Fotografie

Monitor für die Bildbearbeitung – Teil1

14. Oktober 2010

Wie ich bereits in meinem Einleitungsartikel zum Thema „Monitor für die Bildbearbeitung – Leitfaden“ zu lesen ist, werde ich in den kommenden Beiträgen die unterschiedlichsten Merkmale eines Monitors beleuchten und potenzielle Tipps für den „richtigen“ Monitor geben.

Mit dieser Artikel-Serie möchte ich allerdings nicht im „Urschleim“ anfangen und setze daher bestimmte technische Begriffe voraus. Wenn etwas unklar sein sollte, einfach nachfragen.

Der 1. Teil befasst sich mit im Großen und Ganzen mit der Panel-Technologie der Monitore. Hier möchte ich aufzeigen welche Paneltypen es gibt und welche für die digitale Bildverarbeitung am Besten geeignet sind.

Was ist eigentlich ein Panel und was verbirgt sich dahinter. Als Panel bezeichnet man zum einen den Bildschirm und zum zweiten die verwendete Technik, die diesen Bildschirm antreibt. Für die Bildbearbeitung und sei es auch nur im Hobby- und/oder im  Amateurbereich kommen nicht alle Panel-Typen in Frage. Man unterscheidet hier im wesentlichen zwischen

1.1

  • TN-Panel
  • VA-Panel

1.2

  • IPS-Panel
  • OLED-Panel

TN-Panel
Dieses Panel wird auch häufig als  „Gamer und Film“  Bildschirm/Panel betitelt. Es zeichnet sich neben einer hervorragenden Reaktionszeit, einem niedrigen Stromverbrauch und einem sehr niedrigen Preis aus. Wichtiges Alleinstellungsmerkmal ist die Reaktionszeit. Diese wird in Millisekunden angegeben und hierbei gilt – Je kürzer, desto besser. Die Reaktionszeit bezeichnet den Wechsel eines einzelnen Pixel von schwarz zu weiß oder von grau zu grau. Beim Letzteren wird die Umschaltzeit von 10 Prozent grau zu 90 Prozent grau gemessen. Hier liegt auf Hand, das für Marketing-Zwecke (kürze Reaktionszeiten) diese Methode verwendet wird.

Der Vorteil eines TN-Panel und dessen Hauptverwendungszweck liegt hier klar in der Kategorie Games und Filme. Der Nachteil der Displays ist der geringe Kontrast gegenüber eines VA-Panels. Hinzu kommt,  dass TN-Panels nur 6 Bit (262143 Farben) darstellen können. Mit Hilfe des sogenannten Dithering werden 2 Bit rechnerisch hinzugefügt. Dadurch entsteht der Eindruck, der Monitor würde 16,2 Millionen Farben darstellen können. Mir ist im übrigen kein TN-Panel bekannt, welches über eine reale 8 Bit Farbdarstellung verfügt. Für Farbgenaue Bearbeitung ist ein TN-Panel nur sehr bedingt geeignet.

Ausserdem erreichen TN-Panel nur einem maximalen Blickwinkel von 150 Grad horizontal und 140 Grad vertikal. Darüber hinaus kommt es dann zu starken Farb- und Kontrastabweichungen des Monitorbild. Natürlich könnte man jetzt sagen, dann benutze ich den Monitor mit verbauten TN-Panel eben nur für die schwarzweiss Bearbeitung. Allerdings gilt es zu beachten, dass das Ausgangsmaterial immer eine Farbaufnahme und die Kontrastdarstellung ein wesentlicher Bestandteil der digitalen schwarzweiss Fotografie ist.

VA-Panel
Bei VA-Panel wird nochmals zwischen MVA-, PVA- und S-PVA Panel unterschieden. Zunächst sei gesagt, dass alle VA-Panel 8 Bit (16,7 Mio Farben) und mehr darstellen können. MVA und PVA sind aus technischer Sicht fast gleich zu stellen. MVA-Panel wurden ursprünglich von Fujitsu entwickelt und PVA-Panel von Samsung. Der Unterschied besteht in der Ansteuerung der einzelnen Flussigkeitskristalle. Bei PVA-Panel werden die Kristalle in vier Bereiche eingeteilt und einzeln angesteuert, während es hingegen bei MVA-Panel nur zwei bis drei Bereiche sind. Das PVA-Panel hat durch diese Technik einen etwas größeren Blickwinkel von 160 Grad horizontal und vertikal und ein etwas höheres Kontrasverhältnis ( 1000:1 und mehr). Die Reaktionszeit (> 8 Millisekunden) der MVA und PVA-Panel ist weitaus höher als die eines TN-Panels. Bei schnellen Bewegungen – z.B Spielfilmszenen kann so es zur Schlierenbildung kommen.

S-PVA-Panel fangen diese „negativen“ Punkte wieder auf. Hier wird unter anderem durch eine bessere Ansteuerung der Flüssigkeitskristalle, eine geringere Reaktionszeit und ein noch größere Blickwinkel von bis zu 180 Grad horizontal und vertikal erzielt. Zudem ist die Farbtonverschiebung geringer als bei MVA und PVA-Panel. Das heisst, dass der Bildschirm bei verändertem Blickwinkel nur bedingt heller wird. Aussedem verfügen die S-PVA Panel über ein nochmals gesteigertes Kontrastverhältnis gegenüber MVA und PVA-Panel, was zugleich einen besseren Schwarzwert bedeutet.

Im Hinblick auf die Bildbearbeitung ist ein Monitor mit S-PVA-Panel gegenüber MVA, PVA und vorallem  einem TN-Panel die bessere Wahl. Zum einen bietet er dem Betrachter neben einem hohen Kontrastverhältnis und  einer weitaus besseren Farbdarstellung auch einen sehr großen Blickwinkel ohne große Farbtonverschiebung. Diese Punkte schlagen sich natürlich im höheren Preis bei Monitore mit verbautem S-PVA Panel nieder.

Im Punkt 2 des 1. Teils werde ich dann auf die IPS-Paneltypen und das OLED-Panel eingehen. (folgt in Kürze)

EDIT vom 24.10.210:
TEIL 1.2

EDIT vom 12.12.2010
TEIL 2

EDIT vom 09.01.2011
TEIL 2.2

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7 Kommentare

  • Antwort mamo 15. Oktober 2010 um 19:39

    freue mich schon auf den 2. teil!!

    gruss mamo

  • Antwort Monitor für die Bildbearbeitung – Teil1 19. Oktober 2010 um 06:15

    […] Monitor für die Bildbearbeitung – Teil1 […]…

  • Antwort Monitor für die Bildbearbeitung Teil 1.2 | BlogTimes - Fotografieblog 14. November 2010 um 22:19

    […] Teil 1.1 hatte sich mit den Paneltypen TN und VA befasst. Die Vorteile lagen hierbei klar beim VA Paneltyp, genauer gesagt beim S-PVA. Mit dem heutigen Beitrag möchte ich den IPS-Paneltyp und den OLED-Typ vorstellen. Letzter wird nur kurz erklärt, da es fast nur Prototypen in diesem Bereich gibt. […]

  • Antwort Monitor für die Bildbearbeitung - Leitfaden! | BlogTimes - Fotografieblog 12. Dezember 2010 um 19:04

    […] EDIT vom 14.10.2010: TEIL 1.1 […]

  • Antwort Holger Schütte 11. März 2013 um 10:56

    Hallo,
    gibt es eine zeitliche Begrenzung, wie früher bei den Röhren-Monitoren, für die Kalibrierbarkeit von LED-Monitoren z.B. ColorEdgeCG211.
    Vielen Dank für eine sachkundige Beantwortung im voraus.

    • Antwort BlogTimes 11. März 2013 um 12:46

      Wie auch die Röhrenmonitore verlieren auch die LEDs mit der Zeit an Leistung und daher sollte auf jeden Fall immer wieder einmal eine Kalibrierung durchgeführt werden. Das diese aber nicht so anfällig sind, kann der Zeitraum zwischen den Kalibrierungen ruhig länger ausfallen. Ich habe zwar keine genauen Zahlen, aber mehrere Monate ohne Kalibrierung sind sicherlich kein Problem.

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