Fotografie, Mitgemacht

Porträtfotografie – mein zweites Mal

7. März 2012

Wie der Zufall so spielte hatte mich Patrick von neunzehn72.de letzte Woche bei einem Schauspieler-Shooting kurzerhand als Assi mitgenommen. Ursprünglich waren wir nur zu einem Plausch verarbredet, aber als er mich einen Tag vorher fragte, ob ich auch ein wenig mehr Zeit mitbringen könnte, denn ein Shooting hatte sich bei ihm noch kurzfristig an diesem Tag angekündigt, konnte ich nicht nein sagen…

… logisch kann ich hier Niemanden hängen lassen und bin eingesprungen, obwohl ich mit der Lichtsetzung, außer für meine Beitragsfotos, eigentlich nichts am Hut habe. Auf meine Frage an Patrick, wer denn überhaupt abgelichtet werden soll, kam die Antwort – Sabine Petzl aus der Serie „Küstenwache„. Wat für ne Wache…?? Noch nie davon gehört, liegt aber sehr wahrscheinlich daran, dass ich nicht in die potenzielle Altergruppe dieser schon seit sechs Jahren laufenden Serie passe. in Gedanken habe ich zu mir gesagt, na das kann ja was werden….

Als Sabine mit ihrem kleinen Fiat 500 und österreichischen Kennzeichen auf den Hof vor Patricks Studio fuhr, dachte ich nur – na das passt ja zusammen – Österreich und die Küstenwache, wie wird wohl dann erst das Shooting ablaufen?! Keine fünf Minuten später wurde ich eines besseren belehrt. Selten habe ich so einen humorvollen Menschen getroffen, wie Sabine. Nach dem Shooting kam ich mir vor, als würde ich Sie schon lange kennen und ich war ja nur der Licht-Assi. Die nächsten Stunden vergingen wie im Flug und es war überhaupt das erste Mal, dass ich Patrick live bei einem Shooting erleben konnte.

Auch wenn es vielleicht überschwänglich klingt, aber Patrick hats einfach drauf. Die Kommunikation mit dem Menschen geht ihm unheimlich leicht von der Hand und man kann schnell erkennen, dass hier definitiv kein Amateur ein Shooting abhält. Natürlich liegt es daran, dass er mittlerweile über die nötige Erfahrung verfügt. Interessant fand ich zudem, dass ihm während der Fotosession zahlreiche Bildideen eingefallen sind. Manche ließen sich gut, und manche weniger gut umsetzen. Klar, hat er auch diverse Motive schon im Kopf – quasi als Basis, aber das ist ja kein Nachteil. Mir wären einige „Spots“ nicht eingefallen!

Apropos „drauf haben“! Als Schauspielerin weiß man natürlich sich zu präsentieren und Sabine war hier einfach Profi. Ich will nicht sagen, dass es Patrick einfach hatte (dafür fehlt mir natürlich der Vergleich), aber die Fotos waren unheimlich schnell im Kasten – Klack – schau in die Kamera – Klack – ein bisschen den Kopf neigen – Klack – an die Wand lehnen – Klack….

….ööhhmmm, und wo ist der Licht-Assi? Zur Stelle! Bepackt mit einem Elinchrom Ranger Quadra RX, einer kleinen Softbox und dem Rucksack natürlich, zogen wir um die Häuser. Auch wenn ich nicht wie beim ersten Mal selbst zur Kamera gegriffen habe oder durfte, so war es eine tolle Erfahrung. Wenn ihr auch mal die Möglichkeit erhalten solltet, als Assi bei einem Fotografen mitzulaufen – vorausgesetzt euch interessiert die Menschenfotografie – dann kann ich das nur empfehlen. Im Übrigen überlege ich jetzt ernsthaft, ob ich mich nicht auch mal diesem Fotogenre beschäftigen soll. Es hat schon verdammt viel Spaß gemacht. Natürlich darf man nicht vergessen, dass Sabine Profi war und man gerade am Anfang sicherlich nicht in den Genuß kommen würde, Schauspieler zu fotografieren. Das komplizierteste in meinen Augen, ist die Kommunikation mit dem Modell. Wenn zudem noch der Fotograf unerfahren ist, dann kann es schon leicht in Streß ausarten, ein gutes Foto zu produzieren.

Allerdings wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ein Sprung ins kalte Wasser schadet nicht immer! An dieser Stelle, mal die Frage an Euch…. Auch schon Erfahrung in der Porträtfotografie gesammelt oder gar als Assi bei einem Fotografen mit spaziert?

PS: Laut Patrick hatte ich mich gar nicht mal so blöd angestellt und meine Aufgabe gut gemacht!!! Ob das reicht….!! Ach, bevor ich es vergesse, weitere Fotos findet ihr auf Patricks Webseite: www.patrickludolph.de

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23 Kommentare

  • Antwort Christian 7. März 2012 um 16:56

    Sehr schöner Bericht!
    Ich habe vor ein paar Wochen auch einmal assistiert und habe meine Erfahrungen auch in einem Blogpost verfasst:
    http://blog.steinkrueger-foto.de/assistent-bringt-das-denn-was/

    Gut, das mag auch immer etwas vom „Wissens- und Erfahrungsstand“ des Assis abhängen, aber bei mir hat die Assistenz nur das Gefühl verstärkt schnell selber zur Kamera greifen und ein eigenes Shooting abhalten zu wollen. Ich war inspiriert und wollte selber was machen und nicht nur zusehen und helfen.
    Daher hat es schon etwas gebracht :yes

    • Antwort BlogTimes 7. März 2012 um 17:19

      Gut, das mag auch immer etwas vom “Wissens- und Erfahrungsstand” des Assis abhängen, aber bei mir hat die Assistenz nur das Gefühl verstärkt schnell selber zur Kamera greifen und ein eigenes Shooting abhalten zu wollen. Ich war inspiriert und wollte selber was machen und nicht nur zusehen und helfen.

      So gehts mir jetzt auch!!! Argghh!

    • Antwort Frank 11. März 2012 um 14:34

      Und wenn es den Assi zu sehr in den Fingern juckt, sollte er sich zurückhalten diese Ideen ins aktuelle shooting einzubringen, allzuleicht geht so die „Führungsrolle“ des Fotografen verloren udn ein unerfahrenes Model weiß nicht mehr auf wen es sich konzentrieren soll.
      Wie du schon schreibst Ronny … Ideen speichern und dann selber umsetzen. :8
      Am Set muß einfach klar sein wer der Chef ( nicht im negativen Sinne!!)ist, hört sich arrogant an, aber das wird jeder merken der selber die Führungsrolle übernimmt.
      Der perfekte Assi lässt seine Ideen allenfalls verdeckt und spielerisch einfliessen, das funzt aber nur wenn das Team auf der gleichen Wellenlänge läuft und ein Blickkontakt reicht um eine Anweisung umzusetzen …. dann aber kann es richtig rocken und es kommen jede Menge guter Fotos raus. :lol

  • Antwort Andreas 7. März 2012 um 17:12

    Tja, wenn man da erstmal Blut geleckt hat… 😀
    Leider hatte ich noch keine Möglichkeit als Assi mitzulaufen aber bei einem Fotografen eine Einzel-Schulung besucht. Das macht auch viel her!

  • Antwort christian richter 7. März 2012 um 17:33

    feiner beitrag auch ich versuche mich seit kurzem in der porträtfotografie aber einen professionellen fotografen durfte ich noch nicht über die schulter schauen oder das licht halten was sicher sehr lehrreich ist vielleicht über diesen wege bin in der region bitterfeld/wolfen ansässig

    grüße und viel spass beim shooten

    • Antwort BlogTimes 7. März 2012 um 17:39

      Danke Dir für Deinen Kommentar… sorry, das ich Dein angehängtes Bild nicht veröffentliche – (Infos zum Upload – Richtlinien).. Du kannst aber gerne ein Link zum Portfolio posten 🙂

      • Antwort christian richter 7. März 2012 um 17:47

        oh mein versehen dachte es wird als kleines profilebild neben meinen namen verwendet mein fehler bin neu in der blogwelt wer lesen kann ist natürlich klar in vorteil….<

      • Antwort BlogTimes 7. März 2012 um 18:15

        Kein Problem… noch kann man alles löschen :lol

  • Antwort Matze 7. März 2012 um 18:10

    Toller Beitrag.
    Ich bin vor kurzem erst in die Portraitfotografie eingestiegen, was mir wirklich sehr viel Spaß macht. Hatte mein erstes Shooting allerdings ohne Assistenz, ging aber trotzdem gut 🙂
    -> http://www.matthias-zock.de/paarshooting-im-hildener-stadtpark/

    Die Schwierigkeit liegt in meinen Augen am Anfang wirklich im Umgang mit dem Menschen vor der Kamera, ich denke und hoffe das wird durch Praxis geschult werden.
    Als Assi war ich selber noch nicht unterwegs, würde ich aber auch gerne mal machen…

  • Antwort Jan Sieg 7. März 2012 um 18:59

    Ich hatte auch schon die ein oder andere Möglichkeit verschiedene Fotografen zu begleiten, u.a. auch bei einem Shooting im Ausland. Peoplefotografie ist zwar interessant und ich bewundere die jenigen die es wirklich drauf haben, allerdings muss ich langfristig eingestehen das es nicht meine Welt ist! Ich bin lieber bei Wind und Wetter irgendwo alleine unterwegs und fotografiere alles nur nicht Menschen 🙂
    Jedoch können kleine Ausflüge in andere Themengebiete sehr interessant und abwechslungsreich sein

  • Antwort Christian Rohweder 7. März 2012 um 22:58

    Sabine Petzl ist bei uns in Deutschland unter anderem durch „Medicopter 117“ bekannt geworden. Und Lichtassi würde ich auch gern mal machen. Ich habe gehört, dass Lernen nicht weh tut. 😉

    • Antwort BlogTimes 7. März 2012 um 23:28

      So,so…. Medicopter 117. Das habe ich schon mal gehört!

  • Antwort Jan Meier 8. März 2012 um 18:40

    Du kannst das!!! :lol

    Zur Not soltest du Patrick noch als Animateur und Lampenfuß mitnehmen…

  • Antwort sabine 9. März 2012 um 18:07

    ey, ronny!!! medicopter- hipe ist auch nach all den jahren irgendwie immernochnicht ganz abgeklungen. ich merks an der fanpost, wo die serie grade läuft in der welt. kannst ja mal auf youtube reinschauen. mein rollenname war dort biggi schwerin… -nur damit du mitreden kannst, mein ich :8

    • Antwort BlogTimes 9. März 2012 um 18:28

      Das mach ich doch glatt mal…. Biggi 🙂

    • Antwort Christian Rohweder 9. März 2012 um 18:36

      Wobei ich ja gestehen muss, es war seinerzeit eine Umstellung „Biggi Schwerin“ plötzlich in Polizeiuniform an Bord der „Küstenwache“ zu sehen – und auch noch ohne Motorrad 😉

    • Antwort Frank 11. März 2012 um 14:44

      Jetzt muß ich mich als alter Kommissar Rex Fan outen ( zumindest die erste Staffel mit Tobias Moretti), denn die erste Fernsehrolle von Sabine war bei einer Rex Folge, soweit ich mich entsinne spielte die in den Wiener Donauauen … groß verändert hat sie sich seitdem nicht wenn ich mir die Fotos vom Shooting mal anschaue. -25-

  • Antwort Paleica 21. März 2012 um 17:48

    mitgehen fände ich definitiv mal spannend, shooten würd ich ganz gerne, wenn ein model zur verfügung wäre, das erfahrung hat und weiß, wies geht. outdoor. aber im grunde genommen kann ich mich (zumindest noch) nicht besonders für menschenfotografie begeistern. außer in ausnahmefällen.

  • Antwort Jan 28. März 2012 um 12:17

    Ui,,schöne Bilder. Ich Fotografiere auch in meiner Freizeit und weiß, wie anstrengend das manchmal sein kann, besonders, wenn man zusammen mit Menschen arbeiten muss. Aber es macht auch iimmer wieder sehr viel Spaß!

  • Antwort Sanne 12. April 2012 um 12:15

    Tolle Fotos! Bin Neuling in der Portraitfotografie…. als Licht-Assi durfte ich schon aushelfen, hat zwar Spaß gemacht, aber selbst hinter der Linse zu stehen ist doch gaaaanz was anderes ;0)

  • Antwort hannes cmarits 7. September 2015 um 12:08

    Konnte bislang auf zwei Hochzeiten knipsen und habe paar Babybäuche aufnehmen dürfen. 🙂
    Ist am Anfang sicher nicht einfach gerade die Kommunikation und auch das Posen lassen.
    Aber es gibt so gewisse Momente im Shooting, die sind es einfach wert sich hinte die Kamera zu stellen.
    Genau dann, wenn die Anspannung abfällt, wenn man nicht mehr der Fotograf ist, die Kamera veschwindet. Diese Momente sind super schön, dann beginnt es richtig Spaß zu machen. 🙂

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