Fotografie, Unterwegs

Ich war noch niemals in New York….

12. August 2012

…. Das ist nun vorbei. Letzte Woche bin ich von der Stadt, die niemals schläft zurück gekehrt. Mit dabei, natürlich eine Vielzahl von Aufnahmen, die es jetzt zu entwickeln gilt. Um es kurz zusammen zu fassen. Was für eine ultramegageileabgefahrene Stadt.

Auch wenn es nur 4 Tage waren. So viele Fotos, wie in dieser kurzen Zeit, habe ich noch nicht einmal in knapp 20 Tagen Island aufgenommen. Es lauern quasi an jeder Ecke Motive, die einfach fotografiert werden wollen. Wie ihr wisst, wohne ich zur Zeit in Ottawa und NYC liegt mit knapp 800Km eigentlich um die Ecke. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis ich dort das erste Mal aufschlagen würde. Ganz besonders möchte ich mich an dieser Stelle bei Sven Krohn bedanken, den sicherlich einige von Euch noch von Paddys New York Trip in Erinnerung haben. Er hat mir nicht nur seine Bleibe angeboten, sondern mich fast die gesamten 4 Tage durch die Stadt begleitet. Gerade am Wochenende waren wir 10-12 Stunden unterwegs. Sicherlich hätten auch ein paar weniger Stunden ausgereicht, aber ich wollte das Maximum aus den 4 Tagen rausholen. Laut der Aussage von Sven am letzten Tag, hab ich das wohl auch – und auch meine Füsse haben am letzten Tag zu mir gesprochen….

Für den jetztigen Trip kann ich euch leider keine Unterkunfts-Tipps geben, aber sicherlich für eine der nächsten Reise, denn Sven wird da nicht mehr in NY wohnen…. Gerade wenn man wie ich das erste Mal in NY ist, wird man förmlich von Eindrücken erschlagen. Mein erster Tag war daher eher wie „Oh man, ich weiß gar nicht was ich alles fotografieren soll?“. Ich hab mir daher einen Plan mit möglichen Motiven für die kommenden Tage aufgestellt. Ohne diesen wäre ich fotografisch gesehen völlig verloren gewesen. Einige von euch waren sicherlich auch schon mal in NY und können das bestimmt nachvollziehen.

Der Trip nach NY war für mich auch mit einem Auftrag verbunden. Hier sind nämlich die letzten Bilder für mein im November erscheinendes Buch „Langzeitbelichtung und Nachtfotografie“ entstanden. Sorry, Leuts ein wenig Werbung muss sein… Alledings standen in diesem Fall mehr Nachtaufnahmen, als Langzeitbelichtungen im Vordergrund. Außerdem wollte ich mich unabhängig davon auch wieder der Straßenfotografie widmen. Gerade Letzteres sollte für NY-Fotoreisende auf keinen Fall fehlen. Die Motive dafür scheinen geradezu unendlich zu sein, sind aber leider nicht immer einfach zu fotografieren.

Normalerweise mache ich nicht so viele Aufnahmen von einem Motiv. In NY allerdings mußte ich meine Vorgehensweise über den Haufen schmeißen. Die Schwierigkeit lag darin, eine wirklich gute Perspektive zu finden und gleichzeitig das Bild nicht mit Details zu überfrachten. Aus diesem Grund hab ich mir vorher ein wenig die ganze Situation angeschaut – auch aus verschienden Blickwinkel. Ich muss ehrlich auch zugeben, dass ich einige Möglichkeiten auch ausgelassen habe, da diese auf einem ersten Testbild einfach nur matschig aussahen. Gerade für die Streetfotografie hab ich oft minutenlang auf die richtige Situation gewartet. Manchmal auch zum Leid von Sven….

Natürlich standen bei mir auch die MUST-SEEs auf dem Plan. Angefangen von der Brooklyn Bridge über das nächtliche Treiben auf dem Times Square bis hin zum Aufstieg auf das Rockefeller Center habe ich in der kürze der Zeit schon relativ viel mitnehmen können. Zu einigen dieser fotografischen Hot-Spots bin ich auch mehrmals am Tag hingegangen um vielleicht doch noch ein „besseres“ Bild zu erwischen. Allein mit der Roosevelt Island Seilschwebebahn bin ich sechs mal hin- und her gegondelt. Bei der letzten Fahrt kannte man mich dann schon. Die Schwebebahn verbindet in der Nähe des südlichen Endes des Central Parks Manhattan mit Roosevelt Island und bietet einen fantastischen Blick in die Häuserschluchten. Auf einer NY Reise sollte das auf keinen Fall fehlen. Apropos Reise. Ich hab mich die Ggnze Zeit mit einem 7 Tages-Subway Pass durch die Gegend bewegt. Für gerade mal 29 Dollar lohnt sich das Ganze bereits ab der 12. Fahrt und glaubt mir, die habe ich schon am zweiten Tag erreicht.

Auch wenn auf der gesamten Reise ein fotografische Highlight das nächste jagte, so bin ich über eines ganz besonders froh. Sven hatte mich am zweiten Tag kurzerhand als Assi zu einer Block-Party in Brooklyn mitgenommen. Da stand ich nun, als Lichtassi, bewaffnet mit einem Ranger um den Hals auf einer durch Autos abgesperrter Straße, neben Sven als einziger Weißer….. Von Brooklyn hört man ja immer wieder mal in den New Yorker Nachrichten. Als ich dort war, gabs auch ne Schießerei mit einem Toten. Da wird einem schon mal ein wenig anders. Wir jedenfalls mussten keine Angst, waren wir (also Sven) doch eingeladen eine Tänzergruppe zu fotografieren. Ich selbst habe mich in der Ranger-freien Zeit der Streetfotografie gewidmet. Diese Aufnahmen sind noch nicht fertig und richtig angeschaut habe ich sie auch noch nicht. Selbst wenn sie nichts geworden sind, so freue ich mich über das Erlebte der zwei/drei Stunden in dieser kleinen Straße irgendwo im Stadteil Brooklyn. Selten habe ich soviel Freude und Gastfreundlichkeit erlebt, wie in dieser kurzen Zeit. Ich denke, hier wird noch ein extra Beitrag mit Fotos (hoffentlich) entstehen.

Ich belasse es erstmal dabei und zeige euch lieber noch ein paar Fotos…. Mir fallen nämlich schon die Finger vom Schreiben ab. Apropos Schreiben, das Buch wartet auf mich!

Achja, mit fällt da gerade noch was ein. Die S/W Aufnahme, die das Empire State Building zeigt, habe ich von der obersten Plattform des Rockefeller Centers aufgenommen. Leider ist das Fotografieren dort oben mit Stativ verboten, so dass ich hier keine Langzeitbelichtung machen konnte. Allerdings gab es einen kleinen Mauervorsprung, der mir zumindest Belichtungszeiten von einer Sekunde aus der Hand erlaubte. 25 Dollar habe ich für den Trip mit dem Glasdach-Aufzug nach oben bezahlt. Für die kurze Zeit, die ich da oben war einer teuerer Spaß. Auf dem Foto könnt ihr es ganz gut erkennen – die fette Regenwolke. Gerade einmal vier Aufnahmen könnte ich da oben machen, als Blitz und Donner immer näher kam. Innerlich habe ich natürlich geflucht, dass ich kein Stativ benutzen durfte – es wäre schon eine sehr seltene Aufnahme geworden. Nach ein paar Minuten wurden wir alle da oben wieder gebeten in das Gebäude zu gehen. Ist ja auch verständlich, denn bekanntermaßen suchen sich Blitze die höchsten Punkte. Als einer der ersten bin ich dann von der Aussichtsplatform nach unten gegangen, was sekunden später sehr gute Entscheidung war. Gerade als ich den ersten Schritt auf die Treppe macht und ich quasi mit der Kamera im Trockenen war, begann es wie aus Eimern zu schütten…. Der Kamera hätte das vielleicht nicht geschadet, aber in Anbetracht der laufenden Klimaanlagen im Gebäude wollte ich selbst um keinen Preis naß werden. Dass hätte sicherlich eine Erkältung bedeutet.

Alle Aufnahmen sind übrigens mit der neuen Nikon D800 und dem Nikon AF-S 16-35mm 1:4G Objektiv entstanden – just for Info!

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25 Kommentare

  • Antwort Volker 12. August 2012 um 20:21

    Wow. Super Bilder. Beeindruckend. Freue mich auf weiteres aus NY.

  • Antwort Michael W. 12. August 2012 um 21:00

    Ich war bereits zweimal in NYC und bin jedes mal auf’s neue fasziniert. Die bekannten Hot Spots hatte ich auch alle abgeklappert und auf dem Rockefeller Centers und Empire State Building war ich auch. Da hat man wirklich eine fantastische Aussicht.

    Ein Foto dort oben von einem Gewitter wäre natürlich perfekt. Wobei ich da oben jedoch nicht im freien stehen will.

    Ich bin gespannt auf weitere Fotos.

    Micha

  • Antwort Tom 13. August 2012 um 07:21

    Hi,
    ich machte 2010 eine Tour durch Nordamerika. Weiß also dass nach einiger Zeit die Füße schwer werden. :lol
    Es ging in 15 Tagen von Vancouver – Edmonton – Calgary – Jasper – Banff – Winnipeg – Chicago – Washington D.C. – Philadelphia – New York – Toronto. Also ein wirklich straffes Programm, aber dank Greyhound ziemlich günstig. Glaube ca. 180 € für 15 Tage in ganz Nordamerika.
    New York hat aber alles übertroffen! Leider war ich damals in Sachen Fotografie noch nicht so bewandert, denn zu fotografieren gab es einiges :8
    Ich freue mich sehr auf Dein Buch und hoffe es kommen noch viele tolle Fotos.
    Beste Grüße nach Kanada
    Tom

    • Antwort BlogTimes 13. August 2012 um 13:31

      Das war aber wirklich ein sehr straffes Programm… Danach braucht man ja Urlaub vom Urlaub!!! Die Eindrücke bleiben aber immer in Erinnerung…..

  • Antwort Torsten 13. August 2012 um 11:51

    New York ist wirklich eine geniale Stadt, bei meinem ersten Besuch kam ich gar nicht aus dem Stauenen und als ich wieder zurück war, hat mich das Fieber dazu gebracht ein halbes Jahr später noch einmal hinzufliegen.
    Je öfter man die Stadt besucht umso mehr verlässt man die ausgetretenen Wege der Touristen und beginnt auch Dinge anders zu betrachten so kann es z.B. im Bryant Park oder am Ufer des Hudsons auch zu wunderschönen Aufnahmen kommen.
    Wenn man sich dann eine Art Motto überlegt ist man vollkommen frei, so waren es bei einem weiteren Besuch bekannte Drehorte die es mir angetan haben.
    Als Inspiration kann ich hier nur http://www.scoutingny.com/ empfehlen.
    Kleiner Tipp von mir: vergesst die U-Bahn und versucht mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen. Ich selbst habe es geschafft eine komplette Woche Manhatten zu Fuß zu erforschen.

    Auch das Wohnen in Manhatten selbst ist gar nicht so teuer, es muss nicht immer ein Hotel sein, es gibt zig erschwingliche Appartements die man mieten kann. (Mein letzter Trip war zusammen mit 3 Kumpels und hat pro Nase incl. Flug und Transfer nicht einmal 900 Euro pro Kopf gekostet.)

    Wer also gerne mehr erfharen möchte kann mich gerne über meine Blog kontaktieren oder sich ein paar Tipps unter http://www.weltweise.de anschauen.

    P.S. Geniale Bilder, wenn du nen Scout für NYC brauchst, ich tausche gegen einen Fotokurs 😉

    • Antwort BlogTimes 13. August 2012 um 13:32

      P.S. Geniale Bilder, wenn du nen Scout für NYC brauchst, ich tausche gegen einen Fotokurs 😉

      🙂

  • Antwort n1Ls 13. August 2012 um 14:41

    Für das erste Bild einen sehr coolen Titel gewählt.
    Und überhaupt: Ich glaube jeder Fotograf (ob Amateur oder Profi) wünscht sich sicherlich mal (in) NYC zu fotografieren.

  • Antwort Werner 13. August 2012 um 15:42

    Puuh… Tolle Aufnahmen. Schöner Bericht. Danke! – Und ich freue mich auch sehr auf das Buch

  • Antwort Sirius 13. August 2012 um 16:33

    Tolle Fotos :-))

    Freue mich schon auf dein Buch mit den LZB

    Hier muss ich aber auch sagen dass mir das erste und zweitletzte vom Look sehr gut gefallen, sehen entsättigt aus oder irre ich mich da.

    Kleiner Tipp vielleicht? 🙂

    • Antwort BlogTimes 13. August 2012 um 17:31

      In der Tat, es ist eine Mischung von entsättigten Farben und die Verwendungen von Tonungen. Im Buch wird es anhand von Beispielen beschrieben. Die Farbe der Tonung ist zwar immer vom Motiv und auch von den vorhandene Ursprungsfarben im Bild abhängig, daher wird sich im Buch immer nur einen Grundrichtung finden.

  • Antwort Robert Borgstädde 14. August 2012 um 08:14

    Klasse Fotos, ich glaube ich muss da auch mal hin :yes

    Gruß
    Robert

  • Antwort Gian 14. August 2012 um 12:20

    wow super fotos hier bekommt man ja gerade auch lust nach NY zu gehen!

  • Antwort Jörg Fischer 23. August 2012 um 10:01

    Wirklich sehr beeindruckende Bilder und ein schöner Bericht. Jetzt freue ich mich noch umso mehr auf meinen baldigen Besuch ;o))

  • Antwort Markus 27. August 2012 um 10:52

    Verdammt schöne Fotos – ich hoffe, da kommen noch mehr… auch auf das Buch bin ich sehr gestammt!

    Finde ja New York in seiner Gesamtheit unglaublich vielfältig, wie du es auch schon beschrieben hast… von Menschenmassen am Times Square über „Dorfatmosphäre“ in Teilen Brooklyns bis zum Charme der „guten, alten Zeit“ auf Coney Island. Geniale Stadt 🙂

    PS.: Danke für den Tipp mit der Roosevelt Island Schwebebahn, die sagte mir noch gar nichts 🙂

  • Antwort Jo 31. August 2012 um 10:49

    Sind absolut genial, Deine Bilder…! Und noch genialer finde ich, dass Du ein Buch schreibst. 🙂

  • Antwort Beatrix Alfs 9. September 2012 um 10:05

    Obwohl mich persönlich New York nie als Ziel gereizt hat, muss ich aber sagen, dass die Fotos echt faszinierend sind!

  • Antwort On Tour mit Ronny Ritschel zum Regeln brechen » Lichtvagabund 18. September 2012 um 13:45

    […] steht es zumindest auf seinem Blog BLOGTIMES. Ronny ist aber nicht nur erfolgreicher Blogger, sondern auch Buch-Author. In Kuerze wird sein Buch […]

  • Antwort Michael 24. September 2012 um 20:00

    Ein sehr spannender Bericht und deine Bilder sind einfach nur GENIAL! Weiterhin gut Licht 🙂 Viele Grüße Michael

  • Antwort Veränderungen, Pläne, Workshops und was sonst noch so geht... | BlogTimes - Fotografieblog 5. Januar 2013 um 12:57

    […] übrigens “Street und Architektur”. Einen Eindruck, was euch erwartet, könnt ihr in diesem Beitrag sehen. Da der Termin noch nicht feststeht, könnt ihr hier gerne noch mitentscheiden. Einfach euren […]

  • Antwort Christina 12. Juni 2013 um 10:44

    Oh wow! Die Bilder sind einfach nur klasse und zeigen mir wieder einmal: Da muss ich hin! 😀
    Ich wäre aber von dem Überangebot an zu fotografierenden Objekten und Personen total überfordert. 😉

    Schöne Grüße
    Christina

  • Antwort Vanessa 23. Juni 2013 um 16:08

    Toller Beitrag „!!! *_* New York ist bestimmt ein traum !! Ich würde so gerne dahin ! Aber deine Bilder sind super ! welche Kamera hast du ? 🙂 Wie kriegst du die Nachtbilder so gut hin ? Ich shaffe das nie 🙁

    Lg
    vanessa
    http://albers-fotografie.blogspot.de/p/reisen.html

  • Antwort Florian R. 17. April 2015 um 00:01

    Hallo,

    ich habe Deine Aufnahmen in der Vergangenheit bereits bei 500px bewundern können und hab` heute erst Deinen Blog entdeckt. Wirklich großartige Aufnahmen die Du – gerade auch mit dieser Serie – präsentierst. Deine Sichtweisen und Dein fotografisches Gespür für gute Momente sind besonders und überzeugen durch eine durchdachte und aussagekräftige Bildkomposition. Komplettiert werden die Aufnahmen dann noch durch eine stimmige Nachbearbeitung – die Tönung, die harten Kontraste und auch die schwarz-weiß Umwandlung – grandios! Der Flair der Stadt New York wird durch obige Bilder sehr authentisch vermittelt.

    Viele Grüße,
    Florian R.

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