Analog, Equipment, Fotografie, Großformat

Meine Neue… Chamonix 045N-2

22. September 2012

Ich habs getan…. Darf ich vorstellen, meine neue Kamera! Sie gesellt sich nun zur Nikon F3HP und einer D800. Auch wenn mein „Überlegungsbeitrag – Soll ich, oder soll ich nicht“ noch nicht allzu lange zurück liegt, denke ich schon seit einen halben Jahr darauf herum, mir eine Großformatkamera zu kaufen. Der Grund ist ganz einfach, ich möchte zurück zum Erlebnis Fotografie. Irgendwie ist es natürlich auch eine Herausforderung mit dem dicken Oschi durch die Gegend zu ziehen. Ich bin mal gespannt, wann der erste auf mich zukommt und fragt, ob ich schon mal was von digitalen Kameras gehört habe!?

Die Entscheidung eine 4×5 Kamera von Chamonix zu kaufen anstatt beispielsweise die Toyo 45AII stand schnell fest. Es war zum einen der Preis, aber vorallem das Gewicht. Auf der anderen Seite habe ich aber auch über die Chamonix nur Positives gehört und nachdem sie erst vor kurzem ein Update (von 045N-1 auf N-2) erfahren hat und es zudem keine langen Lieferzeiten gab, hab ich zugeschlagen. Ein bisschen mulmig bei der Bestellung direkt in China war mir natürlich schon – doch letzten Endes ist alles gut gegangen und auch der Kontakt dahin war super freundlich. Mit dem alleinigen Kauf der Kamera ist es natürlich nicht getan. Man benötigt neue Objektive, Planfilmkassetten, Filme, Fokussierlupe, Belichtungsmesser (ich probiere es aber erst mit meiner Digicam) usw… Noch habe ich nicht alles notwendige zusammen um loszuziehen. Es wird also noch ein wenig dauern, bis ich euch den ersten 4×5 Scans zeigen kann. Meine ersten Aufnahmen werde ich übrigens mit einem Color Film machen.

Die Kamera wiegt gerade mal etwas mehr als 1400 gramm und besteht aus Aluminum, Teakholz und Carbon (Lensboard). Das macht Sie unter den erhältlichen Großformat Kameras quasi zum Leichtgewicht. Die Toyo 45AII wiegt zum Beispiel über 2,7kg und zählt angeblich auch noch zu den leichteren Modellen. Zusätzlich habe ich mir die passenden Planfilmkassetten, welche aus Teak und Carbon bestehen, bestellt. Die Verwendung dieser Materialen macht diese sogar leichter, als die Plastikteile wie beispielweise die Fidelity Planfilmkassetten. Natürlich können auch Nicht-045N-2-Besitzer die Kassetten von Chamonix verwenden. Mein Rücken jedenfalls wird es mir hoffentlich beim Schleppen der Ausrüstung danken.

Wie ihr auf den Bilder erkennen könnt, habe ich noch kein Objektiv. Das wird sich aber bald ändern, denn unterwegs zu mir ist gerade das Grandagon 75mm f6.8 von Rodenstock. Ich hatte noch die Wahl zwischen dem lichtstärkeren Pendant mit f4.5, habe mich aber aufgrund des Zustands des Objektivs für das 6.8er entschieden. Ihr habt bestimmt gemerkt, dass es in der letzten Zeit ein wenig ruhig auf BlogTimes zuging. Nun, ich habe viel gelesen und mich informiert, gerade was Objektive betrifft. Ich denke daher, dass auch das Lichtschwächere genügend Licht zur Mattscheibe durchlässt um das Motiv auch bei schlechteren Lichtverhältnissen sehen zu können. 75mm Brennweite ist bei 4×5 schon ein sehr starkes Weitwinkel. Dürften so um die 21-24mm zum Kleinbild-equivalent sein. Also ordentlich!

Apropos Kamera. Mein erster Eindruck ist Wow! Wirklich ein schönes handwerkliches Stück. Das Holz fühlt sich super an. Kein Grat, keine abstehenden Holzteile. Wirklich super verarbeitet. Alles funkioniert einwandfrei, ist leichtgängig und wurde wirklich mit präzision gefertigt. Was anderes kann man sich auch nicht erlauben. Immerhin würde man dann auch Probleme mit der Schärfeebene usw… bekommen.

Zunächst werde ich die Kamera ausschließlich für Landschaft und Architektur-aufnahmen nutzen. Alles andere ist mir zu umständlich. Auch möchte ich nicht vollständig zurück zu analogen Fotografie. Grund ist auch, da ich verschiedene Fotogenres bedienen möchte. Die Einstellmöglichkeiten sind natürlich bei einer Großformat Kamera überragend, genauso wie die potenziellen Fehlerquellen, allem voran die Belichtungszeit. Gerade Langzeitbelichtungen werden hier zur totalen Herausforderung, da man grundsätzlich immer länger belichten muss, als der Belichtungsmesser ermittelt hat. Wieviel länger hängt vor allem vom verwendeten Film ab. Zusätzlich spielt auch die Länge des Balgens eine Rolle bei der Belichtungszeit. Je nachdem wie lange der Balgen ausgefahren muss man diesen Lichtverlust zur Belichtungszeit addieren. Hinzu kommt außerdem bei der Verwedung von Farbfilmen in Verbindung mit Langzeitbelichtungen die Gefahr der Farbverschiebungen. Es gilt also vieles zu beachten. Dennoch ist es das Ergebnis (ich hoffe doch) wert.

Ich sitze hier nun quasi wie auch heißen Kohlen und kann es kaum abwarten, dass erste Mal auf den Auslöser zu drücken. Auch wenn es auf den ersten Blick unfähr erscheint, werde ich mal ein Vergleichbild Nikon D800 versus 4×5 Negativ machen. Gerade auf den Dynamikumfang des Negativs bin ich schon gespannt. Immerhin sprechen wir hier in den Schatten und Lichtern von Bögen und nicht von linearen Kurven.

Auch wenn ich genügend analoge Erfahrung, sowohl mit dem Aufnahme- und Entwicklungsprozess habe, stehe ich bei der Großformatfotografie ganz am Anfang. Tipps, Infos und Hinweise nehme ich daher dankend entgegen. Ich weiß, es gibt auch Foren für die Großformatfotografie, doch hab ich hierauf keinen Bock. Ich möchte lieber direkte Infos bekommen, als mir stundenlang irgendwelche Abhandlungen und extrem verschiedene Meinungen durchzulesen.

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25 Kommentare

  • Antwort DocMaowi 22. September 2012 um 08:39

    moin und grrrrrrrrrrrr, sehr sehr sexy und edel eine schönheit mit stil….ich bin genauso gespannt auf die resultate wie du….also mach hin 😉 viel viel spasssss mit der schönheit.

    • Antwort chris 22. September 2012 um 15:05

      Glückwunsch!! Sieht toll aus! Bin gespannt auf erste Erfahrungsberichte….. 😉
      Gruß Chris

  • Antwort Ingo 22. September 2012 um 09:02

    Glückwunsch zur Großformat-Kamera! Ich hätte mir zwar eher eine gebrauchte Linhof Technika gekauft, aber das ist Geschmackssache.

    Drei Dinge sind in Deinem Artikel nicht ganz korrekt:

    1. Es heißt „BalGen“ und nicht „BalKen“!

    2. Das Fakt, dass bei (sehr) langen Belichtungszeiten die effektive Beleichtungszeit wesentlich länger als die gemessene Zeit sein muss, hat überhaupt nichts mit dem Großformat zu tun, sondern nennt sich Schwarzschild-Effekt. Und diesen gibt es ebenfalls bei Kleinbild und Mittelformat.

    3. Es nicht damit getan, bei der Großformat-Fotografie die Korrektur der effektiven Belichtungszeit durch addieren einer Korrekturzeit für den Balgenauszug zu erreichen. Es muss vielmehr auf Grundlage des Balgenauszuges und der Brennweite ein Verlängerungsfaktor ermittelt werden, der dann später mit der gemessenen Belichtungszeit multipliziert wird.

    Zum Schluss ein Tipp: Denke immer daran, vor dem Einschieben der Filmkassette den Verschluss zu schließen (dieser war zur Scharfstellung die ganze Zeit offen) und zu spannen. Du wärst nicht der Erste (ist mir auch schon passiert), der die Filmkassette einschiebt, den Schieber heraus zieht, den Auslöser drückt und sich wundert, dass nichts passiert. Einen kurzen Augenblick später realisiert man, dass man wohl vergessen hat, den Verschluss zu spannen und beim Versuch diesen zu spannen dämmert es einem, dass der Verschluss die ganze Zeit offen war.
    Ich kann Dich allerdings beruhigen: So manch eine Aufnahme, die nur durch Öffnen und Schließen des Schiebers entstanden ist, war am Ende richtig gut! Glück muss man manchmal auch haben 😉

    • Antwort BlogTimes 22. September 2012 um 14:52

      Balgen ist ausgetauscht… dummer Schreibfehler! Die Geschichte mit dem Schwarzschild-Effekt kenne ich natürlich. Wollte dieses Wort hier nur nicht verwenden. Sollte kein Lehrartikel werden. Das für die Errechnung der Belichtungszeit nicht nur die Länge des Balgens sondern auch die Brennweite verantwortlich ist, stimmt! Ich dachte, ich schreibe es ein wenig einfacher 🙂

      Danke Dir für deinen Kommentar, vor allem er Hinweise mit dem Verschluss. Ich werds mir hoffentlich merken 🙂

  • Antwort Ywes 22. September 2012 um 10:15

    Geilomat, fotografier schnellstmöglich ein paar geile Cityscapes damit! Bin schon sehr gespannt!

  • Antwort Marc vm 22. September 2012 um 15:03

    Sehr schön, mir gehts gerade ähnlich. Allerdings backe ich erstmal kleinere Brötchen und versuche mich an meiner neuen Speed Graphic. Der Chinese ist aber schon auf der Liste wenns dann weiter geht. Nen vernünftigen Scanner wirst du auch brauchen.

    • Antwort BlogTimes 22. September 2012 um 15:10

      Die Speed Graphic hatte ich mir auch schon mal überlegt, hatte diesen Gedanken später wieder verworfen. Weiß aber auch nicht mehr warum. Das Preisleistungs-Verhältnis der Chinesin war einfach unübertrefflich. Nagut, ich habe sie auch auch neu gekauft. Gebrauchte Modelle findet man hier kaum.

      Da ich mir keinen Imacon Scanner leisten kann und auch nicht will. Ist mir einfach zu viel Kohle. Wird wohl erstmal ein Epson V750Pro hergenommen. Das dürfte erstmal reichen. Wenn noch hochauflösender und detailierter werden soll, gehe ich ins Labor. So mein Plan!!

  • Antwort s.owl 22. September 2012 um 15:09

    ich laufe grad grün an vor Neid…eine tolle Kamera…seufz…aber irgendwann hab ich auch mal so ein schönes Teil 🙂

    Ich warte mit Spannung auf deine Testbilder!

    • Antwort BlogTimes 22. September 2012 um 15:13

      Schönes Teil – In der Tat. Gerade die Mischung aus Teak, Aluminium und Carbon ist hier super gelungen. Schade, dass es noch ein Fühl-mal Internet gibt. Ich hatte es ja nicht für möglich gehalten. Aber die ist ohne Zweifel super verarbeitet. Selbst die Filmöffnung der Planfilmkassette ist sowas von super korrekt gefräßt – das hat mich schon erstaunt.

      Ich warte jetzt noch auf die Filme und mein Objektiv und dann brauch ich noch nen Wechselsack und dann gehts los!!

  • Antwort Jan Sieg 23. September 2012 um 01:08

    und du hast es wirklich getan….geil!

    Ich glaube, wenn ich mit dem Teil durch Hamburg ziehen würde, wäre ich stolz wie Bolle und würde mein breites Grinsen nicht mehr loswerden. Ich bin wirklich mal sehr gespannt auf die ersten Ergebnisse.

    Magst Du verraten was man auf den Tisch legen muss (für das Gesamtpaket)? Wenn nicht, kannst Du es mir auch gerne per Mail sagen 🙂

    Wann ist denn eigentlich Dein Buch fertig? Gibt es schon ein Datum? Ich guck schon immer bei Amazon.

    Grüße aus Hamburg

    • Antwort BlogTimes 23. September 2012 um 01:25

      Hallo Jan,

      das Buch ist im Grunde fertig und befindet sich zur Zeit in der Korrektur. Am 26. November ist es nach derzeitigem Stand erhältlich. Ich denke da wird sich auch nichts mehr ändern.

      Zwar hab ich noch nicht alles, aber dass dürfte so meine Grundausstattung sein.
      1 Chamonix 4×5 Kamera
      3 Chamonix Doppelfilmkassetten
      1 Faltbare Sucher (kann sein, dass ich hier noch ein Einstelltuch benötige)
      2 Chamonix Lensboard (Copal 0 Shutter)
      1 Rodenstock 75mm f6.8
      1 Wechselzelt

      Round about 2.000 US-Dollar – ca 1.600 Euro. Plus Filme und Kleinkram macht das zusammen ne neue Nikon D600.

      • Antwort Dragan 28. Juli 2014 um 16:51

        Hallo Ronny
        darf ich fragen wo du die Ausrüstung gekauft hast? 1600 ist ein guter Preis für alles zusammen denke ich?
        vg Dragan

        • Antwort BlogTimes 29. Juli 2014 um 03:40

          Den größten Teil, also die Objektive hab ich mei KEH.com gekauft. Den Rest habe ich mir über Amazon zusammengesucht.

      • Antwort Dragan Jovančević 29. Juli 2014 um 07:27

        Danke, ich schau mich mal um. Du schreibst einen tollen Blog, und deine Bilder sind einfach klasse- wuchtig und modern wie ich es mag.
        Ich bin sehr grspannt auf die Erfahrungen mit der Großformat-Fotografie, vor allem auf die Wirkung der großen Ausdrucke

        • Antwort BlogTimes 29. Juli 2014 um 14:17

          Schau doch mal im Blog.. Dort findest du noch einiges über meine Großformaterlebnisse!

  • Antwort Lars 23. September 2012 um 08:53

    Scheiße… noch so’n Spinner :hmm

    Viel Spaß damit

  • Antwort Dieter Fröhling 23. September 2012 um 16:15

    Ich sach nur eins: Gratuliere!

    Bin auf die ersten Bilder gespannt.

    Gruß Dieter

  • Antwort czoczo 26. September 2012 um 07:07

    Geil sieht das schon aus … aber frage mich ob das ganze noch zeitgemäß ist . Auch der Anschaffung und Volgekosten kann man nicht vergessen .
    Trotz dem was macht man nicht für ein geliebte Hobby … keine kosten sind zu Hoch .
    Bin wirklich gespant auf die erste Ergebnisse .

    • Antwort BlogTimes 26. September 2012 um 12:56

      Naja, mit zeitgemäß sollte man das nicht vergleichen. Großformat Aufnahmen sind immer noch den digitalen überlegen und haben meiner Meinung nach ein viel intensivere Wirkung auf den Betrachter.

      Auch ich bin auf die ersten Ergebnisse gespannt.

  • Antwort Askan Worms 3. Oktober 2012 um 14:21

    Die Kamera wird dein Leben verändern, wirst sehen.
    Man kann sich den ganz Schmand mit extra Makro oder Tiltshiftspezialobjektiven
    Noch größere Einschnitte erlebt man weil man kein Zoomobjektive mehr hat.Als ich anfing Grossbild zu fotografieren dauerte es nicht lange bis ich Begriff das ältere Objektive immer noch ihre Darseinsberechtigung an einer Grossbildkamera haben, da sie für ander Zwecke entwickelt wurden. Gerade ältere Objektive sind meiner Ansicht nach deutlcih besser für S/w geeignet als neue Objektive die sich besser für Farbe eignen. Zwei Objektive die in keiner Sammlung eines Schwarzweiss Grossbildfotografen fehlen sollten sind meiner Meinung nach das 5.6 / 150 mm Schneider Symmar Satzobjektivdas bei dem man das Frontglied herausschrauben kann, es gibt kein schärferes Symmar im Nahbereich, und das 8 /75 mm Angulon, klar wie die Nacht und Grauwerte vom feinsten, auch hier kommen wenn man Schwarzweiss aufnimmt keines der anderes Angulon mit.

    • Antwort BlogTimes 3. Oktober 2012 um 14:59

      Danke für den Tip mit dem Symmar. Ich plane (zwar jetzt noch nicht) mir noch ein 150er und eventuell noch ein 210 zuzulegen. Das muss aber erst mal warten. Meinst du wirklich das 8er Angulon. Die Lichtstärke ist aber schon sehr dürftig!!

  • Antwort Torsten 4. Oktober 2012 um 20:35

    Boaah ! Macht ja mächtig Eindruck !

    Ich habe zwar keinerlei Erfahrung bin aber sehr gespannt über Deine Erfahrungsberichte – insbesondere auch den Weg zum Erfolg. Das man tolle Bilder bekommt wenn man es kann ist ja klar .. 😉

    Torsten

    • Antwort BlogTimes 4. Oktober 2012 um 21:15

      Jup, ich auch! Bin gespannt! Außer der Linse ist jetzt alles bei mir eingetroffen. Es kann also sehr bald losgehen…

  • Antwort Ne Großformatkamera für kleines Geld | BlogTimes - Fotografieblog 22. Oktober 2014 um 12:44

    […] im 5er Pack für unter 100 Euro. Wer nicht so auf Plastik steht, dem kann ich wärmstens die Kassetten von Chamonix empfehlen – eine Kombination aus Holz/Carbon. Ich selbst habe davon 5 Stück und kann mich in […]

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