Dies und Das, Fotografie, Nachgedacht

So viel wie möglich und so wenig wie nötig…Welches Objektiv für welches Reiseziel?

26. April 2013

Nikon 16-35mm f4.0Der Grund dieser Überlegung geht eigentlich auf den Beitrag von Thorsten Muehlbacher (Clickpix.eu) zurück. Er wollte wissen welches Objektiv auf seinen letzten Reisen durchschnittlich öfter zum Einsatz kam. Die Metadaten in Lightroom gaben ihm einen schnellen Überblick – es war das EF 24-105mm 1:4,0*. Ein Interessanter Gedanke, doch ich fand die Aufstellung der genutzten Objektive nach Reiseziel interessanter.

Betrachte ich selbst meine Aufnahmen der letzten Jahre komme ich zu dem Entschluss, dass ich als Referenzperson für diese Frage vielleicht gar nicht tauge. Ich arbeite zu 90 Prozent mit einem Weitwinkel Objektiv derzeit mit dem 16-35mm 1:4G ED VR* von Nikon oder bei der Großformatkamera mit einem 75mm Rodenstock Grandagon f6,8. Ich bin mir aber sicher, dass ihr ein ganz anderes Nutzungsverhalten in Sachen Objektive habt. Für mich ist immer wichtig mit so wenig wie möglich und so viel Equipment wie nötig zu reisen. Sollte ich meine ganzen Objektive mit auf Reisen nehmen, dann bräuchte ich nen Scherpa.

Ich würde diesen Beitrag gerne zum Anlass nehmen eine Art „Übersicht“ zu erstellen, welche Objektive für welches Reiseziel sinnvoll sind und welche man getrost zu Hause lassen kann. Gerade in meinen fotografischen Anfängen war ich immer wieder auf der Suche nach Infos darüber, da ich nicht mein gesamtes Equipment mit mir rumschleppen wollte. Das ganze hier ist noch ausbaufähig, aber ich fang mal mit meinen Reisen an…Ich würde mich freuen, wenn Ihr auch eure Erfahrungen schildern könnt.

Noch eines… sicherlich ist die Verwendung eines bestimmten Objektivs immer auch etwas subjektives. Die Vorschläge sind daher eher als Überlegung und Denkanstoß zu werten, dienen als Anhaltspunkt und geben meine Erfahrung wieder. In der Regel reise ich pro Kamera nur mit max. zwei Objektiven. Auch wenn ich Objektive oder vielmehr Brennweiten hier und da von meinen Reisen ausschließe, bedeutet das nicht, dass ihr sie nicht verwenden dürft. Ich halte es aber nach Motto „Maximale Bildausbeute für minimale Reisezeit“. Maximal bedeutet aber in jedem Qualität statt Quantität.

Godafoss,* 509 - Iceland 2011

Island:
Hauptsächlich kommt hier Landschaftsfotografie zum tragen. Daher empfehle ich den Einsatz eines Weitwinkel Objektives. Bei FX würde ich bei 16mm anfangen. Bei DX bei 10 oder 12mm Brennweite. Zusätzlich könnte man noch ein leichtes Tele zwischen 105 oder 120mm mitnehmen.Den mittleren Zoombereich habe ich bei meinen eigenen Reisen nicht benötigt. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Island speziell auf Weitwinkel ausgelegt ist um wirkungsvolle Landschaftsaufnahmen zu erzielen. Details zur Aufnahme: Entstanden mit einem Nikon 17-55mm* bei 17mm – D300.

Sheikh Zayed Mosque,#544 U.A.E.2011

Dubai:
Wer hier die Stadtsilhouette fotografieren möchte kommt auch hier über die Nutzung eines Weitwinkel nicht vorbei Zudem würde ich auf jeden Fall (gerade für Detailaufnahmen und Streetfotografie) auch einen Zoomer im mittleren Brennweitenbereich empfehlen. Natürlich könnte man auch ein starkes Telezoom mitnehmen, allerdings sind hier die Einsatzmöglichkeiten sehr begrenzt. Ich selbst würde mich so ein schweres Teil daher nicht in den Rucksack packen. Details zur Aufnahme: Entstanden mit Nikon 12-24mm* bei 24mm Brennweite – D300.

The-Cobb,#580 - GB 2012

Südküste England:
Wir sind mal wieder in der Landschaftsfotografie. Also auf jeden Fall Weitwinkel wie in Island. Ziel ist es die Landschaft hier möglichst im Bezug auf die Größenverhältnisse darzustellen um den Betrachter ein „durchwandern“ des Bildes zu ermöglichen. Eine Teleobjektiv habe ich bei meiner Reise nicht vermisst und auch der mittlere Brennweitenbereich kam nur extrem selten zum Einsatz. Letzteres ist daher Geschmacksache. Details zur Aufnahme: Pentax SMC-FA 35mm Festbrennweite – 645D.

[Yellow Cab- NYC],*646 - USA 2012

New York City:
Um in dieser Stadt möglichst flexibel unterwegs zu sein und viele Motivmöglichkeiten zu nutzen – Weitwinkel und mittlere Brennweite bis 120/150mm für maximale Bildausbeute. Tele – nope, nicht für mich! Wer plant sich in NYC mit der Streetfotografie zu beschäftigen, dem rate ich auch zum Weitwinkel Objektiv. Vieles passiert hier so plötzlich und blitzschnell das man nachträglich durch den Einsatz eines Weitwinkel einfach besser den Ausschnitt wählen kann. Details zur Aufnahme: Nikon 16-35mm bei 16mm – D800.

[Joshua Tree - Death Valley],*4x5 - USA 2013

Südwesten der USA Death Valley und Canyons:
Hmm, jetzt schlage ich euch ja schon wieder das Weitwinkel vor… ist aber mit Abstand das am meistgenutzte Objektiv für diese Art Fotomotive. BlogTimes Leser Andreas mit dem ich hier auf Fotoreise war kann das bestätigen. Obwohl er ein 24-105mm Objektiv dabei hatte, wünschte er sich hier und da ein paar Millimeter Brennweite mehr nach unten. Sicherlich kann man versuchen die Perspektive, den Standort oder gar den Ausschnitt zu verändern. Doch in meinen Augen geht doch nichts über die „Dramatik im Bild“, die ein Weitwinkel Objektiv erzeugen kann. Details zur Aufnahme: Rodenstock Grandagon-N 75mm (21mm im KB-Format) – Chamonix 045N-2.

Das wars jetzt erstmal von mir…. Jetzt ist doch eingetreten, was ich Anfangs bei diesem Beitrag befürchtet hatte. Die Nutzung des Weitwinkels hat sich so dermaßen in mein Hirn eingebrannt, dass ich ohne gar nicht mehr kann. Ich bin mir aber sicher, dass ihr auch andere Brennweiten nutzt. Bin gespannt auf eure Fotoreisen und welche Objektive bei euch überwiegend zum Einsatz kommen. Auch wenn es, wie schon gesagt sehr subjektiv ist, dennoch gibt es den einen oder anderen Leser, der sicherlich dankbar für Foto-Objektiv-Reisetipps ist.

Also was nutzt Ihr den so??

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16 Kommentare

  • Antwort Michael Adamczyk 26. April 2013 um 15:51

    In Finnland habe ich mein 14mm Samyang oft benutzt und das zusammen mit einem 50er hätte gereicht. Auf Turnieren vom Kampfsport immer das 70-200mm. Wenn ich in Deutschland unterwegs bin meistens nur das 24-70mm. Das ist echt abhängig wohin es geht. Hab mir zwar immer Gedanken gemacht, aber nie so wirklich ganz durchdacht…

  • Antwort Torsten - clickpix.u 26. April 2013 um 15:58

    Schöner Artike!
    Wie man ja bei meinem Beitrag über Island auch gesehen hat, ist Island wie du sagst ein „Weitwinkel-Land“. Der Grossteil meiner Bilder wurde auch mit einem 17-40 gemacht..
    Ideal für mich wäre ein 12-24 und das 24-105. Von Fremdanbietern gibt es ja schon das ein oder ander 12-24, vielleicht bringt ja Canon demnächst was für die 5D raus. 🙂
    Für die Stadt „liebe“ ich das 40mm 2.8 > schön handlich, geringes Gewicht, gutes Preis/Leistungspaket.
    Die nächste Reise geht in die Toskana, mal schauen welche Objektive ins Gepäck kommen…da es aber ja mit dem Auto auf die Reise geht, wahrscheinlich alle, da ja Platz genug ist 😉

    • Antwort BlogTimes 26. April 2013 um 16:29

      Natürlich kann man mit dem Auto alles mögliche an Equipment mitnehmen… Aber was packst du letzten Endes in den Rucksack?

      • Antwort Torsten - clickpix.u 26. April 2013 um 16:31

        Da es ja „viel“ Landschaft in der Toskana gibt, wird die Wahl wohl eher auf was Weitwinkliges fallen 🙂
        In den alten Dörfern vielleicht aufs 40er….

      • Antwort Torsten - clickpix.u 26. April 2013 um 16:43

        …aber natürlich wäre auch das 70-200mm für diese Landschaft toll…ein paar alte Häuser oder Kirchen mit dem 200mm gut in Szene setzen…
        Werde ich wohl „vor Ort“ entscheiden…kann mich eigentlich schwer auf 1 Objektiv festlegen…3 Objektive sind meistens bei mir im Rucksack…

  • Antwort Alex 26. April 2013 um 19:17

    Hallo,

    sehr nett. Wer kennt das Problem nicht? Ich war letztes Wochenende 3 Tage in Paris und hatte (wie immer) das große Besteck im Rucksack dabei. Nach 3 Tagen kann ich folgende Erfahrungen weitergeben:

    Tagsüber hatte ich die Kamera (D4 immer am Sniper Strap Pro) mit 16-35/4 locker unter der Jacke, jederzeit bereit zu fotografieren. Außerdem ist damit das U-Bahn fahren möglich, ohne dass die Leute um dich herum gleich die Ausrüstung sehen.

    Das AF-S 85/1.8 war in der Tasche. Mit diesen beiden Objektiven ist man bestens gerüstet für jede Stadt. Im freien grundsätzlich das Weitwinkel, wenn es mal in eine Kirche geht, dann darf es auch das lichtstarke 85er sein.

    Abends und nachts hatte ich dann nur noch ein kleines Reisestativ (Manfrotto Carbon) dabei, das war´s. Ich habe zu keinem Zeitpunkt eine andere Brennweite vermisst, ein Tele (das 70-200) sowieso nicht. Viel zu schwer und sperrig.

    Grüße alex

    • Antwort BlogTimes 26. April 2013 um 20:55

      Das nenn ich mal ein ordentliches Handgepäck…

  • Antwort Konstantin Articus 26. April 2013 um 21:29

    Kommt es nicht darauf an, was man fotografieren will? Bei Landschaftsaufnahmen ist ein WW m.E. nach Pflicht. Für Menschen packe ich dann immer noch mein 85er ein und für Tier mein 100-400. Letzteres kommt aber nur mit, wenn ich weiß, dass ich irgendwo hin komme, wo Vögel etc. zu sehen sind.

  • Antwort Dieter Fröhling 26. April 2013 um 22:06

    Tja, Auch hier mal eine Umbrienreise. An der DX ein 18-70 und ein 80-200. Und das ins Auto geschmuggelte 300mm war dann doch für 15% der Bilder zuständig. Hm.
    In jedem Fall ein „50mm“, eben hier das 35/1,8 kommt mit.
    Das reicht meist doch.

  • Antwort Karley 27. April 2013 um 09:03

    Für Bali habe ich mich für 1 objektiv entschieden, das soviel wie möglich abdecken kann: das 18-200 mm. Deckt die tolle Landschaft mit weitwinkel ab und ermöglicht auch entferntere details in der ferne einzufangen. So entstand manch nettes portrait.

  • Antwort Vanessa 27. April 2013 um 22:45

    Das sind wirklich sehr schöne Bilder. Wunderbare Momentaufnahmen :yes
    Lieben Gruss
    Vanessa

  • Antwort Chris D. 10. Mai 2013 um 21:26

    Hallo

    ich überlege schon lange für meine Reise mir ein neues Objektiv zu kaufen. Deine Tipps haben mir sehr gut geholfen. Vielen Dank!

  • Antwort Adabi 14. Oktober 2013 um 02:24

    Hallo
    Entschuldigt, aber so geht das doch nicht. Landschaft bedeutet nicht automatisch Weitwinkel! Weitwinkelfotos sind viel schwieriger zu komponieren und nicht jede Landschaft ist dafür geeignet.
    Davon abgesehen hängt es allein davon ab, welche Ziele man sich auf einer Reise steckt. Das ist aber trotz Vorbereitung bei einem Ziel was man nicht schon kennt trotzdem nicht so einfach. Es mag ja für den ein oder anderen reizvoll sein, sich als „Aufgabe“ auf eine Brennweite vorher festzulegen (wobei ich mich da immer Frage, ob sie den Sinn von Wechselobjektiven nicht verstanden haben oder schlicht ihr Vorstellungsvermögen nicht von 10 bis 300mm reicht). Auf der anderen Seite kann es aber den kreativen Prozess vor Ort unnötig limitieren (das Gegenargument, dass es eben genau das nicht täte ist übrigens ein Märchen.) oder offensichtlich die falsche Wahl gewesen sein, weil man die Meinung ändert, etwas falsch eingeschätzt hat oder das Wetter nicht mitspielt. Kein ehrlicher Fotograf will ein bombiges Motiv sehen und das optimale Objektiv im Wohnzimmer liegen haben. Dann lügt man sich höchstens mit einem „Wollte ich ja sowieso nicht“ in die eigene Tasche.

    Natürlich schleppt man soviel Brennweitenbereich und Qualität wie möglich mit. Vor Ort kann dann immer noch selektiert werden. Niemand will einen Trolley durch den Urlaub zerren, aber wer kein Bock hat 2-3 Objektive mitzunehmen sollte sich eine Bridge anschaffen.

  • Antwort Michi 18. Juli 2015 um 09:50

    Hallo
    bin gerade mit den Vorbereitungen für unsere Island-Reise beschäftigt. Dieser Blog-Eintrag hat mir bei der Zusammenstellung der Fotoausrüstung sehr geholfen.
    Dank und Gruss
    Michi

    • Antwort BlogTimes 22. Juli 2015 um 04:25

      Freut mich zu hören. Viel Spaß auf der Insel!

  • Antwort Anja 28. Oktober 2016 um 09:30

    Die Toskana ist eine Landschaft bei der die schönsten Bilder die ich bisher gesehen habe immer mit einem Teleobjektiv gemacht wurden.

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