sich überhaupt für dieses oder jenes Format eigenet. Zum anderen steht und fällt es mit der Bildidee. Ich gehe ja auch nicht los und mache hier und da ein Bild und im nachhinein baue ich mir daraus ein Panorama. Das funktioniert nicht. Wobei ich zugeben muss, dass Panoramaaufnahmen im Grunde ja auch spezielle Fälle sind – also lasse ich das außen vor.

Anders verhällt es mit den rechteckigen Format. Hier kann ich auch nach der Aufnahme entscheiden, ob ich es beispielsweise bei 3:2 belasse oder es auf 1:1 zurecht schneide. Natürlich empfehle ich, sich auch bei Letzterem vor der eigentlichen Aufnahme ein paar Gedanken zu machen. Nichts ist blöder, als im nachhinein festzustellen, dass ich zu wenig Inhalt habe um es ins 1:1 Format zu setzen. Logisch kann ich hier und da mit Photoshop das Bild so transformieren, bis es mir passt, aber das ist eigentlich nicht mein Ziel – zumal die Bildqualität auch irgendwann darunter leidet.

Für mich ist es auch eine Form der Präsentation. Ich mag Gleichmäßigkeit im Portfolio, also versuche ich immer so zu fotografieren, dass die gewünschte Bildwirkung im 1:1 Format nicht verloren geht. Ehrlicherweise gelingt mir das nicht immer und manchmal merke ich bei der Bearbeitung, dass ein Hoch- oder Querformat vielleicht doch besser aussehen würde. Das Bild wandert dann zwar nicht in den Papierkorb, wird aber nicht ins gleiche Portfolio gepackt. Oft bearbeite ich es auch nicht in SW, sondern belasse es mittlerweile einfach in Farbe.

Auch wenn die Umfrage schon vorüber ist, wie handhabt ihr das eigentlich? Im Nachhinein und quasi nach dem Motto, was gerade besser aussieht? Oder macht ihr euch vor der Aufnahme darüber Gedanken? Ach, und spiegelt die Umfrage auch deine Formatwahl wieder?

 

 

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11 Kommentare

  • Antwort Michael Adamczyk 4. Mai 2012 um 11:09

    Da gibt es immer unterschiedliche Sichtweisen für mich.
    Wenn ich ins Portrait gehe, dann habe ich das kameragegebene Rechteck auch als Ziel. Hoch- oder Querformat außen vor.
    Wenn ich das 14mm Superweitwinkel für Landschaften nehme, dann schaue ich schon, dass ich einen Panorama-artigen Blickwinkel herausschneiden kann und eben oben und/oder unten am Bild was wegfällt.
    Und den letzten Fall nenne ich mal „experimentelles Shooten“. Das ist quasi Point-and-Click mit der DSLR und da entscheidet sich nichts im Voraus. Macht aber später mehr Kopfzerbrechen 🙂

  • Antwort Herr Ärmel 4. Mai 2012 um 11:29

    Ich habe an der Umfrage teilgenommen und finde mich dort repräsentiert.
    1. Meine Voreinstellung ist 4:3
    2. Für besondere Anforderungen / Themen wähle ich ein dazu passendes Format.

    Ich sortiere meine Aufnahmen vor und bearbeite nur minimal nach; kann sein, dass das aus den analogen Zeiten herrührt, da musste man beim Filmformat auswählen. Ich schneide ggfs. nur minmal zu.
    Alles andere stellt mich erfahrungsgemäss am Ende doch nicht zufrieden.

  • Antwort Jürgen Olbricht 4. Mai 2012 um 15:48

    Hallo
    größtenteils lasse ich das Originalformat 3:2, und nehme Quadrat oder Panorama, wo es vom Motiv her (oder vorhanden Rahmen her) Sinn macht.

  • Antwort Annette 4. Mai 2012 um 18:33

    Ich arbeite meist mit dem Orignialformat und nur wenn es das Layout des Magazins es verlangt, wird entsprechend zugeschnitten. Für meine persönlichen Bilderrahmen habe ich neben dem 3:2 noch die Passepartoutvariante „Quadrat“ und nutze die bei einem entsprechenden Motiv.

  • Antwort ruedi 4. Mai 2012 um 23:04

    ich arbeite nur mit den originalformaten miner kameras. immer ungeschnitten.
    also zumeist quadrat. aber in letzter zeit macht 6×7 auch spass. mit der neuen.

    • Antwort BlogTimes 4. Mai 2012 um 23:06

      Apropos neu….. gibts denn schon Aufnahmen!?!?

      • Antwort ruedi 4. Mai 2012 um 23:16

        haha!
        ich war ja recht lange krank, aber ich habe grad ein paar bilder aus der entwicklerdose gezogen, wo zumindest die cam drauf ist. ich dachte mir, als nummer-sicher-loesung zeige ich sie um den hals einer schoenen frau. tja, und dann sind da nicht recht undefinierbare bildstreifen, die wohl aus der kamera stammen, und die mir sagen, dass ich mit einem blitz erst umgehen lernen muss. aber ich hab das nicht vergessen!
        bin quasi ganz dicht ran. =)

  • Antwort Sven 8. Mai 2012 um 21:30

    Also wer hier mit dem Kopf durch die Wand will muss das Konzeptuell schon gut vertreten :), nur gut das es da keine Gesetze gibt. Mir fällt aber auf, dass ich das eher frei Schnauze mache, anstatt das Maßband auszupacken und ein Verhältnis zu berechnen, und je länger ich fotofiere, um so weniger beschneide. Wobei so ne 1:1 Serie mal was feines wäre. Du bringst einen auf Ideen. Soviel zutun, sowenig Zeit. Apropros Zeit, genieß Deine in Kanada, habe gar nicht gewußt, dass man heutzutage auch ohne ein TV-Team im Gepäck auswandern kann, dass auf jedem Schritt und Tritt mit der Kamera dabei ist.

    • Antwort BlogTimes 8. Mai 2012 um 23:41

      Doch geht auch ohne TV Team….

      • Antwort Sven 11. Mai 2012 um 13:31

        …aber nicht ohne Kamera 😉

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