Fotografie, Unterwegs

Ein Tag in Toronto – Da muss ich nochmal hin!

8. Mai 2012

Übers Wochenende war ich in Toronto und eigentlich auf der Suche nach meinem nächsten Auto… Das habe ich gleich mal zum Anlaß genommen um mich mal ein wenig mit der Streetfotografie zu beschäftigen. Ist gar nicht so einfach, denn man sieht so unheimlich viele Momente und hat ausgerechnet dann nicht die Kamera zur Hand oder aber das falsche Objektiv montiert oder…

Da ich schon relativ früh in Toronto sein wollte, habe ich mich bereits gegen 4 Uhr morgens auf den Weg gemacht. Ein paar Tage zuvor hatte ich noch schnell ein Mietwagen und ein B&B gebucht. Ich hätte auch mit dem Zug oder der bekannten Greyhound Buslinie fahren können, hab mich aber für die Mobilät entschieden, da die Fahrdauer von knapp 5 Stunden mit jedem Verkehrsmittel gleich ist. Immerhin standen fünf verschiedene Händler auf meiner Liste.

Das erste Mal auf dem Highway und nur 100 Stundenkilometer fahren. Na, so ne Scheiße. Ich dachte zumindest 120 Km/h…. Das Krasse ist aber, dass alle paar Km ein Schild kommt, auf dem die Strafen für zu schnelles fahren stehen. 20 drüber und du mußt knapp 100 Dollar blechen, 30 drüber kostet schon 220 usw… aber bei 50 wirds richtig interessant. Dann wird dein Auto sofort für 7 Tage eingezogen und auch dein Führerschein für die gleiche Zeit. Aber es kommt noch besser. Wenn es dein erstes Mal ist, dann mußt du noch zwischen 2.000 und 10.000 $ Strafe zahlen. Wenn du es aber innerhalb von 10 Jahren (was für ein irrwitziger Zeitraum) wieder schaffst, die 50er Marke zu knacken, dann kannste deinen Lappen bis zu 10 Jahre verlieren. Gehts noch!!! Ich mein, die Straßen sind so verdammt breit, da kann ein Jumbo landen…..

Um die ganze Geschichte kurz zu machen, ich habe nach zähen Verkaufverhandlungen und etlichen Angeboten letzten Endes einen Wagen gefunden. Wenns interessiert – es ist der aktuelle Jeep Wrangler mit 3,6l Hubraum und moderaten 300 PS. Da lässt es sich zumindest entspannt in die Berge fahren…

Mittlerweile war es Abend und da ich bereits am nächsten Tag wieder die Heimreise antreten würde, bin ich noch ein wenig mit der Kamera umhergeirrt und hab mich mal in der Streetfotografie versucht. Ich kann euch sagen, dass ist gar nicht so einfach. Man wird mit möglichen, fotografischen Situationen derart überhäuft, dass es echt ne Herausforderung ist, sich da auf eine Sache zu konzentieren. Dann musst du auch noch die Kamera im passenden Moment zur Hand haben, aber mit so einem dicken Prügel (D300 inkl. Batteriegriff) willst du ja auch nicht die ganze Zeit in der Hand umher rennen. Wenn es dann aber mal soweit ist, dass du ein Motiv gefunden hast – die Kamera ist auch zur Hand – du schaust durch den Sucher und stellst fest – shit, dass Objektiv passt nicht. Zwei Sekunden später ist der Moment auch wieder hinüber. An dieser Stelle frage ich mich ernsthaft, wie die großen Streetfotografen das immer hinbekommen haben?! In der Landschaftsfotografie ist das natürlich einfacher – da bewegt sich der Berg nicht mal so schnell aus dem Sucherbild der Kamera. So habe ich quasi den Abend eher mit Versuchen, statt mit Fotografieren zugebracht.

Am nächsten Tag hab ich mir dann noch den CN-Tower zur Gemüte geführt – lange Zeit war er übrigens mit über 550 Meter das höchste freistehende Bauwerk, bevor er vom Burj Chalifa abgelöst wurde. Ich kam wohl zur einer recht günstigen Zeit und so bin ich quasi alleine mit dem Aufzug auf die Aussichtsplattform gefahren. Der Aufzug mit Sicht nach draußen war schon krass, aber die eingelassen Fensterglassscheiben in der Bodenplatte mit direkter Sicht nach unten sind bestimmt nicht für jeden geeignet. Das muss man sich schon überwinden nach unten zu schauen oder gar drüber zu gehen. Oben angekommen finden sich innerhalb der Aussichtsplattform noch einmal diese „Bodenfenster“ mit Sicht nach unten. Das kostete sichtbar für den einen oder anderen ganz schön Überwindung – aber man muss es ja auch nicht machen. Viel lustiger dagegen ist der sogenannte Edge Walk außerhalb des Turm. Mit Hilfe eines Gurtsystems gehst du auf einem nur 1,50m breiten Steg ohne Geländer einmal um den gesamte Turm herum. Freie Sicht ist hier garantiert. Während des Rundgangs gibts dann noch ein paar Übungen für die Teilnehmer…..

Das wars fürs erste von mir und Toronto. Da muss ich definitiv nochmal hin, allerdings mit mehr Zeit fürs Fotografieren. War eigentlich einer von Euch schon mal in Toronto? Ach ja, Kommentare zu den Fotos sind willkommen…

Hier noch mal meine Bildchen durcheinander…für mehr hatte ich leider keine Zeit.
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17 Kommentare

  • Antwort Herr Ärmel 8. Mai 2012 um 09:13

    ein schöner Bericht (mehr davon bitte!).
    Meine drei Favouriten: die wartende Menschenmenge, da sind zehn Geschichten drin. Der Mensch vor der Treppe; ein feine geometrische Komposition und das True Love Café wegen der Farben.
    PS: die „Motivüberflutung“ in Städten (je grösser je mehr) ist in der Tat gewaltig. Ich strassenfotografiere deshalb lieber in kleineren Städten, da kann ich oft sehen, wie lohnende Situationen entstehen. In grösseren Städten schränke ich mich konsequent auf eine Sache ein, sonst verliere ich mich.
    Um deine Fotos zu nehmen: z.B. nur Hydranten, Strassenbeläge, Bürgersteige, Geometrien etc…

  • Antwort Thorsten 8. Mai 2012 um 10:25

    Hi Ronny,

    2.000 – 10.000 $ Strafe. Die sind doch „Unterbelichtet“ da drüben 🙂 . Ansonsten gefallen mir die ersten Streetfotos sehr gut!

    BTW: Den Wrangler finde ich untermotorisiert 😉

    • Antwort BlogTimes 9. Mai 2012 um 00:44

      Richtig, hätten auch noch 100 mehr sein können 😀

  • Antwort Christian Rohweder 8. Mai 2012 um 11:55

    Viel Spaß mit Deinem neuen fahrbaren Untersatz. Die Spritpreise drüben sind ja ein Witz, da kann man auch mal so ein Auto fahren 🙂

    mit den zehn Jahren ist schon echt heavy, die Geschwindigkeitsbegrenzung kann ich aber nachvollziehen: Zum einen sind die Strassen drüben qualitativ nicht mit den unseren vergleichbar, so meine Erfahrung. Und wo bei uns der Strassenzustand mau ist gibt es auch entsprechende Tempolimits. Und zum anderen darf man dort ja auch rechts überholen und wenn ich mir vorstelle das da plötzlich jemand mit 200 Klamotten rechts an mir vorbeischiesst…. öhm… 😀

    • Antwort BlogTimes 8. Mai 2012 um 13:26

      klar, mit 200 rechts vorbei ist sicherlich nicht gerade das gelbe vom ei… aber da alle fast mit gleichem Tempo fahren dauert so ein Überholvorgang irgendwie ewig. Umso länger ist derjenige dann im toten Winkel… irgendwie gefährlicher als mit 30km/h Unterschied vorbeizufahren…

  • Antwort Michael Adamczyk 8. Mai 2012 um 14:21

    Das Problem mit schnellen Motiven in der Stadt kann mitunter heftig sein. Je größer die Stadt desto schneller auch noch die Leute…
    Einen Trick kann man natürlich anwenden.
    Wie bei diesem Bild von mir: http://www.flickr.com/photos/rookietraveler/6279705475
    Ich habe die Kamera am Gurt immer an der Hand und die Einstellungen meist im Aperture-Modus, sodass ich schnell reagieren kann. Objektiv ist immer eine Festbrennweite, da muss ich mir auch keine Gedanken um Zoom machen.

    Und dann heißt es: Point-and-Shoot!
    Wie man so schön sagt, ein Bild nachzubessern ist immer noch besser als gar keines gemacht zu haben.

    (Übrigens war bei meinem Bild 1 Sekunde später der Mann auch schon weg)

  • Antwort Werner 8. Mai 2012 um 16:30

    Hi,

    trotz des Stresses: Wunderbare Aufnahmen! Mein Favorit eindeutig „Condom Shack“ – Gefällt mir ausgesprochen gut!

  • Antwort Andreas 9. Mai 2012 um 08:40

    Hey, in der Streetfotografie machst Du dich ja auch nicht schlecht. Finde das Bild mit der im kurzen Rock, die aufs Handy schaut ziemlich genial. Die sticht richtig raus aus der Masse..
    Grüße nach Kanada 🙂

  • Antwort Sarah 9. Mai 2012 um 13:52

    Finde auch das Bild mit der Menschenmenge am schönsten. Die doch sehr unterschiedlichen Charaktere erzählen jeder für sich eine eigene Geschichte;)

  • Antwort tomi 9. Mai 2012 um 21:28

    Ja, die Menschenmenge ist optimal getroffen. Worauf warten die eigentlich?
    Ein Bild mit gaanz viel Aussage.

    • Antwort BlogTimes 9. Mai 2012 um 23:22

      ….eigentlich ganz banal… auf den Bus, der sich kurz danach durch den Verkehr quälte!

  • Antwort Patric 10. Mai 2012 um 02:01

    War ich schon in Toronto? ja.
    Einer meiner Tipps? „SushiOnBloor“… yummie… für den Fall, dass man auf große Mengen leckeren rohen Fisch steht 😉

    Viele Grüße aus der Hansestadt!

  • Antwort chris 12. Mai 2012 um 15:04

    Tolle Streetaufnahmen Ronny!! Ja ich war schon 2 mal dort….
    großartige Stadt!!
    Gruß Chris

    • Antwort BlogTimes 12. Mai 2012 um 15:06

      Hey, danke Dir! Waren sozusagen meine erste Versuche…. Wenn du mal wieder in Toronto bist, sag Bescheid!!

  • Antwort Rückblick 2012 - Was dieses Jahr so alles passiert ist... | BlogTimes - Fotografieblog 19. Dezember 2012 um 13:33

    […] der Suche nach meinen nächsten Auto, denn ohne fahrbaren Untersatz fühle ich mich nackt, gehts in 450Km entfernte Toronto. Die Kamera nehme ich vorsorglich mal mit und mache auch ein paar Aufnahmen. Darunter sind auch […]

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