Equipment, Fotografie, Testberichte

Exposure 7 – Mein Eindruck

11. August 2015

Exposure 7

Heute geht’s mal um Software, eben jene die ich für meine Arbeiten nutze. Ihr kennt das sicherlich alle! Da schaut man sich verschiedene Portfolios im Netz an und überlegt wie derjenige wohl einen/seinen bestimmten Bildstil erzeugt hat. Das nicht alles immer manuell mit Abwedler und Nachbelichter in Photoshop zustande kommt, dürfte vielen klar sein. Es ist also nicht verwunderlich, dass wir Presets und Plugins benutzen. Zum einen um der Aufnahme die nötige Bildwirkung zu verleihen aber auch um Bilder einer Serie den gleichen Bildstil zu verpassen.

VSCO und NikSoftware ist jedem ein Begriff, doch wie schaut es mit Exposure 7 aus? Der Anbieter Alien Skin (keine Ahnung wie man auf sowas kommt), hat mir seine neueste Version für einen Test zur Verfügung gestellt. Seit ein paar Wochen habe ich die Software, kommt als Plugin oder Stand-Alone Version, im Einsatz und konnte einen ersten Eindruck gewinnen.

Wie auch bei VSCO liegt der Fokus bei Exposure 7 auf die Emulation des guten, alten Films und wie ich finde machen das alle Plugins relativ gleich gut. Jetzt könnte man argumentieren, dass man doch gleich analog fotografieren könnte, dann spart man sich doch diesen „Fake“ Look. Nun, das könnt man aber nicht jeder hat eine analoge Kamera und/oder möchte sich mit der analogen Fotografie auseinander setzen – findet aber den Stil toll und will jenes auch für die digitale Fotografie verwenden. Kann ich verstehen und daran gibts auch nicht auszusetzen. Mach ich genauso!

Nun aber zu Exposure 7. Das Plugin hat vielmehr zu bieten als nur Presets für den Anwender bereit zu stellen. Hier kann man neben den Grundeinstellungen, die man auch aus Lightroom kennt, zum einen den Focus-Ebene verändern (ein wenig Spielerei) sowie die Weichheit und Größe des Bokehs. Lichtakzente, Filmkorn, Rahmen (die keiner wirklich brauch – ich zumindest nicht), Vignettierungen usw… sind auch noch mit an Board. Also im Grunde ein gesundes Gerüst für eine anständige Bildbearbeitung.

Zunächst einmal kann ich Exposure 7 voll empfehlen, allerdings nur wenn man sich im Hinblick auf die Bearbeitung auch ein wenig Gedanken macht. Einfach nur das Plugin und dessen Presets drüber hauen, ist nicht! In der Fotografie dreht es sich um den Bilddstil und der sollte bestenfalls meiner Meinung in eine Richtung gehen. Es macht für mich wenig Sinn, hier mal Warmton-Sepia (ich weiß super hässlich) oder einen Blauton-Platinium whatever Filter zu nutzen. In der Gesamtheit schauts einfach dämlich aus. Ich nehme mir stattdessen ein Preset schaue mir an wie die Farbgebung ist und ob mir die Tonwerte gefallen. Anschließend versuche ich dieses Grundgerüst mit meinem Bildbearbeitungswissen und einem Stil, den ich bereits im Kopf habe, zu mischen und umzusetzen. Dabei orientiere mich an Bildstile anderer Fotografen und versuche dessen Art der Bearbeitung zu ergründen. Mit der Zeit habe ich, also mit Hilfe verschiedener Inspirationenquellen, egal ob SW oder Farbe, einen Bildstil in meinen Kopf aufgebaut, welches ich für meine Fotografie verwende. Das alles macht nicht nur besonders viel Sinn, wenn man eine große Anzahl von Bildern in einem Still bearbeiten möchte, sondern hilft einem auch in der eigenen Bildsprache weiter.

Die Erklärung der Funktionsweise von Exposure 7 lasse ich hier außen vor. Ist sehr einfach und intuitiv zu bedienen. Funktioniert mit Windows oder Mac gleichermaßen, als Plugin oder Stand-Alone Version. Preis $149 Dollar und man kann es vorher für eine begrenzte Zeit testen. Sprache der Oberfläche ist English – kann ja aber jeder 🙂

Hier mal ein Vorher/Nachherbild. Hinzugefügt hab ich ein Ilford Delta 100, ein bisschen noch an den Regeln gestellt – ein Bokeh (des Zeigens wegen) darübergelegt und fertig. Eigentlich ganz gut

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Diese wurden beispielsweise auch mit der Alienskin Software bearbeitet.

 Queensboro-Bridge---4x5-USA-2015-final Tenth Avenue- NYC

 

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5 Kommentare

  • Antwort Olli 30. August 2015 um 08:23

    Danke für den Tipp !
    Ist mal einen Test wert.

  • Antwort Andre Leisner 23. Oktober 2015 um 14:01

    Hallo Ronny,
    bin noch am hin und her überlegen. Die einen sagen, wie kannst Du bloß, andere sagen, ja setze ich ein und die letzten geben es nicht zu. Von daher Daumen hoch, das Du hier offen kommuniziert, das Du ein Plugin einsetzt. Mit Exposure 7 liebäugle ich auch schon länger. Danke, für Deine Empfehlung und liebe Grüße nach Kanada.
    André

    • Antwort BlogTimes 23. Oktober 2015 um 16:06

      Ich würde fast sagen, dass 80 Prozent aller Pro Fotografen, wenn sie die Bildbearbeitung nicht auslagern, zu Plugins greifen. Allein schon um einen einheitlichen Bildstil zu gewährleisten. Es gibt sicherlich hier und da Ausnahmen, aber ich arbeite sehr viel mit verschiedenen Plugins!

      • Antwort Andre Leisner 11. März 2016 um 16:20

        Hallo Ronny,
        wow, das ist eine Menge! Hast Du die Erfahrung gemacht, also das 80 Prozent darauf zurückgreifen oder Dich mit anderen Fotografen ausgetauscht? Bezüglich Auslagerung: In die Richtung habe ich auch mal gedacht, aber die Qualität externer Dienstleister hat mich bisher nicht überzeugt. Darum wird meine Entscheidung und ist auch stellenweise schon auf Plugins, etc. gefallen.

        • Antwort BlogTimes 11. März 2016 um 19:49

          Die Zahl lässt sich ganz gut auf meine Fotografen-Freunde belegen 🙂

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