Fotografie, Testberichte

Eizo FlexScan SX2762W – Mein Fazit

29. April 2011

Die Testwochen mit dem neuen 27 Zöller SX2762W sind nahezu vorbei, also Zeit für mein Fazit. Im Großen und Ganzen bin ich sehr begeistert vom neuen EIZO.

Da es „leider“ nur ein Testgerät war, wird er die Tage wieder an den Absender  zurück geschickt. Um es gleich vorweg zu nehmen, die nächsten Zeilen sind subjektiv geschrieben und spiegeln meinen persönlichen Eindruck wieder.

Außerdem darf ich als  Tester, weder das Gerät behalten, noch erhalte ich für diesen Beitrag eine Provision oder sonstige Werbeeinnahmen.

Optik/Ausstattung:
Eizo bleibt sich auch beim neuen SX2762W seiner Optik und dem „grauen“ Kunststoffgehäuse treu und investiert vorallem in die inneren technischen Elemente des Monitors. Der EIZO SX2762W ist sehr gut verarbeitet und erzielt durch seinen schweren Standfuss eine hohe Stabilität, Horizontal wie auch Vertikal. Die Verstellung des Monitors geht sehr leicht, das gilt im übrigen auch für den Kippmodus. Letzteres war beim CG245W nur mit erheblichen Kraftaufwand zu bewerkstelligen. In Sachen Ausstattung kann er auf jeden Fall auch mit den Spitzenmodellen der CG-Reihe mithalten – 10-Bit-Farbwiedergabe (1. Mrd Farben bei Anschluss am Display Port), Homogene Ausleuchtung und Farbreinheit dank einer Tonwertkorrigierung über den gesamten Bildbereich, sowie einer Helligkeits- und Farbdriftkorrektur für beständige Helligkeit/Farben und gewährleistet zu jedem Zeitpunkt einen farbechten- und farbstabilen Monitor. Durch die hohe Blickwinkelstabilität und die in meinen Augen perfekte Ausleuchtung des Displays muss man keine Befürchtung von Falschfarben während der Bildbearbeitung haben. In Verbindung mit dem optionalen EasyPix Kalibrierungssystem ist sogar eine Hardwarekalibrierung möglich, wenn auch nicht so umfangreich wie mit der ColorNavigator Software. Ein eingebauter Sensor für Helligkeit sorgt außerdem für eine gleichbleibende Ausleuchtung bei unterschiedlichen Raumlichtbedingungen und passt diese automatisch an. Daneben verfügt der Eizo auch über einen Bewegungsensor, der die Person vor dem Monitor erkennt und im Bedarfsfall bei Abwesenheit das Display nach 40 Sekunden abschaltet.

Hier der Farbraumvergleich zwischen EIZO SX2762W und dem EIZO CG245W im Hinblick auf das erreichte Adobe1998 Farbprofil. Wie man sehr gut erkennen kann, ist der Unterschied eher marginal zum wesentlich teureren CG245W. Laut Eizo kann der SX27… 97 Prozent und der CG24… 98 Prozent des Adobe1998 Farbraum darstellen.

Anschluss/Installation:
Der Anschluss des Monitor und die Installation der Monitor-Software funktioniert kinderleicht und ist auch für weniger Erfahrene ohne Bedienungsanleitung möglich. Zudem gibt es genügend Anschlüsse um auch den Monitor mit den neuesten Grafikkarten zu betreiben -> Displayport (1. Mrd Farben). Weiter ist mir die kurze Einschaltzeit aufgefallen, die der Monitor benötigt um das sichtbare Bild zu erzeugen. Gerade bei bildbearbeitungstechnischen Änderungen, die sich kurzfristig ergeben muss ich nicht lange auf die richtige Monitortemperatur warten. Wer den Monitor in einer sehr ruhigen Umgegebung betreibt, dem wird nach dem Einschalten ein leises Lüftergeräusch auffallen, welches aber keineswegs störend wirkt.

Bedienbarkeit:
Wie schon beschrieben ist die Monitor-Software ist im Grunde ohne Anleitung zu bedienen. Natürlich sollte man sich mit den zur Verfügung stehenden Funktionen auskennen und ein wenig Erfahrung in Sachen Farbmanagement besitzen. Zumindest sollte man schon ein mal etwas von Farbprofilen und -räumen gehört haben. Durch das funktionsreiche OSD-Menü läßt sich der Monitor hervorragend bedienen und einstellen. Wer, wie ich den Monitor mit dem Optionalen EasyPix Colorimeter betreibt/kalibriert, kann zudem 3 verschiedene Kalibrierungsziele speichern. Hierbei wird eine eigene grafische Benutzeroberfläche verwendet. Die ermittelten Werte werden direkt in die LUT (Look Up Table) des Monitors geschrieben ohne dabei die Grafikkarten LUT  zu verändern.  Aufgefallen ist mir allerdings, dass die ermittelten Werte nur in der Kalibrierungssoftware und nicht im OSD Menü (hier stehen ebenfalls drei Speicherplätze zu Verfügung) erscheinen. Ich bin mir zwar nicht sicher, aber bei einer Hardwarekalibrierung müssten diese Werte doch auch im OSD Menü erscheinen, oder nicht?

Fazit:
Um es kurz zu machen. Der Eizo glänzt wieder einmal in allen Bildbearbeitungsbelangen durch beste Funktionalität. Selbst farbkritische Bearbeitungen meistert das Gerät mit Bravur. Im Gegensatz zum bereits getesten EIZO CG245W ist gerade die Größe von 27 Zoll hervorragend für die Bildbearbeitung geeignet. So lässt sich zum Beispiel ein Foto in der 25% Zoom-Stufe betrachten und muss nicht auf Werte wie 18,63 Prozent skaliert werden um vollständig betrachtet zu werden. In Sachen Farbraum bietet das SX Model gegenüber dem wesentlichen teuren Monitor aus der CG Reihe gerade mal 1 Prozentpunkt weniger bei der Darstellung des Adobe1998 Farbraums, welcher meiner Meinung nach der Hauptfarbraum für die Bildbearbeitung ist. Da ich derzeit keinen Druckauftrag zu vergeben hatte, konnte ich den Monitor leider nicht als Druckvorstufengerät testen. Ich kann zwar nur spekulieren, denke aber, dass sich der Monitor auch hier gut schlägt.

Das optionale EasyPix leistete gute Arbeit, wenngleich ich mir ähnliche viele Einstellungsmöglichkeiten wie bei der Eizo ColorNavigator Software gewünscht hätte. Für eine vollständige Hardwarkalibrierung fehlt mir die Option der „Graubalance-Einstellung“. Eventuell lässt sich diese irgendwann per Softwareupdate hinzufügen. Zudem denke ich, dass man den Monitor auch gut über das OSD-Menü in Verbindung mit einer Messsonde eines anderen Anbieters einstellen und anschließen profilieren kann. Gerade diejenigen, die bereits ein Colorimeter ihr eigen nennen, kaufen sich sicherlich nicht eine zweite Messsonde für die Kalibrierung.

Für „Otto-Normal-Fotograf“, sei es jetzt Profi oder Amateur ist der neue Eizo SX2762W meiner Meinung nach eine sehr gute Wahl. Allerdings schläft die Konkurrenz bekanntlich nicht. Gerade NEC bietet mit der PA-Reihe ebenfalls eine sehr gute Alternative an.

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5 Kommentare

  • Antwort Hochzeitsfotograf Düsseldorf 29. April 2011 um 21:26

    Gute Beschreibung, allerdings muss ich dich korrigieren: der EIZO CG245W ist nicht wesentlich teurer. Er ist (wenn man dem Amazon Link folgt) sogar billiger! Wobei die beiden natürlich unterschiedliche Grössen haben…

    • Antwort BlogTimes 29. April 2011 um 22:39

      Ich bin natürlich vom UVP ausgegangen…

  • Antwort Norbert 1. Mai 2011 um 19:38

    So ganz nachvollziehen kann ich die Argumentationen in dem Artikel nicht… Für mich ist das PR-Geschreibsel, aber kein kritischer Test (auch nicht wenn’s „subjektiv“ heißt).

    90% des Textinhalts kann ich in den Datenblättern lesen – und bin dann teilweise besser und weniger falsch informiert.

    Beispiele?

    Die 1% mehr Farbraum liegen vor allem im Gelb-,Orange-,Rot- und Magentabereich. So sieht es auf der (ganz schönen kleinen) Abbildung jedenfalls aus. Gerade für Menschenfotografen ein wichtiger Bereich, aber bestimmt nicht nur für die.

    Was die Bildschirmeinschaltzeit mit der Monitortemperatur zu tun hat würde mich auch mal interessieren. Wieso muß man weniger lang auf die warten, wenn der Monitor schnell an geht? Was ist eigentlich „schnell“?

    Der Monitor hat einen MiniDisplay-, einen Display- und einen DVI-Port. Für Mac-Anwender mag man das ja unter „genügend Anschlüsse“ fallen, ich finde aber mind. einen 2. DVI-Anschluss sollte das Ding haben. Und ab und an brauch man auch nen analogen (D-Sub).

    Was ist mit „Graubalance“-Einstellung gemeint? Das Gamma? Die Graustufendarstellung? Das Kalibrieren auf korrekte letztere zu Lasten des Kontrasts?

    Was soll die Angabe „So lässt sich zum Beispiel ein Foto in der 25% Zoom-Stufe betrachten und muss nicht auf Werte wie 18,63 Prozent skaliert werden um vollständig betrachtet zu werden.“ ?
    Das hängt ja wohl von der Auflösung des Fotos ab. Und der Einstellung der Anwendungsfenster.
    Das man auch „krumme“ Werte seit der Grafikkartenunterstützung von PS verwenden kann, wurde hier ja letztens schonmal diskutiert.

    Sorry, aber der Artikel ist sehr dürftig.

    • Antwort BlogTimes 1. Mai 2011 um 20:36

      Danke für Deinen Kommentar.

      Ja, die 1 Prozent weniger liegen in den von Dir genannten Bereichen und sicherlich wird das für einige ein Manko sein. Auch ich bewege mich ab und an in diesem Farbbereich, konnte rein subjektiv betrachtet aber keinen Unterschied feststellen – kann natürlich auch an der verwendeten Aufnahme liegen.

      Das es nur einen DVI-Anschluss gibt, ist zwar Schade, für mich aber kein wichtiges Kaufkriterium.

      Vielleicht habe ich mich hier ein wenig ungeschickt ausgedrückt. Eine vollständige Hardwarekalibierung beinhaltet auch die Möglichkeit, die Kalibrierung über die Grauachse (wie bei ColorNavigator) vorzunehmen. Die Software EasyPix bietet diese Funktion nicht und der Monitor wird von ColorNavigator nicht unterstützt.

      Obwohl PS die Grafikkartenuntersützung verwendet und auch meine Grafikkarte OpenGL unterstützt, sehe ich dennoch einen Unterschied in der Bildqualität zwischen zum Beispiel 25% und 16,73.

  • Antwort EIZO FLEXSCAN SX2762W – MEIN FAZIT | BLOGTIMES.INFO | EIZO Newsroom 22. November 2011 um 10:33

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