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Bildausschnitt

Fotografie

Auf den Schnitt kommt es an…

13. September 2011

Seit dem ich den einen oder anderen Fotografie-Kurs gebe, bekomme ich von einzelnen Teilnehmern immer wieder die Frage nach dem richtigen Bildausschnitt gestellt? Um es vorweg zu nehmen, hier gibt es kein richtig oder falsch – es hat vielmehr mit der gewünschten Bildwirkung zu tun.

Während des Workshops lasse ich mir von den Teilnehmern immer wieder die einzelnen Aufnahmen zeigen. Hierbei geht es mir gar nicht so sehr um die absolut korrekte Belichtung, denn diese läßt sich im Nachhinein sowieso mit dem Bildbearbeitungsprogramm korrigieren. Vielmehr interessiert mich der gewählte Bildausschnitt, welcher regelmäßig zu eng gewählt wird. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass gerade Einsteiger sich so ihr „Fotografieleben“ nur unnötig schwerer gestalten. Warum nicht ein wenig Spielraum lassen? Die heutigen DSLRs verfügen über eine derart hohe Anzahl an Megapixel, dass nachträgliches Beschneiden den meisten Aufnahmen in Sachen Auflösung nicht abträglich ist.

Anfänglich bin ich davon ausgegangen, nur wer bereits bei der Aufnahme den korrekten Bildausschnitt definiert, ist ein „guter“ Fotograf. Mittlerweile habe ich darüber eine andere Meinung. Zum einen eben durch die hohe verfügbare Megapixelanzahl und zum anderen, da ich überwiegend versuche die Aufnahmen in 1:1 Seitenverhältnis zu setzen. Das ist allerdings auch immer eine Frage der Bildwirkung.

Apropos Bildwirkung… Nicht nur der Inhalt bestimmt die Bildwirkung, sondern auch der Bildausschnitt und dieser ist, wie auf den nachfolgenden Beispielen zu sehen, nicht zu vernachlässigen. Daher lautet meine Devise – lasst dem Motiv beim Fotografieren mehr Spielraum und schert euch nicht um die Auflösung. Da bedeutet jetzt aber nicht, dass ich bis aufs Maximum alles wegschneide. Es ist auch nicht für jeden Fotografiebereich gleichbedeutend. In der Porträtfotografie zum Beispiel, würde ich den Ausschnitt sehr viel enger setzen als in der Landschaftsfotografie um einfach weniger beschneiden zu müssen, was wiederrum der Auflösung zu Gute kommt – ist natürlich kameraabhängig.

  

Hier war ich mal wieder auf Sylt und wollte neben der Licht- und Wolkenstimmung den kleinen Hafen und das Meer einfangen. Bewusst habe ich die Aufnahmen im originalen Bildschnitt belassen, damit die Tiefe des Bildes besser zur Geltung kommt. Ein nachträgliches Beschneiden in das normalweise von mir favorisierte 1:1 Seitenverhältnis wäre dem Bild ganz und gar nicht gut bekommen. Es wirkt einfach zu gedrungen, mit zu vielen Details auf engem Raum.

 

Die zweite Aufnahme zeigt einen Auslegersteg im Hamburger Hafen in der Nähe der Landungsbrücken. In der originalen Aufnahme wandert der Blick des Betrachters die Brücke entlang, da sie die dominantere Bildhälfte ist. Ich wusste zwar vorher, dass ich diese Aufnahme in das 1:1 Seitenverhältnis setzten möchte, allerdings war ich mir mit dem Ausschnitt während des Fotografierens nicht ganz sicher. Aus diesem Grund habe ich bis zu fünf Aufnahmen von diesem Standpunkt mit verschiedenen Perspektiven gemacht. Letzten Endes hab ich mir für diese hier entschieden um sie in das quadratische Seitenverhältnis zu setzen. Natürlich hat das linke Foto auch seinen Reiz aber im direkten Vergleich favorisiere ich eben das 1:1 Format, zumal das Bild auch ein Teil einer Serie ist.

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig meine Sicht der Bildwirkung in Bezug auf den  Bildausschnitt verdeutlichen. Das ist auch keine allgemeingültige Aussage, aber vielleicht dient sie dem einen oder anderen als Inspiration entweder vor, während oder nach dem Fotografieren.

Wie macht ihr das eigentlich? Nehmt ihr mehr Einfluss auf den Bildausschnitt während oder nach dem Erstellen der Aufnahme?

Fotografie

Hochformat in der Landschaftsfotografie

16. September 2009

olaf-bathke-blogAuf dem Blog von Olaf Bathke las ich heute einen sehr interessanten Artikel über die Verwendung des Hochformats in der Landschaftsfotografie.

In seinem Artikel schrieb er im Großen und Ganzen, dass sich nur sehr wenige Fotografen an dieses Aufnahmeformat trauen. Seinen Artikel findet Ihr auf seiner gleichnamigen Webseite. In Anlehnung daran möchte ich ebenfalls kurz dieses Thema aufgreifen. Weiterlesen