Fotografie, Nachgedacht

Die Provision – Komme mir leicht ver****** vor!

22. November 2011

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass Fotografen oder vielmehr dessen Fotografien heute irgendwie weniger wert sind? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich vor ein paar Tagen eine Mail eines Unternehmens erhielt, dass sich für die Vermarktung meiner Aufnahmen interessierte.

Natürlich freut man sich als Fotograf, wenn die ersten Zeilen damit beginnen, dass man über eine Recherche nach „Fotokünstlern“ auf die eigene Webseite gekommen ist und sich für die dort gezeigten Motive sehr interessiert und sich eine Zusammenarbeit vorstellen könnte, aber…. Soweit so gut!

Nachdem sich das Unternehmen ausführlich vorgestellt hat, geht’s ans Eingemachte. So plant man die Vermarktung exklusiver Fotografien diverser Künstler und übernimmt vom Druck über den Versand bis hin zum Marketing alles. Der Fotograf muss sich um nichts kümmern, außer eben die Bilder zu liefern. Man möchte den zukünftigen Kunden entsprechende Kunst für alle Wohnbereiche anbieten. Soweit so gut!

Nein, nicht gut! Hab ich da gerade etwas von exklusiv gelesen. Hmm, also exklusiv bedeutet ja, dass man das Recht zum Verkauf der Aufnahmen über einen einzigen Verkaufspartner abwickelt. Da ich aus der Mail nicht genau herauslesen konnte, was das Unternehmen mit „exklusiv“ genau meinte, habe ich eine Mail zurückgeschrieben.

Bevor ich euch die Antwort präsentiere, geht’s erst einmal weiter im Text. …..Sie erhalten eine attraktive Umsatzbeteiligung ab dem ersten Verkauf. Ach, dass ist ja schön – eine attraktive Umsatzbeteiligung ab dem ersten Verkauf. Da freue ich mich aber, dass ich nicht ab dem 10. Verkauf erst die entsprechende Kohle sehe. Da die Höhe dieser besagten Umsatzbeteiligung nicht genannt wurde, veranlasste mich dies meine erste Rückfrage dahingehend neu zu formulieren.

Die Antwort auf meine Fragen folgte prompt. „Vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung…bla bla bla bla bla…. wir sind letzten Endes nur an solchen Bildern interessiert, die wir auch wirklich exklusiv anbieten könnten, also solche Bilder die sonst nirgends zum Verkauf angeboten werden. Auf ihrer eigenen Webseite könnten Sie sie auch weiterhin zeigen…..bla bla bla…. aufgrund unseres besonderen Geschäftsmodells können wir generell nicht mit wettbewerbsüblichen Provisionen mithalten…. bla bla bla…“ WTF!!!

Ok, gut – mit der Vermarktung einzelner exklusiven Aufnahmen könnte ich noch leben, aber zu lesen, dass man aufgrund eines besonderen Geschäftsmodells nicht mit wettbewerbsüblichen Provisionen mithalten kann und dann immer noch nicht die Höhe nennt, finde ich schon dreist. Wer ein bisschen informiert ist, der weiß, dass die durchschnittliche Provision bei Online-Galerien (und dieses Projekt wäre so ähnlich) nur bei rund 15 Prozent liegt und das ist meiner Meinung nach eh schon grenzwertig.

Obwohl ich bereits jetzt schon weiß, dass ich dort sicherlich meine Aufnahmen nicht vermarkten werden, habe ich dennoch eine Mail zurückgeschrieben um endlich die Höhe der Provision zu erfahren. Bis jetzt leider noch ohne Antwort.

Ehrlich gesagt finde ich diese Entwicklung traurig. Sind Fotografen, oder vielmehr dessen Fotografien in der heutigen Zeit tatsächlich weniger wert, nur weil vielleicht die Digitalkamera den Markt revolutioniert hat und es eine große Anzahl an sehr guten Fotografen gibt? Mir ist schon klar, dass die Vermarktung komplett übernommen wird und dies Geld kostet, doch es ist letzten Endes der Künstler, der die Aufnahmen erstellt. Müsste man hier nicht dem Künstler einen höheren Stellenwert einäumen und ja, ich bin mir sicher, dass es durchaus möglich ist. Man dürfte nur eben die Fotografien nicht zum Spotpreis anbieten. Erstens würden die Fotografen angemessen bezahlt, das Unternehmen macht auch noch Gewinn und der Kunde freut sich über eine exklusive Aufnahme, die nicht noch 10.000 Mal irgendwo anders hängt, oder nicht?

Update:
Gegen meinen Erwartungen habe ich heute nun doch die Antwort auf meine Frage nach der Höhe der Provision/Umsatzbeteiligung erhalten. So liegt diese zwischen 7-8 Prozent für exklusive Nutungsrechte!!! Echt, ich könnte kotzen – das darf doch nicht war sein Von mir jedenfalls werden sie keine Bilder bekommen… Danke fürs Gespräch

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27 Kommentare

  • Antwort Thorsten Lajdych 22. November 2011 um 10:46

    Du sprichst mir aus der Seele.
    Ich weis auch nicht ob wir im Moment die Kühe sind und nur gemolken werden und unsere Milch freiwillig abgeben „dürfen“.

    Ich denke auch das du nie eine Antwort mit der Provision bekommen wirst. Und gerade die Online Galerien. Wenn ich es mit den 15% schon lese, lass ich meine Bilder lieber bei mir und verkaufe Sie nicht, weil wie gesagt für 15% ist es echt bitter (frage mich wer immer die ganze Arbeit leistet?!? Wir die Fotografen oder die, die die Standard 0815-Galerie anbieten?!?!) :cry

  • Antwort Frank 22. November 2011 um 14:35

    Wohl wahr, ich bin froh das ich nur so nebenher was bei Fotolia laufen lasse.
    Vor ca. 10 Jahren, konnte ich bei imagepoint teilweise noch bis zu 120,- € für ein Motiv rausholen, aber selbst die tendieren nun nach den neuesten Meldungen in Richtung Microstock …. 🙁

  • Antwort Christian 22. November 2011 um 18:51

    hmm … ist immer so ’ne Sache mit der Preisbildung.

    Ist ja irgendwie nur eine Schnittmenge aus der Summe, die ein Verkäufer für ein Produkt haben will und ein Käufer bereit ist für ein Produkt zu zahlen. Soll heißen, für einen Preis braucht’s zwei Parteien. 7-8 % ist natürlich ein Witz – aber wie würde denn der Vermarkter reagieren, wenn du 60 % verlangst?

    • Antwort BlogTimes 22. November 2011 um 18:58

      Das mit den 60% hab ich nicht versucht, hätte aber auch bei diesem Anbieter keinen wohl keinen Sinn. Letzten Endes mir der gesamte Email-Verkehr (auch wenn es freundlich geschrieben war) sehr suspekt. Welcher seriöse Anbieter rückt den erst nach mehrmaligen Nachfragen mit der Höhe der Provision raus??

  • Antwort Dr. Thomas Brotzler 22. November 2011 um 19:07

    Hier stimme ich Frank zu, es ist ist „eine wahre Microstockisierung“. Was Du beschreibst, könnte man auch als „billigen total buy out“ bezeichnen. Es muß ja niemand mitmachen, aber in Zeiten der inflationären Digitalfotografie werden sich immer neue und mehr Personen finden, die sich mit der Aussicht auf marginalen Umsatz ködern lassen.

    Wie Du vielleicht weiß, vermarkte ich meine Arbeiten mittlerweile ausschließlich über Ausstellungen, Galeriebestände und Selbstvertrieb (selbst meine Verkaufsoptionen im seen-by-Bestand habe ich gelöscht) – und das läuft erstaunlich gut. Ich möchte hier mal eine Lanze brechen und Mut machen, sich „auf den Kunstmarkt zu werfen“. Wer eine Eigenständigkeit in Stil und Handschrift (bei mir eben die Schwarzweißfotografie mit Retrotouch und die bisweilen doch etwas sperrigen Themen) aufweist, hat nach meiner Erfahrung im heutzutage sehr malereilastigen Kunst- und Wettbewerbsbetrieb im Sinne eines Alleinstellungsmerkmals eine gute Behauptungschance …

    • Antwort BlogTimes 22. November 2011 um 19:22

      Genau das habe ich mit meinem Seenby-Account auch gemacht. Dort habe ich den Bestand bis auf zwei Aufnahmen reduziert.

      • Antwort Dr. Thomas Brotzler 22. November 2011 um 22:30

        Das habe ich gesehen, und halte es für eine gute und konsequente Entscheidung. Ich habe nichts gegen Seen.by als Repräsentanz, aber die dortigen Preise sind gegenüber dem am Markt erzielbaren nur lächerlich. Die Masse macht’s, mag man argumentieren, aber was mache ich dann mit meinen limitierten Auflagen?

  • Antwort Blendwerk Freiburg 22. November 2011 um 19:08

    Ich bin kürzlich bei Westend61 eingestiegen. Dort liegt die Provision bei 40%, was sich schon deutlich anders anhört als 7-8%.
    Allerdings habe ich noch keine Erfahrungen, wie sich die Bilder dort vermarkten lassen.
    LG, Blendwerk

    • Antwort BlogTimes 22. November 2011 um 19:17

      Ist aber mehr im Bereich der Stockfotografie anzusiedeln, oder?

    • Antwort wecand 22. November 2011 um 19:30

      Westend61 arbeitet im Netzwerk mit anderen Bildagenturen (Macrostock). Der größte „Partner“ ist dabei GettyImages. Die 40% klingen zunächst verlockend, beachtet man aber, dass diese Agentur die Werke ebenfalls auf Provision vermarktet bleiben schlussendlich für den Fotografen unter Umständen weniger übrig, als wenn er direkt bei GettyImages einstellt. Vorteil von Westend61 ist, dass sie eine relativ breite Streuung von Agenturen haben, wodurch die Chance des Verkaufs erhöht.
      Wie schon mal hier im Blog angeschnitten, finde ich für mich persönlich GettyImages noch am profitabelsten, da größte Agentur und mit 20% noch relativ gut.
      (hatte vor paar Tagen ein Telefongespräch mit einem der Herren, und bin noch am überlegen dort miteinzusteigen)
      Grüße
      Andi

      • Antwort BlogTimes 22. November 2011 um 19:35

        Ok, für Stockfotografie sicherlich ein gutes Angebot, denn hier macht es ja die Masse an Verkäufen.

      • Antwort wecand 22. November 2011 um 19:44

        Soviel Masse muss es gar nicht sein (natürlich abhängig davon wieviel Tacken man im Monat gerne hätte)
        Der Preis hängt ja stark von der Größe und Verwendung ab, aber wenn ich so meine monatliche Abrechnung anschau ist mindestens jeder dritte Verkauf 500$ und mehr wert. Davon 20% ergibt ein nettes Taschengeld.
        Wie schon mal erwähnt kann Fotolia & Co. da bei weitem nicht mithalten. Soll jetzt keine Werbung für Getty sein, aber ich habe definitiv dort das meiste Geld gemacht (und probiert habe ich schon einiges)

  • Antwort Frank Neu 22. November 2011 um 19:09

    Die Tatsache heutzutage liegt auch daran, dass jeder der ne Knipse in der Hand hät, meint er wäre auch ein begabter Fotograf. Und auch die ganzen Fotoseiten überfluten den Markt mit Fotos, wobei wiederum die Agenturen oftmals weder die Qualität des Fotos beachten, noch das Tallent.

    An die Fotografen kommen sie ( was meine Erfahrungen angeht ) durch die ganzen Sozialen Netzwerke. Da haben wir uns ja alle schön geaddet, unsere HP angegeben usw … und dann kann man sich in aller Ruhe hinsetzen und mit der Copy and Past Funktion zig Mails raushauen.

    Natürlich fühlt sich betroffener Fotograf geschmeichelt und hofft verständlicherweise auch auf Profit usw.

    Aber letztendlich ist das alles ein uralter Marketing Trick:)

  • Antwort lichtbildwerkerin 23. November 2011 um 00:28

    Ich denke, du fährst ganz gut, wenn du dir klar machst, das die nicht dich fördern wollen, sondern ihren Profit. Wenn du im Bereich „Kunst“ Fuß fassen möchtest, sind die sicher nicht die richtigen Ansprechpartner. In HH könnte ich mir für dich die Portfolio-Sichtung des Freundeskreises des Hauses für Photografie vorstellen, die – glaube ich – 2x jährlich stattfindet.

    • Antwort BlogTimes 23. November 2011 um 00:52

      Danke Dir…. Habe ja auch Abstand davon genommen. Ich selbst hätte mich bei diesem Unternehmen sowieso nicht gemeldet. 🙂

  • Antwort Anton Maltan 23. November 2011 um 08:03

    ich muss festellen, dass an der ganzen Entwicklung viele nicht-hauptberuflichen Fotografen und die ganzen Knipser nicht ganz unschuldig sind.

    Meint doch jeder:
    super – Online-Marketing; und verkauf von Bilder das bringt Kohle, und freuen sich über jeden Euro für ein Foto.
    Frägt einer der Bekannten und Freunde für ein Fotoshooting, macht man doch gerne für einen 50er ?

    Wer ist denn bereit für seine „Fotokunst“ einzustehen, und zu sagen ne, das Foto kostet z.B. 70,– Euro ? Und ich muss sagen lieber eins um den Preis verkauft als 70 für 1 Euro.

    Drum sollte jeder zu seinen Werken stehen, und zu seinen Preisen. Lieber nehme ich die Fotos für einen Kalender als Geschenk für meine Mandanten, weil die freuen sich drauf und schätzen ihn.

    Das ist mir halt dazu so spontan eingefallen.

    Viele Grüße Anton

  • Antwort Dr. Thomas Brotzler 23. November 2011 um 09:16

    Ich möchte nicht vom Thema der Onlinevermarktung ablenken, angesichts der hier angeführten, geradezu astronomisch anmutenden Provisionen von (wenn ich es richtig verstanden habe) teilweise über 90% für die Onlinegalerie doch einen Vergleich zum konventionellen Kunstmarkt ziehen, um so etwas Verhältnismäßigkeit herzustellen …

    Da gibt es die 0%-Veranstalter wie öffentliche Einrichtungen, Banken o. ä., wo also einerseits der komplette Umsatz beim Künstler bleibt, andererseits aber nur wenig Aufwand bei Bekanntmachung, Ausrichtung der Vernissage oder Vertrieb zu erwarten ist. Davon heben sich die meisten respektablen Galerien ab, sie bieten mit die üblicherweise einbehaltenen 30% Provision eine Menge Know-how und Leistung hinsichtlich des oben Genannten. Und natürlich gibt es noch die 50%-Galerien, wo es schon wehzutun anfängt, bei denen der Künstler aber frei ist, anhand deren Namen und Reputation zu entscheiden, sich solchermaßen vertreten zu lassen.

    Bei den sich so darstellenden Provisionsgebräuchen im Kunstmarkt scheinen die Onlinevermarkter offensichtlich noch gar nicht hinter dem Ofen vorzukommen. Was also (um auf den Punkt zu kommen) tun die Onlinevermarkter außer hübscher Homepagepflege und Wichtigkeitshuberei denn für die astronomischen 90%?

  • Antwort PhotoQueen 23. November 2011 um 09:49

    Blutsauger!

  • Antwort Nils 23. November 2011 um 10:20

    Hi,

    das schlimme ist ja egal wie wenig man verdient, es gibt immer Leute die ihre Werke dafür anbieten.

  • Antwort wecand 23. November 2011 um 10:59

    Ich denke man muss grundsätzlich zwei Aspekte im Vermarkten eigener Bilder beachten. Welche Ansprüche stelle ich mir als Fotograf selbst, und welchen Stil der Fotografie verfolge ich. Während die Micro/Macrostocks eine bestimmte Art der Fotografie verlangen (verständlicherweise solche, die sich an den Querschnitt der Nachfrage orientiert), kann man über Ausstellungen und Galerien auch Bilder vermarkten, die sagen wir mal etwas vom „Mainstream“ abweichen und somit bei Onlinevermarktern kaum Beachtung gewinnen (bestes Beispiel die SW-Fotografie).
    Was den Unterschied zwischen Off- und Onlinewelt bezüglich der Provision angeht, so kann man das Argument vorbringen, dass gegenüber der Ausstellung die Onlinevermakrung deutlich höhere Reichweite bei geringstem Aufwand hat. Ich spreche dabei von einem Hobbyfotografen, die Wege eines Profis sind sicherlich andere und die Vertriebswege (je nach Fotografie) sind viel direkter an Kunden orientiert.
    Was ich damit sagen möchte ist, dass sowohl in der Onlevermarktung als auch in der Offline-Welt man genau Preis-Leistung vergleichen sollte und eigene Ansprüche genau zu überdenken. Die immer weiter steigende Anzahl der Fotografen betrifft aber in meinen Augen beide Welten und senkt den Umsatz, wobei ich fest davon überzeugt bin, das am Ende des Tages sich die Qualität doch durchsetzt.
    Bla bla blub, eine Never-Ending-Story

    • Antwort Dr. Thomas Brotzler 23. November 2011 um 12:06

      Volle Zustimmung zum Stellenwert der Schwarzweißfotografie und auch des aus drei Richtungen (kommerziell, künstlerisch, hobbymäßig) um die Ohren blasenden „Sturms im Verwertungsmarkt“.

      Es ist sicher die kommunikative Niederschwelligkeit des Internets und die inflationären Ausmaße der Digitalfotografie, welche die heutigen Situation maßgeblich prägen. Andererseits bietet dies auch Chancen – die Fotografie hat heute einen hohen Stellenwert und die Qualität wird sich durchsetzen. Bildlich gesprochen wird sich das Bläsenensemble eines Symphonieorchesters nicht deswegen kollektiv die Kugel geben müssen, weil sich im Blockflötenkurs der Volkhochschule schon wieder mehr Teilnehmer angemeldet haben …

      🙂

  • Antwort Schelter 26. November 2011 um 13:07

    Hört sich für mich an wie der billigste Ramschladen. Und „Exklusiv“ heisst in dem Fall, dass du denen nicht ins Handwerk pfuschen kannst, wenn du die Bilder erstmal eingestellt hast. Die werden höchstwahrscheinlich versuchen die anderen Agenturen am Preis zu unterbieten, was anderes wird’s nicht sein!
    Mit solchen Billigheimern würde ich auch nicht zusammenarbeiten.

  • Antwort Marc vm 26. November 2011 um 14:26

    Der von dir beschriebene Anbieter fällt da schon ganz mächtig aus dem Rahmen, das ist wirklich Abzocke. Aber man muss hier deutlich zwischen Stockfotografie, Microstock und Fotokunst unterscheiden.

    Bei den beiden ersten sind 20% oder ein bisschen weniger in Ordnung. Sie verlangen auch ganz andere Motive. Ich persönlich habe mit iStock zum Beispiel ganz gute Erfahrung. Dort ist keine „Fotokunst“ von mir vertreten sonder Fotos von denen ich denke/dachte das sie sich ganz gute dort vertreiben lassen. Das sind Fotos die zwie Optionen hatten. Mircostock oder auf der Festplatte verstauben. Und ja, ich haben mit einigen von diesen Fotos ganz nette Zusatzeinnahmen generieren können.

    Getty läuft bei mir gerade an, dazu habe ich noch keine Erfahrungen.

    Wenn man Fotokunst verkaufen will, zu einem Preis der einem persönlich nicht weh tut, wird man wohl oder übel nicht um Selbstvermarktung und Galerien herumkommen. Stockplattformen sind dafür jedenfalls, allein schon wegen der Lizenzmodelle, nicht gemacht.

  • Antwort Askan Worms 27. November 2011 um 03:32

    Im Endeffekt geht es doch um zwei Dinge, der Verkäufer möchte Bilder verkaufen ohne viel dafür zu tun. Ein Käufer möchte Hintergrundinformationen zu Bild und Künstler. Nicht umsonst veranstaltet man für solche Zwecke Ausstellungen, einerseits um zu begreifen was man inhaltlich kauft, zweitens um ein persönlichen Kontakt zu erhalten.

    Wenn man nun als Künstler eine Lizenz vergibt Bilder zu drucken erhält ein Bild automatisch das Ansehen eines Massenprodukt ohne Hintergrundinformationen. Wieso beschweren sich also genau die Leute über ein niedrigen Preis, die damit das sie ihre Bilder in genau die Quellen geben die es zu einem Massenprodukt werden lassen.

    • Antwort Dr. Thomas Brotzler 27. November 2011 um 11:29

      Ich kann das, was Askan sagt, aus eigener Ausstellungserfahrung bestätigen – es geht vordergründig um das Bild, hintergründig (und vielleicht auch im Sinne des Kaufimpulses entscheidend) aber immer auch um den Künstler als Person, seine allgemeine Haltung und die speziellen Überlegungen zum gezeigten Werk. Bei institutionellen Sammler mag dies keine offensichtliche Rolle spielen; der Privatsammler hingegen möchte sich nach meinem Eindruck mit den Bild auch „eine Rippe des Künstlers“ mit nach Hause nehmen …

  • Antwort Lichtspot 24. Juni 2013 um 22:42

    Mich würden jetzt mal die aktuellen Erfahrungen bezüglich Westend61 und GettyImages interessieren. Lohnt sich das oder ist eine Selbstvermarktung der bessere Weg, oder eine Kombination aus beiden? Wenn ich das richtig verstanden haben, darf man bei Westend61 und Getty nur Bilder einreichen, die bei keiner anderen Agentur vorhanden sind.

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