Fotografie, Unterwegs

Mývatn (Der Mückensee) – Reisetagebuch Island Tag 5

12. Mai 2011

Góðan daginn. Der heutige Tag hielt wieder einige Überraschungen für uns bereit. Eigentlich darauf vorbereitet einen weniger spektakulären Tag, als die Letzten, zu verbringen haben wir uns weiter in Richtung Reykjahlíð, einer Kleinstadt am Mývatn gemacht.

Fest vorgenommen haben wir uns den Wasserfall Goðafoss, unseren ersten großen Wasserfall den wir auf Island zu sehen bekommen. Der Sage nach soll Gode Þorgeir um 1000 n. Chr. Die letzten heidnischen Götterbilder in den Goðafoss geworfen haben. Daher der Name „Götterwasserfall“. (Quelle: Wikipedia)

Schon von Weitem  konnte man die Gischt des Wasserfalls sehen, die uns den Weg wies. An dem letzten Abzweig überkam uns bei dem Anblick des reißenden Flusses die Eile – wir wollten den Wasserfall endlich sehen. Wir fuhren schneller und bald wurde er sichtbar – Goðafoss , der Götterwasserfall.

Massen von Wasser die halbkreisförmig über einen 10 Meter hohen Abgrund schossen und eine dichte Gischt verursachten. Das Wetter war stark bewölkt und leicht neblig – ideales Fotowetter. Wir eilten zum Felsvorsprung und begannen euphorisch unsere Kameras auszupacken um endlich loszulegen. Den Lärm, den diese Wassermassen verursachen, nimmt man nach ein paar Minuten Konzentration nicht mehr wahr. Auch die anderen Besucher um uns herum wurden völlig ausgeblendet. Goðafoss hat mich sehr beeindruckt. Umso mehr freue ich mich auf die weiteren Wasserfälle, die uns noch begegnen werden.

Eigentlich schon vollends befriedigt machten wir uns fast etwas erschöpft auf den Weg zu unserer nächsten Unterkunft im Mývatngebiet. Kurz nach unserer Ankunft sahen wir hinter unserem Haus dichten Wasserdampf der in dicken Säulen aufstieg. Wir beschlossen herauszufinden, ob sich unsere Vermutung bestätigte, dass sich in ca. 4 km Entfernung heiße Quellen, sogenannte „Hot Spots“ befinden. Wir fuhren los und wurden belohnt. Ein großes Feld voll heißer Quellen, Wasserdampf und Schwefelgeruch erstreckte sich hinter den Hügeln. Die Sonne ließ das Gestein und die Gips- und Schwefelablagerungen in den leuchtendsten Farben erstrahlen. Von gelb, über ein kräftiges beige bis lilablau waren alle Farben auf dem Boden und im Gestein vorhanden.

Námafjall – Die heißen Dampfquellen nahe Mývatn. Es rauchte und dampfte aus allen Löchern und der Schwefelgeruch war manchmal fast unerträglich. Doch die Neugier trieb uns voran und wir wurden mit einem weiteren Höhepunkt belohnt. 80-100 °C heiße Quellen brachten die Erde zum brodeln. Vereinzelte Quellen waren durch das kochende Wasser so laut, dass ich mein eigenes Wort nicht mehr verstand. Ich fühlte mich, als wandere ich auf einem brodelnden Teekessel.

Aus diesem Tag haben wir wieder einmal etwas gelernt. In Island gibt es keine unspektakulären Tage oder Gegenden. Jeder Ort hat etwas Besonderes für das es sich lohnt diverse Strapazen auf sich zu nehmen. Entlohnt wird man in jedem Falle.

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1 Kommentar

  • Antwort thordis 12. Mai 2011 um 09:13

    Hallo Ronny
    Großartige Fotos, großartiger Text, bin total begeistert und hoffe demnächst auch nach Island zu kommen. Euch noch eine schöne Reise!
    Viele Grüße, Thordis

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