Fotografie, Nachgedacht

Die Nikon D600 – Der Einsteiger unter den Vollformat Kameras? – Update!

11. Mai 2012

Seit ein paar Wochen ist die neue Nikon D600 als Nachfolger der D700 in aller Munde. Mittlerweile gibt es die ersten Zahlen… selbst wenn diese natürlich noch nicht bestätigt sind, zeigen sie dennoch die mögliche Richtung der neuen Kamera.

Im Gegensatz zur D700, die eher im Profibereich anzusiedeln ist, will die zukünftige D600 als Einsteiger Vollformat Kamera für um die 1.500 Euro (glaub ich eh noch nicht) wahr genommen werden. Das hat mich ein wenig nachdenklich gemacht, da ich ja selbst vom Crop-Format auf Vollformat umsteigen möchte. Immerhin hab ich mir aus diesem Grund Anfang März die D800 bestellt – kurzer Einwurf – die ich immer noch nicht habe,arrgghh!!

Glaubt man den möglichen Spezifikationen von 24MP, 39AF Punkte, zwei SD Kartenslots, HDR-Funktion, GPS integriert usw… dann klingt das auf den ersten Blick schon richtig gut, doch ich frage mich ernsthaft, welche Absicht Nikon mit so einer Prosumer Kamera (soll wohl ne Stufe höher sein, als ein Consumer!!!) verfolgt und welche Strategie dahinter steckt. Über 3 Jahre werkelt man an einer Kamera. Die Leute denken, es wäre der Nachfolger der D700 – ist es aber nicht. Dann kommt die D800 mit 36 Megapixel auf den Markt. Viele schreien, dass ist zuviel – wir wollen lieber etwas um die 20 Megapixel. Obwohl die D800 immer noch nicht flächendeckend lieferbar ist und so mancher auch Probleme mit seinem Modell hat, gibt es bereits die ersten, doch konkreten Hinweise auf die D600 mit 24MP zu einem für FX-Kameras vergleichweisen Schnäppchen. Zudem soll sie noch vor der Photokina vorgestellt werden, was ich persönlich aber nicht für machbar halte….

Auch wenn die D800 und D600 völlig unterschiedliche Kameras sind, so vefügen sie troztdem beide über das FX Format. Was macht die D800 dann soviel besser, abgesehen von der MP-Anzahl? Genauso kann man das Spiel auch auf den möglichen Nachfolger der D300s übertragen. Wer bitte kauft sich dann noch das DX-Format, wenn eine FX-Kamera genausoviel kostet? (Die D300s kam ja mal 1600 Euro) Ehrlich gesagt, mir fallen nur wenig Gründe ein, wie beispielsweise die Brennweitenverlängerung, nochmals eine DX-Kamera zu kaufen?

Von der technischen Seite in Bezug auf die Sensorherstellung kenne ich mich zwar nicht so gut aus, aber so unterschiedlich dürften doch die FX-Sensoren der Nikon Modellreihe nicht sein, oder täusche ich mich da? Welche Absicht wird mit einer Einstieger FX Kamera verfolgt und wird Nikon dann die Abbildungsleistung und Bildqualität beschränken? Ich meine, irgendwo muss ja der Unterschied zwischen einem mehreren tausend Euro Body liegen!!? Das sind alles Fragen, die mich interessieren würde, auch wenn ich selbst vielleicht keine D600 kaufen werde. Was meint Ihr?

Update vom 24.05.2012:
Mittlerweile gibt es ein paar weitere Hinweise zur möglichen Spezifikation der D600. So wird sie wie anfänglich behauptet nicht über eine integrierte GPS-Funktion verfügen. Auch wenn ich diese Funktion selbst nicht benutzen würde, so finde ich dennoch schade, dass es bis dato nicht zum Standard einer Kamera gehört. Jedes noch so kleine Smartphone verfügt über ein GPS (natürlich in Verbindung mit dem Mobilfunknetz). Aber es kann doch nicht so schwer sein, einen vollwertigen GPS Sender ins Kameragehäuse zu integrieren – oder ist es vielleicht eine Kostenfrage? Naja, egal – positiv dagegen ist, dass die D600 über einen eingebauten AF-Motor verfügen soll, nachdem davon zunächst nicht die Rede war.

Irgendwie scheint es sich somit doch nicht um eine Luftblase zu handeln. Die Spezifikationen (auf nikonrumors.com findet ihr noch mehr) lassen zumindest erahnen, dass die D700 wohl bald einen Nachfolger bekommt. Warum sie ausgerechnet D600 heißt – keine Ahnung!!!

Update vom 14.06.2012:
Es ist soweit… die ersten Bilder zur Nikon D600 sind aufgetaucht. Nachdem was man auf den Bildern erkennen kann, werden die wohl echt sein. Die Bilder stammen von xitek.com.

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20 Kommentare

  • Antwort Thorsten 11. Mai 2012 um 09:13

    ..ich habe zu diesem Thema auch schon meinen Senf abgegeben. Ich denke, dass man hier evtl. das Lager der „Vollformatknipser“ noch einmal aufteilen möchte. Des Weiteren würde m.E. eine Nikon D600 die Lücke in Sachen MP, Preis und Anwendungsfall zur D800 schließen….

  • Antwort Markus 11. Mai 2012 um 10:03

    Also, ich arbeite ja momentan als Einsteiger seit einem 3/4 Jahr mit einer D5100 von Nikon. Ich finde es daher gut das Nikon eine Prosumer (oder wie auch immer) FX Kamera auf den Markt bringen will. Somit haben die Semiprofi bzw. Hobbyfotografen die nicht die Mittel haben sich eine 3000 oder gar 6000€ teure Kamera zu kaufen, eine günstigeren Einstig in das Vollvormat. Ich persönlich finde die Specs der D800 echt geil und beeindruckend sind, allerdings wüsste ich nicht wie ich das Geld dafür aufbringen soll. Zummal ich noch kein geld mit meinen Arbeiten verdiene. Mit einer Kamera auf einem Niveu von einer EOS 5D MkII wäre ich denk ich sehr zufrieden.

  • Antwort Fabian 11. Mai 2012 um 10:12

    Ich vermute mal, irgendein Hersteller wird über kurz oder lang den Bereich des Einsteigervollformat besetzen, da die Nachfrage danach einfach zu groß ist. Nicht jeder will oder kann 3.000 € für einen Body ausgeben. Bei einem Verzicht auf dieses Segment, würde man als Hersteller eine Menge Umsatzpotenzial verschenken. Wer also diese Nische zuerst besetzt, kann eine Menge Geld verdienen. Außerdem wird bei einem Umstieg von DX auf FX auch so manches Objektiv gekauft-nochmals Umsatzpotenzial. Wenn die Fakten zur D600 stimmen, grenzt sie sich ohnehin deutlicher von der D800 ab, als damals die D700 zur D3. Zudem habe ich gelesen, dass die Sensoren der D800 und der D600 von unterschiedlichen Herstellern sein werden.

    Bezüglich der der D300s denke ich, dass diese eh kaum noch gekauft wird. Viele warten sicher auch auf einen Nachfolger. Und dann kann man sich ja je nach Einsatzzweck, Geld und Objektivpark für das DX oder FX-Format entscheiden. Das DX-Format bringt auch Vorteile.

  • Antwort Cedric 11. Mai 2012 um 13:57

    Das Pro-Argument für DX bei der Einführung war ja: günstigere Herstellung. Es genügt einen kleineren Bildkreis auszuleuchten und man kann die Objektive dazu günstiger bauen. Anscheinend gilt das jetzt nicht mehr, da Nikon offenbar plant, auch FX-Objektive mit vergleichsweise guter Abbildungsleistung zu einem günstigen Preis anzubieten. Und ich sehe dieses Vorgehen analog zu dem, was deutsche Automobilhersteller gerade vormachen: eine Nische in der Nische im Markt zu bedienen. Warum? Um auch dort keine möglichen Kunden an andere Hersteller zu verlieren. Anscheinend rentabel genug!
    Anderes Thema: wenn die D600 wirklich 39 AF-Messfelder bekommt, dann nehme ich eine Verwandtschaft mit dem der D7000 an. Und das bedarf dringender Überarbeitung, zickt es nämlich äußerst rum, wenn es unter Kunstlicht eingesetzt wird. Die D90 und die D800 zeig(t)en mir, dass es Nikon besser kann.

  • Antwort Gunther 11. Mai 2012 um 15:32

    Wer bitte kauft sich dann noch das DX-Format, wenn eine FX-Kamera genausoviel kostet?

    Na, da kenne ich einige. Ich habe zu dem Thema schonmal ausführlich geschrieben:

    http://gwegner.de/blog/meine-gedanken-zu-den-neuen-nikons-von-dx-auf-vollformat-fx-umsteigen/
    VLG
    Gunther

    • Antwort BlogTimes 11. Mai 2012 um 15:45

      Danke Dir für den Link….

      …aber es ist ja nicht nur der Sensor, der für die Abbildungsqualität verantwortlich ist, sondern auch die interne Bildverarbeitung und weitere Parameter. Das Argument zwischen dem DX- und dem FX-Format im Hinblick auf Größe und Pixeldichte lässt sich meiner Meinung nach nur bedingt vergleichen. Ich sehe vielmehr einen Spezialeinsatz für DX im Zusammenhang mit der Brennweitenverlängerung und der geringeren Datenmenge (z.B für Timelapse Aufnahmen). Wenn Nikon tatsächlich eine Einsteiger FX um die 1500 Euro auf den Markt wirft, ist der frühere „Preisvorteil“ gegenüber FX dahin

    • Antwort MaWoSch 16. Mai 2012 um 10:32

      Da gebe ich Gunther recht. Vollformat ist nicht die Lösung aller Fragen.
      Und schau mal auf die Objektive. Da ist bei KB schon mehr Geld nötig. Die günstigen Zooms, die viele Hobbyfotografen kaufen sind halt mal für DX gerechnet.

      • Antwort BlogTimes 16. Mai 2012 um 12:13

        Das die günstigen Objektive oft für das DX-Format produziert werden stimmt schon. Hab aber gehört, dass es in Bezug auf eine Einsteiger FX Kamera auch Einsteiger FX-Objektive geben soll… Hmm, aber warten wir es mal ab!

      • Antwort Gunther 16. Mai 2012 um 13:04

        Rein optisch ist ein DX Objektiv bei gleicher Qualität einfach deutlich günstiger zu produzieren. Ob das dem Hersteller in die Hände spielt, sei mal dahin gestellt…

  • Antwort Kaffeetasse #22: Ausstellung – Gute Aussichten, Gerüchteküche – Nikon D600 - ISO125.DE 14. Mai 2012 um 08:53

    […] Ronny von blogTimes hat sich zur D600 auch schon ein paar Gedanken gemacht […]

  • Antwort War zu erwarten: Nikon D600 | shashin toro! 14. Mai 2012 um 23:37

    […] beob­ach­ten, es ist ein span­nen­des Thema, über das sich auch Ronny von Blog­Ti­mes Gedan­ken gemacht hat. /* […]

  • Antwort Ralf 15. Mai 2012 um 15:57

    Hi

    Ich hab’s zwar schon geschrieben – auf Andreas Seite shashin toro – aber gerne hier nochmal:

    Eigent­lich hat nikonrumors.com ja noch nie völ­lig dane­ben gele­gen. Hätte ich nicht die abso­lut zuver­läs­sige D700 (seit Herbst 2008) und jetzt die D800, son­dern „nur“ D300/7000 oder ähnli­che, wäre ich jetzt unru­hig gewor­den — beim Andeu­ten einer D600. Aber mehr als D700 und D800 geht nicht. Zumal die D7000 und die für Sport hoch­will­kom­mene Brenn­wei­ten­ver­län­ge­rung schon im knapp 16 MP DX Modus der D800 „drin­steckt“. Mit dann immer­hin 6 B/s mit dem Bat­te­rie­teil gela­den mit 8 Akkus…

    OK, eine 24 MP „D400“ mit 15×23 mm APS-C/DX-Sensor dürfte auch die 8 B/s der D700/300(s) machen. Schön, aber brau­che ich gar nicht. Wie gesagt: eine sauschnelle D700 reicht und für den Rest sorgt die D800. Wobei man sich aber lang­sam ernst­haft fra­gen kann, ob es eine „D400“ über­haupt geben wird. Wenn sich die 24 MP D600 als real erweist, wird die D400 eigent­lich über­flüs­sig. Denn auch bei einer D600 ist ein ca. 10 MP DX-Modus mit 8 B/s nicht völ­lig undenk­bar. Für viele Sachen voll­kom­men aus­rei­chend…
    Ralf

    • Antwort Heinz 16. Mai 2012 um 23:09

      Hi,
      bei der ganzen Argumentation fehlt mir der Blick auf die Entwicklungen neben den DSLRs, nämlich die spiegellosen Systemkameras.

      Die nämlich graben über kurz oder lang den Spiegelreflex das Wasser ab und liegen preislich bei gut 1.000 Euro. Warum also noch eine gute DX-Kamera um das gleich Geld kaufen?

      Wenn Nikon (und Canon) also in dieser Preisregion tollen Vollformater anbietet sind sie den Spiegellosen wieder einen Schritt voraus.

      • Antwort BlogTimes 17. Mai 2012 um 00:03

        Die nämlich graben über kurz oder lang den Spiegelreflex das Wasser ab…

        Allerdings erst, wenn mehr Objektive dem Nutzer zur Verfügung stehen. Die jetzige Auswahl ist abhängig vom Hersteller eher dürftig. Zudem müssen die digitalen Sucher besser werden.

  • Antwort Wolfgang 29. Mai 2012 um 18:35

    Hallo,

    ich kann mir sogar vorstellen, dass Nikon keine Profi-DX-Kamera mehr auflegt und das Segment voll als Consumermarkt stehen lässt. Wer die DX-Brennweitenverlängerung will / braucht und bereit ist etwas mehr Geld auszugeben kauft sich eine Einsteiger-FX-Kamera und nutzt den Crop-Modus. Consumer, die weniger Geld ausgeben wollen bleiben bei der D5xxx und D3xxx.

    Und wer wirklich viel Brennweite braucht muss halt eine lange Tüte kaufen, da hilft auch DX nicht in den unteren Brennweiten, da der Faktor 1,5 da nicht so stark zuschlägt.

    Viele Grüße
    WOlfgang

    • Antwort BlogTimes 29. Mai 2012 um 23:32

      Vieleicht wird die kommende D400 in diesem Profi-DX Bereich angesiedelt. Bin gespannt, was zur Photokina passieren wird.

  • Antwort Schelter 2. Juni 2012 um 02:26

    Sorry, aber dieser Beitrag ist nicht nur fachlich an jeder Stelle falsch, sondern auch noch extrem kurzsichtig! Eine D600 raus zu bringen ist ein sehr schlauer Schachzug von Nikon, und der nächste logische Schritt in der Entwicklung der DSLRs. Hätte ihn nur eher Canon zugetraut, aber die scheinen die Entwicklung gerade zu verschlafen – Pech für Canon, gut für mich! (als Nikon-Fotograf)

    • Antwort BlogTimes 2. Juni 2012 um 03:29

      … So, fachlich an jeder Stelle falsch!? Dann klär mich auf… Zudem sind es im Grunde nur Überlegungen und Gedanken!!

  • Antwort Askan Worms 6. Juni 2012 um 20:43

    Das mit dem AF – Motor kann ich verstehen,während es bei der D800 keinen Sinn macht ein altes Objektiv aufzustecken, weil diese bei Auflösung und dem erreichbaren Kontrast rechnerisch nicht hinterherkommen würden, ist die Grenze bei der der D600 wenn es denn 24 MP werden sollten bei machen Objektiven so gerade an der Grenze. Das kommt auch darauf an wie weit der AA Filter ausgeprägt ist und wie weit die kamerainterne Software in aufgenommenen Bild eingreift. Zumindest ist es möglich eine Kamera mit 24 MP zu bauen an dem diese Objektive noch verwendbar sind wenn man scharfe kontrastreiche Aufnahmen erwartet.

  • Antwort Neues vom Einsteiger-Vollformat: Nikon D600 › blendstufe.de 13. September 2012 um 09:06

    […] den Sternen. Bis es soweit ist, empfehle ich aber allen Lesern erneut den Umfangreichen Artikel von Ronny bei blogtimes.info 13.09.2012 1331Keine […]

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