Fotografie, Unterwegs

Kingman – Route66 und die Sportsman Bar

6. April 2013

A1-KingmanDrei Tage Death Valley liegen hinter uns und auf dem Weg ins 8 Autostunden entfernte Page am Lake Powell in Arizona haben wir einen kurzen Übernachtungsstop in Kingman eingelegt. Diese amerikanische Kleinstadt, welche wohl irgendwann in den 70er stehen geblieben ist, liegt quasi direkt an der legendären Route66, ebenso an einer Gütertransportstrecke welche unmittelbar durch die Stadt führt. Alle 15 Minuten wechseln sich so Harley-Sound und Diesellok-Lärm ab. Was für eine Mischung – sehr geil.

Das Kingman an der Route66 liegt hatten wir gar nicht auf dem Schirm, aber wenn man schon mal hier ist, sollte ein Besuch in der Sportsman Bar welche natürlich direkt gegenüber der Bahngleise liegt, nicht fehlen. Sportsman Bar? – noch nie gehört, wird sich der eine oder andere denken. Richtig, ist auch völlig unscheinbar und sicherlich nicht im Tripadviser verzeichnet. Auf der Suche nach einem Feierabend-Bierchen sind wir eher zufällig auf die Bar gestoßen. Wahrscheinlich auch deswegen, weil es die einzige Hütte war, an dessen Eingangstüre ein neonfarbenes „Open“ Schild leuchtete. Neben einer Gruppe, sagen wir mal kräftigen Amis, waren wir und die Wirtin die einzigen Gäste. Interessant war gleich zu Anfang die Muke, die aus einer neumodernen Jukebox die Bar mit Leben erfüllte – Es lief Ramstein….!

Bestellt hatte ich ein Bud-Light – musste ja noch ein wenig zum Motel zurückfahren. Geschmackstechnisch ganz Ok, aber lassen wir das. Wir hatten uns mittlerweile dem Pooltisch zugewandt, der scheinbar schon die besten Jahre hinter sich hatte. Egal, dachten wir uns – was kostet die Welt und fragten die Wirtin nach dem Spieleinsatz. Guys, it takes some twentyfive cent pieces…. Supi, also umgerechnet nen Euro reingehauen. Ramstein lief immer noch im Hintergrund. Wir spielten also zwei, drei Runden und zauberten die Kugeln in die Löcher. Ramstein war den Jungs, die schon ordentlich einem im Tee hatten, wohl doch zu heftig und so begann ein erstes Gerangel. Schwitzkasten, Beinschere kamen später noch hinzu. Der Tresen wackelte, die Stühle flogen, die Wirtin schrie – wir unterbrachen unser Spiel und überließen der Truppe unseren Platz. Das war offensichtlich eine Einladung und der Kampf wurde auf dem Barboden fortgesetzt…. Wir nahmen unsere Bierchen und verfolgten das Spektakel.

Die Jungs, die laut Aussage der Wirtin selbst Polizisten, Gefängniswärter oder Sicherheitskräfte waren, beruhigten wenig sich später wieder und wir konnten noch eine Runde Pool spielen, bevor es wieder zurück zum Motel ging. Wir mussten ja früh raus, die Fahrt über den South Rim des Grand Canyon bis nach Page sollte knapp 9 Stunden (mit Fotopausen) dauern.  Leider gibt es vom Abend keine Bilder, denn wir hatten vor dem nächtlichen Barbesuch die iPhones im Motel gelassen – brauchen wir ja nicht;passiert ja nichts!

Es war also wieder mal ein toller Tag – achja Fotos haben wir natürlich auch gemacht!

 

 

 

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5 Kommentare

  • Antwort Flo 6. April 2013 um 10:57

    Tolle Geschichte. Hört sich an, wie aus einem Film 🙂 Aber an allen Klischees ist dann doch auch etwas Wahres dran. Diese Hinterwelter, wie man sie nennen könnte 🙂
    An Kingman sind wir letztes Jahr auch vorbei gekommen. Sind aber nur für eine kleine Pause kurz runter vom Freeway. Jetzt, wo du dieses Flair beschreibst, ist das natürlich etwas schade. Aber auch wir hatten noch einen langen Weg zum Grand Canyon vor uns. So dass wir eine längere Pause nicht in Betracht zogen. Schade eigentlich.

    In Page gehe ich davon aus, dass ihr den Antalope Canyon und den Horseshoe Bend besucht habt. Ich hoffe, ihr habt die Photographer Tour gebucht. Denn die normale Tour war extremst anstrengend mit den vielen rücksichtslosen Touristen. Hab dazu damals nen kurzen Erfahrungsbericht geschrieben:
    http://www.flickr.com/photos/_flowtation/7626967780/in/set-72157630539452732

    Wünsche euch noch viel Spaß und bin gespannt auf eure weiteren Bilder.

    • Antwort BlogTimes 6. April 2013 um 14:57

      Wir waren bisher im Lower Antelope und sind und noch nicht sicher, ob sich der Upper lohnt??!

      • Antwort Flo 6. April 2013 um 20:09

        Hab’s mittlerweile schon in deinem Instagram-Blog gesehen. Wenn ihr den Lower Antelope schon im Kasten habt, dann würde ich eher hoch zur Wave fahren. Horseshoe Bend ist ja auch noch in unmittelbarer Nähe 😉

        • Antwort BlogTimes 7. April 2013 um 01:43

          Genau mein Gedanke.. Waren heute bei der Wave! Krasse Geschichte wieder!

  • Antwort Christian 10. April 2013 um 16:11

    Wow! Danke das Du von Deinem Trip berichtest. Ich werden dran bleiben…

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