Fotografie

Kameras machen Leute…?

24. Februar 2011

Wir kennen ja alle den Spruch… Kleider machen Leute, aber gilt das im übertragenen Sinne eigentlich auch für unsere Kamera? Fotografieren wir eigentlich besser mit professionellen und/oder neuem Equipement?

Es vergeht fast kein Tag, der uns nicht über irgendwelche Kameraneuheiten informiert. Bei manchen Herstellern könnte man denken, dass der Produktzyklus an die Jahreszeiten gekoppelt ist – so oft kommt ein neues Modell auf dem Markt. Dieses  ist dann natürlich wieder vieeeel besser als der Vorgänger. Mir stellt sich hier die Frage, was man mit neuen Modellen kann, was die „alten“ nicht konnten – oder muss man die Frage  anders stellen? Macht eine bestimmte Kamera einen professionellen Fotografen aus dir?

Ich bin mir durchaus bewusst, dass man das überhaupt nicht pauschalisieren kann. Der bekannte Spruch, die Kamera ist nur Mittel zum Zweck passt an dieser Stelle nur zu gut. Warum streben wir (nicht alle, mich aber eingeschlossen)  nach den neuen Modellen. Weil uns die Hersteller suggerieren, dass das neue Model eben besser ist, oder weil wir uns dadurch „bessere, kreativere“ Bilder erhoffen, die uns zum Pro machen könnten?

Wie ihr seht, Frage über Fragen…

Ich für mich kann sagen, und nein jetzt kommt nicht, dass ich mit ner fünf Jahre ollen Digiknipse fotografie und zufrieden bin. Ich für mich kann sagen, dass ich es kaum noch erwarten kann, bis Nikon eine neue Kamera auf dem Markt bringt. Ob es jetzt eine Crop- oder in meinem Fall eine Vollformatkamera ist, sei mal dahingestellt. Das ich mit diesem Modell professioneller werde, verspreche ich mir nicht. Ich sehe mehr die Möglichkeiten, die mir dieses verbesserte Technik bringt. Das kann zum einen die bessere Fokussierung sein, oder eine größere Auswahl an Messfeldern, eine bessere Belichtungssteuerung um die Spanne beim Motivkontrast zu erhöhen. Das kann aber genausso gut die Größe des Sensors sein, die mich in der Nachbearbeitung kleinere und dennoch sehr gute Ausschnitte erstellen lässt, usw..

Wie verhält es sich bei euch? Neue Kamera – bessere Bilder, oder steckt vielleicht doch mehr dahinter?

Die Bilder sind übrigens mit einer Nikon D300 aufgenommen – just for info!

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16 Kommentare

  • Antwort Matthias 24. Februar 2011 um 11:50

    Ein sehr interessanter Artikel, die selben Fragen stelle ich mir auch immer wieder, nicht nur im Bezug auf Kameras. Warum sollen wir uns jedes Jahr ein neues Handy zulegen oder einen neues TV-Gerät mit einer höheren Bildfrequenz und 3D? Ich glaube auch nicht, dass ein neues Kameramodell einen professionelleren Fotografen aus mir macht, Ich kaufe mir nicht gleich neueste Modell, nur weil ein Hersteller mir zu verstehen gibt „Die neue Kamera ist viel besser als deine alte“.

    Sicherlich bringen neue Modelle gewisse Verbesserungen mit sich, aber sind die Fortschritte in der Technik es wirklich Wert jedes mal einen neuen Body zu kaufen? Sicherlich nicht, dafür sind mir persönlich die Kosten viel zu hoch.

  • Antwort Heiko 24. Februar 2011 um 12:30

    Hallo,

    ich würde nicht sagen das Kameras Leute machen oder zu besseren fotografischen Fertigkeiten verhelfen aber aufgrund von PRO Material, wie in deinem angeführten Beispiel Vollformat, kann man sich einen Bildlook erkaufen.
    Ganz konkret die schönere Freistellung bei einer Vollformatkamera und offener Blende. Du hast bei schwierigen Situation mehr Luft, in Hinsicht auf Bildrauschen etc.
    Ebenso verhält es sich nach meiner Meinung mit den Objektiven, bei entsprechender Kamera siehst du den Unterschied zwischen PRO und Hobby Linsen.
    Ein besserer Fotograf wirst du damit mit Sicherheit nicht, denn dieser weiß z.B. wie man schwierige Situationen gezielt als Stilmittel einsetzen kann.

    LG Heiko

  • Antwort Oliver 24. Februar 2011 um 12:49

    Das ist eine ewige und leidige Diskussion, die viele in die falsche Richtung lenkt. Man macht keine besseren Bilder, wenn man eine „fette“ Kamera hat. Man hat dadurch nur evtl. mehr technische Möglcihkeiten, um seine Vorstellungen besser umzusetzen.
    Ich habe über 4 Jahre mit der Nikon D200 fotografiert und bin seit ca. 3 Monaten auf die D700 umgestiegen. Also von Crop auf Vollformatsensor. Mache ich deshalb „bessere“ Bilder. Nein…ich habe nur mehr Möglichkeiten für meine Kreativität. That’s all… :yes

    • Antwort BlogTimes 24. Februar 2011 um 12:57

      „Eine ewige und leidige Diskussion, die viele in die falsche Richtung lenkt.“ Recht hast du… Vielleicht sensibilisiert der Beitrag und vor allem eure Kommentare die Betreffenden dafür…

  • Antwort Christian Rohweder 24. Februar 2011 um 13:12

    Neue Kamera, bessre Bilder? Nein, im ersten Step oft sogar schlechter. Jedenfalls dann, wenn man einen grundlegenden Kamerawechsel vollzieht, z.B. von einer Bridge auf eine DSLR, oder von Crop auf Vollformat. Da gibt es einfach neue Gegebenheiten an die man sich erst gewöhnen muss.

    Eine neue Kamera ermöglicht nicht grundsätzlich bessere Bilder, aber teilweise andere Bilder. Wenn ich an meinen Wechsel von der R1 auf die D700 denke, dann ist allein Performance ein Gesichtspunkt. Die R1 ist nicht unbedingt für Sportfotografie geeignet oder ISO jenseits von 800 praktisch nicht nutzbar wenn das Licht mal schwach wird. Da bin ich einfach an die technischen Grenzen der Kamera gestossen und habe mich auf die Suche nach einer Nachvollgerin gemacht.

    Ja, der Schritt von der Sony auf die Nikon war ein großer. Aber ich hatte auch keine Lust, mir nach zwei Jahren schon wieder eine neue Kamera kaufen zu müssen. Meine jetzige Kamera hält für mich noch sehr viel unausgschöpftes Potential bereit, da werde ich noch lange mit arbeiten können.

  • Antwort Paddy 24. Februar 2011 um 21:48

    Interessant, habe heute einen ähnlichen Post geschrieben. Dieses mal bist Du mir aber zuvor gekommen 😉

    • Antwort BlogTimes 25. Februar 2011 um 05:57

      Auf Jeden Fall lesenswert, vor allem die Kommentare!!!

  • Antwort Reiner 25. Februar 2011 um 06:12

    Was Oliver dazu sagt, könnte auch von mir kommen. Ich liebe meine D200, schliesslich haben wir schon viel zusammen durchgemacht. 🙂
    Im Moment warte ich noch auf meine bestellte D700. Bessere Bilder werde ich damit sicherlich auch nicht machen, sie gibt mir aber mehr Möglichkeiten zur Hand.
    Eine neue Kamera oder ein neues Objektiv kann sich aber durchaus positiv auf die eigene Motivation auswirken. Dabei heisst „neu“ aber nicht „das neueste“, es kann auch eine gebrauchte Neuanschaffung sein.

    LG, Reiner

  • Antwort Thomas 25. Februar 2011 um 12:37

    hallo zusammen,

    endlich mal ein Comment aus dem „echten“ Leben 🙂

    Mir hat letztens einer gemailt, er findet meinen „raw style“ gut.

    Ich auch, denn mit der „alten“ Pana FZ20, 5mio Pixel, max 400asa runterskaliert auf 640×480 kam daß schon sehr „raw“ rüber im web im Vergleich zu den HDR ge-photoshop’ten Bildern des lobenden Fotografen.

    Fazit: Wenn die Bilder wirken, kann man auch mit technischen Einschränkungen bewusst Unschärfen und einen rohen Stil einsetzen.

    Meine Kamera macht eben gute Bilder.

    I like it 🙂
    Thomas

    ps> Im übrigen hat ich vorgestern ne F3 in der Hand, die beim lokalen Händler 2nd hand neben einer F4 steht, für lächerliches Geld zu haben.

  • Antwort Ralf 26. Februar 2011 um 13:17

    Interessanter Post und gute Kommentare… Ich bin nicht alleine mit meinen Überlegungen :lol

    Zu Deiner Frage kommt von mir ein entschiedenes „Ja und Nein“ 😕

    Momentan bin ich voll auf dem iPhone-Hipstamatic-Trip. Die Bilder sind, wie Thomas so schön geschrieben hat „raw“, verpixelt, verwackelt, in einer ansprechenden Art unperfekt. Gefällt mir sehr, und scheint beispielsweise in der View-Community auch gut anzukommen.

    Aber andererseits: ich giere schon auf die Nikon D800, warte sehnsüchtig auf den Nachfolger der D700. Momentan hab ich die D70 und die D300 – tolle Kameras, die mich jeden Tag aufs neue fordern. Ich komme von der analogen Zeit, damals mit Minolta SLR geknippst. Der Crop der D70/300 nervt manchmal, vor allem bei Offenblende. Und jenseits von ISO 500 (D70) bzw ISO 800 (D300) gibt es doch das eine oder andere Smartie… Daher mag ich eine bezahlbare VollformatDSLR haben :love

  • Antwort Chris 1. März 2011 um 01:39

    Guter Artikel und auch ein durchaus spannendes Thema. Ich habe 4 Jahre lang mit meiner EOS350D fotografiert, mir ab und an mal ein neues Objektiv gegönnt (wenn einem eben z.B. noch ein Tele gefehlt hat, weil man schlichtweg noch keines besessen hat 😉 ). Bin jetzt letzten Sommer auf die 50D umgestiegen und vollkommen zufrieden. Für mich war es ein sehr großer Sprung und ich will die 50D auch nicht mehr missen, allein wegen dem Wheel, dem größeren und schärferen Bildschirm, Liveview etc. . Doch was mache ich hier? Ich zähle auch nur Vorteil der Technik auf, ob meine Bilder dadurch besser geworden sind oder nicht kann ich persönlich nicht einschätzen, das wäre meiner Meinung nach auch zu hoch gegriffen, die Bewertung meiner „Werke“ ist den Betrachtern vorbehalten.

  • Antwort Frank 4. März 2011 um 09:41

    Ich denke schon das der ein oder andere sein Equipment als ‚Poser‘ kauft.

    Das fängt bei denen, an die mit ner 1Ds MkIII und nem 70-200 L IS USM II umlaufen und über das grüne Rechteck nicht hinauskommen und hört bei denen auf, die den ganzen Tag Testcharts fotografieren um über die ‚unzulänglichkeiten‘ zu diskutieren.

    Ich laufe schön mit meiner 450d rum, ner 50er oder 85er FB und freue mich über meine Bilder. Nur zum Protzen reichts leider nicht.

    Ähnlich komisch finde ich momentan diesen ‚Analog‘ Trend mit dem Modebegriff ‚Entschleunigung‘ ….. alle möglichen Leute laufen mittlerweile durch die Gegend und sind grad unheimlich ‚Hip‘ weil sie analog fotografieren. (Nur um die Rollen in den nächsten Schlecker zu tragen, weil sie kein eigenes Labor haben).
    Aber die Bilder sind natürlich alle ganz große Kunst und unheimlich ‚in‘ weil analog und nicht weil ‚gut’….

    Naja, jedem das seine…

    Lg
    Frank

    PS. Und an meinen Bildern würd sich wahrscheinlich nix ändern, selbst wenn auf meiner Kamera Hasselblad steht (welches ich natürlich abkleben würde…) …. momentan ist nicht die 450d schuld wenn sie ab und an schlechte Bilder macht :-

    • Antwort Robert 6. Juli 2011 um 15:05

      Hasselblad – dann bisse watt. 😉

    • Antwort Christoph 8. Oktober 2011 um 06:31

      „Das fängt bei denen, an die mit ner 1Ds MkIII und nem 70-200 L IS USM II umlaufen und über das grüne Rechteck nicht hinauskommen“

      Von den Spinnern sehe ich derzeit genügend auf dem alljährlichen Jahrmarkt rumlaufen. Der Gipfel war jmd mit derer Kameras zwei. Und was hat er fotografiert: besoffene Personengruppen, die nachher auf x00Xx00 runtergepixelt auf irgendwelchen Partyseiten zu sehen sind 😉

  • Antwort Christian Rohweder 4. März 2011 um 17:40

    @Frank: Ja, so Menschen gibt es. „Durfte“ da vor Kurzem so einen kennen lernen. Als der mitbekam das ich Berufsfotograf bin kam er mit so Sprüchen unter Vollformat ginge ja gar nix, und andere Kameras könne er nicht ernst nehmen.

    [ ] er hat verstanden worum es in der Fotografie geht.

  • Antwort Rückblick 2011 – Was dieses Jahr so alles passiert ist... | BlogTimes - Fotografieblog 20. Dezember 2011 um 20:19

    […] um endlich vom Crop aufs Vollformat umsteigen zu können. Ich mache mir Gedanken darüber, ob „Kameras Leute machen….“ und aus dem Gedanken nach Island zu reisen, wird eine feste Planung. Ich freu mich […]

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