Fotografie

Kreativ mit dem Weitwinkel

7. Juni 2011

Seit mittlerweile zwei Jahren benutzte ich fast ausschließlich mein 17-55mm. An sich ist daran nichts besonderes, denn durch den Brennweitenbereich zählt es ja zu den Standard-Objektiven bei Crop-Sensoren.

Allerdings benutze ich das Objektiv zu 90 Prozent bei 17mm, was umgerechnet knapp 28mm sind. Ein ausgewachsenes Weitwinkel ist es zwar nicht, aber mit seinen 28mm zählt es zumindest schon dazu. Ab und an wünsche ich mir noch ein paar mm weniger, aber in ein neues DX Objektiv möchte ich, kurz bevor ich auf Vollformat (ich hoffe die D800 kommt bald…..) umsteige, nicht mehr investieren. Aus diesem Grund habe ich mich letzten Monat sehr gefreut, als ich mit BlogTimes Leser Nils unterwegs war und sein Nikon 10-24mm Objektiv v benutzen konnte.

Bei 10mm ist es gar nicht so leicht den richtigen Bildausschnitt zu finden, denn durch den großen Bildwinkel muss man unheimlich auf die Belichtungmessung achten. Gerade bei Motiven, die viele unterschiedliche Lichtverhältnisse beinhalten, stößt die Kamera mit ihrem „geringen“ Kontrastumfang doch schnell an ihre Grenzen. Da ich kein Fan von HDR-Aufnahmen bin, habe ich mir daher angewöhnt bei schwierigen Lichtsituationen die Belichtung um max. 1 1/2 Blenden nach unten zu korrigieren. Allerdings sollte man dies nur bei RAW Aufnahmen machen, denn diese lassen sich nachträglich noch bis zu 2 Blendenstufen verändern.

Das Weitwinkel erreicht durch die Brennweite nicht nur einen großen Bildwinkel, sondern auch eine viel größere Tiefenwirkung als Standard-Objektive. Gerade bei Landschafts- oder Architekturaufnahmen ist das ein entscheidender Vorteil,  den ich gerne ausnutze. Außerdem kann ich mit einem Weitwinkel relative lange Verschlusszeiten benutzen (auch jenseits der magischen 1/50 Sek.). Bei 17mm habe ich es zumindest mal geschafft eine 1/15 Sekunde freihand zu halten. Der dadurch erzielte Verwisch-Effekt bei bewegten Motiven gibt dem Bild eine zusätzliche Dynamik.

Auch die viel verhasste perpektivische Verzeichnung oder die mögliche sichtbare Vignettierung, die bei Weitwinkelobjektiven normal ist, kann als kreatives Stilmittel eingebunden werden und so den fotografischen Horizont erweitern.

So genug über das Weitwinkel sinniert. Wie kreativ seit ihr mit dem Weitwinkel? Gerne könnt Ihr Euren Kommentar mit einem Bildbeispiel versehen. Wie das funktioniert könnt ihr hier lesen -> Bilder zu einem Beitrag hinzufügen

PS: Hmm, obwohl die Aufnahmen fürs Web nachgeschärt wurden, erscheinen sie hier ein wenig unscharf – komisch!? Wer weiß Rat?

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15 Kommentare

  • Antwort ThilliMilli 7. Juni 2011 um 22:18

    Gerade das 1. Bild gefällt sowohl in der von Dir beschriebenen Tiefenwirkung als auch bei der Farbgebung. Eine angenehme Kühle verleiht der Aufnahme eine ungewohnte Klarheit.

    Kann Dir übrigens nachempfinden. Bin selber „nach unten hin“ auf 17mm begrenzt. Bei mir ist es allerdings das 17-70. Tja, die D800 – da warten wohl einige drauf..

    • Antwort BlogTimes 7. Juni 2011 um 22:21

      Danke Dir. Falls Du auch ein WW-Foto hast, dann kannst Du es gerne hier zeigen…auch wenn es nur 17mm 🙂

  • Antwort Ronny Behnert 7. Juni 2011 um 22:38

    Ein Thema, das mir ausgesprochen gut gefällt. Schöner, lockerer Beitrag. Ein Weitwinkel, richtig eingesetzt, stellt einen besonders effektiven, fotografischen Bereich dar.

  • Antwort Thomas Brotzler 8. Juni 2011 um 01:01

    Ich liebe mein Canon EF 17-40mm 4,0 L USM an der 5D Mark II. Verzeichnis und Vignettierung halten sich sogar bei den effektiven 17 mm in korrigierbaren Grenzen. Und in der Landschaft schafft es einfach eine wunderbare Tiefenwirkung (beiliegendes Bild mit 23 mm effektiver Brennweite) …

  • Antwort lichtbildwerkerin 8. Juni 2011 um 18:22

    Hi, ich habe in Hongkong gelebt, als ich mit dem Fotografieren anfing. Dort sind Straßen und Hochhäuser einfach riesig und schnell stand fest, dass ich ein WW brauche. Mir haben die 12mm (bzw. 18mm DX) immer gereicht. Ich benutze das Tokina nur noch selten, habe mir aber gerade notiert, dass ich damit mal eine Langzeitbelichtung ausprobieren muss, denn ich habe dazu sogar einen tollen Graufilter (64X – noch nie benutzt…..) Danke für den Anstoß 🙂

    • Antwort BlogTimes 8. Juni 2011 um 21:02

      Der 64er hat meines Wissens ein Verlängerungsfaktor von 6 Blendenstufen. Ist manchmal noch zu wenig, gerade bei sehr hellem Tageslicht. Musst du aber mal testen. Hong Kong würde mich auch mal reizen…

      • Antwort lichtbildwerkerin 8. Juni 2011 um 21:07

        Welche Stärke würdest du für effektvolle Bilder empfehlen, z. B. stark verwischter Himmel, nebeliges Wasser?

        • Antwort BlogTimes 8. Juni 2011 um 21:26

          Die Stärke der Dynamikeffekte bei Langzeitbelichtungen sind ja von Faktoren, wie Tageslicht, ziehende Wolken usw. abhängig. Ich selber benutze nur den B+W Graufilter 1000x. Mit diesen 10 Blendenstufen kann ich gut arbeiten um die gewünschten Effekte zu erzielen. In der Handhabung ist er zwar aufwendiger, weil man die Belichtungszeiten manuell ermitteln und an der Kamera einstellen muss. Aber dafür bietet er mir eine größere Verwendungsbreite als vergleichbare Filter mit einer geringeren Stärke.

          • lichtbildwerkerin 8. Juni 2011 um 23:11

            Danke für die Erläuterung. Ich probiere jetzt erstmal mit dem vorhandenen Filter.

  • Antwort Markus Jerko 8. Juni 2011 um 19:21

    Schön geschriebener Beitrag, seh ich genauso wie du, bin auch ein WW Fan!
    Was ich auch mag, ist mit dem WW nah ran, die Nahgrenze ist da ja meist relativ gering und die Effekte sehr schön!

    ciao Markus

    • Antwort BlogTimes 8. Juni 2011 um 21:03

      Genau Weitwinkel heißt ja nicht, dass immer viel Inhalt aufs Bild muss…

  • Antwort wecand 9. Juni 2011 um 00:42

    Schönes Thema. Ich selbst bin fast zu 80-90% mit meinem Sigma 10-20mm unterwegs und fast immer auf 10mm Anschlag (Nikon D300). Bedingt durch mein Lieblingsgenre Architektur lassen sich tolle Effekte mit UWW erzielen. Gerade bei Hochhäusern macht die Tiefenwirkung enorm Spaß. Bei Landschaftsaufnahmen dagegen wähle ich gerne auch mehr als 20mm.

    PS: ich mag den Bearbeitungsstil bei deinem ersten Bild.

  • Antwort alex 11. Juni 2011 um 09:36

    Moin,
    also ich arbeite seid 2 jahren mit einem 10-20 weitwinkel von sigma und benutze cokin filter und bin sehr zufrieden. der nachteil an dem filtersystem ist halt der aufwand sie zu benutzen aber es lohnt sich weil das ergebnis super ist.

  • Antwort hiacynta jelen 18. Juni 2011 um 16:23

    Also ich fotografiere schon seit mehr als 5 Jahren mit einem Weitwinkel, mit der Crop Kamera habe ich nahezu immer mein Sigma 10-20 benutzt und hauptsächlich sind die Aufnahmen mit 10mm entstanden.
    Nun gut, jetzt habe ich die 5d und das Sigma 12-24, also Weitwinkel pur! Aber ich muss gestehen, ich tue mich etwas schwer mit dem 12-24. Durch die Crop und das 10-20 habe ich zwar genug ERfahrungen gesammelt um mit WW umzugehen, aber mit dem 12-24 und Vollformat klappt es nicht so ganz.Es ist wirklich nochmal eine andere Hausnummer und wie du schon sagtest, mir fällt es schwer den richtigen Blickwinkel zu finden und all zu oft habe ich extrem viel Boden/Himmel auf dem Bild was manchmal doof aussieht.
    Aber mit sind auch mit der Kombination bereits recht gute Aufnahmen gelungen wie ich finde, ein Beispiel habe ich mal angehängt.

    • Antwort BlogTimes 18. Juni 2011 um 17:31

      Schicke Aufnahme…. Das kann ich gut nachvollziehen. Echte 12mm fordern den Fotografen in Sachen Bildgestaltung ungemein.

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