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Abu Dhabi

Fotografie

Die richtige Dosis Bildbearbeitung – so wie es mir gefällt!

9. November 2011

Des Öfteren erhalte ich Mails von BlogTimes-Lesern oder werde von Teilnehmern im Rahmen meiner  Workshops angesprochen, die mir folgende Frage stellen. Wie viel Bildbearbeitung machst Du?

Meine Antwort ist hier eigentlich immer die gleiche, sodass ich mir gedacht habe, darüber könnte man ja mal einen kleinen Beitrag schreiben. Pauschal kann ich das nicht sagen, denn es ist eben stark vom Motiv abhängig  und vor allem wo ich mit der Bildbearbeitung hin möchte. Ist es nur eine Korrektur der Farben, Kontraste und Schärfe oder gar eine S/W Konvertierung. Jede Bearbeitung hat mal mehr oder weniger Schritte. Während bei mir die S/W Konvertierung und anschließende Bearbeitung schon mal bis zu 40 Minuten pro Bild einnehmen kann, so dauert eine „Farbkorrektur“ vielleicht nur ein paar Minuten.

Eines ist bei mir allerdings immer gleich. Die Bearbeitungsschritte sind klein, fast schon minimal mit zahlreichen Wiederholungen der gleichen Einstellungen nur eben an unterschiedlichen Stellen im Bild. So komme ich schrittweise meinem Ziel immer ein Stückchen näher und ehrlich gesagt, ich weiß vorher nicht immer wie ein Bild am Ende ausschauen soll. Warum auch, die digitale Fotografie bietet mir heutzutage ja diese Möglichkeiten. Wenn mir mal eine Einstellung nicht passt, dann mache ich es eben rückgängig und nicht nur einen Schritt. Mit der Zeit bekommt man natürlich ein Gefühl für die Bearbeitung und „Try and Error“ wird ersetzt durch eine gezielte, gewissenhafte Bearbeitung.

Ich halte nichts von denjenigen die sagen, ein gutes Foto ist ein Foto, so wie es aus der Kamera kommt – quasi die ganz auf nachträgliche Bildbearbeitung verzichten. Schwachsinn…..! Was viele vielleicht nicht wissen, aber die interne Kamerasoftware bearbeitet das Bild bereits, bevor es bei euch auf dem Monitor erscheint (natürlich nur im JPEG-Modus – im RAW Modus wird nur das Vorschaubild mit den Kameraeinstellungen auf dem Monitor angezeigt). Selbst zu analogen Zeit hat man den Film bearbeitet. Sei es während der Entwicklung im Negativprozess oder anschließend durch Abwedeln und Nachbelichten, mit Hilfe der Hand im Lichtstrahl des Vergrößerers, im Positivprozess. Auch wurde nachträglich den Bildausschnitt gewählt. Also warum sollte man diese und mehr Möglichkeiten, die durch die digitale Fotografie noch viel differenzierter und genauer möglich sind, nicht nutzen??

Selbst Einsteiger brauchen sich nicht mehr durch die Bildbearbeitung abschrecken lassen. Programme wie Lightroom 3 erleichtern die ganze Arbeit ungemein und führen zu wirklich hervorragenden Ergebnissen. An dieser Stelle möchte ich euch das Buch “Mein Lightroom Alltag” (hier gehts zur Kurzvorstellung) von Fotografen und Bloggerkollege Patrick von neunzehn72.de ans Herz legen, welches nicht nur für Einsteiger interessant ist.

Logisch, man kann natürlich auch ein Bild tot bearbeiten, sodass es am Ende tatsächlich in Sachen Bildqualität merklich schlechter ist, als das flaue, kontrastarme RAW-Format, welches anfangs direkt aus der Kamera gekommen ist. Aber, so blöd sich das anhört, durch diese Fehler lernt man und macht es beim nächsten Mal anders, oder man startet erneut einen Versuch.

Um es kurz zu machen. Die richtige Dosis Bildbearbeitung gibt es nicht. Das Ergebnis sollte dir in erster Linie selbst und nicht anderen gefallen und schon gar nicht irgendwelchen fremden Menschen in irgendwelchen Fotocommunities. Sowie du mit der Kamera experimentiert, so kannst du dich auch in Sachen Bildbearbeitung austoben. Die für dich richtige Dosis Bildbearbeitung kommt mit der Zeit.

Bei diesem Thema bietet sich natürlich auch eine Frage an. Wieviel Zeit verbringt ihr eigentlich mit der Bildbearbeitung? Oder ist euch die Bildbearbeitung egal?

Zum Vergleich und damit ihr sehen könnt, wie viel Bildbearbeitung ich nutze, zeige ich euch hier mal die original Bilddateien der im Beitrag gezeigten finalen Aufnahmen. Sind natürlich schon auf das Endformat geschnitten.

Der Kommentar von Dennis (…er sucht sich am Ende der Bearbeitung den Bildschnitt) verleitet mich auch noch etwas hinzu zufügen. Bei mir ist es umgedreht, es ist der erste Schritt während der Bildbearbeitung. Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass ich mich besser auf die Bildbearbeitung konzentrieren kann und nicht dauernd daran denken muss, dass noch etwas weg kommt.

Weitere Aufnahmen von Dubai findet ihr auch in diesem Beitrag – BoomTown Dubai – Zwischen Gigantismus und Tradition

Fotografie, Unterwegs

BoomTown Dubai – Zwischen Gigantismus und Tradition

15. Oktober 2011

Von Nix kommt nix und Fotos machen sich nicht von alleine, also war ich wieder einmal unterwegs. Für ne Woche ging es dieses Mal zusammen mit Fotograf Ronny Behnert an den persischen Golf, genauer gesagt nach Dubai. Aufgrund der sich ständig wechselnden Skyline, bedingt natürlich durch den Bau-Boom, gibt viele Interessante Foto-Hotspots.

Um es gleich vorweg zu nehmen. Obwohl ab Oktober der Winter anfängt, kann ich diesen Monat als Reisemonat nicht unbedingt empfehlen. Während es bis ca. 10 Uhr morgens eine eher trockene Hitze war, stieg über den Tag die Luftfeuchtigkeit gefühlt ins unermessliche. Bei ca. 37-40 Grad wurde bereits der Filterwechsel zur Schwerstarbeit. Du schwitzt einfach wie ein Schwein…. Doch nicht nur der menschliche Körper gerät hier ein wenig aus den Fugen, bedingt natürlich auch durch den stängigen Wechsel zwischen den extrem klimatisierten Räumen in den Shopping malls oder in der Metro. Nein, auch die Kamera, insbesondere der Kameraakku wird extrem schnell an die Grenzen geführt. Ich schätze, dass hier der häufige Temperaturunterschied zwischen 18 und 40 Grad dem Akku nicht gerade gut tut. Aufgrund der zum Abend hin steigenen Luftfeuchtigkeit, beschlagen zudem sehr schnell die Objektive und Filter. Hier heißt es dann erst einmal abwarten, bis sich die Technik an die Umgebungstemperatur gewöhnt hat.

Fotografisch gesehen, war und ist Dubai wirklich ein Reise wert. Auf der einen Seite findet man architektonische Meisterleistungen, wie den Burj Khalifa –  mit seinen 828 Meter das höchste Gebäude der Welt. Auf der anderen Seite findet man oberhalb vom Dubai Creek das alte, authentische Dubai. Enge Gassen, Straßenhändler und kleine Imbisse zeichnen hier das Straßenbild. Angefangen vom Goldhändler bis hin zum Gewürzmarkt findet man hier alles was der Herz begehrt. Auch ich konnte mich beim roten Safran nicht zurückhalten. Das teuerste Gewürz der Welt, bei dem man in Deutschland schon mal 7 Euro pro Gramm berappen muss, gibt es dort quasi für nen Appel und Ei. Für dortige Verhältnisse  sind zwar ca. 1.60 Euro pro Gramm auch viel, aber wenn man den Preis hier bedenkt, ist das schon ein richtiges Schnäppchen.

Mit Projekten, wie „Palm Jumeirah“ oder „The World“ und den noch im Bau befindlichen DWC (Dubai World Central), einem Flughafen, der über 6 Start- und Landebahnen verfügen wird, hat sich Dubai über die letzten Jahre in Sachen Bekanntheit gesteigert und lockt eine Vielzahl von Touristen ins Land. Im Gespräch mit einem Dubaier, hat sich mein erster Eindruck über die Tage allerdings bestätigt. Der Boom ist zwar noch vorhanden, aber lange nicht mehr so stark wie früher. Mein Gesprächspartner, dessen Namen ich leider nicht weiß, stammte aus Zypern und lebt schon viele Jahre in Dubai und hat sowohl die starken wirtschaftlichen Anfänge als auch die langsam beginnende Rezession mitbekommen.

Auf der einen Seite finde ich die Stadt faszinierend, auf der anderen Seite könnte ich mir hier kein Leben über einen längeren Zeitraum vorstellen. Dafür hat man nach ein paar Tagen irgendwie alles gesehen. Für alle, die auch mal einen fotografischen Trip nach Dubai planen – ich braucht nicht mehr als eine Woche um alles Interessante festzuhalten. Es lohnt sich auch eine Busreise nach Abu Dhabi. Für schlappe 4 Euro fährt euch ein klimatisierter Reisebus in knapp 2 Stunden ins Nachbar-Emirat.

Ein Teil meiner Aufnahmen befindet sich zwar noch im Bearbeitungsprozess, aber ein paar fotografische Eindrücke möchte ich euch dennoch zeigen. Bewusst hab ich die Aufnahmen in S/W bearbeitet um die vorhanden Strukturen, Formen, Kontraste usw. besser zum Ausdruck zu bringen.

Einer von Euch auch schon mal in Dubai gewesen?
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Webseite: www.ronnyritschel.com
Facebook: www.facebook.com/ronnyritschelphotography

Fotografie

Was fotografierst du am Liebsten…?

2. Oktober 2011

Die Frage haben ja schon einige Fotografieblogs irgendwie und irgendwann mal behandelt und nun stelle ich sie den BlogTimes-Lesern. So unterschiedlich die Blogleser sind, so unterschiedlich fällt bestimmt auch die Leidenschaft für das einzelne Foto-Genre aus.

Jeder Fotograf und hier mache ich keinen Unterschied zwischen Amateur und Profi hat für bestimmte Foto-Genres mit der Zeit eine Leidenschaft entwickelt und sich darin spezialisiert. Das ist auch gut so, denn man kann ja nicht auf allen „Hochzeiten“ tanzen. Gerade am Anfang – mir ging es da nicht anders – probiert man hier, testet da und irgendwann macht es klick und man konzentriert sich nur noch auf bestimmte Fotografiebereiche. Die eigentlich auf den ersten Blick eher banal klingende Frage soll hier ein wenig zum Nachdenken anregen und vielleicht auch helfen sich auf jene Bereiche ein bisschen mehr zu konzentrieren.

Ich möchte hier aber keine lieblose Umfrage starten und damit ihr seht, wie eine Antwort aussehen könnte, mache ich mal den Anfang. Meine Leidenschaft liegt in der Landschaft -, Architektur- und Streetfotografie, wobei ich zu Letzteres eher selten komme. Warum diese Bereiche…? Nun, Landschaft und Architektur bewegt sich nicht und das macht es gerade am Anfang ein wenig leichter, sich dafür zu begeistern. Allerdings habe ich mit der Zeit festgestellt, dass es mitnichten einfacher ist als zum Beispiel die Porträtfotografie, besonders wenn man – auch wenn ich es jetzt falsch formuliere – für die eher „schlichte und minimalistische“ Fotografie interessiert. Die Streetfotografie ist erst später dazu gekommen und vielleicht auch nur deshalb, weil ich etwas „Leben“ in das Bild transportieren wollte.

Die Kunst für mich liegt nunmehr darin, auch wenn mir das noch sehr selten passiert, die Streetfotografie mit der Landschafts- oder Architekturfotografie zu vereinen.

Nun seit ihr an der Reihe… Was fotografiert ihr am Liebsten und warum?