Interviews

Fotografen Portfolio – Michael Kirchner

7. April 2010

Die letzte Fotografenvorstellung und somit das letzte Interview wurde im November 2009 veröffentlicht. Aus diesem Grund ist es an der Zeit Euch, ein Neues zu präsentieren.

Mein heutiger Interviewpartner ist Michael Kirchner – Profifotograf aus Frankfurt/Mannheim für den Bereich People- und Werbefotografie. Gerade in diesen Bereichen der Fotografie ist die Planung der Aufnahme das Wichtigste, denn hier geht es einfach um mehr, als nur auf einen passenden Schnappschuss zu hoffen. Michael Kirchner erfüllt diese Vorraussetzungen und zeigt mit seinem Portfolio seinen Blinkwinkel auf diesem Themengebiet. Weitere Informationen über Michael und seine Arbeiten findet Ihr auf seiner Webseite : Studio Omori

Vielleicht lebe ich ja auch noch lange genug, um einmal im Weltall fotografieren zu können! M. Kirchner

BlogTimes: Wie ist Dein Interesse an der Fotografie geweckt worden?
Michael Kirchner: Wie das wohl bei jedem Fotograf so ist: Man bekommt als Kind eine Kamera geschenkt und probiert dann herum. Die Menschenfotografie hat mich dabei immer ganz besonders fasziniert und das ist bis heute so geblieben.

BlogTimes: Was für eine Kamera verwendest Du und warum hast Du Dich für diese Kamera entschieden?
Michael Kirchner: Ich verwende verschiedene Kameras von Canon. Im Moment die EOS 5D Mark 2, die EOS 5 D sowie eine EOS 1 D Mark 2n. Außerdem nutze ich in meiner Freizeit oft eine EOS 10D mit einer kleinen Festbrennweite. Zu meiner analogen Zeit habe ich mit Nikon fotografiert, bei meinem Wechsel auf die digitale Fotografen kurzzeitig mit Olympus und bin dann letztendlich bei Canon gelandet. Da ich glaube, dass die Kameratechnik gar nicht so ausschlaggebend für gute Fotos ist, verschwende ich auch keinen Gedanken an andere Marken mehr, sondern bleibe bei Canon. Und bis jetzt hat mich Canon auch selten enttäuscht.

BlogTimes: Hast Du schon immer digital fotografiert?
Michael Kirchner: Nein, in meiner Jugendzeit war an die Digitaltechnik noch nicht zu denken. Da habe ich, wie viele andere, auf Diafilm und Negativfilm fotografiert, teilweise meine Filme in der Dunkelkammer entwickelt und Vergrößerungen von Hand hergestellt. Ich bin aber relativ früh, im Jahre 2000 auf die Digitaltechnik gewechselt und war von den neuen Möglichkeiten der digitalen Fotografie begeistert bzw. bin es immer noch.

BlogTimes: Wie wichtig ist Dir die digitale Bildbearbeitung bei Deinen Aufnahmen?
Michael Kirchner: Bei vielen Portraitfotos versuche ich, sehr wenig zu bearbeiten, um die Natürlichkeit und Authenzität der Fotos zu erhalten. Aber es ist schon faszinierend, wie man mit digitaler Bildbearbeitung einem Foto ein ganz neues Gesicht geben kann bis hin zu Bildern, die ohne Bildbearbeitung so nie herstellbar gewesen wären.

BlogTimes: Welcher Themenbereich fasziniert Dich mehr – People-, oder Werbefotografie?
Michael Kirchner: Das schließt sich nicht aus. Ich fotografiere vor allem Menschen. Und das aus verschiedenen Gründen. Werbung ist einer davon, wobei das nicht immer die klassische Werbefotografie sein muss (also Anzeigen, Kataloge, etc), sondern auch Imagefotos für Geschäftsleute, Künstler oder Sportler sein können.

BlogTimes: Welches war Dein schönstes Erlebnis beim Fotografieren?
Michael Kirchner: Ich freue mich über die vielen kleinen Erlebnisse, die einem beim Fotografieren immer wieder passieren. Zum Beispiel fiel mir vor einigen Jahren im Fernsehen eine Sängerin auf, die eine Wahnsinns-Austrahlung hatte. „Mit der würde ich gerne einmal ein Fotoshooting machen“, dachte ich mir und habe schon darüber nachgedacht, sie zu kontaktieren und ihr diesen Vorschlag zu machen. Ich lies es dann aber sein und vergaß die ganze Sache. Zwei Jahre später kam sie dann von sich aus auf mich zu und buchte ein Shooting bei mir.

BlogTimes: Gab es einen Moment in dem Du die Kamera gerne dabei gehabt hättest?
Michael Kirchner: Ich habe sehr häufig die Kamera nicht dabei. Bisher habe ich das auch noch nie bereut. Wenn ich fotografiere, dann meistens sehr bewusst und geplant. Paparazzifotos mache ich gar nicht. Wenn ich also irgendwo einen Erlkönig sehen würde oder mir Angelina Jolie über den Weg laufen würde, wäre nicht unbedingt mein erster Gedanke, dass ich das fotografisch festhalten müsste.

BlogTimes: Was, Wen oder Wo würdest Du gerne mal fotografieren?
Michael Kirchner: Ich freue mich immer, wenn ich Personen fotografieren darf, die eine ausdrucksstarke Persönlichkeit haben und die aktiv am Shooting mitwirken. Ganz besonders angenehm ist die Arbeit mit Leute, die es gewohnt sind, in der Öffentlichkeit oder auf einer Bühne zu stehen. Aber wenn Du konkrete Namen wissen möchtest: Meg Ryan oder Halle Berry würden mich interessieren. Oder etwas ganz anderes: Eine Reportage auf einem Fluzeugträger fände ich sehr interessant. Und vielleicht lebe ich ja auch noch lange genug, um einmal im Weltall fotografieren zu können ….

BlogTimes: Kannst Du Dir ein Leben ohne Kamera vorstellen?
Michael Kirchner:
Zeitweise schon, aber nicht auf längere Sicht.

BlogTimes: Welches ist Deine Lieblingsaufnahme und warum?
Michael Kirchner: Ich finde, die Qualität eines Fotos macht sich vor allem daran fest, dass es einem auch nach 5 oder 10 Jahre noch genausogut gefällt, wie am ersten Tag. Eines dieser Fotos ist diese Aufnahme von Lily, die vor 6 Jahren unter einfachsten Bedingungen in einem Parkhaus nur unter Verwendung eines einzigen entfesselten Systemblitzes entstanden ist.

BlogTimes: Profi,- oder Amateurfotograf – Wird es auch in Zunkunft einen Unterschied geben?
Michael Kirchner: Ja, natürlich. Es gibt Menschen, die nur aus Interesse oder Spaß an der Sache fotografieren, ohne ein kommerzielles Interesse zu haben. Und dann gibt es Fotografen, die mit dieser Tätigkeit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Das wird es auch in Zukunft geben. Was sich in den letzten Jahren geändert hat, ist, dass die Einstiegsschwelle, als kommerzieller Fotograf zu arbeiten, geringer geworden ist. Im gleichen Zuge ist es aber auch schwieriger geworden, als kommerzieller Fotograf erfolgreich zu arbeiten und seinen Lebensunterhalt tatsächlich bestreiten zu könnnen.

Ich danke für dieses sehr interessante Interview und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg in Deinem Werdegang. Hier gehts zum Portfolio. Im Übrigen betreibt er auch den sehr informativen Fotografieblog: Fotografr

Ein Aufruf an alle hobby-, amateur-, semiprofessionelle- oder professionelle Fotografen. Wenn auch Ihr ein sehenswertes Portfolio aufweisen könnt, dann meldet Euch einfach bei mir. Eines ist sicher, wir wollen doch alle, dass unsere Arbeiten bekannter werden.

Euer Namen mit Link zu Euren Portfolio und einer kleinen Beschreibung über Euch an folgende Mailadresse: interview(at)blogtimes.info oder auf diesen Beitrag antworten.

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6 Kommentare

  • Antwort Marketing für Fotografen und Time-Cover mit Bruce Springsteen | OMORI - Fotograf in Mannheim 8. April 2010 um 08:38

    […] führt ein Interview mit mir, in dem ich über meine Arbeit als Fotograf […]

  • Antwort Tweets that mention Fotografen Portfolio - Michael Kirchner | BlogTimes - Fotografieblog -- Topsy.com 10. April 2010 um 00:23

    [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE]
    […] This post was mentioned on Twitter by oli. oli said: @omori_de Glückwunsch zum Interview: http://bit.ly/aCZoek […]

  • Antwort Florian 19. April 2010 um 22:00

    Schöne Fotos & schönes Interview! Danke!

  • Antwort Eine neue Verlosung steht ins Haus... | BlogTimes - Fotografieblog 30. April 2010 um 16:57

    […] sondern ist als Fotograf auf den Bereich People- und Werbefotografie spezialisiert. Ein Interview dazu findet Ihr auf […]

  • Antwort Fotografen-Interviews | Magazin für Fotografie 6. Juli 2012 um 09:37

    […] Schon etwas länger her ist das Interview, dass ich Henning Wüst für seinen Lapplandblog gegeben habe sowie das Interview für Blogtimes. […]

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