Fotografie, Nachgedacht

Neuer 2012er iMac für die Bildbearbeitung geeignet??? – Update

24. Oktober 2012

Bildquelle: Apple Inc.
Also ich muss schon sagen, auch wenn ich mir vor kurzem erst meinen Windows-Bildbearbeitungs-PC zusammengestöpselt habe, wurde ich doch heute angenehm durch die neue iMac Ankündigung überrascht. Abgesehen vom Design und Ausstattung war die Aussage, dass das neue Display über 75 Prozent weniger reflektieren soll, ausschlaggebend für diesen kurzen Artikel hier. Ist der iMac nun endlich für die (sinnvolle) Bildbearbeitung nutzbar?

Bis dato waren die iMac aufgrund ihres spiegelnden Displays stark umstritten, gerade dann wenn es um ernsthafte Bildbearbeitung ging. Klar, es gab es zwei Lager! Die einen sagen, dass macht mir nichts aus, während sich die anderen die matte Oberfläche wie sie bei vielen Monitorherstellern gang und gäbe ist, auch bei einem Apple Gerät wünschten. Ich kann mir gut vorstellen, dass dem Megakonzern Apple so einige Käufer durch die Lappen gingen, als die iMac Produktpalette nur noch mit spiegelnden Oberflächen zu haben war. Das hat nun offensichtlich ein Ende.

Mit der Vorstellung der neuen iMacs für 2012 verspricht Apple eine um 75 Prozent reduzierte Blendeffekte des Displays. Doch was bedeutet nun die 75 Prozent. 75 Prozent von einem Apfel kann ich mir noch vorstellen, aber 75 Prozent einer Spiegelung/Blendeffekte? Hmm, wieviel weniger spiegeln wird es dann? Wenn man sich das ganze mal durch den Kopf gehen lässt, steht man eigentlich von einem Rätzel. Eines ist zwar klar – Matt ist es nicht! Allerdings wollte ich es schon genauer wissen und habe mich aus diesem Grund auf die Suche nach Infos begeben. Nebenbei bemerkt, interessant ist übrigens auch, dass Apple soweit mir bekannt ist, dass erste Mal auf deren Webseite neben der Reduzierung der Blendeffekte etwas über Farbkalibrierung bei den iMacs schreibt. Zwar lässt es einem immer noch im Dunkeln, bespielsweise auf welchen Farbstandard/Profil kalibriert wurde und auch Angaben wie Helligkeitswerte, Farbtemperatur, usw… vermisse ich. Dennoch tut sich auch hier was.

Also was hat es nun mit der Blendreduzierung auf sich. Apple beschreibt es als Plasma-Deposition mit dessen Einsatz die Spiegelungen reduziert werden. In der Tat, nach ein wenig Recherche-Arbeit wird dieses Verfahren – auch wenn es sicherlich nicht 100 Pro identisch ist, unter anderem bei der Entspiegelung von Uhrenglas verwendet. Auch wenn ich die 75 Prozent immer noch nicht greifen kann, mit einem entspiegelnden Uhrenglas kann ich was anfangen. Noch habe ich den neuen iMac selbst nicht gesehen, und kann dessen noch vorhandene Spiegelung des Displays nicht einschätzen. Dennoch bin ich der Meinung, dass Apple gerade den Fotografen, die gerne dessen Produkte nutzen einen Bärendienst erwiesen hat, indem es endlich das Display Bildbearbeitungs-freundlicher gestaltet hat. Abgesehen davon ist das Innenleben auch nicht unterschätzen und reicht Dicke für die gängige Bildbearbeitung aus.

Da ich mir selbst in nächster Zeit, außer vielleicht das iPad mini, keinen neuen Computer für die Bildbearbeitung anschaffe, frage ich mal bei euch nach. Plant einer von euch den neuen Kauf eines iMacs oder zieht ihn nach dessen Neuvorstellung in Erwägung?? Oder ist er nach euer Meinung doch nicht für die Bildbearbeitung zu verwenden?

Kleiner Nachtrag:
Das ist vielleicht nicht nur für meine Facebook-Follower interessant. Wer sich um die Farbraum-Größe des neuen Displays sorgt, er könne nicht groß genug für die Bildbearbeitung sein, dem möchte ich folgendes sagen. Ich arbeite schon seit geraumer Zeit auf einem 130 Euro LG Monitor. Daher denke ich, dass das neue Display von Apple, selbst wenn es den sehr großen Adobe1998 Farbraum nur zu 90 Prozent abdeckt, es für die allermeisten Bildbearbeitung-Geschichten vollkommen ausreichend sein wird. Um eines noch festzuhalten, ich möchte hier niemanden seinen Eizo, Quato oder sonstigen High-End Monitor abspenstig machen, es ist nur meine ganze persönliche Erfahrung und Meinung.

Update vom 06.01.2013:
Ich habe mir jetzt das Display des neuen iMacs mal angeschaut und ich muss sagen, dass die Spiegelung erheblich reduziert wurde. Sie ist zwar noch vorhanden, stellt man den Monitor aber nicht gerade gegenüber einem Fenster auf, so kann man ihn durchaus für die Bildbearbeitung nutzen…

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16 Kommentare

  • Antwort Joerg 24. Oktober 2012 um 08:47

    Hallo,

    ich selbst habe einen iMac Mitte 2007 und anscheinend ist mit einem neueren OS nach ML nicht zu rechnen. Wenn ich also weiterhin aktuell bleiben will benötige ich etwas neues (nicht sofort). Auf der Apple-Seite steht das der iMac kalibriert daher kommt, aber es bleibt abzuwarten ob er sich auch zu Hause weiter kalibrieren lässt, falls nicht, bleibt nach wie vor die Verwendung eines kalibrierbaren Zweitmonitors unumgänglich. Aber dafür würde dann ja der kleinere Bildschirm am iMac reichen :-). Der MAC mini ist bislang immer unterhalb der Leistungen des iMacs gelegen, war also keine Alternative.

    • Antwort BlogTimes 24. Oktober 2012 um 13:06

      Unabhängig von den Kalibrierungsmöglichkeiten, denke ich schon, dass er sich besser kalibrieren lässt als der Vorgänger. Hier war eines der Hauptproblem oft die spiegelnde Oberfläche.

  • Antwort Martin Hülle - Blog 24. Oktober 2012 um 09:21

    Mir kommt der neue iMac gerade recht! Ich habe aktuell noch einen alten iMac, der bald 6 Jahre alt ist (noch mit mattem Display). Der war für die Bildbearbeitung top und die Darstellung nach Kalibrierung äußerst realistisch. Nur gibt der jetzt langsam seinen Geist auf, zickt rum und ist mir mit seinem mickrigen Arbeitsspeicher zu langsam und die Festplatte könnte auch viel größer sein … Von den Spezifikationen würde mir jetzt wohl schon das neue Einstiegsmodell reichen und ein riesen Schritt nach vorne sein. 21,5 Zoll, 8 GB RAM und eine 1-TB-Festplatte. Auf das Display bin ich gespannt.

    • Antwort BlogTimes 24. Oktober 2012 um 13:02

      Bei den aktuellen Modellen kann man sogar auch den Kleinern kaufen. Das war bei den Vorgängern anders. Hier wurden beim 21er nämlich andere Panels verbaut. Der 27er war hier deutlich besser.

  • Antwort olli 25. Oktober 2012 um 14:21

    Hiho,
    mich machte die Ankündigung glücklich.
    Denn neben dem Display gehen nun endlich auch 32mb RAM in den Rechner.
    Ich denke, ich werde einen neuen 27er mit einem 2.ten Panel nutzen, obwohl ich eigentlich auf den neuen MacPro warten wollte. Ich denke aber nicht, dass mir der neue MacPro Argumente liefern wird, die das Warten rechtfertigen. Der neue Pro ist wohl eher für die Filmer interessant und für Fotografen eher „overdone“.

    • Antwort BlogTimes 25. Oktober 2012 um 15:57

      Das sehe ich genauso… Ich kann mir nicht vorstellen, dass der neue MacPro (wann immer er auch kommen mag) für Fotografen einen Mehrwert gegenüber dem neuen iMac hat!

  • Antwort Uwe 3. November 2012 um 04:49

    Servus,

    ich nutze meinen 27″ Intel iMac (2011) seit dem Kauf für die Bildbearbeitung. Das Glossy-Display stellt für mich eigentlich nie ein Problem dar, ich habe allerdings auch keine Lichtquelle im Rücken. Problematischer finde ich, dass keine Hardwarekalibrierung möglich ist. Die Erstellung eines sRGB Profils mittels Spider4 war OK, aber man kann eben nur ein Softwareprofil erstellen. Als 2. Display nutze ich einen Dell U2711, der ab Werk kalibriert geliefert wird. Wenn ich sicher gehen will, werden die Fotos auf dem Dell gegengeprüft.

    Der neue iMac gefällt mir designtechnisch natürlich super und der Habenwill-Faktor ist schon recht groß :love. Allerdings bin ich mit der Rechenleitung meines derzeitigen noch vollends zufrieden, insbesondere nach dem kürzlichen Tausch der HDD gegen eine SSD. Der Maximalausbau mit 16GB RAM genügt mir ebenfalls. Also werde ich erst mal ein paar Monate abwarten, was der neue wirklich bringt.

    • Antwort BlogTimes 3. November 2012 um 14:15

      Abwarten… Ist mehr als verfünftig!!

  • Antwort Sven 11. November 2012 um 14:38

    Moin,

    die Möglichkeit zur Erweiterung auf 32GB ist schonmal Klasse. Sollte aufgrund der Verarbeitung des iMacs die Speichererweiterung allerdings nur über den Apple Online Store, also BTO, verfügbar sein, könnte das ganze ziemlich kostspielig (überteuert) werden. Ich warte mit Spannung auf das nächste Jahr und hoffe auf einen neuen Mac Pro, damit ich meinen jetzigen ersetzen kann.
    Die Flexibilität Festplatten, Speicher, Grafikkarte, … mal eben selbst tauschen zu können ist mir sehr wichtig.

    Grüße,
    Sven

    • Antwort BlogTimes 11. November 2012 um 14:45

      Hier schon mal die Antwort auf die Speichererweitung. Beim 21er geht das nicht, der 27er verfügt über 4 Slots, die auch von außen zugänglich sind.

      The 21.5-inch iMac comes with 8GB of memory and can be configured online with 16GB. On the 27-inch iMac, 8GB of memory comes standard, and you can upgrade to 16GB or 32GB. Configure and buy your iMac at the Apple Online Store and it will arrive with the memory already installed. Or add more memory to the 27-inch model yourself by popping open the easy-to-access memory panel on the back.

      Quelle: apple.com

      Warum eigentlich kein Windowssystem? Also über Performance und Stabilität kann ich mich nicht beschweren….

      • Antwort Sven 11. November 2012 um 14:52

        Ah, gut zu wissen. Ich hatte in einem Forum mal was anderes gelesen…

        Windows hatte ich mal, bin vor 5 Jahren auf Apple umgestiegen und hängengeblieben. Mit meinen iPhone, iPad und MacBook Pro wird ein Wechsel zu MS so schnell auch nicht wieder stattfinden. Außer Apple’s Idee komplett auf Intel zu verzichten und nur noch eigene ARM Chips zu vebauen wird nach hinten losgehen, aber das ist ja noch nicht sicher.

        Windows 7 finde ich zugegeben auch schick und stabil, mal sehen, wie es dann mit Win 8 wird.

  • Antwort Jerry 4. Dezember 2012 um 17:54

    Heute habe ich den neuen iMac 2012 Live sehen können.
    Das Display spiegelt noch genauso, ich habe zu meiner Enttäuschug
    keinen Unterschied sehen können. Schade.

    • Antwort BlogTimes 4. Dezember 2012 um 21:19

      Eigentlich sollte doch die Spiegelung doch um 75 Prozent reduziert werden… Hmm!!

  • Antwort Jerry 5. Dezember 2012 um 03:47

    Ich bitte um weitere Kommentare und Meinungen, was die Spiegelung beim neuem iMac betrifft.

  • Antwort Swissphoto 10. Dezember 2012 um 11:41

    Ich habe mir gestern den neuen IMach im Mediamarkt neben dem alten angeschaut und speziell auf die angekündigten, entspiegelten Screens geachtet. Aus welchem Winkel ich aber immer auch drauf schaute, es spiegelt gleich, wie der Alte iMac. Ich muss sagen, ich bin sehr enttäuscht, macht es doch Samsung vor, dass man ordentlich entspiegeln könnte.

  • Antwort Jörg O. 17. Dezember 2012 um 12:38

    Hallo,
    war in der letzten Woche im Apple Store und Paris. Dort standen ein altes und neues Modell des iMac. Habe bisher genau aus dem obigem Grund vom Kauf abgesehen und arbeite mit einem Mac mini + kalibriertem Monitor.

    Das neue Display ist vom Effekt der Spiegelung um Lichtjahre besser. Unter den Neonleuchten da im Laden konnte man das alte Modell fast als Spiegel verwenden. Im neuen musste man schon eine Winkel suchen, um die Deckenlampen noch zu sehen.

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