Weil gerade Weihnachten ist, habe ich mich ein wenig selbst beschenkt. Ich habe mir und das war nicht das einzige Geschenk, ein NAS (Network Attached Storage) gegönnt um meine Bildchen und sonstiges Datenzeugs auszulagern.

Bereits im März dieses Jahres hatte ich einen Beitrag über Langzeitdatenspeicherung&Backup geschrieben. Dass euch die “Sicherheit” der Daten nicht egal ist, habt ihr mir in Form von euren Kommentaren zum damaligen Beitrag gezeigt. Bei mir sollte die ganze Geschichte noch ein wenig dauern und so bin ich erst jetzt Besitzer eines NAS geworden. Es handelt sich dabei um die Synology DS410 mit 4 Platten a 2TB von Western Digital. Bei der Recherche ist mir aufgefallen, dass Patrick genau die gleiche Konfiguration hat.

Warum diese und nicht eine von QNAP, einem weiteren Anbieter von NAS-System. Tja, dass ist ganz leicht zu beantworten. Mir stellte sich die Frage gar nicht, ob dieses oder jenes, denn ich hatte die Möglichkeit die DS410 gebraucht von einem Foto-Freund zu kaufen und das zu einem super Preis, denn ehrlich gesagt, hätte ich mir das Teil nicht neu kaufen wollen. Das haut nämlich ganz schön rein ins Budget. Da wären einmal knapp 400 Tacken quasi nur fürs Gehäuse plus 120 Euro je 2TB-Platte. Da kommt schon einiges zusammen.

Die DS410 gibt es offiziell nicht mehr, ich glaube sie wurde im August vom Nachfolger DS411 (ein wenig günstiger) abgelöst. Ich habe ein wenig gegoogelt um einen Vergleich zwischen beiden System zu finden. Bin aber nicht wirklich schlauer geworden, außer das die 411 weniger Strom sowohl im Betrieb als auch im Standby-Modus brauchen soll und etwas langsamer in der Datenübertragung ist. Die Stromaufnahme ist mir in Anbetracht der WOL-Funktion (Wake up – on – Lan) egal, denn sie ist sowieso die meiste Zeit ausgeschaltet.

Die Einrichtung verlief erstaunlicher Weise einfach. Ich habe mir vorher noch das aktuelle Betriebssystem DSM 3.2 heruntergeladen und dann die Installation ausgeführt. Ich lasse sie im von Synology vorgeschlagenen SHR-Modus laufen. Gegenüber einem konventionellen Raid-Modus verfügt sie so über mehr Speicherplatz, denn der SHR Modus nutzt verschiedene RAID-Modi für maximalen Speicherplatz. Von 8TB bleiben so immerhin noch knapp 6TB für die Nutzung übrig. Davon werden dann um die 320 MB vom Betriebssystem des NAS genutzt.

Die browsergestützte Benutzeroberfläche ist super easy zu bedienen, ebenso wie die ganzen Anwendungen und von denen hat sie echt viele. Die meisten werde ich davon sowieso nicht benutzen. Wichtig für mich sind nur WOL, Backup-Möglichkeit, FTP-Zugang und iPhone/iPad Zugriff.


Die Einrichtung des Fernzugriffs (via Internet) ist einfach besch***** erledigt. Das aber benötige ich, wenn ich auf den Fotoreisen meine Aufnahmen gleich auf die Datenstation spielen möchte. Am Besten man vergibt der Datenstation zunächst eine feste IP im eigenen Netzwerk. Zusätzlich müssen für den Zugriff via FTP oder via iPad (mit der App DS Photo+) noch verschiedene Ports freigegeben werden. Welche das sind, hängt auch von der Übertragung ab (verschlüsselt oder unverschlüsselt). Die entsprechenden Ports findet man in der Bedienungsanleitung. Abhängig von dem genutzten Router lässt sich das aber auch sehr einfach über die Benutzeroberfläche des NAS-Systems konfiguieren. Mein Alice-Router steht aber leider nicht in dieser Liste und so mußte ich diese Ports im Konfig-Menü des Routers eintragen.

Für den Test, ob der Fernzugriff via Internetbrowser funktioniert, muß man die IP-Adresse den eigenen Computers in die Adresszeile des Browser eingeben. Diese ist ganz leicht im Vorfeld über diverse Portale (whatsmyip usw…) zu ermitteln. Wichtig ist allerdings, dass ihr den Zugriff dann von einem Computer, Laptop, Handy ausführt, welcher sich nicht im eigenen Netzwerk befindet. Ansonsten wird dieser bei Eingabe der IP-Adresse automatisch auf die Router-Benutzeroberfläche umgeleitet.

Ach ja, noch etwas zum Thema Datenübertragung. Diese wird bei dem Gerät mit ca. 50MB/sek “Schreiben” und mit ca. 90-100 MB/sek “Lesen” angegeben. Ihr wisst ja, dass diese Werte nur Richtwerte sind und laut Synology auch nur bei Dateigrößen von 5GB erzielt werden. Die Schreib und Lesegeschwindigkeit sinkt um knapp ein Drittel, wenn ihr viele kleinere Dateien auf das System schiebt, was ja eigentlich eher der Fall ist, denn wer hat schon 5GB Dateien. Hintergrund ist, dass für jede Datei ein Filesystem angelegt werde muss und das dauert nunmal ein wenig.

Obwohl ich das System erst kurz im Einsatz habe, bin ich super zufrieden auch betreffend der Lautstärke. Bei mir steht sie unter dem Schreibtisch und ich höre sie nur ganz leicht, wenn der Datenzugriff erfolgt. Die Lüfterstärke lässt sich durch 3 verschiedene Profile einstellen und so nochmals reduzieren. Die DS410 kann ja auch als Medienserver benutzt werden, allerdings würde ich sie dann nicht im Wohnzimmer aufstellen, denn gerade bei leisen Filmpassagen würden mich diese Geräusche doch stören. Ich bin aber sehr geräuschempfindlich, was das angeht. Also nicht unbedingt ne Referenz…

Auch wenn es mittlerweile 3TB Platten gibt, reichen die knapp 6 TB für mich erstmal völlig aus. Bisher bin ich auch gut mit einer externen 500GB Platte zurecht gekommen. Allerdings fühle ich mich jetzt sicherer, was die Speicherung/Lagerung der Daten betrifft.

Bei Fragen zum System, könnt ihr gerne die Kommentarfunktion nutzen. Habt ihr auch so ein NAS-System und welche Funktionen nutzt ihr, oder gibt es noch weitere sinnvolle Anwendungen, die in Frage kommen?

Update vom 25.12.2011:
Während ich den Artikel hier geschrieben habe, hatte ich versucht die Datenverbindung via FTP-Server zu realisieren. Das ganz hat mich jetzt ein paar Stunden gekostet und leider funktioniert es immer noch nicht. Lasse es jetzt erst einmal und habe nun die interne FileStation aktiviert und kann mich jetzt via SSL-Verschlüsselung auf die Ordner schalten. Das ganz Funktioniert ähnlich eines FTP-Programms nur eben browserorientiert – ist auch ok! Ganz wichtig ist und das habe ich keiner Bedienungsanleitung gefunden, die Firewall der Datenstation (DS) dahingehend zu konfigurieren. Es reicht also nicht die entsprechenden Ports der Datenstation im Konfig-Menü des Routers zu aktivieren. Es muss auch der Haken vor der Anwendung FileStation im Firewall Menü der DS gesetzt werden.

Wahnsinn, was für ein Aufwand, aber wenigstens kann ich mich jetzt von Unterwegs auf die Ordner der DS schalten.

Update die Zweite vom 25.12.2011:
So, der FTP-Zugang ist jetzt auch eingerichtet. Für alle, die es interessiert hier die Konfiguration für eine FTP-Verbindung mit TSL/SSL Verschlüsselung. Ich benutze FileZilla als FTP-Programm.

Als erstes muss natürlich der FTP-Zugang im DS-Menü aktiviert werden. Zusätzlich ist noch die Funktion “Externe IP im PASV-Modus berichten” anzuwählen. Unter “Sicherheitseinstellung” ist der Haken vor “Nur TSL/SSL Verbindung erlauben” zu setzen. Im Router-Menü (ich verwende eine Alice DSL-Router) ist der Port 21 auf die entsprechende IP-Adresse des Routers zu leiten (freischalten). Bis die Aktualisierung der Routereinstellungen übernommen wird, dauert es in der Regel ein wenig. Nicht wundern, wenn beim ersten Versuch der Zugriff via FileZilla nicht funktioniert. Im FTP-Programm unter “Servermanager” schreibt ihr unter Servertyp die IP-Adresse der Datenstation. Bitte hier nicht den Fehler machen und die externe IP-Adresse angeben, mit der euer PC im Internet bekannt ist. Bei Port schreibt ihr 21 rein und der Servertyp ist FTPES – FTP über explizites TSL/SSL. Dann auf Verbinden klicken. Es sollte nun eure vorher angelegte Ordnerstruktur der Datenstation im rechten Feld des FTP-Programms erscheinen.

Comments

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13 Antworten : “Synology DS410 – Mein Eindruck und die Einrichtung des FTP Zugangs inkl. SSL-Verschlüsselung”

  1. Wgen deinem Problem zu FTP:
    Ist bei Dir im Router auch Port 20 frei gegeben (Datenport)
    Zudem würde ich nicht verwenden, da Login/Passwort in Klartext im Netz übertrgen wird.
    Ich habe eine NAS. Mittels VPN kann ich direkt auf die Verzeichnisse über NFS zugreifen. Somit kann ich mit meinen Programmen (Lightroom, Photoshop,…) direkt arbeiten.

    • Ja, hatte den 20er bis jetzt auch frei gegeben. Das mit dem VPN könnte ich natürlich auch machen. Die Platten lassen sich aber auch direkt ins Betriebssystem einbinden. Wenn ich daheim bin brauche ich ja keinen VPN.

    • hi carlos,

      bin gerade beim lesen des NAS artikels über deinen post gestolpert.
      kannst du mir informationen zukommen lassen wie du das mit dem VPN gemacht hast? (gerne per email). hintergrund: betreibe auch einen NAS bin aber viel unterwegs und möchte lightroom, itunes etc wenn möglich von überall benutzen. also eben zugriff auf die order/datenbankstruktur per VPN.

      gruss kai

  2. Vielen Dank für Deinen Test- und Erfahrungsbericht. Ich liebäugel auch schon seit Längerem mit einem NAS, allerdings habe ich mir aktuell die Synology DS411J ins Auge gefasst. Nur schrecken mich gerade noch die Festplattenpreise etwas ab! ;)

    Eines hat mich beim Lesen etwas verwirrt, und zwar: “Hintergrund ist, dass für jede Datei ein Filesystem angelegt werde muss und das dauert nunmal ein wenig.” Ist hier eventuell der Eintrag im Filesystem gemeint?

    Beste Grüße, Markus

  3. Viele von uns (auch ich) flüchteten auch in diesem Jahr wieder in die eingefahrenen Weihnachtsrituale – die einen stellen sich dem längst überfälligen Schlagabtausch in der Familie (der Peak an Schlägereien und Todesfällen über Weihnachten ist statistisch hochsiginifkikant); die anderen freuen sich über die Schachtel Pralinen, die – letztjährig verschenkt – nun den Weg zurückgefunden haben …

    Doch nicht Ronny. Er nutzt die freie Zeit über Weihnachten sinnvoll, um stundenlang den FTP-Zugang seines NAS-Servers zu konfigurieren …

    :8

  4. …. Na, irgendwas sinnvolles muss man ja tun, wenn man schon fett gefressen auf der Couch sitzt :-)

  5. Danke für die Beschreibung und hilfreichen Kommentare, klingt wie eine gute Option…

  6. Ich habe ja auch die DS410 im Keller stehen. Ist wirklich ein klasse Teil. Habe auch schon darüber berichtet.
    http://www.mawosch.de/news/neue-nas-synology-diskstation-ds410-hardware
    Beim Dateisystem kann ich dir nicht ganz zustimmen. Auch mit klassischem RAID5 bleiben bei 4 x 2 TB Platten etwa 6 TB zur Verfügung übrig. In sofern kein Vorteil vom Hauseigenen System.

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