Analog, Fotografie, Großformat, Unterwegs

One Shot mit der Dicken…

15. März 2013

[Montreal]*,4x5 - CAN

Letztes Wochenende war ich nach längerer Zeit mal wieder mit den Kameras unterwegs. Geplant war eigentlich ein wenig Street mit der Digiknipse und bisschen Spaß mit dem Großformat. Ein paar von Euch werden bereits wissen, dass aus dem ersteren nichts wurde – denn ich Idiot hatte meine Kamerabatterie daheim vergessen. Das ganze hatte ich allerdings erst nach 200KM Fahrt gemerkt. Tja, das passiert mir wohl nur einmal.

Merke, man sollte niemals kurz vor der Abreise sein Equipment in eine andere Taschen packen oder beispielsweise den Batteriegriff abschrauben und darin natürlich den Akku vergessen. Nachdem ich also festgestellt hatte, dass an diesem Tag wohl doch nichts mit fotografieren ist, habe ich also mein Equipment nur durch die Stadt geschleppt – Stativ hatte ich ja auch noch dabei. F****, habe ich geflucht. Ich war dieses Mal allerdings nicht alleine unterwegs und so war es am Ende auch halb so schlimm. Tut auch mal ganz gut eine Umgebung ohne Kamera im Anschlag auf sich wirken zu lassen.

Gegen Abend hin wollte ich es mir dann doch nicht nehmen und zumindest mit einem Foto nach Hause zurückkehren – hatte ja noch die Großformatkamera dabei. Alles was die benötigt ist Licht, viel Licht. Das aber nicht zwingend für die eigentliche Aufnahme, sondern um das Motiv auf der Mattscheibe erkennen zu können. Aus diesem Grund sind Nachtaufnahmen mit dem Großformat geradezu eine wirkliche Herausforderung, natürlich auch vor dem Hintergrund der Belichtungsmessung. Bei meiner ersten Nachtaufnahme hatte ich die Kamera weit vor dem Sonnenuntergang aufgebaut, den Bildausschnitt ausgewählt und anschließend so lange gewartet bis die Lichtverhältnisse für die Aufnahme gepasst haben. Zur Kontrolle hatte ich damals noch ein paar Aufnahmen mit der Digitalen gemacht um die Bildwirkung und Lichtstimmung besser einschätzen zu können. Dafür hatte ich in Montreal keine Zeit. Zum einen war es schon saudunkel und mein Digiteil hatte ja sowieso keine Batterie drin. Schwerste Bedingungen sag ich euch…

Viele werden mich jetzt wahrscheinlich entfolgen, aber mein iPhone Belichtungsmesser hat mich nicht im Stich gelassen. Da ich über keinen der typischen Belichtungsmesser verfüge; der Grund ist vielmehr die Reduzierung meines Equipments auf das allernötigste wenn ich auf Reisen bin, war das die einzige Möglichkeit die Belichtungszeit zu messen. Man sollte es kaum glauben, es hat gepasst. OK, ich hab noch ein paar mehr Sekunden drauf gegeben, aber das ist bei einer Belichtungszeit von 300 Sekunden eh egal. Ob ich nun 10 oder 30 Sekunden mehr belichte, ist am Ende völlig wurscht.

Für die Aufnahme hab ich mein 75mm Super Weitwinkel Objektiv genutzt und die Blende auf f16 eingestellt. Die Arbeitsblende bei Großformat beträgt in der Regel f22. Hier besitzt das Objektiv die größte Schärfe, ähnlich wie bei KB-Objektiven f4 oder f5.6. Allerdings wollte ich meine Begleitung nicht 10 Minuten im Schnee stehen lassen und so habe gentlemen like die Belichtungszeit auf die Hälfte reduziert. Der T-Max 100 trägt auch nicht gerade dazu bei, kürzere Belichtungszeiten zuzulassen. Wie dem auch sei, alles lief gut und ich konnte gestern mein Negativ vom Labor abholen. Ich kann euch gar nicht sagen, wie gespannt ich immer bin. Ich kann auch nicht warten und reiße die Packung auch gleich immer nach der Bezahlung auf um das Negativ gegen das Licht zu halten. Ist Zeichnung drin… bin ich beruhigt und freue mich aufs Scannen.

Apropos Scannen. Ich paar Tage ist es schon her, aber ich bekam ein Anfrage, ob ich nicht mal mein Scanprozess beschreiben könnte. Ja, das mach ich auf jeden Fall! Es dauer nur ein wenig, da ich auch ein paar Screenshot usw… für den Beitrag erstellen muss.

Zur Aufnahme:
Chamonix 045-N2 mit Rodenstock 75mm @f16.0 – Belichtungszeit 330 Sekunden – Film Kodak T-Max 100 – S/W Entwicklung Normal (Kein Push oder Pull)

[Montreal]*,4x5 - CAN 100 Prozent Ausschnitt

100 Prozent Ausschnitt – Soll kein Vergleich mit irgendetwas sein, einfach nur Just for Fun…

 

Vielleicht interessiert dich das hier auch...

13 Kommentare

  • Antwort Simon 15. März 2013 um 13:43

    Großartiges Foto! Das der Iphone belichtungsmesser immer hinhaut ist beeindruckend, welche App benutzt du dafür? Die kann wahrscheinlich nicht direkt auch die zusätzliche Belichtungszeit für Film errechnen oder? Aber da hast du ja mal einen Artikel zu geschrieben da suche ich nochmal.

    • Antwort Simon 15. März 2013 um 13:45

      Alles klar habs gefunden Pinhole Assist danke und sorry für den Spam

      • Antwort BlogTimes 15. März 2013 um 14:06

        Ach, kein Problem… Ja, also im Moment brauch ich wirklich keinen richtigen Spotmesser um die Belichtungszeiten zu ermitteln. Ich bin mal gespannt, wie er sich bei normalen Belichtungszeiten verhält. Das werde ich wohl aber erst bei meiner nächsten Reise rausfinden. Ist schon erstaunlich, dass der kleine Sensor ausreicht um bisher immer die richtigen Zeiten zu errechnen.

  • Antwort Stephan 18. März 2013 um 12:12

    Ach ja, wie schön, den Blick vom Mont Royal mal in dieser Stimmung anzusehen. Ich war ja im Sommer dort, habe das Panorama dann mit dem iPhone aufgenommen – mit sehr ähnlichem Ausschnitt.

    http://www.flickr.com/photos/kagamiyama/7717285172/

    • Antwort BlogTimes 18. März 2013 um 12:44

      War ja fast genau die gleiche Stelle. Nagut, so viele Möglichkeiten gibts auch nicht 🙂

      • Antwort Stephan 18. März 2013 um 18:15

        Das stimmt. Ein bisschen weiter nach rechts kann man noch auf der Terrasse. Ich hatte im August übrigens keine GF von der McGill da hoch wuchten wollen.

        • Antwort BlogTimes 18. März 2013 um 21:20

          Ja, das ist ein ganz schöner Aufstieg von der McGill… Ich hatte es da mit dem Auto bequemer 🙂

  • Antwort Jan Verhoek 18. März 2013 um 12:38

    Wow, wirklich ein geiles Bild!! Glückwunsch zu diesem „Schnappschuss“!

  • Antwort Andreas Eymannsberger 20. März 2013 um 10:12

    Geht wirklich fast nur von der einen Stelle und der Dunst scheint am Abend auch immer gleich:
    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=528404060508550

    • Antwort BlogTimes 20. März 2013 um 12:44

      Viele Möglichkeiten gibts da oben nicht, das stimmt. Allerdings hatte ich bei mir eigentlich ne klare „Luft“. Es war nur bedeckt.. Bin aber froh darüber, da sich so die Lichter der Stadt wiederspiegeln. Ansonsten wäre es mir zu dunkel.

  • Antwort Sebastian Maaß 2. April 2013 um 15:20

    Sehr schöne Nachtaufnahme und wieder mal ein Beweis dafür, daß man auch mit weniger Ausrüstung zum Ergebnis kommen kann.

    • Antwort BlogTimes 2. April 2013 um 16:37

      Danke, aber weniger Ausrüstung – Hmmm, sind schon ein paar Sachen, die ich da hochwuchten musste!

  • Antwort Mein ganz persönlicher Jahresrückblick und eine kleine Vorschau auf 2014 | BlogTimes - Fotografieblog 27. Dezember 2013 um 14:55

    […] man Pferde kotzen sieht…. Also immer schon wachsam sein. Ich fahre nach Montreal, weil ich eine Nachtaufnahme mit der Dicken mache möchte. Quasi ein bisschen üben und kündige erstmal meine Workshop-Tour im Herbst in […]

  • Kommentar verfassen