Dies und Das, Fotografie

Front- und Backfokus bei Zoom-Objektiven

13. Februar 2011

Patrick von neunzehn72.de hatte bereits vor ein paar Tagen einen Beitrag über dieses Thema geschrieben. Getestet hatte er zwei Festbrennweiten.

Doch wie verhält es sich bei Zoom-Objektiven. Bauartbedingt ist es für diese Art der Objektive kein Leichtes, den Fokus dort zu platzieren, wo es der Fotograf möchte. Aus diesem Grund kann es öfters mal vorkommen, dass diese Objektive einen Front- oder Backfokus aufweisen. Normalerweise merkt man ein falsche Fokussierung bei Verwendung der Offenblende, da hier der Schärfentiefenbereich besonders gering ist. Je weiter abgeblendet wird, umso geringer wirkt sich ein Front/Backfokus aus.

Wie man diesen bei Festbrennweiten feststellen und beheben kann, beschreibt Patrik in seinem Artikel. Bei der Verwendung von Zoom-Objektiven ist zumindest die Behebung der „Falschfokussierung“ nicht unbedingt aufwendiger, aber es kann sehr gut sein, dass man nicht nur eine Einstellung verwenden muss.

Für den Großteil meiner Aufnahmen verwende ich das Nikon AF-S 17-55mm 1:2,8G bei 17mm. Die nachfolgende Testreihe zeigt Beispiele mit 17mm, 35mm und 55mm – jeweils mit aus- und eingeschalteter AF-Feinjustierung. Den entsprechenden Wert (+16), welcher zudem Kamermodellabhängig ist, habe ich anhand einer Testchart bei 35 und 55mm ermittelt. Es funktioniert aber auch mit Batterien…

Wie man sehr schön bei 17mm Brennweite erkennen kann, liegt die Schärfe bei ausgeschalteter AF-Feinjustierung auf dem Logo. Bei eingeschalteter Justierung verschwimmt sie ein wenig.

Bei 35mm ist es genau umgekehrt. Hier nimmt die Schärfe bei aktivierter Feinjustierung zu.

Bei 55mm ist der Unterschied eher marginal, man muss schon genau hinschauen. Allerdings ist auch hier das Logo bei aktivierten Zustand schärfer. Wie schon gesagt, entstand die Testreihe bei Offenblende. Im abgeblendeten Zustand ist der Unterschied, abhängig von der Brennweite, fast zu vernachlässigen.

Da die Ermittlung des entsprechenden Wertes für die AF-Feinjustierung sehr lange und aufwenig ist und zudem für jedes Objektiv getrennt erfolgen muss, ist sie nur etwas für absolute Schärfefreaks bei Offenblende! Ich schalte sie daher zu 99 Prozent bei Zoom-Objektiven aus. Bei Festbrennweiten habe ich den Wert jedoch immer ermittelt und aktiviere die Funktion.

Habt ihr ähnliche Erfahrung mit euren Objektiven gemacht, oder verwendet ihr diese Funktion überhaupt nicht?

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12 Kommentare

  • Antwort jens 14. Februar 2011 um 07:51

    ich muss gestehen, ich kannte diese funktion bisher gar nicht. :-/

    • Antwort BlogTimes 14. Februar 2011 um 08:45

      Also wieder etwas gelernt… Kommt natürlich auf den Kamerahersteller an, ob diese Funktion verbaut ist oder nicht.

  • Antwort Mike 14. Februar 2011 um 15:52

    Oh Danke! Sehr cool.. Ich bin begeistert!

    Herzliche Grüße
    Mike Eisenhower

  • Antwort wecand 15. Februar 2011 um 08:31

    Nun bin ich schon über zwei Jahre mit meiner D300 unterwegs und dachte ich kenne die cam in und auswendig und nun kommst du 😉
    Ich muss mal nachher schauen was ich standardmäßig eingestellt habe und auch mal selbst den front/backfocus an meinen linsen testen. Vom gefühl her ist mein 24-70mm 2.8 durchweg scharf, aber nun reizt mich das thema schon.
    Danke für den Anstoß.

  • Antwort Andreas Jacob 17. Februar 2011 um 17:59

    Sehr interessant. Habe genau diese Probleme bei dem 24 – 70 2.8er…
    Da habe ich keine Ahnung worauf er genau zielt, aber bei Offenblende sind schon mehrere Versuche notwendig, um exakt aufs Auge zu fokussieren.
    Aber soweit ich weiß, kann ich das bei meiner D90 nichtmal festhinterlegen…

    Grüße
    Andreas

    • Antwort BlogTimes 17. Februar 2011 um 18:05

      Hallo Andreas,

      soweit ich weiß besitzt die Nikon D90 die Funktion der AF-Feinjustierung nicht. Erst die Modelle ab D300 bieten diese Funktion. Um eventuell „besser“ zu Fokussieren kann ich Dir nur empfehlen den Live-View Modus zu nutzen. Hatte mich vor einiger Zeit mal mit diesem Thema befasst. http://blogtimes.info/exakte-scharfeeinstellung-durch-nutzung-der-live-view-funktion/

      • Antwort Andreas 18. Februar 2011 um 10:04

        Danke für den Hinweis, bei Landschaften nutze ich den Modus auch ganz gerne. Aber wenn man da ein Hochzeitspaar hat, und verzweifelt versucht, die Augen scharf zu bekommen ist das manchmal schon ganz schön blöd 😉
        Zumindest weiß ich, dass der AF Punkt immer ein bisschen hinter dem anvisierten Puntk ist. Also gehe ich mit dem Kopf ein Stück zurück und dann passt es meistens…

        Gruß

        Andreas

  • Antwort Hochzeitsfotograf 22. Februar 2011 um 16:43

    Tja, das ganze hat nur einen Haken:
    Back und Frontfokus verändern sich auch mit dem Aufnahmeabsatnd. Daher ist auch die Testreihe mit den Batterien für die Praxis nicht wirklich sinnvoll – den wenn man auf unendlich fokussiert, ändern sich die Werte.

    Nikon justiert (afaik) auf Brennweite x30, zu Canon habe ich mal gelesen das Brennweite x50 als Abstandsbasis genommen wird.

    Bei Zoomobjektiven sollte auf eine mittlere Brennweiteneinstellung justieren. Wenn die Endbrennweiten dann massiv daneben liegen, muss die Werkstatt ran.

    • Antwort BlogTimes 22. Februar 2011 um 18:30

      Die Testreihe mit den Batterien soll nur die Problematik für einen möglichen Front/Backfokus veranschaulichen und dient nur der Visualisierung.

  • Antwort nikron 71 3. März 2011 um 16:25

    Danke für die Darstellung eines mir bislang unbekannten Phänomens! Gelegentlich hatte ich das Problem, daß der Schärfepunkt ein wenig, aber doch sichtbar hinter dem anvisierten Punkt liegt (D90 und 16-85mm Nikkor). Seit Dezember habe ich zusätzlich ein 35er/1.8 Nikkor-Objektiv, das Back-Focus-Problem ist hier bei Offenblende mehr als nur ein bißchen sichtbar und sehr störend. Habe auch eine abendliche Runde von Freunden im Restaurant geknipst – alle Gesichter unscharf, aber die Blumen, Stuhllehnen und Gardinen im Hintergrund – oh lala!!! Und ich hatte es auf meine Unerfahrenheit geschoben oder die zu lange Belichtungszeit (30stel bis 60stel bei 1,8er Blende) oder sonstwas!

    Batterie-Test und der Linealtest – Schärfepunkt immer deutlich hinter dem anvisierten Punkt (bei offener Blende!)!!!

    Ein Anruf im Nikon-Service-Center: „Kommen Sie mit Kamera und Objektiven vorbei, es dauert eine Woche und wir justieren das!“ Das klang so, als sei das Problem für Nikon doch recht vertraut!?

    • Antwort Nikron71 5. März 2011 um 21:11

      Nachtrag: Habe noch mal „ältere“ Bilder rausgesucht, die ich mit einem alten Nikon-Manuell-Objektiv (50mm, 1,8) und der nagelneuen D90 bei Offenblende geschossen habe – Schärfepunkt immer leicht aber sichtbar hinter dem eigentlich anvisierten Objekt! Scheint also möglicherweise die Kamera zu sein (damals hatte ich die Dioptrien-Einstellung des Suchers im Verdacht!!!)…

      Ich berichte vom Besuch im Nikon-Service-Center!

    • Antwort S8-CR 1. Januar 2012 um 16:44

      Soso. Bin also gar nicht so ungeschickt bei den letzten ca. 200 Fröschen, Eidechsen, Vögeln und anderen NIKKOR 80-200 2.8 ED Motiven gewesen, meist bei 200 mm. Immer ein bißchen unscharf. Hab auch die Dioptrieneinstellung, mein ermüdetes Auge, Wackler, falsch gezielt, etc… im Verdacht gehabt. Aber nein: Das (mein?) Objektiv hat mit der (meiner?) D7000 und mit der (meiner?) D90 einen Backfokus. Das Vögelchen belegt das. Werds einschicken.

      Schöne Grüße

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