Fotografie

Monitor für die Bildbearbeitung Teil 2 – aktualisiert

12. Dezember 2010

Der erste Teil (1.1 und 1.2) der Artikelreihe „Monitor für die Bildbearbeitung“ beschrieb die verschiedenen Paneltypen, die heutzutage bei der Entwicklung und Herstellung von Monitoren verwendet werden.

Der Teil 2 wird sich mit den Bereichen Ausleuchtung, Helligkeit, Kontrast, Farbräume und Kalibrierung befassen, wobei es im heutigen Artikel nur um das Thema Beleuchtung geht. Wie auch bei den verbauten Panels gibt es seitens der Hersteller einige nicht unwichtige Unterschiede.

2.1

  • Ausleuchtung
  • Helligkeit und Kontrast

2.2

  • Farbräume

 

Ausleuchtung, Helligkeit und Kontrast

Gerade im Bereich der digitalen Bildbearbeitung ist ein homogen ausgeleuchteter, kontrastreicher Monitor unabdingbar. Für die homogene Ausleuchtung der Bildschirmfläche ist allerdings nicht nur das verwendete Panel (TN, VA, IPS usw…) verantwortlich, sondern auch die verwendete Hintergrundbeleuchtung. So kommen heutzutage entweder CCFL (Kaltkathodenröhren) oder LEDs zum Einsatz. Letztere lassen sich noch in Edge- und Full-LED unterteilen. Dazu später mehr.

Funktionsweise der CCFL: Ein lichtleitender Kunststoff verteilt das Licht gleichmäßig auf dem Display. Anschließend wird es durch verschiedene Farbfilter und Flussigkeitskristalle zur Bildschirmoberfläche geleitet und wir nehmen ihn als Bildpunkt war. Durch die Anordnung der Leuchtröhren können sich an bestimmten Stellen Lichthöfe (helle kleine Flächen in den Ecken und Kanten des Monitors) bilden – folglich eine ungleiche Ausleuchtung.

Ein weiterer Nachteil der Kaltkathodenröhren (CCFL) ist, dass sie aufgrund ihres Aufbaus nur komplett gedimmt werden können. Man kann also Teilbereiche der Leuchtröhre nicht abschalten. Zwar können sie große schwarze Bereiche durch Dimmung darstellen, aber sobald partiell helle Bereiche ins Spiel kommen wird aus dem Schwarz ein dunkler Grauton. Die Folge ist ein schlechtes Kontrastverhältnis.

Der Hersteller gibt das Kontrastverhältnis mit 500:1 , 700:1 usw… an. Je höher desto besser. Moderne TN Panels erreichen ein Verhältnis von bis zu 700:1. Geräte aus dem Profibereich (VA, IPS Panel) 1000:1 und mehr. Doch was bedeutet diese Zahl? Sie beschreibt den maximalen Helligkeitsunterschied zwischen schwarzen und weißen Bildpunkten. Demnach kann ein Monitor mit einem Kontrastverhältnis von 1000:1 einen weißen Bildpunkt 1000 Mal heller darstellen als einen Schwarzen.

Da viele Hersteller gerne mit diese Zahlen jonglieren ist hier Vorsicht geboten. Kontrastverhältnis Angaben von 5.000:1, 10.000:1 oder sogar noch mehr spiegeln nicht den tatsächlichen (nativen) Kontrast wieder. Hierbei handelt es sich um den Wert des dynamischen Kontrasts. Um das Kontrastverhältnis zu steigern wird zum Beispiel bei einem bereits dunklen Bild die Hintergrundbeleuchtung zusätzlich gedimmt. So kommt man dann natürlich auf super Werte…

Wer im Übrigen einen Monitor mit der Funktion dynamischer Kontrast besitzt, sollte diese für die Bildbearbeitung auf jeden Fall abschalten. Es kommt zu einer falschen Bilddarstellung auf dem Monitor.

Allerdings ist bei den Angaben zum Kontrast noch etwas ganz anderes enorm wichtig. Nämlich auf welcher Basis die Kontrastwerte ermittelt wurden. Hier sind ehrlicherweise den Herstellern Tür und Tor geöffnet auf aberwitzige Werte zu kommen, die in Marketing-Unterlagen entsprechend ausgeschlachtet werden können. Daher ist neben der Frage nach dynamischen Kontrast auch die Frage nach den Umgebungsbedingungen bei der Messung des Kontrastverhältnisses besonders wichtig. Hierzu gibt es leider keine einheitliche Regelung.

LED versus CCFL

Obwohl CCFL Röhren nun scheinbar im schlechten Licht erscheinen, schreitet die technische Entwicklung auch hier immer weiter voran. So setzten zum Beispiel eine Vielzahl von Herstellern auf WCG-CCFL Röhren (Wide Color Gamut – Cold Cathode Fluorescent Lamp). Durch spezielle Materialien wird hier der Farbumfang und die Ausleuchtung extrem verbessert.

Im Gegensatz zu CCFL werden immer mehr Monitore mit LED Backlight beworben und angeboten. Doch LED Backlight ist nicht gleich LED- Backlight. Wie Eingangs bereits erwähnt kann diese Art der Hintergrundbeleuchtung in zwei Bereiche eingeteilt werden. Geräte mit EDGE und Full/Direct-LED.

Bildschirme, dessen LEDs in den Seiten/Kanten (EDGE) des Gehäuses angeordnet sind erreichen zwar eine etwas bessere Ausleuchtung als Standard CCFL Röhren, dennoch beheben sie auch das Problem des geringen Kontrast nicht. Wie auch die CCFL Röhren können sie nicht partiell abgeschaltet werden, wie das zum Beispiel bei der neuesten TV-Geräte Generation der Fall ist. Im Gegensatz zu CCFL, welche zwar mit den Jahren insgesamt schwächer werden aber erneut kalibriert werden können, verschleißen LEDs mit der Zeit ungleichmäßg.  Die LED-Hintergrundbeleuchtung wird inhomogen. Zudem muss man bei LED-Hintergrundbeleuchtung nicht nur zwischen EDGE und FULL/Direct – LED unterscheiden, sondern wie bei CCFL und WCG-CCFL auch zwischen LED und RGB-LED Hintergrundbeleuchtung. Letztere bietet wie bereits bei WCG-CCFL einen verbesserten Farbumfang.

 

FAZIT zum Thema Ausleuchtung, Helligkeit und Kontrast.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass sowohl CCFL als auch LED ihre Daseinsberechtigung haben. Im Bereich CCFL würde ich persönlich auf die neuen Wide Color Gamut Röhren  (WCG-CCFL) setzen. Im Bereich LED ausschließlich auf FULL-LED  und RGB-LED Hintergrundbeleuchtung. Das Problem, welches ich allerdings sehe, sind die Hersteller die oft keine oder nur sehr wenige Informationen über die verbaute Hintergrundbeleuchtung preis geben. Hier heißt es also Testberichte lesen, im Internet googeln oder sich von richtigen Fachleuten beraten lassen.

Vielleicht ist dem einen aufgefallen, dass ich zum Thema Helligkeit sehr wenig geschrieben habe. Der Grund ist, dass die heutigen Geräte fast alle die erforderliche Helligkeit von um die 270 Candela pro Quadratmeter  (cd/m²) erfüllen und hier meiner Meinung nach kein Informationsbedarf besteht.

Der nächste Beitrag folgt. stay tuned…! (hoffentlich dieses Mal schneller…)

Falls sich jemand mit dem Gedanken trägt. Der hier geschriebene Artikel gilt übrigens nicht nur für den Monitor-,  sondern auch für den Fernseherkauf.

Hier noch ein cooles Video welches den Einsatz unterschiedlicher Hintergrundbeleuchtung anschaulich erklärt –  Fernseher mit LED Backlight.

 

EDIT vom 14.12.2010:
Die Aktualisierung des Artikels basiert auf eine Mail vom Monitorhersteller EIZO und liefert weitere interessante Informationen zum Thema „Monitor für die Bildbearbeitung“.  Als Erstes folgt eine Richtigstellung im Zusammenhang mit der separaten Dimmung der LED Hintergrundbeleuchtung bei Desktop Monitore. Wie fälschlich angenommen ist derzeit kein Monitor erhältlich, der über die Funktion der separaten Dimmung verfügt.

Wie oben bereits geschrieben, können sich Lichthöfe an bestimmten Stellen des Monitors bei Verwendung von CCFL, WCG-CCFL Röhren bilden.  Diesem Problem beugt Eizo mit Hilfe seiner entwickelten DUE Funktion (Digital Uniformity Equalizer) vor. Diese steuert Pixel für Pixel sowohl Grau-/Farbtöne als auch Helligkeiten über den gesamten Bildschirm. Ein Mikroprozessor korrigiert Abweichungen eines Farbtons in Echtzeit, sodass dieser an jeder Stelle des Displays – in der Mitte wie am Rand – exakt gleich wiedergegeben wird. Gleiches gilt für die von EIZO verwendete LED-Hintergrundbelechtung.

Im Übrigen sind weiße (normale) LED-Backlights sind in der Farbdarstellung sehr spitz und daher für die Bildbearbeitung weniger geeignet.

Vielen Dank an dieser Stelle an EIZO für die tatkräftige Unterstützung.

EDIT vom 14.10.2010:
TEIL 1.1

EDIT vom 24.10.210:
TEIL 1.2

EDIT vom 12.12.2010
TEIL 2

EDIT vom 09.01.2011
TEIL 2.2

Vielleicht interessiert dich das hier auch...

6 Kommentare

  • Antwort Monitor für die Bildbearbeitung - Teil1 | BlogTimes - Fotografieblog 12. Dezember 2010 um 19:03

    […] vom 12.12.2010 TEIL 2 […]

  • Antwort Lutz 13. Dezember 2010 um 12:11

    Sehr guter und hilfreicher Artikel! Vielen Dank.

  • Antwort BlogTimes 14. Dezember 2010 um 20:47

    Hallo liebe Leser,

    Artikel wurde mit weiteren interessanten Informationen aktualisiert!

  • Antwort Monitor für die Bildbearbeitung Teil 1.2 | BlogTimes - Fotografieblog 31. Dezember 2010 um 14:17

    […] gehts zum zweiten Teil aus der Reihe “Monitor für die […]

  • Antwort Monitorkalibrierung - Welcher "Sensor" ist der Richtige | BlogTimes - Fotografieblog 5. Juni 2011 um 23:54

    […] Wer sich über die Vorteile/Nachteile informieren möchte, der findet diesem Beitrag ” Monitor für die Bildbearbeitung Teil 2” ein paar Informationen. Eine Kalibrierung, welche auch bei farbkritschen Arbeiten verwendet […]

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