Fotografie

Monitorkalibrierung – Welcher „Sensor“ ist der Richtige?

5. Juni 2011

Heute dreht sich alles um das Farbmessgerät zur Monitorkalibrierung, denn nicht jedes Gerät ist für jeden Monitor geeignet.

Früher dachte ich, dass es zwischen den einzelnen Farbmessgeräten zwar Unterschiede in Sachen Software, Ausstattung usw. gibt, allerdings nicht was die Messung an sich angeht. Nachdem ich durch die verschiedenen Monitortests eines Besseren belehrt wurde, möchte ich euch meiner Meinung darüber mitteilen.

Vielleicht plant der eine oder andere den Kauf eines Messgerätes oder gar eines neuen Monitor, dann hilft euch dieser Beitrag eventuell weiter.

Wichtig beim Kauf eines Farbmessgerätes ist der Verwendungszweck. Während die relativ günstigen Modelle (bis 160 Euro) nur den Monitor kalibrieren können, erlauben die wesentlich teueren Farbmessgeräte (ab 360 Euro) auch eine Druckerkalibrierung. Der Unterschied liegt aber nicht nur in der Ausstattung und im Preis, sondern auch in der Funktionweise der Geräte. Während die „günstigen“ Geräte (Colorimeter) vereinfacht erklärt, durch interne Farbfilter die RGB-Farben von einem Monitor ausmessen, erfassen und messen die teuren Geräte (Spektralfotometer) die gesamten Bereich des sichtbaren Licht, welches von der Oberfläche (Monitor, Papier) emittiert und reflektiert wird. Sie erlauben ein wesentlich besseres Ergebnis.

Ich selbst verwende auch „nur“ einen Colorimeter (EyeOne Display 2) für meine Monitorkalibrierung und bin bis jetzt mit dem Ergebnis zufrieden. Das hat allerdings auch etwas mit dem Monitor und der verwendeten Hintergrundbeleuchtung zu tun. Zum einen verfügt er weder über eine LED-Hintergrundbeleuchtung und zum anderen besitzt er keinen erweiterten Farbraum (Wide Color Gamut).

Wer einen Monitor mit normaler CCFL (Kaltkathodenröhren) Hintergrundbeleuchtung, aber mit erweiterten Farbraum sein eigen nennt oder die Anschaffung plant, dem empfehle ich den DTP94. Das ist meiner Meinung nach das beste Gerät unter den erhältlichen  Colorimetern.

LED-Hintergrundbeleuchtung ist mehr und mehr auf dem Vormarsch. Wer sich über die Vorteile/Nachteile informieren möchte, der findet diesem Beitrag “ Monitor für die Bildbearbeitung Teil 2“ ein paar Informationen. Eine Kalibrierung, welche auch bei farbkritschen Arbeiten verwendet werden kann, ist allerdings mit einem „Standard“ Colorimeter nur in sehr geringem Maße zu erreichen. Der Grund ist die Wellenlänge der LEDs, welche nicht oder nur stark eingeschränkt mit den Colorimetern zurecht kommen. Gleiches gilt für LED-Monitore mit erweitertem Farbraum. Abhilfe schafft hier nur die Verwendung eines Spektralfotometer (z. B. ColorMunki Photo oder i1basic pro (früher EyeOne Pro)). Diese kalibrieren unabhängig vom eingesetzten Monitor/Hintergrundbeleuchtung das Display. Eine Alternative bieten zum Beispiel auch die Monitorhersteller Eizo und Quato an, die eigene Messgeräte für ihre Displays anbieten oder diese gleich in den Monitor integrieren. Quato versucht zudem, mit Hilfe von Korrekturen in der iColor Kalibrierungssoftware Korrekturen vorzunehmen, die auch für andere Monitore verwendet werden können.

Der Kauf des richtigen Farbmessgerätes steht und fällt demnach mit dem Verwendungszweck, dem Farbraum und vor allem mit der Hintergrundbeleuchtung des Monitors. Wer nur eine Monitorkalibrierung (bei normalem Farbraum) vornehmen möchte, dem empfehle ich den Einsatz eines Colorimeters (z.B EyeOne Display 2 ). Bei erweitertem Farbraum, den DTP94. Bei einer Monitor- und Druckerkalibrierung, empfehle ich generell den Einsatz eines Spektralfotometers, da nur dieser eine genaue Druckerkalibrierung gewährleistet.

Bei Verwendung einer LED-Hintergrundbeleuchtung tendiere ich unabhänig vom Farbraum den Einsatz eines Spektralfotometers. Eine Alternative dazu wäre eventuell auch der Silver Haze Pro (Colorimeter) von Quato, welcher über eine White-LED (Apple Cinema Display, iMac usw…) und Wide Gamut Untersützung verfügt.


Vielleicht interessiert dich das hier auch...

12 Kommentare

  • Antwort Nils 7. Juni 2011 um 08:55

    Also ich hab gerade mein Monitor mit dem DTP94 kalibriert.
    Vorher hatte ich einen einfachen eyeone genutzt.

    Für meinen günstigen Monitor fand ich die einfache Kalibrierung besser.
    Monitor Helligkeit und Kontrast wurden eingestellt und dann kalibriert.

    Für den DTP94 müsste man auch einen hochwertigen Monitor besitzen, der weitere
    Einstellungen bietet (die beim günstigen Monitor halt nicht zu finden sind).

    • Antwort BlogTimes 7. Juni 2011 um 10:07

      Mich würde mal interessieren, was für einen Monitor du mit dem DTP94 kalibriert hast? Was meinst du mit besser? Die Farbdarstellung, Helligkeit und/oder Kontrast usw…

  • Antwort Henrik 7. Juni 2011 um 23:57

    Hi,

    ich persönlich verwende den wohl auch häufig verwendeten Spyder 3 PRO. Ich benötige es auch „nur“ für Monitorkalibrierungen bei Single und Dual-Monitorplätzen und da funktioniert es sehr gut. Mich würde interressieren wie die Erfahrung bei den „günstigen“ Modellen mit der Verwendung anderer als beim Gerät beigelegter Software ist (ggf. unabhängig ob es sich um Windows/Mac/Linux handelt)?! Gibt es hier Empfehlungen an OpenSource oder Bezahl-Software oder „bringt“ das nicht allzuviel mehr…?

    • Antwort BlogTimes 8. Juni 2011 um 06:35

      Natürlich müssen die Geräte die Fremdsoftware unterstützen. Bei iColor Display von Quato (kostenpflichtig) oder bei ColorNavigator (kostenlos) ist meiner Meinung nach durch die erweiterten Einstellungen eine genauere Kalibrierung möglich. Ich glaub aber, dass es stark vom verwendeten Bildschirm abhängt.

  • Antwort Schelter 8. Juni 2011 um 01:16

    Der wichtigste Nachteil der Colorimeter wurde hier völlig verschwiegen!!!!! Es ist nämlich so, dass die Farbfolien die dort verwendet werden mit der Zeit altern, und schon nach 2-3 Jahren keine korrekte Kalibrierung mehr liefern. Ihr müsst euch also spätestens alle 3 Jahre ein neues Gerät kaufen, oder direkt zum Spektralphotometer greifen, dieser altert nämlich nicht!

    • Antwort BlogTimes 8. Juni 2011 um 06:37

      Vielen Dank für die wichtige Info. Verschwiegen wurde dieser Nachteil nicht, denn über die Alterung der „Filterfolien“ ist/war mir nichts bekannt. Gibt es hier einen Link, wo man diese Info nachlesen kann. Wäre super!

  • Antwort Nils 8. Juni 2011 um 22:39

    Hi,
    also ich hab einen Benq T904 damit kalibriert.
    Mir kommt das ganze Bild zu hell vor. Die Farbgenauigkeit aber ist gut. Die Helligkeits/Kontrast Einstellungen passen halt nicht mit dem DTP94 zusammen.
    Da werde ich demnächst nochmal die Helligkeit/Kontrast
    nach Erfahrung einstellen und dann erneut kalibrieren.

    Die günstigeren Varianten von Eyeone sollen sogar bereits nach 1 Jahr vertocknen.

    • Antwort BlogTimes 8. Juni 2011 um 23:28

      Auf wieviel hast du die Helligkeit eingestellt. Ich verwende zwischen 100-110 cd/m. Alles andere ist mir zu hell.

  • Antwort Meli 2. April 2012 um 11:19

    Huhu,
    ich wollte meine zwei Monitore kalibrieren und mir ggf (sofern bezahlbar) für später die Möglichkeit offenhalten, auch einen Drucker zu kalibrieren. (z.Zt. drucke ich auf S/W-Laser, Fotoaufträge möchte ich vergeben)

    Ich habe den Monitor Dell U2711. Welche Geräte (mit/ohne Drucker) würdest du mir aktuell empfehlen?

    Gibt es irgendwo ausführliche Beschreibungen für die Handhabung diese Empfehlung?

    Vielen Dank für Deine Mühe

    Meli

    • Antwort BlogTimes 2. April 2012 um 14:25

      Hallo Meli,

      nach meiner Erfahrung sind leider nicht alle Kalibrierungsgeräte für WIDE GAMUT Monitore ausgelegt. Aus diesem Grund würde ich folgende Modelle empfehlen. Entweder den Sypder4ELITE oder den X-Rite i1 Display. Beide Geräte liegen um die 170 Euro. Wenn zudem noch eine Duckerkalibrierung durchführen möchtest, dann sind noch ein paar 100 Euro fällig. Entweder den SypderSTUDIO oder den X-Rite ColorMunki Photo. Diese Geräte allerdings kosten zwischen 380 und 450 Euro.

      Ich selbst verwende nur eine Monitorkalibrierungsgerät, da ich selber nicht drucke.

      • Antwort Meli 3. April 2012 um 11:14

        Vielen Dank für Deinen schnellen Rat, dann werde ich das mal demnächst in Angriff nehmen.

        LG

        Meli

  • Antwort Anonymous 11. Januar 2014 um 23:04

    […] Teil nicht eingebunden bekommst ein paar Links um den Monitor zu kalibrieren, die etwas neuer sind. Monitorkalibrierung – Welcher "Sensor" ist der Richtige | BlogTimes – Fotografieblog Monitor-Kalibrierung – KLEINE-FOTOSCHULE.DE Monitorkalibrierung ? Wikipedia Monitor Kalibrierung […]

  • Kommentar verfassen