Fotografie, Testberichte

Das Hanvon Touchpad B10 – Der Praxistest

4. Oktober 2010

Die letzten 3 Wochen habe ich nun das Touchpad B10 im Rahmen der Fotografie getestet. Ich muss sagen, ich bin geteilter Meinung.

Ziel war es, dass Tablett als 10 Zoll Kameramonitor fürs Tethered Shooting (kabelgebundene Aufnahme) zu benutzen um so die eben gemachten Aufnahmen an einem hochauflösenden Display zu überprüfen.

Als Tethered Software kam das frei erhältliche Programm Camera Control 5.2 von diyphotobits.com zum Einsatz. Auch Adobe’s Lightroom in der Version 3.x verfügt über die Funktion des Tethered Shooting.

Um die Aufnahme nicht nur nach der Schärfe und anhand des Histogramms zu beurteilen, habe ich versucht das Tablett zu Kalibieren. Hier kommt es allerdings ganz auf den Hersteller der Softwarekalibrierung an. So kann es sein, dass das Programmfenster in seiner ursprünglichen Größe angezeigt und nicht für das Touchpad verkleinert werden kann. So geschehen bei der Software  eye-one Match des eye-one Display 2.

In diesem Zusammenhang war die Kalibrierung nur mit Hindernissen zu erreichen. Natürlich lässt sich das Tablett nicht wie ein „richtiger“ Monitor kalibrieren. Eine Helligkeitsverstellung ist zwar vorhanden, aber die Konfiguration der einzelnen RGB-Kanäle ist aufgrund des fehlenden OSD-Menüs nicht durchfürbar. Dennoch ist das Ergebnis akzeptabel. Im Outdoor-Bereich wirkt sich allerdings die spiegelnde Oberfläche gerade für Bildbetrachtungen dann wieder negativ aus. Nebenbei bemerkt, ist der originäre Einsatzzweck ja auch ein andere.

Das Zusammenspiel zwischen Betriebsystem, Software und Kamera hat tadellos funktioniert. Die Kamera habe ich über ein USB-Kabel an das Tablett angeschlossen. Nach erfolgter Aufnahme (RAW-Datei und Jpegs) wird das Bild sofort via USB auf das Tablett übertragen und in einer vorher eingestellten Größe auf dem Display angezeigt und kann so um ein vielfaches besser überprüft werden.

Soweit so gut, wenn alles so gut funktioniert hat, warum bin ich dann geteilter Meinung über das Touchpad B10 von Hanvon. Ich will es Euch erklären. Im Gegensatz zu Apples iPad verfügt das Hanvon über eine schnelleren Prozessor (Intel Celeron ULV Prozessor mit 1.3 GHz), über 250 GB an Festplattenspeicher aber vorallem über USB und HDMI Anschlüsse. Ausserdem kann es dank Windows 7, Flash-Inhalte darstellen. Man könnte also meinen, hier handelt es sich um die eierlegende Wollmilchsau. Leider ist dem nicht so, dafür sorgt nämlich der hörbare Lüfter, der je nach Prozessorauslastung seinen Dienst verrichtet, aber niemals still steht.

Zudem ist Windows 7 nicht unbedingt ein Touchscreen-Betriebssystem. Das fängt damit an, dass das Touchpad aufgrund fehlender Beschleunigungssensoren die Bildinhalte nicht automatisch ins Hochformat dreht. Das muss manuell umständlich über die Systemsteuerung erledigt werden. Weiter habe ich vergeblich nach den Einstellmöglichkeiten der seitlich konfigurierbaren Tasten gesucht. Hätte ich sie gefunden, könnte man diese  zum Beispiel mit der Hochformat-Funktion belegen. Das Touchpad ist zwar Multitouch-fähig, allerdings nur dann wenn die Programme die Funktion auch unterstützen. Die Handschriftenerkennung hat gut funktioniert.

Dennoch muss ich sagen, dass die Umsetzung des Betriebssystem Windows 7 im Touchpad B10 gelungen ist. Auch die kleinen Menüpunkte lassen sich problemlos bedienen. Die Programme lassen sich Dank den schnellen Intel Prozessors und den 2GB Arbeitsspeicher sehr schnell öffnen. Ein weiterer Wermutstropfen ist die Akkulaufzeit. Diese liegt bei knapp 3 Stunden, eher aber weniger und dürfte sehr wahrscheinlich an der üppigen Ausstattung des Geräts liegen.

FAZIT:
Der Kurztest diente in erste Linie dem Zusammenspiel, ob und wie das Touchpad mit dem Tethered Shooting arbeitet. Um es kurz zu machen, es funktioniert einwandfrei (ist natürlich auch programmabhängig). Daneben habe ich das Touchpad auch im Alltag getestet, da es mit seinen knapp 800 Euro doch ein wenig vermessen wäre, das Gerät nur für die Fotografie einzusetzen. Hier bin ich dann geteilter Meinung. Die Ausstattung ist top, keine Frage! Wenn hier nicht das Gewicht von knapp 1 Kilo wäre, aber allem voran das Lüftergeräusch. Sorry Hanvon, das geht gar nicht!! Hätte man nicht einfach einen weniger starke Prozessor und anstatt der Festplatte einen Flashspeicher einsetzten können? Neben einer verlängerten Akkulaufzeit hätte man sogar noch Gewicht gespart!

Ich hoffe der Kurzbericht ist für Euch hilfreich!?

 

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3 Kommentare

  • Antwort Sebastian 4. Oktober 2010 um 23:04

    Hilfreicher Artikel über ein Produkt, dass mehr Fragen als Antworten liefert. Kurz Zusammengefasst: Schnell, schwer, nicht auf Touch-Bedienung ausgelegt, keine Beschleunigungssensoren und die Akkulaufzeit, naja nicht gerade lange.

    Preislich liegt es da mit den anderen Pads auf Augenhöhe oder darüber. Im Notebook-Segment bekommt man für das Geld doch auch schon vergleichbare Waren…

    Danke für diesen Artikel.

  • Antwort Maik 22. Oktober 2010 um 10:03

    Es gibt die Erkennung des Lagewinkels (Screen Rotation) via Software Update.)

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