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Aufnahmemodul

Fotografie, Testberichte

Ricoh GXR mit 28mm f2.5 Aufnahmemodul – Testbericht

3. Februar 2011

Anfang Januar stellte mir der Kamerahersteller RICOH die System Kamera GXR mit dem neuen 28mm f2,5 Aufnahmemodul für einen Test zur Verfügung. Demnach war die Kamera, respektive das neue Wechselmodul in den letzten Wochen hier und da mein Wegbegleiter.

Man kann bereits sagen, dass aufgrund der Sensorgröße (APS-C) das neue 28mm Wechselmodul andere Kompaktkameras in Sachen Bildqualität um Längen schlägt. Dazu später mehr. Der Vorteil der Wechselmodule besteht darin, dass Sensor und Optik immer aufeinander abgestimmt sind um so das optimale Bildergebnis zu erreichen. Zudem werden die Bilddaten nicht in der Kamera sondern im Wechselmodul verarbeitet. Somit wird selbst in dunklen Umgebungen ein Bildschwenk flüssig auf dem LiveView Monitor dargestellt ohne eben dieses typische Ruckeln.

Das Kameragehäuse der Ricoh GXR:

Unter anderem besticht die Kamera durch eine hervorragende Verarbeitung des Magnesium Gehäuses. Die Systemkamera ist durch Ihre Bauweise sehr viel schwerer als herkömmliche Kompaktkameras, was auf jeden Fall der Haptik zu Gute kommt. Wer den Kamerahersteller Ricoh kennt, der weiß, dass neben der Verarbeitung und einer funktionalen Anordnung der Tasten sehr viel Wert auf das Display gelegt wird. 920.000 Pixel auf 3 Zoll zeigen dem Fotografen ein helles, kontrastreiches LiveView-Bild und das auch bei Sonnenschein.

An Einstellungen mangelt es der Ricoh GXR nicht und daher braucht sich auch nicht gegenüber ausgewachsenen DSLR verstecken. Motivprogramme, Blenden- und Zeitautomatik, Manuell und Automatik finden sich ebenso an der Kamera wie auch die Möglichkeit der Individualisierung durch drei Speicherplätze am oberen Einstellungsrad.

Einen kleinen Wermutstropfen konnte ich dennoch finden. 99 Prozent meiner Aufnahmen realisiere ich mit dem Modus Blendenpriorität. Das heißt, ich gebe die Blende vor und die Kamera ermittelt die Zeit. Wie auch bei DSLRs üblich verfügt die GXR über ein Einstellrad für diese Funkion. Der eingestellt Wert wird selbstverständlich mit der Belichtungszeit angezeigt. Doch bereits nach wenigen Augenblicken verschwindet die Information für die Belichtungszeit und lässt sich nur durch nochmaliges Fokussieren auf dem Monitor darstellen. Leider habe ich keine Einstellmöglichkeit gefunden, die es mir erlaubt die Belichtungszeit auf für längere Zeit auf dem Display darzustellen. Des weiteren ist mir aufgefallen, dass die Kamera im RAW Modus zusätzlich ein Jpeg mit geringer Auflösung (72dpi) anlegt. Dies benötigt sie offensichtlich für die Darstellung am Kameramonitor. Lässt aus diesem Grund auch nicht abschalten.

Das Wechselmodul A12 28mm f2,5:

Wie auch das Gehäuse der GXR besteht das Wechselmodul aus Magnesium und ist ebenfalls sehr gut verarbeitet. Die große Lichtstärke von 2,5 erlaubt dem Fotografen das bei Kompaktkameras eher unruhige Bokeh sehr weich aussehen zu lassen. Im Wechselmodul ist ein CMOS-Sensor im APS-C Format (23,6 x 15,7 mm) verbaut, der über eine Auflösung von 12 Megapixel verfügt. Gerade diese „Beschränkung“ der Megapixel macht sich deutlich in der Bildqualität bemerkbar. Obwohl ich keinen Vergleich habe, bin ich mir sicher, dass eine höhere Megapixel-Zahl sich negativ auf die Bildqualität ausgewirkt hätte.

Der ISO-Bereich ist mit 200 – 3200 angegeben. Nach meinem visuellen Eindruck, macht sich ein „stärkeres sichtbares“ Rauschen erst ab ISO 1600 bemerkbar. ISO-Rauschen ist meiner Meinung nach, auch immer abhängig vom Motiv. In dunklen Umgebungen oder bei Nachtaufnahmen verhält es sich anders als bei Tageslichtaufnahmen.

Die Brennweite des Moduls ist mit 28mm angeben und ist somit im Weitwinkel-Bereich anzusiedeln. Mit dieser doch relative kleinen Brennweite und dem damit verbundenen großen Blickwinkel ist der Fotograf entsprechend in der Motivgestaltung gefordert.

Ebenfalls der Eigenschaft als Weitwinkel geschuldet, ist abhängig vom Motiv eine geringe Verzeichnung (Distorsion) zu erkennen – rechtes Bild. Das ist bauartbedingt völlig normal und läßt sich durch Bildbearbeitungsprogramme effizient retuschieren, sofern gewünscht.

Aufnahmen ISO-Bereich 200-3200


Fazit:

Die GXR in Verbindung mit dem 28mm f2,5 Aufnahmemodul ist im Bereich der Systemkameras und im Vergleich zu einer DSLR, was die Bildqualität angeht sehr gut. Die Verarbeitung und die Haptik überzeugen gleichmaßen. Die Anordnung der Tasten wirkt gut überlegt – sie lassen sich leicht bedienen. Ein negativer Punkt ist für mich Darstellung der Belichtungszeit im Zusammenhang mit der Funktion Blendenpriorität. Da es sich lediglich um eine Software Einstellung handelt, stellt Ricoh vielleicht demnächst ein Update zu Verfügung.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, diese Kamera gegen eine vorhandene DSLR einzutauschen –  der bekommt von mir ein Jein! Ja, wenn es sich um ein „älteres“ DSLR Modell handelt. Nein, weil die gewohnte Funktionalität gegenüber einer DSLR doch nur eingeschränkt gegeben ist, wie zum Beispiel die fehlenden Fokusfelder oder die Möglichkeit eine Vielzahl von verschieden Optiken  zu verwenden. Allerdings kann auch nicht von einer Systemkamera erwartet werden, dass diese über die komplette Funktionalität einer DSLR verfügt. Hier gilt es zu überlegen, für welchen Einsatzzweck die Kamera oder vielmehr das Modul benutzt werden soll. Die Bildqualität ist eindeutig andere Kompaktkameras überlegen. Diese Qualität kostest alledings auch sein Geld. Zum einen benötigt man das Gehäuse (Ricoh GXR ) und das GR Wechselmodul. Ersteres ist bereits ab 300 Euro zu haben. Für das neue 28mm Modul werden weitere 600 Euro fällig.

Weitere Informationen zum GXR Kamersystem findet ihr auf der Webseite von Ricoh: Wechselmodul Kamerasystem GXR

Hier noch ein paar Eindrücke, die ich mit der GXR und dem 28mm f2,5 Aufnahmemodul festgehalten habe. Sie erheben aber keinen künstlerischen Anspruch…

EDIT vom 29.07.2011
Neues Firmware Update in der Version v1.37 für Ricoh GXR steht zum Download zur Verfügung – Version v1.37 (Mac und Windows)

Fotografie, Testberichte

Ricoh GXR Testkamera mit neuem 28mm f2.5 Aufnahmemodul

6. Januar 2011

In einem meiner letzten Beiträge für 2010 hatte ich bereits angekündigt, dass ich Anfang Januar ein Kameramodell der Firma Ricoh für ein paar Wochen testen werde.

Eigentlich hatte ich mit dem Testexemplar inkl. 28mm Aufnahmemodul erst Mitte/Ende Januar gerechnet, weil letzteres derzeit noch nicht flächendeckend lieferbar ist. Aus diesem Grund freue ich mich umso mehr, dass die Kamera Ricoh GXR mit dem neuen A12 28 mm f2,5 GR-Modul heute auf meinem Schreibtisch gelandet ist – und dass sogar per Overnight Versand.

Die nächsten Wochen, genauer gesagt bis Anfang Februar werde ich nun dem Ricoh Schätzchen auf den Zahn fühlen können. Die Kamera an sich ist ja schon ein weilchen auf dem Markt. Neu dagegen ist das 28mm f2.8 Aufnahmemodul, dass in Verbindung mit der Kamera versuchen wird in der gleichen Liga zu spielen, wie Olympus E-P2 und 17mm Pancake, Leica X1 mit dem 24mm und die nocht nicht verfügbare Fuji X100 mit ihrem lichtstarken 23mm f2.0 Objektiv.

Die Fuji X100 hatte bereits beim Stilpiraten für einen „Haben-Will Faktor“ gesorgt. Daher bin ich bereits gespannt, ob sich bei mir ein ähnliches Gefühl für die Ricoh GXR entwickeln wird. Die Eckdaten des Moduls findet Ihr in diesem Beitrag.

Bereits auf der Photokina 2010 war ich doch sehr positiv von dieser Kombination überrascht, unter anderem von der extrem flüssigen Bilddarstellung auf dem Monitor  auch bei sehr schwachen Umgebungslicht und die für eine „Kompakt Kamera“ sehr vielen Einstellmöglichkeiten.

In den folgenden Wochen werde ich versuchen die Kamera neben ihrem normalen Einsatz auch an ihre fototechnischen Grenzen zu bringen. Das heißt im Grunde volle ISO-Power und bei passendem Filter den einen oder anderen Langzeitbelichtungsversuch.

Mein erste Eindruck der Kamera ist durchaus positiv. Die hervorragende Verarbeitung des Magnesium Gehäuses und die Haptik sprechen mich sehr an. Die Systemkamera ist durch Ihre Bauweise sehr viel schwerer als herkömmliche Kompaktkameras, was mir aber sehr gut gefällt zumal ich ein bisschen „Gewicht“ durch meine DSLR gewohnt bin.

Hier mal zwei Beispielbilder, aufgenommen mit ISO 400 und 800 bei Blende 2.5 mit einer Belichtungszeit von 1/45 und 1/100 aus der freien Hand. Direkt out of the Cam. Keine Sättigungs- und Kontrastanpassung. Ich finde, dass kann sich schon mal sehen lassen.

Falls der eine oder andere von Euch plant sich ein solches System in naher Zukunft anzuschaffen, dann habt Ihr hier die Möglichkeit den  Test mitzugestalten. Einfach die Fragen ins Kommentarfeld stellen und ich werde versuchen, diese im Testbericht  zu beantworten.