Interviews

Fotografen Portfolio – Nina Papiorek

4. September 2009

nina-papiorekDie heutige Fotografenvorstellung ist eine Premiere. Warum? Zum ersten mal werden die Arbeiten eines weiblichen Fotografen vorgestellt – Nina Papiorek. Die 29jährige Oberhausenerin, die sich seit knapp 3 Jahren intensiv mit der Fotografie auseinander setzt, zeigt Aufnahmen aus den Bereichen der Architektur-, Landschafts- und Streetfotografie. Ihre Arbeiten regen den Betrachter zum Nachdenken an, was zum einen an Aufnahmen aus Indien und Nepal liegt, zum anderen durch eine wohlüberlegte Bildkomposition.

Ihre neueste Serie  – Normandie – unterstreicht das Gefühl des Fotografen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Hier passt einfach alles, wie man so schön sagt. Wer nach dieser Vorstellung noch mehr über Nina erfahren möchte, der sollte sich Ihre Webseite sensorfleck.de und Ihr wachsenden Portfolio in der View-Fotocommunity anschauen.


„Das fotografische Sehen kann man nicht käuflich erwerben“ Nina Papiorek

 

nina-papiorek-parisBlogTimes: Wie ist Dein Interesse an der Fotografie geweckt worden?
Nina Papiorek: Eigentlich eher durch Zufall…. Nach bestandenem Studium wollte ich mir selbst etwas gönnen und fast zeitgleich stand ein Urlaub nach Irland vor der Tür. Da lag der Griff zur Einsteiger-Spiegelrefelx-Kamera sehr nah, obwohl ich mich vorher nie großartig für Fotografie interessiert habe.

BlogTimes: Was für eine Kamera verwendest Du und warum hast Du Dich für diese Kamera entschieden?
Nina Papiorek: Ich fotografiere mit dem FourThird System von Olympus. Angefangen habe ich 2006 mit der E-500 und mittlerweile bin ich auf die E-3 umgestiegen. Entschieden habe ich mir damals vor allem aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses für Olympus. Mit der Zeit habe ich die herausragende Qualität der Zuiko-Objektive mehr als schätzen gelernt. Ich finde es zwar schade, dass das Four Third-System „begrenzt“ ist, umsteigen auf einen anderen Hersteller würde ich nur, wenn mich mal der nach Wunsch nach einer Vollformat-Kamera packt. Momentan sehe ich dafür aber (noch ?) keinen Grund.

nina-papiorek-stationBlogTimes: Hast Du schon immer digital fotografiert?
Nina Papiorek: Ja. Ich habe generell erst im Jahre 2006 mit der Fotografie begonnen – damals war die Digitaltechnik schon auf dem Vormarsch. Daher kann ich in meinem Lebenslauf auch  nicht die typische Klischee-Geschichte über meine fotografischen Anfänge erzählen: ich habe niemals mit Opas verstaubter analogen Kamera herumexperimentiert. Eigentlich ist dies ja schon Grund genug, es nachzuholen… mich reizen im Moment vor allem analoge Mittelformatkameras. Ich denke, wer damit umgehen kann, lernt die Technik des Fotografierens erst richtig, die in der Digitalfotografie heute eigentlich gar nicht mehr benötigt wird.

BlogTimes: Wie wichtig ist Dir die digitale Bildbearbeitung bei Deinen Aufnahmen?
Nina Papiorek: Die Bildbearbeitung ist für mich ein sehr wichtiger Faktor. Ich finde es faszinierend, was man durch EBV noch aus einem Foto herausholen kann. Durch die Bearbeitung erhalten meine Fotos erst den letzten Schliff. Ich experimentiere dabei viel herum, fange oftmals nochmal komplett von vorne an. Die Mehrheit meiner Aufnahmen ist schwarz-weiß gehalten, was ebenfalls komplett am Computer entsteht. Feinste Tonabstufungen in den Grauwerten sind mir persönlich sehr wichtig, auch wenn Außenstehende sich oftmals bei einer monochromen Aufnahme nicht vorstellen können, wieviel Arbei dahinter steckt. Im Durchschnitt stecke ich in jede meiner Aufnahmen nochmals rund 30 Minuten Bildbearbeitung per Photoshop und Co.

nina-papiorek-nepal

BlogTimes: Welches war Dein schönstes Erlebnis beim Fotografieren?
Nina Papiorek: Meine schönsten Momente erlebe ich auf Reisen. Und diese versuche ich wiederum fotografisch festzuhalten. Ich liebe es, in fremde Kulturen einzutauchen, andere Lebensstile kennenzulernen und das Leben von einer vollkommen anderen Seite zu betrachten. Einen speziellen Moment als „das schönste Erlebnis“ beim Fotografieren hervorzuheben, fällt mir schwer… ich genieße einfach jeden Moment Freizeit, in der ich die Kamera in der Hand halten kann.

 

BlogTimes: Gab es einen Moment in dem Du die Kamera gerne dabei gehabt hättest?
Nina Papiorek: Seit ich bewusst fotografiere, ist meine Kamera meine treueste Begleiterin. Einen solchen Moment gibt es daher höchstens, wenn ich die Zeit vor 2006 betrachte, aber damals war mir wiederum gar nicht bewusst, dass ich gerne eine Kamera dabei gehabt hätte!

BlogTimes: Was, Wen oder Wo würdest Du gerne mal fotografieren?
Nina Papiorek: Ich würde sehr gerne mal einen afrikanischen Stamm im Alltag beobachten, z.B. die Mursi in Äthopien. Sie sind durch ihren besonderen Körperschmuck,  die Tellerlippen, bekannt. Im Idealfall wäre ich dabei ihr unsichtbarer Begleiter, um sie möglichst natürlich und ungestellt darstellen zu können.

BlogTimes: Kannt Du Dir ein Leben ohne Kamera vorstellen?
Nina Papiorek: Nein.

nina-papiorek-new-yorkBlogTimes: Welches ist Deine Lieblingsaufnahme und warum?
Nina Papiorek: Meine Lieblingsaufnahme ist ein Bild aus New York City aus dem Jahre 2007. Es zeigt  Downtown Manhattan von der Aussichtplattform des Empire State Buildings aus und  ist mit extremen Weitwinkel aufgenommen. Weiterhin liegt mir persönlich meine Serie „Nepali Faces“, eine Portrait-Serie über Dorfbewohner in Nepal, sehr am Herzen. Die Gründe für eine Lieblingsbild sind meistens sehr irrational, man muss „dabei gewesen sein“.

Ich danke für dieses sehr interessante Interview und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg in Deinem Werdegang. Hier gehts zum Portfolio.

Ein Auruf an alle hobby-, amateur-, semiprofessionelle- oder professionelle Fotografen. Wenn auch Ihr ein sehenswertes Portfolio aufweisen könnt, dann meldet Euch einfach bei mir. Eines ist sicher, wir wollen doch alle, dass unsere Arbeiten bekannter werden.

Euer Namen mit Link zu Euren Portfolio und einer kleinen Beschreibung über Euch an folgende Mailadresse: interview(at)blogtimes.info oder auf diesen Beitrag anworten

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4 Kommentare

  • Antwort Frank Wächter 11. September 2009 um 20:28

    Na, das wurde ja auch mal Zeit, dass die Nina mit ihrem außergewöhnlichen Portfolio hier vorgestellt wurde!
    Viele Grüße
    Frank

    • Antwort BlogTimes 11. September 2009 um 21:01

      Das stimmt allerdings. Nina hat schon einen guten Blick was Bildmotiv und -komposition angeht.

  • Antwort Nina 24. September 2009 um 16:55

    Nachträglich nochmal ein dickes Dankeschön, daß ich hier vorgestellt wurde. Eine große Ehre 🙂
    Und danke auch an Frank ! 🙂
    Nina

    • Antwort BlogTimes 24. September 2009 um 18:17

      Gern geschehen! Dein Portfolio muss man ja der Öffentlichkeit vorstellen.

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