Interviews

Fotograf Johannes Ginsberg im Interview

23. November 2010

Heute möchte ich Euch Fashion- und Beauty Fotograf Johannes Ginsberg aus Siegen vorstellen.

Mit seinen erst 21 Jahren und obwohl er erst seit 4 Jahren fotografiert, zeichnen sich seine Arbeiten durch eine eigene kreative Bildsprache aus. In seinen Referenzen befinden sich bereits jetzt bekannte Kunden auf nationalen und internationalen Gebiet. Vor kurzen wurde Johannes vom Adobe Kreativportal zum „Kreativen der Woche“ gekürt. Nicht ohne Grund wie ich meine!

 

Mir ist es wichtig, dass ich das was mich gerade beschäftigt in meinen Bildern darstellen und mich dadurch mit ihnen identifizieren kann. Johannes Ginsberg


BlogTimes: Wie ist Dein Interesse an der Fotografie geweckt worden?
Johannes:
Schon seit meiner Kindheit habe ich gerne fotografiert und mich kreativ betätigt. Irgendwann bekam ich dann eine einfache Digitalkamera zu Weihnachten geschenkt. Schnell merkte ich aber, dass mir an so einer kleinen Kamera ohne manuelle Einstellmöglichkeiten der kreative Spielraum fehlte und fing an für eine digitale Spiegelreflex Kamera zu sparen. Vor rund vier Jahren habe ich mir dann eine Canon 20D gekauft. Als Objektiv hatte ich irgendeine alte Canon-Optik aus Plastik. Da ging es dann richtig los.

BlogTimes: Was für eine Kamera verwendest Du und warum hast Du Dich für diese Kamera entschieden?
Johannes:
Wenn mich das jemand fragt, sage ich generell eigentlich immer, dass es für mich keine Rolle spielt, welche Kamera ich benutze, denn die Ideen kommen nicht aus der Kamera, sondern aus meinem Kopf. Ich bin der Meinung, dass man mit jeder Kamera gute Bilder machen kann. Für eigene Arbeiten fotografiere ich auch häufig auf Film, teilweise mit billigen Plastikkameras. Nichts desto trotz ist meine Kamera mein Handwerkszeug und sie muss einfach immer, wenn ich sie brauche, funktionieren. Daher ist mir gerade bei Aufträgen qualitativ hochwertiges Equipment sehr wichtig. Meine aktuelle Kamera ist eine Canon 1Ds Mark III, als Backup und Videokamera benutze ich eine 5D Mark II. Wenn es nötig ist, dann leihe ich mir aber auch für einen Job das passende Material.

BlogTimes: Hast Du schon immer digital fotografiert?
Johannes: Wirklich angefangen mit der Fotografie habe ich mit einer Digitalkamera. Aber, wie schon gesagt, benutze ich mittlerweile auch wieder sehr gerne analoge Kameras. Doch gerade zum Lernen empfinde ich eine digitale Kamera als sehr nützlich und hilfreich, weil ich erstens direkt sehen kann, was ich fabriziere, wie zum Beispiel die Lichtführung aussieht und zweitens, weil ich keine hundert Euros für den Kauf und die Entwicklung der vielen Filme ausgeben muss.

BlogTimes: Wie wichtig ist Dir die digitale Bildbearbeitung bei Deinen Aufnahmen?
Johannes: Die digitale Bildbearbeitung ist heute einfach nicht mehr wegzudenken. Sie gehört genauso dazu, wie bei der Analogfotografie die Dunkelkammer. Bearbeitung und Retusche sind mir also durchaus wichtig und sie gehören zu meinem Workflow. Da ich sehr perfektionistisch bin, sitze ich oft nach einem Shooting noch stundenlang am Rechner, um die Bilder bis ins letzte Detail zu bearbeiten. Was ich allerdings persönlich nicht mag sind riesige Composings. Ich liebe zwar aufwendige, phantasievolle Sets und es wäre teilweise sicherlich einfacher manche Sachen oder Hintergründe hinterher am Rechner einzufügen, doch meine Bilder entstehen schon vor der Aufnahme im Kopf. Mir ist es sehr wichtig, dass ich alles, soweit es geht, schon am Set umsetze. Dazu gehört entsprechend das passende Licht und das richtige Make-Up, als auch ein aufwändiger Setbau.

BlogTimes: Was fasziniert Dich an der Fashion- und Beautyfotografie?
Johannes: Die Fashionwelt interessiert und fasziniert mich generell sehr. Fashionfotografie ist sehr vielseitig und vielschichtig. Ich kann dort jegliche Inspirationen einbauen und bin bei meiner Kreativität in keinster Weise eingeschränkt. Mir ist es wichtig, dass ich das was mich gerade beschäftigt in meinen Bildern darstellen und mich dadurch mit ihnen  identifizieren kann. In meinen Bildern stelle ich die Models immer in einem gewissen Wesen dar. Sie sind quasi Fabelwesen in einer eigenen, kleinen Geschichte. Die passende Location und natürlich das passende Styling gehören einfach zu meiner Idee und zur Aussage. Des Weiteren begeistert mich die Zusammenarbeit mit dem Team am Set und besonders mit den Models. Denn nur die Zusammenarbeit mit einem passenden Model kann den Fotos im Endeffekt den Ausdruck geben, den sie haben sollen.

BlogTimes: Welcher Gedanke verbirgt sich hinter „Projects“?
Johannes: Das ist ein Projekt, das ich zusammen mit einem Siegener Künstler umgesetzt habe. Wenn wir Zeit haben, werden wir es gewiss auch noch weiter ausbauen. Es ist zwar nicht direkt Fashionfotografie, aber die Bilder beschäftigen sich auch mit dem Mensch als Wesen, wie ich Ihn gerne in meinen Fashionfotografien darstelle. Das hat mich an der Idee sehr interessiert.

BlogTimes:Welches war Dein schönstes Erlebnis beim Fotografieren?
Johannes: Die Vorbereitungen für ein Shooting sind immer sehr aufwändig und auch anstrengend, vor allem dann, wenn man ein sehr aufwändiges Shooting hat, für das man ein großes Team braucht und ein großes Set planen und bauen muss. Für mich ist es immer dann ein super schönes Erlebnis, wenn ich wirklich mit dem fotografieren anfange. Daher habe ich dieses besondere Erlebnis recht häufig.

BlogTimes: Was, Wen oder Wo würdest Du gerne mal fotografieren?
Johannes: Da ich mich sehr gerne von anderen Städten inspirieren lasse, reise ich sehr gerne und entwickle dann häufig Ideen aus den neu erlangten Impressionen. Im Winter ist es mit dem „on location“ Fotografieren immer etwas schwieriger, daher habe ich einige Shootings auf nächstes Jahr verlegt. Ich möchte auf jeden Fall noch mal nach Südspanien und London fliegen und dort Ideen umsetzen. Auch steht noch ein Projekt in Paris an und nach New York würde ich auch gerne fliegen. Mal sehen was noch so kommt. Des Weiteren gibt es so viele inspirierende Designer und geniale Models, mit denen ich sehr gerne mal ein Shooting machen würde. Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll.

BlogTimes: Welche Aufnahme aus deinem Portfolio ist Dein Favorit und warum?
Johannes:
Ui, schwer und jetzt kommt wahrscheinlich eine Standardantwort!!! Ich weiß es wirklich nicht. Ich kann mich da nicht auf ein Bild festlegen, vor allem auch, weil meistens ein Bild zu einer ganzen Streck gehört. Ich habe so einige Ideen im Kopf die meine Favoriten sind, aber die zählen ja noch nicht zu meinem Portfolio…

Aber ich mag im Moment meine „Berlin Strecke“ mit den Luftballons sehr, und auch die mit den Kirschblüten…

BlogTimes: Profi,- oder Amateurfotograf – Wird es auch in Zukunft einen Unterschied geben?
Johannes:
Es gibt viele Amateure die sehr gute Fotos machen. Ich denke einer der größten Unterschiede zu einem Profi ist, dass der Profi, egal unter welchen Umständen, kreativ, produktiv und verlässlich arbeitet, die geforderten Bilder liefert und sich der Kunde auch darauf verlassen kann. Bei einem professionellen Fotoshooting hat man oft wenig Zeit, steht unter Druck, muss das ganze Team koordinieren und dabei immer noch Ideen auf Abruf haben. Ein gutes Foto darf in solchen Situationen kein Zufallsprodukt sein, sondern ist zwingend notwendig. Mit diesem Druck kommt ein Amateur nicht zurecht.

 

 

Ich danke für dieses sehr interessante Interview und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg in Deinem Werdegang. Hier gehts zum Portfolio.

Ein Aufruf an alle hobby-, amateur-, semiprofessionelle- oder professionelle Fotografen. Wenn auch Ihr auch ein sehenswertes Portfolio aufweisen könnt, dann meldet Euch mit Link zum Portfolio und einer kleinen Beschreibung an folgende Mailadresse: interview(at)blogtimes.info.

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1 Kommentar

  • Antwort Thomas 22. Februar 2011 um 12:53

    Schöner Beitrag.
    Die Bilder gefallen mir auch sehr gut, vorallem das mit der Kirschblüte finde ich persönlich klasse!
    LG und gut Licht
    Thomas

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