Fotografie, Unterwegs

Gletscherlandschaft am Jökulsarlón – Island Reisetagebuch Tag 12

18. Mai 2011

Nachdem uns gestern der Sturm am Gletschersee Jökulsarlón in Schräglage gebracht hat, konnten wir heute den selbigen noch einmal in fast völliger Windstille erleben und fotografisch genießen.

Wir konnten uns somit mehr auf die Motive konzentrieren als auf das ständige Beseitigen des Salzwasserfilms auf den Objektiven.

Gerade der Gletschersee mit seinen meterhohen Eisbergen verändert sich durch das ein- und ausströmende Meerwasser nahezu zu jeder Tageszeit und bietet den Besuchern einen abwechslungsreichen Blick auf die  faszinierende Gletscherlandschaft. Wir waren wohl offensichtlich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort, denn das ausströmende Gletscherwasser riss meterhohe und tonnenschwere Eisblöcke ins offene Meer, die allerdings durch die starke Brandung wieder an den schwarzen Lavastrand Jökulsar angespült wurden. Einige dieser schweren jahrhundertealten Brocken erstrahlten in ihrem typischen Eisbergblau und waren für uns zum Greifen nah. Bei solchen Anblicken muss ich fortwährend an die Urgewalten dieser Erde denken und daran wie klein und jung doch die Menschheit ist.

Während wir am Jökulsarlón noch fast völlige Windstille erleben durften, zwang uns der aufkommende sehr starke Wind ein paar Kilometer weiter eine geplante Wanderung zum Gletscherrand des Fjallsjökull wieder abzubrechen. Da wir hier zahlreiche Ausläufer des weltweit größten Gletscher außerhalb der Arktis quasi fast vor der Haustüre haben, werden wir morgen sehr wahrscheinlich einen zweiten Versuch unternehmen.

Nach mittlerweile fast 3000 gefahrenen Kilometer und zahlreichen Bergwanderungen merken wir die Reise so langsam in unseren Knochen. Aus diesem Grund werden wir den heutigen Tag entspannt in unserer Unterkunft ausklingen lassen, damit wir für die nächsten Tage noch genügend Power für den weiteren Reiseverlauf haben. Hier erwartet uns dann die Südküste mit ihren scheinbar endlosen schwarzen Lavastränden und faszinierenden Gesteinsformationen, die bis weit in das Meer hinausragen.

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