Equipment, Fotografie

Handliches Reisestativ – Togopod Lina

13. September 2012

Co-Autor Nils hat das Togopod Lina getestet. Es ist quasi der kleine Bruder des Togopod Survival Pat. Halb so schwer und halb so teuer…Bin gespannt, ob es den kritischen Blicken von Nils bestanden hat. Das Survival Pat hatte bei mir wirklich eine gute Figur gemacht.

Tobias von Togopod war so nett mir das Reisestativ Lina zum Testen zur Verfügung zu stellen. Ich freute mich über den freundlichen Kontakt und die schnelle Lieferung. Der Versand erfolgte direkt im Originalkarton. Die Togopod Stativ Familie wächst ständig und sind in den verschiedensten Größen zu haben. Kommen wir erstmal zu den technischen Details vom Lina. Die Herstellerangaben hab nicht nachgemessen.
Packmaß 29 cm

  • Max. Arbeitshöhe 93 cm
  • Tragkraft: 3 kg
  • Gewicht: 1150 g
  • Preis bei Amazon: ca 67 Euro

Mit einem Packmaß von 29 cm ist Lina extrem klein und kompakt, das passt eigentlich immer in die Tasche. Schön ist, dass sowohl ein Kugelkopf als auch eine Tasche mitgeliefert werden. So muss nichts zusätzliches gekauft werden. In nicht ausgezogenem Zustand macht das Stativ einen standfesten Eindruck. Sobald allerdings die Stativbeine ausgezogen werden, wird es eine etwas wackelige Angelegenheit. Die Mittelsäule sollte unabhängig vom Hersteller bei dieser Art von Reisestativen also immer eingefahren bleiben. Die drei Auszüge lassen sich unabhängig von einander verstellen und erlauben zudem verschiedene Einstellwinkel. Im Gegensatz zu den fast gleich teueren Hama & Co. Stativen aus dem Elektro-Supermarkt ist das Togopod hier auf jeden Fall überlegen.

Die Dreh-Verschlüsse der Auszüge funktionieren, machen allerdings keinen sonderlich stabilen oder langlebigen Eindruck. Über Wasser und Steine ist jeder (Landschaftsf)Fotografen glücklich und so musste das Stativ natürlich auch diesen Test über sich ergehen lassen. sowohl die Stativfüsse als auch die Verschlüsse wurden also ordentlich in Meerwasser getaucht. Obwohl die Verschlüsse nach der Meer-Sand Spülung spürbar rauer liefen, sind sie auch nach einer mehrwöchigen Trockenzeit weder oxidiert noch anderweitig angelaufen. Das ist insofern verwunderlich , da sich auf den Auszügen und Verschlüssen meines Manfrotto nach Meerwasser Kontakt in der Regel ein weißen Salz-Staub ablegt. Das Togopod stand ca. eine Stunde im Meer, außer Schmutz zeigte sich nichts. Vielleicht hat es eine Art Beschichtung oder aber es ist das Kunststoff, welches nicht mit Meerwasser reagiert. Auf jeden Fall eine gute Eigenschaft.

Der Kugelkopf lässt sich ausreichend verstellen. Die Stativplatte kann außerdem um 90° gekippt werden. Die kleinen Plastikhebel des Kugelkopfest machen leider den Eindruck, dass sie beim Festziehen jederzeit abbrechen könnten, gleichwohl das diese es nicht getan haben. Sie erwecken allerdings den Eindruck. Die Kugel im Kopf läuft relativ rau und die Schnellwechselplatte ist für eine große DSLR zu klein. Ein Pluspunkt der Platte ist allerdings, das sie einen eingebauten Hebel zum festziehen hat.

Vergleichen muss sich das Togopod mit einem Giottos Reisestativ, welches ich Anfang des Jahres im Einsatz hatte und gerade in der N-Zone Ausgabe 10 Testsieger gekürt wurde. Auf dem Bild ist ein Vergleich vom Togopod Lina und meinem Manfrotto 055 Carbon mit ausgebauter Mittelsäule, Spikefüssen, einen Markins Q3 Kugelkopf und Arca System zu sehen. Im Übrigen hatte ich letztens das Vergnügen ein aktuelles Gitzo Systematic (nebenbei bemerkt – A**** Teuer) zu nutzen. Damit soll, will und kann sich das Togopod natürlich nicht messen oder vergleichen. Die Qualität vom Lina ist durchweg günstig und einfach gehalten. Die Verschraubungen der Stativauszüge zur Grundplatte sind einfache Schrauben. Bei zahlreichen anderen Hersteller finden sich neben abgerundeten Mutter hier und da noch kleine Details fürs Auge. Beim Togopod sucht man diese vergeblich. Man muss aber auch die Kirche im Dorf lassen. Das ist fürs Auge und trägt nicht zur Funktionalität bei. Ich weiß nicht, ob es sich bei meinem Teststativ um ein Montagsmodell handelte, aber die Aufnahmen der Grundplatte sind etwas schief, so dass die Stativbeine dadurch mehr oder weniger schwergängig laufen oder an einer Stelle fest sitzen und an einer anderen wackeln. Es ist ein günstiges Stativ, das bei der Fertigung starke Schwächen hat. Die Konkurrenz bietet im 100 Euro Bereich deutlich mehr. Wer nicht den Normalpreis zahlt, sondern ein gutes Angebot findet, zudem eher eine Systemkamera anstatt  eine DSLR betreibt, der kann gerne zuschlagen. Das Packmaß von Lina ist allerdings genial und der größte Vorteil den das Stativ zu bieten hat.

Für die Aufnahmen am Wasser mit der D800, Nikon 24-70mm und Lee-Filter System hab ich dann doch lieber das Manfrotto genutzt, Lina war mir dafür deutlich zu schwach.

Hat eigentlich einer von Euch ein Produkt vom Hersteller Togopod im Einsatz. Eure Eindrücke würden mich mal interessieren!!!

Vielleicht interessiert dich das hier auch...

1 Kommentar

  • Antwort Rückblick 2012 - Was dieses Jahr so alles passiert ist... | BlogTimes - Fotografieblog 19. Dezember 2012 um 13:33

    […] testet mal wieder etwas für BlogTimes – ein weiteres Reisestativ. Im Ergebnis ist er allerdings geteilter Meinung. Für mich beginnt der September dagegen wieder mit […]

  • Kommentar verfassen