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Ne Großformatkamera für kleines Geld

22. Oktober 2014

The Intrepid 4x5 Kamera

Schon vor längerer Zeit bin ich über die hölzerne Großformatkamera von Max Grew aus England gestolpert. Damals steckte alles noch in den Kinderschuhen, doch seit gestern ist es offiziell. Die Kickstarter Kampagne läuft gerade mal seit zwei Tagen, aber das Funding ist bis auf zwei Tausend ein paar hundert Pfund fast abgeschlossen.

Wenn ich nicht schon eine Großformatkamera dieser Bauart hätte, würde ich glatt zuschlagen. Das Design, welches eher wie ein Bauklotz daherkommt, überzeugt mich zwar nicht, aber das ist hier völlig egal. Für schlappe 189 Pfund, also umgerechnet rund 240 Euro ist sie die aktuell günstigste Großformatkamera auf dem Markt und dürfte gerade für diejenigen interessant sein, die sich schon immer mal mit dem geilen 4×5 Format beschäftigen wollten. Jetzt ist die Gelegenheit.

Natürlich braucht man noch ein Objektiv mit Kabelauslöser und ein Filmhalter, aber die gibt es ja gebraucht wie Sand am Mehr. Die Planfilmkassetten von Fidelity gibt es auf Ebay meistens im 5er Pack für unter 100 Euro. Wer nicht so auf Plastik steht, dem kann ich wärmstens die Kassetten von Chamonix empfehlen – eine Kombination aus Holz/Carbon. Ich selbst habe davon 5 Stück und kann mich in Sachen Qualität nicht beschweren.

Die Intrepid 4×5 Camera wiegt etwa 1,2kg und wird über Aluhalterungen verfügen – im Gegensatz zum Prototyp aus kompletten Holz. Im Hinblick auf die Langlebigkeit ist das nur sinnvoll. Die Fokussierung erfolgt üblicherweise durch das Groundglas (scheiße, mir fällt gerade das deutsche Wort nicht ein), muss aber ohne Fresnel-Linse auskommen. Ist aber nicht so schlimm. In Anbetracht des Fortschritts der Kampagne steht der Produktion wohl nichts mehr im Wege, allerdings gibt es bei Crowdfunding Projekten natürlich immer das Risiko, dass es am Ende nichts wird. Kann ich mir hier aber nicht vorstellen.

Ich weiß, dass hier einige Großformat-Enthusiasten herum schwirren. Jetzt ist es an der Zeit… Ich will Ergebnisse sehen. Lange lebe analoge Fotografie… Achja, aus Übermut ganz vergessen. Die Internetseite und die Kampagne auf Kickstarter.

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10 Kommentare

  • Antwort HL-Photo.com 22. Oktober 2014 um 15:17

    Supercooles Teil! Wollte schon immer mal eine Großformatkamera, aber der Preis war……
    Herzlichen Dank für diese Vorstellung.

    • Antwort BlogTimes 22. Oktober 2014 um 15:20

      Ja, also wenn nicht jetzt, dann nie….

      • Antwort hannes 23. Oktober 2014 um 10:32

        😀
        Schöner Beitrag!!!

  • Antwort Thomas 23. Oktober 2014 um 08:05

    Das ist ja genial. Super Kamera da wird Fotografie zum Erlebnis. Eine wirklich klasse Idee.

    Gruß Thomas

  • Antwort Tobias 23. Oktober 2014 um 09:59

    Danke für den Hinweis!

    Eine Frage an den Auskenner 😉
    Welche Einschränkungen hat die im Vergleich zu ner „echten“?
    Mich faszinieren Großformatportraits immer wieder, aber ich meine mich erinnern zu können das man das aufgrund der länge des Balgen mit ner Bulldog 5×4 wohl keine Portraits machen konnte?!

    Gruß
    Tobias

    • Antwort BlogTimes 23. Oktober 2014 um 12:51

      So pauschal kann man das nicht sagen, denn es kommt auf das Vergleichsmodell an. In der Regel hast du noch Verschiebungsmöglichkeiten am Rückteil der Kamera. Die Länge des Balgens sagt eigentlich nichts über oder gegen die Verwendung von Porträts aus. Sie bestimmt, welche Brennweiten verwendet werden können. Hier geht alles von 75-300 und eine Porträtlinse im Großformat liegt zwischen 150 und 300mm. Also kein Problem!

  • Antwort Thomas 26. Oktober 2014 um 21:44

    Und jetzt die alles entscheidende Frage: warum sollte ich mir dennoch lieber eine Chamonix kaufen? (Jetzt mal von den üblichen Kickstarter-Unsicherheiten abgesehen)

    • Antwort BlogTimes 27. Oktober 2014 um 04:38

      Nun, die Chamonix hat noch eine Fresnel-Linse (macht das Bild auf der Mattscheibe heller). Weitee Verstellmöglichkeiten, ein Graflock Back.. ist aus Alu und Carbon. Außerdem nimmt der Standardbalgen auch 75mm Objektive ohne Probleme auf.

  • Antwort Rolf Schmolling 18. Dezember 2014 um 12:07

    Hallo,
    schön dass Du über die Intrepid geschrieben hast. Ich bin gerade mal über Dein Blog gestolpert – Kontext: Großformat/Digital – (kommt mir nicht ins Haus, nicht nur wegen der Kosten bleibe ich Analog/Hybrid). Die Kamera wird sich hoffentlich vom Konzept und Prototypen noch fortentwickeln, bis ich sie ca. März in Händen halte 😉 . Konkrete Frage: Wie ist das mit den Filmkassetten von Chamonix und statischer Aufladung? Für die Plastikkassetten wird das immer wieder als Problem betont… Naja bis ich im Sommer selber Erfahrungen habe sammeln können müssen die paar gebrauchten eben reichen.

    Deine Chamonix ist bestimmt toll aber 1600€ sprengt mein Budget (aktuell geplant: 180€ für die Intrepid, schon ausgegeben 180€ für ein Fujinon-W 5.6/150; Mod54 60€, passender Filmtank 60€, Film … 4×5 Vergrößerer 80€ weiterer Schnickschnack: Dunkeltuch, Auslöser, 10 Filmkassetten ca. 75€…).
    Gruß Rolf

    • Antwort BlogTimes 20. Dezember 2014 um 20:02

      Hallo Rolf, ich bin mal gespannt was du über die Intrepid zu erzählen hast. Die Chamonix Kassetten sind ja auch Holz und Carbon und mit statischer Aufladung hatte ich noch nie Probleme…

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