…mit Systemblitz, Softbox und Model. Anlass war ein Workshop rund um das Thema „Fotografie mit Aufsteckblitzen“ von Martin Krolop. Neben meiner eigentlichen Aufgabe als Location Scout für den Workshop, erhielt sich so einen Einblick in dieses für mich neue Foto-Genre. Tolle Erfahrung – muss ich zugeben!
Letztes Wochenende, genau genommen der Samstag stand voll im Zeichen zweier Workshops rund um das Thema Aufsteckblitze, welche im Studio von Patrick und „on Location“ in Hamburg stattfanden. Vielen von Euch wird Martin Krolop ein Begriff sein. Wer ihn allerdings noch nicht kennt, hat definitiv etwas verpasst. Martin ist einfach ne super lockere, coole „Sau“ (sorry für den Begriff), von dem man echt ne Menge lernen kann.
Wie ich schon geschrieben habe, war ich eigentlich als Location Scout für die Workshops vorgesehen. Das hatte sich beim ersten Workshop aufgrund des schlechten Wetters als total überflüssig herausgestellt und so wurde ich quasi (un)freiwilliger Teilnehmer, was mich letzten Endes sehr gefreut hat. Denn so konnte auch ich, nachdem alle Teilnehmer ihre jeweilige Fotoaufgabe erfüllt hatten, einmal mit den beiden Models Leonie und Betty arbeiten. Hmm, sofern man das überhaupt arbeiten nennen kann. Eigentlich haben mir die Models die Arbeit abgenommen. Ohne deren professionelles Auftreten, hätte ich wahrscheinlich kein brauchbares Ergebnis zu Stande gebracht.
Bevor die Teilnehmer sich den Models im Paparazzi Style nähern durften, gab es erst einmal Theorie und Materialkunde. Unmissverständlich wurde den Teilnehmern erklärt , dass man auch mit 50 Euro Aufsteckblitzen und einer ebenso günstigen Softbox wirklich überzeugende Ergebnisse erreichen kann. Gewusst wie, war die Devise, die Martin im Praxisunterricht den Teilnehmern und auch mir zeigte. So war es nicht verwunderlich, als wir auf unsere Kameradisplays starrten und sagten: Echt, cooles Foto….!
Während sich das Wetter zunehmend besserte und sich der Praxisunterricht nach draußen verlagerte, wurden auch die Teilnehmer im Umgang mit den Models immer vertrauter und man konnte hier und da das typische „Super, Toll, Genau so, Prima, … hören, welches die Fotografen an die Models richteten um sie für sich zu gewinnen. So verging der Samstag Nachmittag wie im Flug und alle hatten sichtlich viel Spaß beim Fotografieren.
Der zweite Workshop begann um 20:00 Uhr und behandelte in Anbetracht der späten Stunde das Thema “Fashion at Night” . Wie bereits beim ersten Workshop an diesem Tag gab es für die Teilnehmer Theorieunterricht, bevor es
zur Location in die Speicherstadt ging. Da ich als Landschaft- und Architekturfotograf eher selten mit diversen Lichtstativen durch die Gegend marschiere, fand ich die Tatsache interessant, dass man um Umgang mit diesen auf öffentlichen Plätzen und Straßen sehr vorsichtig sein sollte. Unwissende könnten sich sonst schnell in den Straftatbestand der Straßenverkehrsordnung hinein manövrieren. So sollte man tunlichst vermeiden, in der Nähe von Straßen mit externen Blitzgeräten zu fotografieren. Zudem gilt ein statischer Aufbau (Dreibein) mit einer Lichtquelle als Lichtstativ und deren Einsatz bedarf einer behördlichen Genehmigung.
Nachdem wir alle über unsere dos und don’ts aufgeklärt wurden, ging es mit den Models zur Location in die Speicherstadt. Leonie hatte sich für diesen Teil des Workshops in ein Brautkleid geworfen und sich vor der beleuchteten Backsteinfassade der Speicherstadt ablichten lassen. Martin zeigte uns, wie man mit einer kleinen Softbox, einem Aufsteckblitz und einer Belichtungszeit von bis zu 1 Sekunde aus der freien Hand extrem coole Fashion-Fotos aufnehmen kann.
An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass der Job des Models an diesem Abend nicht gerade einfach war. Bei 15 Grad Lufttemperatur im Brautkleid mehr als 2 Stunden sich den Teilnehmer und ihren fotografischen Wünschen zu stellen….. Respekt an Leonie!
Für mich war es ein tolle Erfahrung und sie hat eindeutig gezeigt, dass gerade die Fotografie mit Menschen und deren Umgang eine ganz schöne Herausforderung ist…
Was ist eigentlich mich euch. Habt ihr auch schon einmal an so einem Workshop teilgenommen oder Erfahrung im Bereich der People-Fotografie gesammelt?
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14 Antworten : “People Fotografie – Mein erstes Mal…”
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Sehr interessanter Artikel. Ich konnte bisher leider noch keine Erfahrungen im Bezug auf People-Fotografie machen. Aber durch das lesen deines Artikel steigt das Interesse an einem Workshop dazu teilzunehmen immer mehr.
Viele Grüße
Andreas
Habe vor fast 4 Jahren mal die Krolop’sche 1-Mann-Show genießen dürfen, da stand er noch jung und frisch und mit deutlich mehr Haaren auf dem Kopf am Anfang seiner Karriere, fing gerade an sich für das Thema Strobist zu begeistern und war überzeugter Verfechter der Nikon D70s ;)
In deinem Beitrag fällt mir eine Sache auf, die ich auch damals so ähnlich erlebt habe: Das Model macht – der Fotograf lobt.
Martin hatte dann auch kurz in einer Pause 3 Minuten das Model geshootet und das war einfach eine andere Welt: Der Fotograf führt und gibt Anweisungen – das Model setzt das um – der Fotograf lobt.
Kleiner aber ganz feiner Unterschied, gerade bei nicht so professionellen Models.
Diesen Aspekt finde ich den schwierigsten – der Landschaft oder Architektur muss ich nicht sagen, wie sie sich zu präsentieren haben – den Models eigentlich schon… nur wie führt man das Model in eine vorteilhafte Pose?
Ich vergleiche das mal mit Disco Fox – mit der Partnerin aus dem Tanzkurs versteht man sich blind und die Figuren funktionieren – hat man plötzlich eine fremde Tanzpartnerin wird die Führung wesentlich wichtiger, da knallen schonmal Köpfe gegeneinander oder man tritt sich auf die Füße…
Würde gerne mal einen Krolop-Workshop ohne Kamera besuchen, einfach mal zusehen wie er Personen ohne Model-Erfahrung verbal führt, am besten die Workshop-Teilnehmer selbst, damit die auch mal auf der anderen Seite der Kamera stehen und ein Gefühl dafür bekommen, wie sich ein Blitz oder Reflektor direkt ins Gesicht anfühlt, welche Anweisungen sich gut umsetzen lassen und welche Anweisungen man nicht versteht.
Bis es soweit ist bleibe ich bei Landschaften und Architektur :p
4 Jahre später…. Martin hatte auch zwischendurch zur Kamera gegriffen und die Ergebnisse überzeugten sofort! Tja, Übung macht eben den Meister!!
Hallo,
schönes Foto,
was mich interessieren würde ist, welche Blitze Ihr benutzt habt ?
yongnuo ? wenn ja, welchen ? und warst du damit zufrieden ? will mir als Anfänger nämlich auch nen günstigen Blitz erstmal zulegen.
Gruß
Ich schreib die Ausrüstung heute Abend mal zusammen…
Zum Einsatz kamen der Yongnuo Speedlite YN560 und YN460 II in Verbindung mit dem Funkblitzauslöser Yongnuo RF-602. Die Kombi hat wirklich wunderbar funktioniert und ich war erstaunt wie lange die Blitze durchhalten. Zudem haben wir nicht immer auf volle Leistung geblitzt, was natürlich dazu beiträgt, dass man länger blitzen kann und der Blitz sich schneller nach einem Blitzvorgang wieder auflädt. Beim 560er konnte man sich noch ein akkustisches Signal bei Aufladung ausgeben lassen – sehr praktisch.
Falls von Interesse, als Softbox kam die Magic Square Softbox zum Einsatz – in den Maßen 40×40 und 60x60cm. Das hatte dicke für unsere Workshopzwecke gereicht.
danke dafür :)
“Super, Toll, Genau so, Prima, …”
Goldig. Muß ich mal bei der Streetfotografie probieren, vielleicht wird’s dann endlich was …
:)
Find ich gut. Auch die rechtlichen Ausführungen.
Bezüglich der Softbox, rate ich dazu, direkt die große Ausführung ( 60er) zu kaufen.
Ich benutze zwar die Lastolite ezybox modelle, auch dort gibt es eine 40er und eine 60er, ich hatte mir gedacht ” ach komm die kleine tut es auch, das kommt billiger ” Pustekuchen, der Unterschied ist orentlich.
Gerade wenn es darum geht ein weiches Licht zu zaubern ( Softbox recht nahe ans Model) spielt die 60er Box ihre stärken aus. ;-)
Ansonsten, schöne Fotos!
Die 60er Box braucht allerdings ein wenig mehr Power – würde sagen eine halbe bis ganze Blende.
… ich will ja keine Werbung für die ezybox machen, aber die Lichtausbeute ist durch die Innenauskleidung höher/effektiver als bei der obigen, die ich auch mal kurzzeitig in Benutzung hatte, da kann ich das “Schüppchen” Lichtverlust durch die Größe verschmerzen. :D
Allerdings muß man auch immer den Preis im Auge behalten, denn der tut am Anfang weh.
Da ist es für Einsteiger in die Sache unter Umständen preiswerter mit einem Schirm zu starten und dann so nach und nach zu invetieren.
Wirklich sehr schön geschriebener Beitrag. Mich würde nur mal interessieren, wie die 1 Sekunde belichteten Freihandfotos aussehen…
Das untere Bild im Beitrag ist mit einer Sekunde aufgenommen.