Fotografie, Nachgedacht

Flugreisen und die liebe Kameraausrüstung

23. März 2013

Self - England 2012In ein paar Tagen geht’s für einen BlogTimes Leser und für mich in den Westen der USA auf Fototour. Ich hatte den Platz für einen Leser anlässlich des kommenden Bloggeburtstags im Mai unter meinen Lesern verlost. Da ich erstmals mit weitaus mehr Equipment als üblich unterwegs bin, hat mich das ein wenig zum recherieren und nachdenken angeregt.

Ich gehe mal davon aus, dass die meisten BlogTimes-Leser auf ihren Urlaubs/Fotoreisen doch einiges an Fotoequipment mitnehmen, dessen Wert dann schnell mal ein paar tausend Euro betragen kann. Selbst dann, wenn man nur mit ner Einstiegerkamera, zwei Objektiven, Speicherkarten,  Ferauslöser, Filter usw unterwegs ist… Das läppert sich einfach. Während bei Reisen innerhalb der EU das Equipment bei Wiedereinreise nach Deutschland sicherlich kein Problem darstellt, kann es bei Reisen außerhalb der europäischen Staatengemeinschaft schnell zur Kostenfalle werden. Warum? Nun, weil ihr beim deutschen Zoll zunächst nicht nachweisen könnt, dass eure Fotorausrüstung tatsächlich in Deutschland gekauft wurde, außer ihr führt auf euren Reisen immer Kopien von Rechnungsbelegen mit euch herum. Ergo, ihr müsst zunächst den Zoll auf eure Ausrüstung nachzahlen und das gefällt der bereits leeren Urlaubskasse nach Ende der Reise so ganz und gar nicht. Später kann man sich diese Kosten wieder erstatten lassen, doch sowas dauert ne Ewigkeit und ist zudem noch mit Gebühren verbunden.

Damit jetzt nicht Jeder vor seiner Reise nach alten Rechnungen suchen muss, die man vielleicht auch gar nicht mehr hat, gibt es eine Alternative und die heißt Nämlichkeitsbescheinigung. Ja, keine Ahnung wer sich dieses Wort ausgedacht hat… Diese Bescheinigung könnt ihr online ausfüllen und ausdrucken. Hier tragt ihr dann sämtliches Fotoequipment mit Seriennummern ein, welches ihr auf eure Reise und eventuell auch auf die kommenden Reisen mitnehmen wollt. Grund für Letzteres ist, dass die Bescheinigung nämlich nicht nur einmal gültig ist. Mit der ausgefüllten Bescheinigung und eurer Fototasche geht’s dann zum Zoll, entweder am Flughafen oder zu einer anderen Zoll-Dienststelle. Wenn ihr genügend Zeit habt, dann macht das nicht unbedingt am Abflugtag. Hier gibt euch dann der nette Zollbeamte (darf man eigentlich auch Zöllner sagen) nach Prüfung und Abgleich des Equipments einen Stempel.

Die ganze Geschichte macht aber auch nur wirklich Sinn, wenn man mit entsprechend viel Equipment unterwegs ist. Ich denke, kein Zoll der Welt wird bei einer DSLR mit angeschraubten Objektiv euch vorwerfen, dass ihr die Kamera hier vorbeischmuggeln wollt.

Hat jemand von Euch eigentlich schon mal von der Nämlichkeitsbescheinigung gehört oder hat sich sogar schon eine ausstellen lassen?

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10 Kommentare

  • Antwort Steffen Zörnig 24. März 2013 um 08:06

    Ich lasse mir die NämlichkeitsBescheinigug vor jedem Flug ins nicht EU Ausland aufstellen. Dauert am Flughafen Hamburg keine 5 Minuten. Musste sie zwar bei der Wiedereinreise noch nie vorzeigen, bin dann aber auf der sichereren Seite, zumal auf den wenigsten Rechnungen eine Seriennummer steht.

  • Antwort hiacynta 24. März 2013 um 10:59

    Ich habe diese Bescheinigung vor meiner Islandreise ausgefüllt und am Flughafen wurde das unterzeichnet und fertig. Es hat keiner meine Tasche kontrolliert, ob ich das wirklich alles dabei habe. Es lief also völlig unkompliziert und ich würde es wohl immer wieder machen, eben weil es so einfach ist.

    schöne grüße

  • Antwort Thomas 24. März 2013 um 11:37

    Hallo,

    ja Flugreisen mit der Kamera sind immer spannend.Geht der Rucksack als Hadgepäck durch, wie sieht es mit dem Gewicht aus oder man sitzt am Gate und fragt sich, ob man nicht doch das Ladeferät vergessen hat.
    Dabei geht das Zollthema leicht vergessen. Ich habe zweimal diese Nämlichkeitserklärung gemacht und jedesmal ist es ein riesiger Aufwand. Das Formular auf der Zoll Webseite kann nur am Flugfafen abgestempelt werden. Beim Binnenzollamt gibt es andere Formulare (Aussage des Beamten), die sind nur ein Hahr gültig. Also nächstes Mal direkt ein paar Tage vorher zum Flughafen und den Stempel geholt. Dort sagte man mir, dass es nur am Abflugtag möglich sei. Mit Smartphone die Zollseite aufgerufen und die Beamten belehrt :-).
    Tipps für die Erklärung: Seriennummern von allem draufschreiben, wenn keine Seriennummer, dann genaue Modellbeschreibung und ein allgemeiner Ausdruck (z.B. Stativ), ganz viel Zeit mitbringen und immer freundlich bleiben, auch wenn es schwer fällt. Sonst schicken die einen einfach weg, ohne Stempel. Die Hinweise und Anleitungen aus dem Web ausdrucken und mitnehmen. Dann lässt sich den Zöllnern schneller erklären, was sie machen sollen.
    Aber wenn das alles geschafft ist, kann man tolle Fotos im Urlaub machen. Oder sich vorher noch ein Lasergerät kaufen.

    Thomas

  • Antwort Dieter Fröhling 24. März 2013 um 12:51

    War noch nicht nötig. Jedoch: Dank für den Tipp. Ist doch sehr sinnvoll.

  • Antwort Rolf 24. März 2013 um 14:29

    Hallo an alle Aus- und Wiedereinrieselustigen.

    Ich hab das vor einigen Monaten vor einem Tauchtrip nach Bali gemacht.

    Nachdem ich das zuständige Zollamt ermittelt hatte, wusste der Zollbeamte im (Heimat)Zollamt sofort was ich wollte und wie das Ding heißt.
    Ich bin also hingefahren – bitte nicht erst 15 Minuten vor Dienstschluss. Das nervt jeden.
    Wir haben zusammen die gesamte Unterwasserkameraausrüstung katalogisiert,
    Hat keine 30 Minuten gedauert.
    Anschließend gabs den Zollstempel drauf. Fertig.
    Das Ganze war kostenlos, was ja bei unseren Behörden inzwischen auch nicht selbstverständlich ist.
    Und einen Kaffe hab ich auch noch bekommen.

    Wir haben nebenbei noch ein wenig übers tauchen und fotografieren unter Wasser geplaudert.
    Insgesamt war der Beamte äußerst nett und hilfsbereit.
    Wie schon gesagt: nicht auf den letzten Drücker hinfahren und etwas geduldig sein.
    Freundlich bleiben hilft auch immer 🙂

    LG

    Rolf

  • Antwort Uwe 24. März 2013 um 16:49

    Eine Nämlichkeitsbescheinigung habe ich beim letzten Trip nach New York ausgefüllt und kurz vor dem Abflug am Flughafen abstempeln lassen; das ging zügig. Allerdings wurde dort eine maximale Gültigkeitsdauer eingetragen, die nicht weit hinter dem Rückreisedatum endete – die Bescheinigung kann also nicht unbedingt auch für die nächste Reise verwendet werden.
    Speichert man die ganzen Daten in einer Textdatei, hat man sie gleich für den nächsten Trip parat, und das Formular ist ruck-zuck ausgefüllt.

    Gruß
    Uwe

  • Antwort Holger 24. März 2013 um 17:59

    Ich war Anfang den Monats für ein paar Tage in Dubai und hatte diese Bescheinigung im Vorfeld schon ausgefüllt und ausgedruckt. Zusätzlich noch alle Rechnungen in Kopie mit.
    Bei der Ausreise wollte keiner vom Zoll jedes einzelne Teil sehen. Die haben uns vertraut…;) Bei der Einreise wollten sie das erst sehen und dann doch wieder nicht. Ich glaub die Liste war denen zu lang…;) Allerdings wirkten bei Aus- und Einreise die Mitarbeiter des Zolls irgendwie unwissend was sie mit dieser Bescheinigung machen sollen… Und 1000 Zeichen sind einfach zu wenig…;)

  • Antwort Werner 24. März 2013 um 18:25

    Da ich vom Fach bin kann ich nur jedem empfehlen sich eine Nämlichkeitsbescheinigung ausstellen zu lassen. Will man sich die Mühen ersparen, so kann das durchaus (bei der Wiedereinreise) teure Konsequenzen haben. :yes

  • Antwort lichtbildwerkerin 25. März 2013 um 18:54

    Ich schleppe immer die Rechnungskopien mit. Bei jedem Kauf wird gleich eine Kopie angefertigt und kommt in den Fotorucksack. Wollte aber bisher am Flughafen noch niemand sehen, auch nicht auf meinem NY-Trip.

  • Antwort März 2013 | hiacynta jelen | photography 30. März 2013 um 10:56

    […] Ronny von blogtimes hat einen interessanten Artikel über das Thema Kameraausrüstung und Flugreisen […]

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