Fotografie

RAW vs JPEG – immer wieder…

26. Oktober 2011

…erhalte ich Mails von Lesern oder werde im Rahmen der Fotografiekurse nach den Aufnahmeformaten RAW oder JPEG gefragt und welches man denn nun zum Fotografieren verwenden sollte.

Bis dato habe ich eigentlich gedacht, dass die Beantwortung der Frage überflüssig ist – offensichtlich aber doch nicht. Aus rein technischer Sicht wurde diese Frage in unzähligen Foren und auf Blogts schon x-mal gestellt und ebenso zahlreich wie auch unterschiedlich beantwortet. Es kommt meiner Meinung nach ganz auf den Verwendungsbereich an. Während ich bei meinen Landschaftsaufnahmen ausschließlich das RAW-Format benutze um auch in der nachträglichen Bearbeitung einen großen Spielraum in Sachen Belichtung, Kontrast, Details usw. zu erreichen, würde ich bei Action-Fotos (Sportarten wie Fußball….) tendenziell eher mehr im Jpeg-Format aufnehmen. Einziger Grund ist hier der Geschwindigkeitsvorteil der Kamera in der Serienbildfunktion. Da Rohdaten um ein Vielfaches größer sind, benötigt die Kamera viel länger um die Bilddateien auf die Speicherkarte zu schreiben – ergo leidet die Aufnahmegeschwindigkeit darunter und ich verpasse vielleicht DAS FOTO.

Die Entscheidung ob man nun im RAW oder Jpeg-Modus fotografiert,  sollte man natürlich auch im Hinblick auf seine eigenen bildbearbeiterischen Fähigkeiten. Halt stopp, was rede ich denn da! Das war vielleicht früher so, bevor Adobe das Bildbearbeitungsprogramm Lightroom auf dem Markt geschmissen hat. In meinen Augen gibt es quasi eine Zeitrechnung vor Lightroom und eine nach deren Veröffentlichung. Durch die schnelle, intuitive (bedingt natürlich durch die Schieberegler) Bedienung von Lightroom besteht meiner Meinung nach gar keine Notwendigkeit auf die Nutzung des Rohformat zu verzichten – außer eben wie oben beschrieben durch den Verwendungsbereich.

Selbst die Speicherplatz-Frage hat sich eigentlich schon seit längerer Zeit als überholt rausgestellt. Von Jahr zu Jahr überbieten sich die Hersteller mit immer neuen Größen. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was derzeit technisch machbar ist. Ich selbst benutzte nur 16GB oder 8GB Karten – allerdings ausschließlich von SanDisk.

Was denkt ihr über den Verwendungsbereich der Bildformate? Welche Bereiche würden sich für RAW und für JPEG anbieten und vorallem welches nutzt du? Ich gehe mal stark davon aus, dass ihr zu 90 Prozent das RAW-Format benutzt?

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21 Kommentare

  • Antwort Christian Rohweder 26. Oktober 2011 um 19:42

    RAW – wobei ich auch keine Actionfotos mache. Allerdings denke ich, dass die heutigen Kameras einen ausreichend großen Puffer haben bevor die Serienbildfunktion bei RAWs in die Knie geht. Ich kann 15 RAWs schiessen, dann ist der Puffer voll. Sollte doch an sich reichen, oder? Lasse mich da aber auch gern von den Kollegen aus der Actionfraktion eines besseren belehren.

    • Antwort BlogTimes 26. Oktober 2011 um 19:54

      Den Puffer meinte ich gar nicht, sondern die Serienbildfunktion. Die nimmt ja wesentlich weniger Fotos in RAW als in JPEG auf!

      • Antwort Christian Rohweder 26. Oktober 2011 um 20:27

        Das ist mir klar. Aber die Kamera schiebt die Daten als erstes in den Puffer und schreibt sie dann weg. Auch in der Serienbildfunktion. Und gerade da kommt es dann auf die Größe des Puffers an, ob man mit Serienbilder auch in RAW aufnehmen kann (und wenn ja wieviele) oder eben nicht.

  • Antwort klimmpics 26. Oktober 2011 um 19:47

    Ich denke auch, wenn man seine Fotos nachbearbeiten will, kommt man um RAW nicht herum. Alles andere ist Verschwendung. Ich hatte mal einen kleinen Vergleich von RAW und JPEG Bildern und deren Nachbearbeitungsmöglichkeiten bzw. Grenzen versucht darzustellen. Siehe hier: http://klimmpics.de/software/raw-oder-jpeg/ . Man sieht dort ganz gut, welche Möglichkeiten man sich mit dem JPEG-Format verbaut.

    Bei der Sportfotografie gebe ich dir aber Recht. Da hat JPEG Geschwindigkeitsvorteile. Aber es ist vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis die Kamera-/ Speicherkartentechnik das wieder wett macht.

    Schöne Grüße

    Klimmpics

  • Antwort Jens Pönisch 26. Oktober 2011 um 19:58

    Ich sehe das ähnlich.Der Presse/Sportfotograf hat keinen Vorteil von RAW,denn da muss es schnell gehen,auch mit der Übertragung zu den Redaktionen.Ansonsten sehe ich nur Vorteile,auch ohne Lightroom.Ich kann mich mit LR einfach nicht anfreunden.Nicht mit der Bildbearbeitung,eher mit der Katalogisierung und Verwaltung der Dateien.Hab es nach nun 3 Anläufen erstmal als Desktopverknüpfung gelöscht.Aber mit PS lassen sich RAW genau so gut verarbeiten.Ich sag sogar 95% meiner Bilder sind RAW 4% analoge und der Rest vllt.JPEG. Ich nehme auch nur im RAW auf,nicht RAW+JPEG,entwickle mir dann meine JPEG aus meinen gespeicherten RAW Originalen.

    Der Presse/Sportfotograf könnte natürlich das RAW+JPEG perfekt nutzen,RAW fürs eigene Archiv,JPEG für die Redaktionen.

    VG Jens

  • Antwort Jan 26. Oktober 2011 um 19:59

    Früher habe ich RAW & JPEG benutzt, das RAW-File zur Bearbeitung und das JPEG lediglich zur Vorschau. Als ich dann Lightroom entdeckte bin ich auf RAW only umgestiegen. Beides macht für mich keinen Sinn und Speicherplatz spart man sich auch, wenn man das JPEG weglässt.

    Durch das Rohmaterial kann man wesentlich mehr rausholen, es ist zwar größer als das JPEG, aber wenn ich dadurch mehr Qualität herauskitzeln kann dann lohnt sich das auf jeden Fall.

    Externe Festplatten sind ja heut zu Tage echt günstig geworden, am Speicherplatz mangelt es bei mir also nicht. Meine CF Karten sind von ScanDisc, 8GB. Wenn ich mich jetzt nicht ganz irre, passen auf eine 8er Karte knapp 330 RAW-Files. Früher habe ich auch viele billige CF Karten gehabt, aber die Unterschiede in Sachen Geschwindigkeit sind schon enorm.

    Kleiner Nachtrag:
    Aus eigener Erfahrung (Freie Mitarbeit bei der Presse in HH) kann ich sagen das Pressefotografen ausschließlich das JPEG Format nutzen. Geschwindigkeit ist eben entscheidend.
    Im Großen und Ganzen kommt für mich nichts anderes in Frage als RAW. JPEGs sind eher die Ausnahme

  • Antwort Gerhard 26. Oktober 2011 um 20:19

    fast ausschließlich RAWs, nur vom iPhone kommen JPEGs und der Umfang bei den JPEGs ist ein Graus. Ich „bearbeite“ meine RAWs in Aperture, mit Adobe-Zeugs komm ich nicht klar.
    Auch im (Motor)Sport nehme ich RAW, die Puffergröße reicht aus um eine 10er Serie auf zunehmen.

  • Antwort Askan Worms 26. Oktober 2011 um 21:06

    Aus meiner KAmera kommen nur merkwürdige Geräusche und Aufnahmen in RAW.

  • Antwort Holger Reich 26. Oktober 2011 um 21:42

    Ich bin ein Fan von RAW – auch wenn ,man bedenken muß in 10 Jahren vllt. Probleme beim Einlaesen zu bekommen. So richtig gutre Bilder werden eh ausbelichtet oder zumindest geprinted. Ser Rest liegt auf Festplatten und wird vllt. nie nwieder gesehen – egal ob RAW oder JPG.

    P.S.: JPGs nehme ich, wenn ich Hundesport aufnehme oder zu faul bin, daraus noch viel zu bearbeiten (Erinnerungsfotos oder Feiern)
    cu
    Holger

    • Antwort Jens Pönisch 27. Oktober 2011 um 15:35

      „auch wenn ,man bedenken muß in 10 Jahren vllt. Probleme beim Einlaesen zu bekommen“

      In das Adobe DNG konvertieren,soll zukunftssicher sein….hoffen wir’s mal

  • Antwort Bernd 26. Oktober 2011 um 22:18

    Ich schieße ausschließlich RAW da ich sehr gerne Bilder nachbearbeite und ich so viel mehr Möglichkeiten habe. Wenn die Bearbeitung aber kaum gemacht wird reicht auch jpeg sehr gut aus. Es ist ja nicht so dass man diese Bilder nicht bearbeiten kann und die kleinen standardanpassungen gelingen auch bei jpeg sehr gut.

  • Antwort Heiko 27. Oktober 2011 um 09:16

    Die Frage ist relativ schnell und einfach beantwortet:
    Wenn Fotos geschossen werden sollen, die zu Reportagezwecken, Dokumentation etc. gedacht sind, eine umfangreiche Bearbeitung entweder nicht nötig ist oder aufgrund von Kosten / Nutzen Rechnung zu teuer wären, nimmt man JPG.
    Es wurde ja im Artikel erwähnt JPG bei Actionfotos zu nehmen, ich denke das stimmt so nicht ganz, der Reporter vom Spielfeldrand muß ja schließlich kurz nach Ende des Spiels seine Fotos in der Redaktion haben, eine Beaerbeitung oder Konvertierung dauert zu lange.
    Werbefotografen, die Actionfotos machen, tun das mit Sicherheit nur in RAW, sie haben die Zeit und der Aufwand wird bezahlt.

  • Antwort Teezeit 27. Oktober 2011 um 09:55

    Ich fotografiere normalerweise ausschliesslich in RAW.
    Meine Ausnahme ist die Sportfotografie, denn da kommt es – wie Du und andere auch schon angemerkt haben – auf Schnelligkeit an.

    Wichtig ist beim Fotografieren mit JPEG auf Sportveranstaltungen, dass man vorher seine Einstellungen in der Kamera optimiert. Dazu gehört z.B. der mauelle Weissabgleich, das Einstellen der Bildstile (bei Canon, Nikon wird ähnliches haben), die korrekte Belichtungsmessung („M“) usw. So kann man, ohne dass noch viel korrigiert werden muss, seine Auswahl schnell versenden. Das ist zwar zu Beginn einer Veranstaltung etwas Arbeit, aber auf alle Fälle notwendig und sinnvoll.

  • Antwort Andreas 27. Oktober 2011 um 10:54

    Anfangs mit JPG gestartet, dann immer in Raw & JPG aufgenommen und die meisten mit ACR entwickelt. Dann kam LR. Und seitdem nur noch in RAW und die Bilder, die ich intensiv bearbeite und veröffentliche werden dann als TIFF schonmal exportiert. Damit fühle ich mich auch für die nächsten Jahre noch auf der sicheren Seite…

  • Antwort Anton Maltan 27. Oktober 2011 um 17:14

    ich arbeite grundsätzlich nur mit RAW, aus den oben bereits beschriebenen Gründen. Und ich sage immer „das JPG-Format unterstützt nur die Faulheit des Fotografen“ 🙂 :yes . Wobei es in manchen Bereichen sicherlich von Vorteil ist 😕 .
    Ich mache es so, dass ich die Fotos nach der Bearbeitung als JPG abspeichere für die spätere Verwendung und Katalogisierung, aber die Original-RAW-DAtei ebenfalls aufbewahre.

  • Antwort sebix 27. Oktober 2011 um 18:31

    Meist nur RAW, und zwar DNG (kann meine Kamera nativ). Es brauch weniger Speicher als RAW+JPG und ich habe mehr Möglichkeiten.

    Nach dem kopieren auf dei Festplatte, lasse ich mir die JPGs mit Rawtherapee erstellen, die werden dann auch meist recht gut optimiert, sodass ich sie direkt herzeigen kann. Händische Bearbeitung (Falls nötig) erledige ich in Darktable (natürlich auf Basis der RAWs)

    • Antwort Schelter 30. Oktober 2011 um 11:37

      Ui, ein Linuxxer…
      was das „native“ DNG angeht… das ist ein reines Linux-Problem, da gibt es keine Software die propritäre Formate wie NEF oder CR2 vernünftig konvertieren kann. Auf Mac und Win gibts ACR, da gibt es überhaupt keine Unterschiede zwischen DNG und anderen Formaten…
      nur mal so, als Klarstellung…

  • Antwort lichtbildwerkerin 31. Oktober 2011 um 23:12

    Richtig schnelle Action fotografiere ich nahezu nie. Daher immer in RAW. Manchmal zusätzlich in JPEG, um die Bilder auf dem Display in schwarzweiß grob beurteilen zu können. Ich benutze auch nur SanDisk-Speicherkarten und habe für die D300 die Extreme III und die scheint mir sehr schnell zu sein.

  • Antwort Doro 5. November 2011 um 21:24

    Alles in RAW 🙂 Alles spricht dafür und nichts spricht dagegen. RAW kostet nichts (außer einer größeren Speicherkarte) und liefert dabei viel bessere Resultate.

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