Fotografie

Monitor für die Bildbearbeitung Teil 2.2 – Farbräume

9. Januar 2011

Die  vorangegangen Teilen der Artikelreihe „Monitor für die Bildbearbeitung“ befassten sich unter anderem mit den Paneltypen und dem Einsatz verschiedener Beleuchtungssysteme im Zusammenhang mit Ausleuchtung und Kontrast.

Der Teil 2.2 wird den Bereich Farbräume und deren Darstellung am Monitor beleuchten. Wie auch bei den verbauten Panels und Hintergrundbeleuchtungen gibt es hier einige nicht unwichtige Unterschiede.

2.1

2.2

  • Farbräume
  •  

Farbräume

Zunächst möchte ich die Frage nach der Bedeutung des Wortes Farbraum erklären. Als Farbraum (engl. Gamut) bezeichnet man den sichtbaren Bereich der tatsächlich darstellbaren Farben. Das menschliche Auge kann immer mehr Farben wahrnehmen als jedes technische Gerät. Zudem stellt jedes Gerät die Farben anders da. Aus diesem Grund versucht man durch einheitliche Standards und der Kalibrierung aller Geräte ein gleichbleibendes Ergebnis zu erzielen. Das ist eigentlich nur ein sehr grobe Erklärung was den Farbraum betrifft. Mehr zum Thema Farbräume, Farbmodelle, Farbmanagement findet ihr im Netz.

Was unseren Monitor für die Bildbearbeitung angeht, so sollte dieser die wichtigsten Farbräume (Arbeitsfarbräume), wie AdobeRGB, sRGB, ECI-RGB 2.0 darstellen können. Im Allgemeinen stellt zwar jeder Monitor diese Farbräume dar, allerdings nicht gleich gut. Die Farbraumabdeckung spielt hier eine große Rolle. Idealerweise sollte diese bei 100% liegen um mit den gesamten Farben eines Farbraums arbeiten zu können. Grundlage und Referenz aller Farbräume ist der Lab-Farbraum. Im Lab-Farbraum sind alle Farben enthalten, die das menschliche Auge sehen bzw. unterscheiden kann. Digitalkameras, Monitor, Drucker usw… können immer nur einen Teil des Lab-Farbraums darstellen. Hier kommen die o.g. Farbräume zum Einsatz.

Bei unserem Monitor für die Bildbearbeitung ist es daher wichtig, dass dieser möglichst in allen Arbeitsfarbräumen alle Farben sehr gut, im besten Fall zu 100% darstellen kann. Das können allerdings nur die wenigsten Modelle. Bei den Meisten, die für die Bildbearbeitung entwickelt wurden, liegt die Farbraumabdeckung zwischen 85 und 100%. Das reicht in der Regel bei 95% aller bildverarbeiteten Maßnahmen aus.

Wie gut die einzelnen Geräte der Hersteller die verschieden Farbräume abdecken, kann allerdings nicht pauschal beantwortet werden. Ein Indiz ist aber auf jeden Fall das verbaute Panel. TN Panels schneiden hier am Schlechtesten ab und sollten für die Bildbearbeitung nicht in Betracht gezogen werden. VA und IPS Panel können je nach verwendeter Technik Spitzenwerte in der Farbraumabdeckung erreichen. Hierzu zählen die Hersteller EIZOQUATONEC und teilweise HP.

Zur Veranschaulichung zeige ich euch zwei Farbraummodelle unterschiedlicher Monitorhersteller. Beim ersten Modell (ASUS+TN Panel) könnt ihr sehr gut erkennen, dass der Arbeitsfarbraum AdobeRGB (korrekt AdobeRGB1998) im Gegensatz zum EIZO Modell (IPS-Panel) den doch relativ großen RGB-Farbraum nur bedingt abdeckt. Der EIZO hingegen fast zu 98 Prozent. (Blogtimes Testbericht zum Eizo CG245W)

Im Zusammenhang mit der Bildbearbeitung bedeutet das für uns, dass der ASUS Monitor, respektive das TN-Panel viele Farben einfach nicht darstellen kann. Für farbkritische Aufnahmen ist der Monitor daher nicht empfehlenswert. Hier gilt das Motto, was man an Farben nicht sehen kann, kann auch nicht bearbeitet werden.

FAZIT zum Thema Farbräume.

Neben dem Paneltyp und der verbauten Hintergrundbeleuchtung ist für die Bildbearbeitung auf die maximale Farbraumabdeckung der Arbeitsfarbräume zu achten. Die Monitorhersteller geben in der Regel in den Spezifikationen die max. Farbraumabdeckung bekannt. Außerdem kann man sich auch bei einschlägigen Monitortestportalen wie Prad.de über die gängigsten Modelle informieren.

Monitore für die Bildbearbeitung, die eine gute Farbraumabdeckung gewährleisten sind aus den o.g Gründen leider nicht für ein paar hundert Euro zu finden.

EDIT vom 14.10.2010:
TEIL 1.1

EDIT vom 24.10.210:
TEIL 1.2

EDIT vom 12.12.2010
TEIL 2

EDIT vom 09.01.2011
TEIL 2.2

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11 Kommentare

  • Antwort Peter 9. Januar 2011 um 21:43

    Hi!
    Schöner Artikel erstmal. Ich habe leider auch ein großes Problem mit meinem Bildschirm. Allerdings ist der Grund dafür, dass ich ausschließlich mit dem Laptop arbeiten kann/muss. Habt ihr da Tipps, wer gute Displays verbaut ?

    lg

    • Antwort BlogTimes 9. Januar 2011 um 22:21

      Tipps wer gute Laptop-Displays verbaut kann ich Dir leider nicht geben. Zum einen resultiert das aus der wenigen Erfahrung mit Laptops in Verbindung mit der Bildverarbeitung. Zum anderen möchte ich keine Diskussion zwischen den verschiedenen Display-Typen (Glossy oder Matt) lostreten.

      Ich selbst würde aufgrund der geringen Bildschirmgröße keinen Laptop für die Bildbearbeitung einsetzen.

    • Antwort Jonas 10. Januar 2011 um 17:38

      Frueher waren, zumindest optional, mal IPS Panels in der T-Serie der Thinkpads von IBM zu haben. Das ist jetzt leider nicht mehr der Fall. Ich glaube die momentane W(orkstation)-Serie hat von den Thinkpads die besten Displays. Zumindest legt, der eingebaute Kalibrator nahe, oder versucht zu suggerieren, dass das Panel hier etwas anstaendiger ist. Was genau das fuern Typ ist weiss ich nicht, steht aber bestimmt dabei.

      Die Teile sind allerdings alles anderes als billig, generell ist das mit Notebooks natuerlich ne schwierige Sache, ich kann auch nur davon abraten, aber wenn es muss kannst dir ja mal die W-Serie genauer anschauen.

      (Ich trete die Diskussion gerne los 😛 Glossy ist ja wohl mal absolutes no-go, fuer Bildbearbeitung sowieso.)

      • Antwort BlogTimes 10. Januar 2011 um 19:36

        @Jonas

        (Ich trete die Diskussion gerne los 😛 Glossy ist ja wohl mal absolutes no-go, fuer Bildbearbeitung sowieso.)

        Im Grunde sehe ich das auch so, dennoch kann auch ein Glossy Display gute Ergebnisse bringen. Das Apple Cinema Display zum Beispiel ist, was man so hört, doch sehr farbstabil und kalibrierungsfreundlich.

        • Antwort Jonas 10. Januar 2011 um 19:52

          Stimmt, das hab ich auch schon gehort. Das Panel passt ja an prinzipiell, vlt gleicht das LED-Backlight das glossy etwas aus 😉

          • BlogTimes 10. Januar 2011 um 19:56

            Ich hab mal nachgeschaut. Im Appel Cinema Display ist ein IPS-Panel verbaut, welches diese guten Werte liefert!

  • Antwort Monitor für die Bildbearbeitung - Teil1 | BlogTimes - Fotografieblog 7. April 2011 um 20:46

    […] vom 09.01.2011 TEIL 2.2 […]

  • Antwort Joe 29. Mai 2011 um 21:08

    Hallo,
    ich bin derzeit auf der Suche nach einem geeigneten Monitor.
    Ich fotografiere nur als Hobby und verwende das RAW-Format und entwickle mit LR.
    Derzeit ist mein Favorit der EIZO EV2333WH. Der hat sehr gute Test-Ergebnisse, deckt aber nur SRBG mit 98 % ab. Reicht das? Preislich ist bei mir mit 500,– absolute Obergrenze.
    Würde mich über Meinungen freuen. Danke.

    • Antwort BlogTimes 29. Mai 2011 um 21:52

      Hallo Joe,

      es kommt ganz drauf an, welche Ansprüche du stellst, selbst wenn du nur als Hobby fotografierst. Wenn Du RAW fotografierst, wirst du wohl kaum deine Arbeiten im sRGB Farbraum bearbeiten. Hier verlierst du einfach zu viele Tonwerte. Wenn du Dich ausschließlich im Schwarzweiß Bereich bewegst, dann würde ich sagen, der Eizo passt. Hab selber lange Zeit (allerdings nur im S/W Bereich) mit einem TN-Panel gearbeitet. Kann ich aber nicht empfehlen. Eine gute Alternative ist der Dell U2410. Der bietet einen erweiterten Farbraum und eine 97% AdobeRGB Abdeckung. Die ersten Modelle hatten Probleme. Mittlerweile gibt es ihn in der Version A05. Entweder bei Amazon oder bei TFTshop

  • Antwort Skywalker 9. November 2011 um 23:43

    HP LP2475w 24″ deckt 100% Adobe-RGB ab, für ca. 500 Euro
    Mehr Farbraum für weniger Geld gibts momentan kaum …
    Mir persönlich ist er etwas zu klein aber der Preis ist doch sehr tief. Mein 27″NEC hat mehr als das doppelte gekostet … Wer den ganzen Tag RAWs bearbeitet sollte am Bildschirm nicht sparen …

  • Antwort JG 15. Juni 2016 um 21:12

    Hallo und vielen Dank für deinen guten Artikel. Mir reicht eine 95% AdobeRGB Abdeckung im Alltag vollkommen aus. Als Profi, der von der Fotografie lebt, würde ich allerdings tiefer in die Tasche greifen. Beste Grüße aus der Metropole an der Leine, Jens

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