Equipment, Fotografie, Testberichte

Eindruck vom Vanguard UpRise 45

27. November 2011

Der Fotozubehör-Hersteller Vanguard hat mir vor kurzem den Rucksack Up-Rise45 (gibt’s bei Amazon) für eine Kurzvorstellung auf BlogTimes zugeschickt. Et voila, hier ist mein Eindruck des kleinen Riesen.

Kennt ihr das, wenn man ein Packet auspackt, in dem noch ein weiteres Packet und noch eins, usw…ist? Nun, so kam ich mir, vor als ich den Rucksack aus seinem Luftpolsterfolio – Kokon befreit habe. Die Fotos auf der Herstellerseite zeigten ihn irgendwie größer. Da stand er also nun, das kleine Etwas. Hmm, dachte ich mir, das soll ein Fotorucksack sein, da passt doch gerade mal meine Graufilter-Sammlung rein. Aber Größe ist ja nicht alles und vielleicht steckt doch mehr drin in dem kleinen Teil…. Da es in der Regel keine Anleitung für einen Rucksack gibt, welche ich übrigens auch nicht lesen würde, habe ich mich auf Entdeckungstour begeben. Im Gegensatz zu anderen Herstellern, bei denen die Rucksäcke eher wie Backsteine aussehen, ist der Kleine optisch wirklich gut gelungen. Zudem ist die Verarbeitung hochwertig, federleicht, und er vermittelt ein angenehmes Tragegefühl. Soviel erst einmal zu den Äußerlichkeiten.

Kommen wir nun zu den inneren Werten, und obwohl ich alle möglichen Öffnungen und Staufächer (neudeutsch „Daypacks“) für Kleinkram, Brot und Wasser gefunden habe, konnte ich keinen Zugang zum Fotofach finden. Selbst die an der Seite befindliche Halterung für ein kleines Stativ habe ich gefunden. Aber wo verdammt noch mal kann ich meine Kamera und die Objektive verstauen? Ah, mal an die andere Seite geschaut und siehe da, eine seitliche Öffnung für den schnellen Direktzugriff der Kamera. Ok, aber wo sollen denn die Objektive hin? Nach kurzer Suche, dachte ich, den Zugang zum vermeintlichen Fotofach gefunden zu haben. Denkste! Mit diesem war es nur möglich, das Volumen des Rucksacks um ein paar Qubikzentimeter zu erhöhen. Letztlich habe ich den Zugang zum Fotofach im Rückenbereich des Rucksacks gefunden. Mein allererste Gedanke war: Das ist ja mal total dä**** ! Welcher Depp hat sich das denn ausgedacht? Doch nach kurzer Zeit dämmert es mir, denn die rückwärtige Öffnung hat nur eines zum Ziel – Diebstahlschutz des teuren Kameraequipments. Das ist wirklich eine gute Idee, wobei ich glaube,  mich zu erinnern, dieses System auch bei anderen Herstellern gefunden zu haben – egal, trotzdem gut gelöst.

Diebstahlschutz hin oder her. Wenn der Rucksack nicht über den seitlichen Direktzugriff zur Kamera verfügen würde, hätte ich es nicht so toll gefunden. Aber, das ist ja nicht der Fall. Übrigens ist der seitliche Zugriff echt gut gelöst. Zum einen durch einen beidseitigen Reisverschluss und fürs super schnelle Zugreifen reicht es auch aus, die „Klappe“ nur mit Hilfe des starken Klettverschlusses zu verschließen. Echt gut gemacht. Das „Daypack“ verfügt über genügend Stauraum für ne Flasche Wasser und ein paar Brote und ein bisschen Krimskrams. Ein Regenschutz ist ebenso mit an Board, wie auch ein vorderes Dokumentenfach für Reiseunterlagen oder Ausflugskarten.

Aufgrund der Größe und auch den fehlenden Laptop-Faches würde ich ihn aber nicht in die Kategorie „Reiserucksack“ einstufen, sondern eher für Tagesausflüge nutzen und diese Aufgabe bewältigt er sicherlich hervorragend. Immerhin ist im Fotofach genug Platz für eine Kamera mit aufgeschraubten 17-55 2.8er mit Sonnenblende (vor der Länge dürfte es auch mit einem 70-200 ohne Sonnenblende mithalten können) und für weitere 2-3 Objektive.  Ich nutze grundsätzlich die Kamera inkl. Batteriegriff. Da die Öffnung des Schnellverschlusses größenbedingt ein wenig schmal ausfällt, muss man hier schon ein wenig „rumfrickeln“, bis die Kamera im Rucksack verschwindet – ohne Battergriff läßt sich die Kamera natürlich schneller verstauen.

Wer vielleicht noch ein Weihnachtsgeschenk benötigt oder gerade auf der Suche nach einem kleinen Foto-Rucksack ist, dem kann ich den Vanguard UpRise 45 wirklich empfehlen. Mit einem Preis von knapp 150 Euro (UVP) ist er zwar kein Schnäppchen, spielt aber in der gleichen Liga wie die super bekannten Hersteller, bietet allerdings in meinen Augen sogar noch mehr an Funktionalität als zum Beispiel mein derzeitiger Kata 3N1-30. Bei Amazon wird der Vanguard gerade mit 60 Prozent Rabatt angeboten und kostet nur noch knapp 60 Euro!!!

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18 Kommentare

  • Antwort Christina 27. November 2011 um 22:58

    Hehe, da wollte ich doch auch gerade meinen Bericht zu diesem Rucksack fertig machen und lese in den Feeds deinen ersten Eindruck. Nun warte ich mal noch ein paar Tage mit dem Publizieren. Aber im großen und ganzen decken sich offenbar unsere Meinungen.

    Ansich ein guter Rucksack!

    Schöner Bericht, vielen Dank dafür.

    VG Christina

    • Antwort BlogTimes 27. November 2011 um 23:04

      Bin ja mal gespannt was du so schönes zu berichten hast.

  • Antwort aixoo 28. November 2011 um 00:29

    Die Öffnung für das Kameraequioment auf dem Rücken als Diebstahlschutz – auch eine nette Begründung.

    Aber die erstmal ulkig anmutende Löung hat noch weitere Vorteile. Den einleuchtendsten fand ich, daß man den Rucksack auf den nicht immer sauberen Baden ablegen muss, um seine Ausrüstung umzulagern. Normalerweise legt man de dann so hin, das gerade der Bereich, der am Rücken aufliegt dann voll dreckig wird… Mit dieser Lösung ist zwar die „schöne Schauseite“ dann zwar dreckig, aber der eigene Rücken bleibt wenigstens sauber.

    Manche Ruckscäke lasen sich auch durch einen Hüftgurt nach vorne drehen und runterklappen, dann kommt man an sein equipmen dran, ohne den Rucksack überhaupt ablegen zu müssen…

  • Antwort Dr. Thomas Brotzler 28. November 2011 um 11:24

    Reicht das Fach nach Deinem Eindruck für ein Vollformatgehäuse, ggf. mit Batteriegriff? Die rückseitige Beladung kenne ich übrigens auch von Lowepro – Rucksack am Bauchgurt nach vorne drehen, Objektivwechsel ohne Absetzen, einfach genial …

  • Antwort BlogTimes 28. November 2011 um 13:40

    Achso, ja, hatte ganz vergessen zu schreiben, dass ich eine D300 mit Batteriegriff und Stativplatte verwende und hier wird es schon sehr fummelig, die komplette Kamera via Schnellzugriff zu verstauen. Vollformat wird ja noch ein wenig größer sein und dann noch der Batteriegriff – das wird nicht passen. Dafür ist die Öffnung zu klein.

    …Rucksack am Bauchgurt nach vorne drehen, funktioniert nicht. Dieses Modell hat keinen Bauchgurt.

    • Antwort Dr. Thomas Brotzler 28. November 2011 um 16:01

      „Dieses Modell hat keinen Bauchgurt“

      Ach so. So hatte es einer der Amazon-Rezensenten als Pluspunkt beschrieben …

      • Antwort BlogTimes 28. November 2011 um 16:14

        Also ich hab keinen gefunden. Auf den Bildern kann man es eigentlich ganz gut erkennen – ist nur ein Schultergurt. Für einen Bauchgurt wäre der Rucksack auch viel zu klein.

      • Antwort Dr. Thomas Brotzler 28. November 2011 um 18:05

        Hast ja recht vom Foto her. Ein „Schulterwurf“ für den Objektivwechsel ohne Absetzen kann auch ich mir schlecht vorstellen … aber bei Amazon schreibt ein zufriedener Guido Schwarz: „Was mich überzeugte war die Möglichkeit, den Rucksack mit umgeschnallten Hüftgurt nach vorne zu drehen und über den Zugriff an die Ausrüstung von der Rückseite des Rucksackes aus die Möglichkeit zu haben, Objektive ohne Absetzen des Rucksackes sehr schnell wechseln zu können. Das funktioniert tadellos, ebenso wie der seitliche Schnellzugriff.“

        • Antwort BlogTimes 28. November 2011 um 19:07

          Vielleicht hat er sich den selbst gebastelt 🙂

      • Antwort Dr. Thomas Brotzler 28. November 2011 um 19:27

        Wie auch immer. Es war jedenfalls gut, darüber zu reden … :lol

      • Antwort BlogTimes 28. November 2011 um 19:36

        :lol

  • Antwort Frank 30. November 2011 um 18:53

    Diese Kritik hier schrieb ich zu einem Blogbeitrag eines Kollegen der den Skyborn 52 zum testen vorstellte, mein Hauptkritikpunkt trifft jedoch auf beide Packs zu.
    „…Der Zugang zu den Hauptfächern ist durch das Tragesystem sehr stark eingeschränkt / zugebaut, dieses Gefummel führt dann soweit das man sich dreimal überlegt ob man den Pack absetzt und sich “durchfummelt” um ein Objektiv rauszuholen, ergo lässt man ihn auf dem Buckel und versucht das Foto doch mit der aufgesetzten Brennweite zu machen. 😉
    Der Ansatz des obenliegenden Tragesystems wurde auch schon von Tatonka und Lowepro verbaut, hat aber den Nachteil das man den Pack IMMER absetzen muß um an die Ausrüstung ranzukommen, denn die “Seitentüre” ist nur was Menschen mit Affenarmen und der gelenkig eines Marsupilamis. 😀
    Beim “normalen” Tragesystem kann ich mich in die Waagerechte bücken und einen eventuell mitwandernden Partner bitten mir das Objektiv aus dem Pack zu geben ( so mache ich es meist).“

    Mein letzter großer Pack war ein Tatonka der durch das Hintertürchen beladen wurde …. war, denn es nervte dann irgendwann doch das der Zugang zum Frontfach jedesmal durch Sand und Dreck versaut war und beim öffnen des Faches ( wozu das Pack erstmal angehoben werden musste)nach innen rieselte, das kommt besonders gut für all die Kleinteile die man oft im Front-/Aussenfach verstaut.
    Die meisten Hersteller haben sich daher schon länger wieder von dieser Lösung abgewandt bzw. bieten sie eher bei Slingpacks an.
    Ein weiteres Problem ist der durch das Eigengewicht des Packs entstehende Druck der dazu führt das dsaß Hauptfach ( in Hüfthöhe)ziemlich gestaucht, dadurch „flutscht“ die Ausrüstung bei weitem nicht so leicht rein oder raus wie man annimmt. :8
    Ich weiß ich bin ein böser Kritiker, aber ich finde das gerade die Transportbehältnisse einem den Spass an der Fotografie versüssen oder versauern können 🙁

    Frank

    • Antwort BlogTimes 30. November 2011 um 23:05

      Bei großen Rucksäcken mag das Problem mit der Schwere der Beladung durchaus stimmen. Bei dem UpRise handelt es sich ja um einen Tagesrucksack, der nicht unbedingt schwer beladen wird. OK, gut, man gelangt nicht ganz so einfach an die Objektive, allerdings ist das natürlich stark personenabhängig. Ich selbst wechsel die Objektive nur sehr selten bei Fototouren.

      Auch wenn es kein reiner Slingshot-Rucksack ist, so kommt man dennoch leicht an die Seitentasche heran – hab’s selber getestet.

      Kritik ist übrigens immer gerne gesehen…

  • Antwort Chris 3. Dezember 2011 um 23:02

    Hiho Ronny,

    tja da hatten wir ja den gleichen und waren wohl nicht die einzigen…

    Schoene Gruess nach Hamburg,

    Chris

  • Antwort Ari Marcopoulos/Shootsac - und einer für Euch! | BlogTimes - Fotografieblog 5. Dezember 2011 um 20:42

    […] ich erst kürzlich einen Fotorucksack der Marke Vanquard vorgestellt habe, werde ich euch heute wieder mit ein bisschen Taschen-Content […]

  • Antwort Ari Marcopoulos - Kameratasche | BlogTimes - Fotografieblog 5. Dezember 2011 um 21:11

    […] ich erst kürzlich einen Fotorucksack der Marke Vanquard vorgestellt habe, werde ich euch heute wieder mit ein bisschen Taschen-Content […]

  • Antwort Der Vanguard UpRise 48 - Kleiner Testbericht | BlogTimes - Fotografieblog 17. Februar 2012 um 23:31

    […] hab ich doch schon mal auf BlogTimes gelesen. Richtig, genau genommen hatte ich im letzten Jahr den UpRise 45, quasi den kleinen Bruder, hier im Blog vorgestellt. Ein paar Monate später und aufgrund der […]

  • Antwort Rückblick 2011 – Was dieses Jahr so alles passiert ist... | BlogTimes - Fotografieblog 28. April 2012 um 18:38

    […] steht ein kleiner Produktest an. Dieses Mal handelt es sich um einen kleinen, aber coolen Fotorucksack von Vanguard und zudem kündige ich meine größte Verlosungsaktion für dieses Jahr – Einen Eizo Foris […]

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