Fotografie

Lytro Lightfield – Revolutionäres Kamerakonzept ab 2012 erhältlich

20. Oktober 2011

Als im Sommer dieses Jahres das Konzept der Lightfield Kameras aus dem Hause Lytro vorgestellt wurde, hatte man sicherlich nicht daran gedacht, daß die Erfinder in so kurzer Zeit bereits ein serienreifes Produkt auf den Markt bringen könnten. Nun, seit gestern ist es offiziell. Die Lightfield Kamera, welche dem Nutzer ein nachträgliches Fokussieren ermöglicht, ist ab Anfang 2012 in verschiedenen Versionen erhältlich.

In meinen Augen haben die Erfinder hier ganze Arbeit geleistet und im Kamerabereich etwas revolutionäres entwickelt. Schon aufgrund der bekannten technischen Details und Ausmaße der Kamera (112mm x 41mm x 41mm) ist diese allerdings im Kompaktkamerabereich anzusiedeln. Unscharfe Bilder dürften hier auf jeden Fall der Vergangenheit angehören. Grob erklärt, basiert die Technik auf die Verwendung von Microlinsen, die wie ein Gitter vor der eigentlichen Sensorebene geschaltet sind und neben der Lichtmenge auch die Lichtrichtung steuern können. Neben dem nachträglichen Fokussieren besteht außerdem die Möglichkeit die Bilder im 2 und 3D Modus zu betrachten. Mehr Details der Funktionweise findet ihr hier ->Stanford Tech Report CTSR 2005-02

Leider gibt Lytro die Auflösung nur in „light rays“ an. Demnach verfügt die Kamera, deren Bauform in meinen Augen eher gewöhnungsbedürftig ist, über 11 Millionen Lichtstrahlen. Weiter wurde der Kamera ein optischer 8x Zoom und eine durchgehende Blende von f/2 spendiert. Auf einen eingebauten Blitz wurde verzichtet, da laut Lytro die Lichtempfindlichkeit der Kamera in den allermeisten Situationen ausreichend ist. Mit Hilfe des 1,46 Zoll großen Back-lit Touchscreens lassen sich diverse minimale Einstellmöglichkeiten sowie die interne Bildbearbeitung (Refocusing) bedienen. Weniger ist bekanntlich mehr… und so verfügt sie lediglich über einen Power, Shutter-button und einem  Zoom slider. Im Übrigen lässt sich die Kamerasoftware derzeit nur mit einem Apple-Rechner bedienen. Eine Windows kompatible Software befindet sich noch in der Entwicklung.

Insgesamt finde ich das Konzept interessant, wenngleich ich derzeit noch keinen wirklich richtigen Markt sehen kann. Ob es durchsetzt und ob es auch im Profibereich irgendwann eingesetzt wird, bleibt abzuwarten. Immerhin setzt Lytro mit der Lightfield Kamera die grundlegende Regel der Bildkomposition durch das nachträgliche Fokussieren quasi außer Kraft. Ich persönlich finde die Entwicklung interessant und begrüße neue Konzepte, auch wenn ich meiner alten Fokustechnik vorerst treu bleibe.

Die Lightfield wird ab Anfang 2012 in drei Farben (rot, blau und in einem grauton) mit 8 oder 16 Gigabyte erhältlich sein. Die 8 Gigabyte Version soll 399 Dollar kosten und die 16 Gigabyte Version ist für 499$ zu haben. Was sagt ihr dazu? Wäre das was für euch?

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9 Kommentare

  • Antwort DocMaowi 20. Oktober 2011 um 15:35

    jau das könnte rocken jedoch ist die frage bei einer
    fotogröße um die 22 Megabyte kommt man rein rechnerisch auf etwa zwei Megapixel (1600×1200), wie ich finde sieht man das teilweise den fotos auch an..ob da der schnelle serienstart von vorteil ist bleibt abzuwarten denke ich dnn ein geschenk ist sie ja mit knapp $399,- als kleinste speichervariante auch nicht. dennoch macht das teil sicherlich richtig spaß denn durch den fehlenden autofokus den sie ja nicht braucht sollte sie ratzfatz schußbereit sein…ich bin gespannt

    • Antwort BlogTimes 20. Oktober 2011 um 16:54

      Sicherlich, günstig ist die kleine Cam nicht, wenn man den zu erwartenden Euro Preis bedenkt. 2MP sind natürlich auch nicht viel, aber für 10×15 dürfte es ausreichen. Ich denke hier steht in erster Linie der interaktive Spaßfaktor im Vordergrund und das Austauschen der Livebilder. Ich bin auch mal gespannt.

      • Antwort DocMaowi 20. Oktober 2011 um 18:13

        ja klar ist hier fun eine wichtig kaufentscheidung und ich sage ja auch nicht das es schlecht ist das ding 😉

  • Antwort goldfisch 20. Oktober 2011 um 20:50

    diese technik wird in zukunft die fotografie in allen bereichen revolutionieren.

  • Antwort Matthias 21. Oktober 2011 um 09:25

    Hier kann man sich die Bilder im Browser anschauen und verschieden Zoompunkte setzen:
    http://de.engadget.com/2011/10/20/lytro-lichtfeldkamera-hands-on/

  • Antwort Sven 21. Oktober 2011 um 09:27

    Aus meiner Sicht ist revolutionär hier das richtige Wort. Und durch den schnellen Marktgang werden andere Kamerahersteller sich das sehr genau ansehen und ggf. adaptieren. So etwas tut der Entwicklung auf jeden Fall gut und bewahrt vor Stillstand.

  • Antwort Andreas 25. Oktober 2011 um 13:16

    Hab erst in der Docma darüber gelesen. Wahnsinn. Da stekt ungeheuer viel Potenzial drin…

    • Antwort BlogTimes 25. Oktober 2011 um 13:17

      Das stimmt allerdings. Ich bin gespannt, ob die großen Hersteller auf diesen Zug aufspringen werden.

  • Antwort Taylor 28. Oktober 2011 um 15:59

    Hab hier das erste Mal über diese Kameras gelesen und erwartete garnicht so ein geiles Konzept. Bleibt abzuwarten, wie erfolgreich das wird. Solange es nicht alzuviel kostet, könnte ich mir vorstellen, mir eine dann zu besorgen.

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