Equipment, Fotografie

Künftige Speicherkarten sind nur begrenzt nutzbar…

1. April 2012

Kürzlich erhielt ich eine Info, dass man die Einführung sogenannter disposable memory cards (DMC) plant. Demnach sollen diese Karten nach einer gewissen Nutzungszeit keine Schreibvorgänge mehr zulassen. Lesevorgänge dagegen sollen allerdings unbegrenzt möglich sein. 

Die neuen Karten sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen und die bisher erhältlichen Karten ersetzen. Nach Markteinführung plant man sukzessive die Umstellung auf diesen neuen Kartentyp. Die Speicherkartenformate sollen allerdings unberührt bleiben…

Na, vielen Dank auch!? Was soll das denn? Als ich die Mail von ein paar Tagen erhielt, hatte ich ihr keine Beachtung geschenkt, da der Betreff (Neue Speicherkarten….) für mich nicht aussagekräftig genug war, um mir die Mail komplett durchzulesen. Hätte ich aber mal machen sollen…

Nachdem ich mich jetzt ein wenig im fotografischen Bekanntenkreis erkundigt habe, scheint das wohl schon länger in den Köpfen der Hersteller herumzuspuken. Unter anderem möchte man damit den eher rückläufigen Speicherkartenmarkt wieder neu beleben. Wir wissen ja selbst, dass wir uns nicht ständig neue Karten zulegen. Im Moment können diese je nach verwendeten Speicherchips  mehrere 100.000 mal beschrieben werden, bevor sie ihren Geist aufgeben. Leservorgänge sind ja unbegrenzt möglich. Letzteres soll auch weiterhin mit den neuen Karten möglich sein, nur eben möchte man die Schreibvorgänge reduzieren. Wie viele das wären, ist scheinbar noch ein Geheimnis. Gerüchte besagen ca. 5.000 Schreibvorgänge. Gerade Sportfotografen werden hier sicherlich nicht amused sein… Was aber auf den ersten Blick aussieht, wie ein schlechter Scherz, könnte sich durchaus für den (Standart)Nutzer lohnen, denn die Karten verfügen nach ihrem „letzten“ Schreibvorgang über die Möglichkeit der Langzeitdatenspeicherung. Zur Zeit nutze ich ein NAS von Synology und bin damit eigentlich sehr zufrieden. Mit den neuen Karten allerdings, läßt sich nach dem letzten Schreibvorgang (der auf dem Kameradisplay angezeigt werden soll), die Funktion „LTDS“, welche für Long term data storage steht, auswählen. Nun besteht die Möglichkeit die zu archivierenden Bilder vom Computer auf die Kamera zu übertragen, wo sie fest auf die Karte geschrieben werden.

Wie bereits zu analogen Zeiten (sofern natürlich fachgerecht gelagert), können die Aufnahmen auf den Speicherkarten als digitale Negative bis zu 200 Jahre gespeichert werden. Das ist wirklich mal ne Ansage, denn ich persönlich kenne kein digitales Medium, das auch nur annähernd diesen Zeitraum bedienen könnte. Allerdings hat die ganze Geschichte auch einen Haken – der Preis. Die neuen Karten werden teurer und nüchtern betrachtet wird man über die Zeit wieder sehr viel mehr Geld dafür ausgeben müssen. Das erinnert mich ebenfalls irgendwie an analoge Zeiten. Der Film ließ ja auch nur begrenzt verwenden – genau genommen ja nur ein einziges Mal… Die entwickelten Negative wurden anschließend in extra dafür vorgesehene Negativhüllen aufbewahrt. Auch wenn die neuen Speicherkarten noch nicht auf dem Markt sind, so gibt es bereits auf Amazon die ersten Speicherkarten-Hüllen.

Ich bin jedenfalls schon gespannt, wie sich das Ganze letzten Endes umsetzten lässt und was natürlich die Nutzer sagen werden. Apropos Nutzer. Was haltet ihr davon?

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19 Kommentare

  • Antwort Dieter Fröhling 1. April 2012 um 11:23

    Das ist ein alter Hut. Back to the roots.

    36 Bilder aufzeichnen und dann unbegrenzt lesen… was ist daran neu ?

    😉

  • Antwort Herr Ärmel 1. April 2012 um 12:02

    Wir haben einige Vorabmodelle von DMCs verschiedener Hersteller in unseren Labors schon in virtuellen Testreihen untersuchen können.
    In der Tat scheinen die relativ exakt (92% im Durchschnitt)auf eine bestimmte Höchstzahl von Beschreibungen limitiert zu sein.
    Mein ukrainischer Kollege Vasilji konnte sich bei den Intensivtests ein Lächeln allerdings nicht verkneifen. Mit einigen wenigen Mausklicks war der Limitierungscode erkannt und konnte beliebig verändert werden (von jedem interessierten Laien einfach auszuführen). So fand er in der letzten Woche überdies die Möglichkeit, die Schreibbegrenzung gänzlich zu deaktivieren und nebenbei Lightroom 4.0 auf eine 32GB DMC zu schreiben. Mit den entsprechenden Presets aus Lightroom ist es nun möglich, das aufgenommene Foto bereits direkt in der Kamera entwickeln zu lassen. Werden die Fotos dann auf die Festplatte geladen, sind sie nach unseren ersten Tests zu 97% ideal ausentwickelt.
    Lediglich minimale Korrekturen können je nach ästhetischem Empfinden dem Foto noch einen zusätzlichen allerletzten Schliff geben. Fotografen können dadurch eine durchschnittliche Zeitersparnis durch entfallende Entwicklungsarbeitszeiten von ca. 83 Std./Monat kalkulieren.

    Wir sehen der offiziellen Markteinführung mit grosser Freude entgegen.

    mit schönen Grüssen – Herr Ärmel

    • Antwort BlogTimes 1. April 2012 um 12:19

      Tja, bei den russischen Kollegen geht das immer ziemlich schnell…… Die können das eben!!!

      • Antwort Herr Ärmel 1. April 2012 um 12:33

        warum kann ich eigentlich nur einge Kommentare (jetzt drei) und nicht alle lesen? Gibt es neuerdings auch eine Lesebegrenzung bei Blogs? 😕

    • Antwort aixoo 1. April 2012 um 12:52

      :lol gut gekontert!

    • Antwort Christian 2. April 2012 um 16:48

      Sehr schöner Kommentar :lol

  • Antwort Steffen Zoernig 1. April 2012 um 12:07

    Netter Versuch, an einem 1. April.

  • Antwort Moritz 1. April 2012 um 12:32

    Krass. Vor kurzem habe ich auch erfahren, dass Einweg-Spiegelreflexkameras in einem Gemeinschaftsprojket zwischen Nikon und Canon entwickelt werden.

    Moritz
    http//moritz-habermann.de

  • Antwort Nils Luther 1. April 2012 um 12:39

    Nice try 🙂

  • Antwort Frank 1. April 2012 um 12:42

    Netter versuch 🙂 Bin mal gespannt was heute sonst noch so kommt 😉

  • Antwort Jürgen 1. April 2012 um 12:44

    netter Versuch am 1. April 😉

  • Antwort Christian 1. April 2012 um 12:45

    Sehr schön und mit sehr viel Mühe verfasst, Sowas kenne ich sonst nur von mir. Und dann noch der Amazon-Link 😉
    Leider habe ich dieses Jahr den Anschluss verpasst 🙂

  • Antwort HugoTheBoss 1. April 2012 um 12:45

    Wenn da nur nicht das Datum des Postings Mißtrauen aufkommen ließe …

  • Antwort Marco 1. April 2012 um 12:46

    Netter Aprilscherz!

  • Antwort szebi 1. April 2012 um 12:50

    Dein Feed ist nicht der einzige in meinem Feedreader und deshalb bist du auch nicht der erste Post den ich am 1. April gelesen habe.

    „Wir wissen ja selbst, dass wir uns nicht ständig neue Karten zulegen.“
    Bist du dir da wirklich ganz sicher? Dieser Beitrag steht in einem Gegensatz zu deinen Bisherigen, zu auffällig!

  • Antwort Daniel 1. April 2012 um 13:06

    April, April… :lol

  • Antwort Bernd 3. April 2012 um 12:08

    Zum Glück ist dies nur ein Aprilscherz 😀
    Solche Speicherkarten, die nur eine begrenzte Schreibfunktion haben, sind doch echt nicht das Wahre und eher eine Zurück-Entwicklung.

    • Antwort Herr Ärmel 3. April 2012 um 15:56

      Zurück-Entwicklung? Aber nicht für die Bilanzen der Hersteller :8

  • Antwort Klaus 8. Mai 2012 um 16:20

    Ein origineller Aprilscherz, ich hätte es fast geglaubt und war kurzzeitig schockiert :lol

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