Vor kurzem erhielt ich per Mail einen Gastautoren-Anfrage. Grundsätzlich bin ich gegenüber solcher Anfragen positiv eingestellt. Die jetztige allerdings verfolgte offensichtlich eine ganz andere Strategie. Linktausch – und wie man es nicht machen sollte!

Am 15.02.2010 erhielt ich per Mail eine Gastautoren-Anfrage über einen Artikel, der sich mit der Fotografie beschäftigen soll. Allerdings passten schon mal zwei Dinge nicht zusammen. Erstens bekam ich die Mail an meine alte Blogadresse, die schon seit Mai 2009 nicht mehr weitergepflegt wird. Die Adresse ist zwar noch aktiv, der letzte Blogeintrag dient allerdings nur als Weiterleitung auf Blogtimes (muss ich jetzt mal plattmachen!).  Zweitens, die….. Ach, besser ich zitiere die Mails.

“Ich möchte auf Ihrer Internetseite einen Artikel zum Thema Fotografie / Fotografieren veröffentlichen, der zu Ihrer Homepage passt. Sie können mir auch das Thema vorschlagen. Wäre das möglich? Wenn ja, dann schicke Ich ihnen den Artikel, damit Sie entscheiden, ob sich er zu der Veröffentlichung eignet. Ich möchte nur, dass drin im Artikel (unter einem Wort oder einer kurzen Phrase) ein mit dem Artikelthema verbundener Link zu der entsprechenden Kategorie bei markt.de steht. Auf diese Art und Weise erhalten Sie einen  Artikel ganz kostenlos und ich werde diese Seite durch Bookmark-Services und Foren  weiter empfehlen..

Ich werde für die Antwort dankbar sein.

Mit freundlichen Grüßen
Magdalena Hoffmann”

Wie jetzt?! Ich soll auch noch das Thema vorschlagen. Na, dann kann ich den Artikel ja gleich selber schreiben… Ich dachte mir allerdings, schreibe ich mal zurück und mal schauen was als Antwort kommt. Ich habe also folgendes geschrieben.

“Sehr geehrte Frau Hoffmann,

wie sie vielleicht auf der Internetseite bemerkt haben, wird diese seit Mai 2009 nicht mehr weiter geführt und verweist mit dem letzten Beitrag auf meinen neuen Blog. Schicken Sie mir doch einen Auszug ihres Artikel und ich werde Ihnen nach Prüfung mitteilen, ob er zu meiner Webseite passt.

Mit freundlichen Grüßen”

Für mich war die Sache erledigt, denn ich hatte nicht mehr mit einer Antwort gerechnet und war mir schon sicher, dass ich sicherlich keinen Artikel schreiben werde (sollte  dennoch ein Artikel eintreffen). Doch ich sollte mich irren. Heute erhielt ich die Mail mit besagtem Artikel. Hier nur ein kleiner Auszug, denn ganzen Text müsste man fünfmal lesen, um ihn zu verstehen.

Fotos kann man auch gegen das Sonnenlicht machen, man muss nur ein Objekt wählen, das ganz oder teilweise das auf uns fallende Licht verdeckt. Man muss auf das direkte, starke Licht aufpassen! Dies kann die Funktionen des Fotoapparats stören. Auch sollte der Fotografierende es vermeiden, direkt in die Sonne zu schauen. In solch einem Licht kann man zwei Arten von Fotos machen. Die erste Möglichkeit ist ohne Blitzlampe – dann wird das Objekt ohne Details sichtbar, nur als Silhouette. Die zweite Variante – mit der Lampe – wird die Struktur des Objekts zeigen. Dann können wir zu Hause am Rechner entscheiden, welcher Effekt uns am besten gefällt, oder vielleicht beide…

In der Winterzeit werden in der Natur viele Farben versteckt. Das zwingt den Fotografierenden, über die Komposition und ihre Elemente nachzudenken, also darüber was in der schwarz-weißen Fotografie immer zu beachten ist: die Linie und Gestalt, die uns Bäume oder ihre Kronen anbieten. Aber die Linien bringen uns nichts Interessantes, wenn sie zu den Bildrahmen parallel sind. Viel interessanter sind die schrägen, gebogenen Linien, die in einer Ecke beginnen und in der Nähe des Hauptmotivs enden.

Die viereckige oder quadratische Fläche auf dem viereckigen oder quadratischem Bild ist überhaupt nicht interessant. Es ist besser in den Motiven nach einem Dreieck zu suchen, den man in das Bild so komponieren soll, dass es eine Spannung erweckt.

Kann man ernsthaft glauben, dieser Artikel könnte einen interessieren und was ist das überhaupt für ein Deutsch. Liest sich wie ne schlechte Online-Übersetzung. Im ersten nicht veröffentlichen Abschnitt ist übrigens der besagte Link zum Kleinanzeigenportal Markt.de gesetzt.  Diese ganze Aufwand, nur um an einen Backlink zu gelangen?  Ehrlich, mir wäre das zu doof…

Der eine oder andere fragt sich vielleicht, warum ich diesen Artikel geschrieben haben. Nun, mich würde interessieren, ob ihr schon ähnliche Erfahrungen gemacht habt? Muss im Übrigen nichts mit dem Thema Fotografie zu tun haben.

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