Dies und Das, Fotografie

Ein günstiger Monitor ist auf lange Sicht nicht zwangsläufig preiswerter…

5. November 2014

EIZO CX270Jeder von euch überlegt hin und wieder seinen Monitor gegen ein neues Modell einzutauschen, vor allem auch weil mit zunehmenden Alter die Leuchtkraft und Farbdarstellung schlechter werden. Gerade für uns Fotografen, die von einem farbechten und kalibrierten Monitor abhängig sind, bedeutet das den Neukauf eines Gerätes.

Ich mache natürlich keinen Hehl daraus, das ich vor gut 1 1/2 Jahren den CX270 von EIZO erhalten habe ,der nach wie vor auf meinem Schreibtisch steht und hervorragende Arbeit leistet. Neben der automatischen Überprüfung der Kalibrierung schätze ich vor allem die Sichtschutzblenden, die meine Bildbearbeitung einfach komfortabler gestalten. Schade, dass aktuell nur Eizo und Nec diese optionalen Hilfen anbieten.

Ich wollte kürzlich eigentlich einen ganzen Artikel über den EIZO schreiben, habe ihn aber wieder verworfen, weil er nur ein paar Sätze enthalten hätte – was auch meiner sehr subjektiven Beurteilung vorausgeht. Auch wenn ich bei einem dunklen/schwarzem Monitorbild Helligkeitsflecken in den Ecken ausmachen könnte, würden sie mich nicht stören, Ich bearbeite meine Aufnahmen ja nicht am äußersten Bildrand.

Ganz neu und aktuell sind jetzt die 21:9 Ultrawide und Curved Modelle, die auf den ersten Blick sicherlich sehr geil sind. Eizo hat sie (noch) nicht im Programm. Warum, dass wird wohl nur Eizo wissen. Ich gehe mal davon aus, dass es hier und da Probleme mit der Ausleuchtung gibt. Immerhin muss eine homogene Ausleuchtung auf einer sehr großen Fläche erzeugt werden. Lohnt sich der Kauf trotzdem?

Nun, was die Qualität der neuen Monitore angeht, darüber kann ich nur spekulieren. Ich habe kein solches Gerät hier und das soll hier auch nicht verwurstet werden. Ich betrachte sie mehr von der wirtschaftlichen Seite, wie eigentlich alles was ich kaufe (naja fast – manchmal ist der Haben-Will-Faktor größer). Bevor ich mir neues Equipment anschaffe, vergleiche ich natürlich nicht nur die Spezifikationen und lese sowohl Testberichte als auch persönliche Reviews, sondern ich vergleiche die Leistung des Herstellers. Was bietet mir dieser, wenn ich das teuere Konkurrenzprodukt kaufen würde?

Ich nehme mal das Beispiel vom neuen LG 34UM95* und mein zwei Jahre alten CX270, den es mittlerweile als CX271* mit LED Backlight und etwas höherer Farbraumdarstellung gibt. Auf den ersten Blick ist der LG ein geiles Gerät. Das Wide Format 21:9 macht schon was her. Auch sRGB deckte er nahezu vollständig ab und verfügt wie auch die Eizo über eine Hardwarekalibrierung. Ebenso mit an Board sind bis zu 10 Bit Farbdarstellung. Das wie üblich natürlich nur mit entsprechender Grafikkarte über Displayport. Preis knapp 750 Euro. Eizo ist mit 1.400 Euro fast doppelt so teuer.

Bei beiden Modellen muss man allerdings noch die Kosten für eine externes Kalibrierungsgerät (wie bespielsweise das X-Rit i1 Display) einrechnen. Den Vorteil des Eizo sehe ich neben seine Selbst-Verifizerung des Kalibierungstargets vor allem in den 5 Jahren Garantie, die der Hersteller auf alle seine Geräte gibt. Über diesen Zeitraum kostet der Eizo nämlich nur 0,77€ pro Tag und der günstigere LG 1,03€ pro Tag, da letzterer nur 24 Monate Garantie beinhaltet. Im Endeffekt ist das knapp mehr als die Hälfte doppelt so teure Modell das günstigere. Auf lange Sicht gesehen, lohnt sich also der Eizo aufgrund seiner Qualitätseigenschaften. Der Hersteller würde ja sonst nicht 5 Jahre Garantie geben. Dennoch muss man natürlich erst mal einen fetten Aufpreis bezahlen, welchen so manchen abschrecken könnten.

Dennoch wollte ich damit zeigen, dass gerade bei Equipment, welches länger als zwei Jahre im Einsatz ist oder sein wird auch der wirtschaftliche Faktor eine Rolle spielt und dieser mit in die Berechnung einfließen sollte. Auch muss ich nicht erwähnen, dass ein Eizo auf dem Gebrauchtmarkt einen weitaus höheren Preis erzielen wird, als ein vergleichbares Gerät von LG.

Der ganze Artikel wiederum bringt mir zu der Frage, welchen Monitor ihr aktuell einsetzt? Gerne auch dazu schreiben ob mit oder ohne Kolorimeter usw.?

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14 Kommentare

  • Antwort kennii 5. November 2014 um 19:49

    Auch wenn ich deiner Kern-Aussage zustimme, ist die Begründung mMn. teilweise doch etwas weit hergeholt – nur weil LG keine 5 Jahre Garantie auf das Gerät gibt, heißt das ja noch lange nicht, dass der Monitor exakt nach 24 Monaten unbrauchbar wird, was deine Darstellung ja irgendwie impliziert.

    Das mag vllt. in Einzelfällen so sein, auf die breite Masse der Geräte dürfte das aber eher nicht zutreffen. 😉

    Ansonsten bin ich zur Zeit auch auf der Suche nach „dem“ neuen Monitor … wenn es da nur nicht so viel Auswahl gäbe O:)

    • Antwort BlogTimes 5. November 2014 um 21:29

      Eigentlich impliziere ich gar nichts, denn der Hersteller dient mir nur als Vergleich. Ich möchte damit zeigen, dass man beim Kauf nicht immer nur auf die Spezifikationen schaut.

      • Antwort kennii 6. November 2014 um 10:18

        Es ging mir auch nicht um den Hersteller, sondern darum, dass deine Begründung (für mich) nicht wirklich schlüssig ist.

        > Über diesen Zeitraum kostet der Eizo nämlich nur
        > 0,77€ pro Tag und der günstigere LG 1,03€ pro Tag,
        > da letzterer nur 24 Monate Garantie beinhaltet.
        > Im Endeffekt ist das knapp mehr als die Hälfte
        > doppelt so teure Modell das günstigere.

        Also für mich sieht das so aus, als hättest du
        750 € / (365 * 2) = 1,03 € / Tag
        und
        1.400 € / (365 * 5) = 0,77 € / Tag
        gerechnet, was mMn. impliziert, dass die Lebens- bzw. Einsatz-Dauer direkt an die Garantie-Zeit geknüpft ist – beide Monitore also nur innerhalb dieser Zeit brauchbar und danach definitiv auszuwechseln sind.
        Rein Interesse halber: Handhabst du das so?

        Defekte sind zwar ärgerlich und prinzipiell immer möglich, die Regel dürften sie innerhalb von 5 Jahren jedoch (hoffentlich) nicht darstellen.
        Geht man also davon aus, dass beide Monitore über 5 Jahre hinweg eingesetzt werden, so würde die Rechnung doch schon wieder ganz anders aussehen (was einer richtigen Wirtschaftlichkeits-Rechnung schon näher käme).

        Wir können uns unsere hochpreisigeren Anschaffungen so natürlich gut schön-rechnen, wie realitätsnah das später aber ist, steht auf einem anderen Blatt 😉

        PS: (nur um es nochmal klar zu stellen) das ist nicht böse gemeint – mir scheint die Begründung/Wirtschaftlichkeitsrechnung nur nicht sehr schlüssig zu sein.

        • Antwort BlogTimes 7. November 2014 um 00:47

          So hab ich das auch nicht aufgefasst. Es soll zum Nachdenken anregen und keine „richtige“ Wirtschaftlichkeitsberechnung sein…

    • Antwort Michael 6. November 2014 um 04:38

      Du solltest dich besser informieren!
      EIZO macht zwar mit 5 Jahren Garantie Werbung, in den AGBs kannst du aber nachlesen das hintergrundbeleuchtung und Display nur 3 Jahre haben.
      Und als ehemaliger EIZO Fachhändler kann ich dir sagen das viele garantieanfragen abgeschmettert werden mit der Aussage, das ist normaler alterungszustand und hat nichts mit Garantie zu tun……
      NEC ist hier anders aufgestellt und gibt volle 5 Jahre bei den Reference Modellen inkl. Display und Hintergrundbeleuchtung.
      M.

      • Antwort BlogTimes 6. November 2014 um 04:59

        Mir gehts hier gar nicht um Eizo, NEC oder LG oder, oder…. sondern einfach nur um die Einbeziehung der Herstellerleistungen in die eigene Preisberechnung.

        Ok, alle FlexScan Modelle die ab dem 01.06.2012 gekauft wurden, haben 5 Jahre Garantie auch auf das LCD Panel. Alle CX Modelle, also auch der CX270 oder respektive der CX271 haben ebenfalls 5 Jahre Garantie auf Main Body, LCD Panel und auch auf die Hintergrundbeleuchtung/Farbdarstellung unter normalen Bedingungen (Also max 120 cd/m2 bei 5000 bis 6500 Kelvin). Nachzulesen in den Garantiebedingungen des Herstellers.

  • Antwort hannes 6. November 2014 um 15:49

    Interessanter Artikel.
    5 Jahre Garantie und Wiederverkaufswert sind meiner Meinung nach im Moment nicht so wichtig. Gut vielleicht schon.

    Augenblicklich bieten die Hersteller immer neuere Monitor mit
    einer noch höheren Auflösung.
    Wir haben Kameras deren Bilder weit über der Full HD Auflösung liegt. Je höher die Auflösung eines Monitors desto weniger muss ich ins Bild zoomen um mir jeden Pixel anzusehen.
    (Klar, der Monitor muss auch größer werden.)

    Ich liebäugle mit 4K Monitoren,…
    und würde mir keinen alten Monitor kaufen, egal von wem.

    Und wer weiß was in 5 Jahren ist.

    36 MPixel Monitor? 😀

    • Antwort BlogTimes 7. November 2014 um 00:48

      Es mag zwar sein, dass Monitore mit 4K Auflösung sicherlich den „Normalos“ überlegen sind… aber für die Bildbearbeitung müsste man dennoch reinzoomen – allein schon um mit dem Pinselwerkzeug vernüftig arbeiten zu können.

  • Antwort Michael 6. November 2014 um 17:38

    Bin mir nicht sicher, ob es bei der Innovationsgeschwindigkeit auch im Monitorbereich Sinn macht, mit einer 5 Jahres Nutzungsdauer zu planen…

    • Antwort BlogTimes 7. November 2014 um 00:49

      Also meinen letzten Monitor hatte ich 4 Jahre….

  • Antwort HL-Photo.com 6. November 2014 um 18:35

    Also ich persönlich muss sagen, dass es in unserer Familie 2 teure LG TVs gibt und beide eigentlich nicht meinen Qualitätsvorstellungen von Bildqualität auf dem TV-Sektor wiedergeben. Ist zwar schon etwas weit hergeholt, aber wenn LG so PC-Monitore macht wie TVs nein Danke!
    Da sind mir die Eizos schon wesentlich sympathischer, auch weil ich einen Mittelklasse-Eizo selbst benutze und sehr überzeugt von dessen Qualität bin.
    Aber bitte, sind halt meine subjektiven Eindrücke!

  • Antwort KPK 7. November 2014 um 07:56

    Ja, auch ich überlege derzeit, meinen Monitor (einen damals von Prad mit „sehr gut“ bewerteter Belinea 24″ Monitor mit P-MVA-Panel) auszutauschen, da er nach gut 7 (!!) Jahren nun beginnt, auf dunkelgrauem Hintergrund einige leicht streifige „Ungereimtheiten“ zu produzieren. Wahrscheinlich ist die Röhre der Hintergrundbeleuchtung allmählich am Ende ihrer Lebensdauer angekommen.

    Auch ich schwanke nun zwischen einem EISO CX241 oder dem neuen CS240 (der nicht den integrierten Sensor zur Kalibrierung integriert hat und daher ein wenig preiswerter als das CX-Modell ist).

    Da es bei mir i.d.R. nicht auf das allerletzte Fitzelchen Feinkalibrierung ankommt (bislang war ich mit den bei externen Printern erstellten Ausdrucken im direkten Vergleich zu dem, was mein altes Monitorschätzchen wiedergibt mehr als zufrieden) und sehe für meine ganz persönlichen Ansprüche somit derzeit keine Notwendigkeit, in das Hochpreissegment einzusteigen. Das überlasse ich denjenigen, die entweder Geld mit ihren Fotos verdienen oder aus anderen Gründen eine kompromisslosen Top-Monitor für ihre Arbeit benötigen.

  • Antwort Alex 7. November 2014 um 16:11

    Ich nutze einen NEC Multisync PA241w hardwarekalibrierbar mit einem X-Rite (Nec).
    Ich betreibe die Fotografie als reines Hobby.

  • Antwort Manfred 8. November 2014 um 01:02

    Ich nutze seit einiger Zeit den EIZO EV2436WFS (24 Zoll 16:10-Format) und bin damit sehr zufrieden. Die Kalibrierung mache ich regelmäßig mit einem externen Tool (Spyder..). Sicherlich gibt es bessere und teuere Monitore, die für die Bildbearbeitung besser geeignet sind, doch für mich ist er zur Zeit ausreichend. Wenn man nun diesen Monitor 2 oder 3 Jahre nutzt, kommt man zurzeit auf eine Preis 0,55€ / 0,37€ pro Tag.
    Sollte mir aber das Fotografieren und die Bildbearbeitung weiterhin soviel Spass bereiten, werde ich auch mal in naher Zukunft aufrüsten. Ich denke, man fängt auch nicht sofort mit einer, beispielsweise, Leica an zu fotografieren.

    Sicherlich ist ein günstiger Monitor auf lange Sicht nicht immer zwangsläufig preiswerter, doch muss man auch immer die eigenen vorhandenen finanziellen Mittel berücksichtigen. Lieber jetzt mit einem „preiswerteren“ Monitor starten und die Bilder bearbeiten als nicht in die „Röhre“ zu gucken….

    Zu dem weiß ich im Moment gar nicht, welche Garantiezeit mein Monitor hat. Ist aber auch nicht so wichtig.

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