Fotografie, Unterwegs

Góðan daginn Vatnajökull – Reisetagebuch Island Tag 11

17. Mai 2011

Früh aus den Federn haben wir uns nach unserem Frühstück auf den Weg vom Berufjörðir nach Höfn im Süden gemacht.

Mit 170 km war dies eine der kürzesten Strecken die wir absolvieren mussten und somit begonnen wir den Tag auch sehr entspannt. Der Himmel war leicht bewölkt und die letzten Rentiere, die wieder in die Berge hinauf wollten, wanderten an uns vorbei.

In unserer wundervollen Unterkunft, in der Nähe von Höfn, angekommen haben wir uns sofort auf den Weg nach Jökulsarlón gemacht, einem riesigen Gletschersee der riesige Eisberge mit sich führen soll und mit dem Meer verbunden ist. Blau schimmernd befanden sich die Eisberge eine Stunde später dann letztendlich vor uns. Die Sonne verstärkte die türkisblaue Färbung noch zusätzlich und ich empfand diese Eisgiganten als stumme Riesen, die auf dem See still ihre Runden zogen – vorangetrieben von starkem Wind, der über den See peitschte. Seehunde schauten immer wieder aus den Wellen des Sees hervor und schienen zu warten bis die Besucher verschwinden, um das Ufer als Liegefläche für sich zu nutzen.

Auf der Seeseite, unweit vom Jökulsarlón, fanden wir weitere Motive, die uns als willkommene Fotomotive dienten. Schneeweiße Eisklumpen auf schwarzem Sand, teilweise umspült von der starken Brandung, die vom Wind getrieben in Richtung Land schnellten. Wir trieben unsere Kameras durch den starken Wind und die Gischt, die sich auf unseren Objektiven wie ein klebriger Film festsetzte, an die Grenzen des Belastbaren. Auch meine Hose war völlig durchnässt – Ich fühlte mich wieder wie auf Sylt, wo ich nach jedem Fotoausflug mit nassen Hosen zurück kam weil mich die Wellen wieder erwischt hatten.

Uns war klar, dass eine ausgiebige Reinigungs- und Trocknungsaktion folgen musste, bevor wir den Weg zu unserem nächsten Ziel antreten konnten. Svartifoss – der schwarze Wasserfall am Fuße des Vatnajökull, dem weltweit größtem Gletscher außerhalb der Arktis.

Wieder hieß es Bergsteigen. Unter lautem Stöhnen und Ächzen meisterten wir den 1,4 km langen Bergaufstieg zum Svartifoss, der von oben gesehen eher unscheinbar aussieht. Nach einem kleinen Abstieg ins Tal erscheint der Wasserfall jedoch wie in einem eigenständigen Raum. Dunkelbraune bis schwarze Basaltsäulen laufen senkrecht die Felswände herab und umgeben den Wasserfall in einer art Halbkreis, so dass nur ein Weg hinein und wieder heraus führt. Viele der Säulen, die von oben nach unten laufen und aus erkalteter Lava bestehen, sind bereits ins Flussbett gefallen und lassen eine skurile, unwirkliche Landschaft entstehen. Man könnte meinen man befände sich in einer Höhle, da man fast ausschließlich von Fels umgeben ist. Die Lautstärke des Svartifoss tut sein übriges.

Jeder Aufstieg hat aber auch sein Gutes. Erstens wird man mit dem Ziel belohnt und zweites geht jeder Abstieg vom Berg herunter leichter.

Ich wünsche Euch weiterhin eine schöne Zeit und sage „Goða nótt„ von unserer heutigen Unterkunft aus, einer kleinen Schafsfarm mit vielen kleinen Lämmern, die gestreichelt werden wollen.

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2 Kommentare

  • Antwort chris ruiz 18. Mai 2011 um 16:53

    mal einen Dank an dieser Stelle für die tollen Berichte! Da wird man ja richtig neidisch…. 😉 Passt auf euch auf!
    Gruß Chris

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