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Canon

Fotografie

Ich frage mich wie die Marketing Experten der Kamerahersteller funktionieren…

30. Januar 2014

BlogTimes- Nikon D800

Die Welt hat vorgestern über den Kamerakrieg geschrieben. Drei werden diesen überlegen, so die Welt. Der Stilpirat hat bereits seinen Senf dazugegeben und stimme mit ihm überein „Es ist der denkbar schlechteste Moment sich auf seiner Marke auszuruhen“.

Ich würde sogar noch noch ein wenig weitergehen als die Welt und sagen, der Krieg ist bereits verloren. Nikon, Canon und Sony teilen sich schon seit Jahren den Kameramarkt und das wird sich auch zukünftig nicht ändern. Sie verfügen einfach über mehr Kapital um ihre Produkte zu entwickeln und auch in den Markt zu drücken, selbst wenn diese nicht immer überzeugen oder bereits von Anfang an Fehler aufweisen, wie die D600 bespielsweise. Hierfür wurde extra die D610 auf dem Markt geworfen, bei der endlich das Sensordreck-Problem gelöst wurde. Auch eines der Flagschiffe von Nikon, die D800 verfügte Anfangs über AF-Probleme und das bei einem 3000 Euro teuren Body!! Die kürztlich vorgestellte Nikon DF hat zwar noch keine Probleme, aber meiner Meinung nach wurde hier einfach an Funktion und Technik gespart. Kein Wlan, kein GPS, kein Schnittbildindikator, ein Kartenslot, nur eine 1/4000 Sekunde, Sensor der D4 aber Autofokusmodel der D600… Dafür dann 3000 Euro. Weils Retro ist? An die Nikon FM erinnert? Whatever, ich kann damit nichts anfangen und glaubt mir ich suche schon seit langem nach einem Ersatz für meine D800. Das Gehäuse der DF würde mir gefallen, aber doch bitte mit der Technik von morgen und nicht von gestern!!

An dieser Stelle frage ich mich wie die Marketing Experten funktionieren und welche Maßstäbe für zukünftige Kameramodelle angesetzt werden? Hört man eigentlich auf die Käufer. Immerhin ist es durch Internet und Co, Sozialen Medien und Blogs ein leichtes Käufererfahrungen zu erhalten. Mit Absicht habe ich die gängigen Kameramagazine nicht erwähnt, denn hier gibt es für mich keine unabhängige Berichterstattung. Die schreiben das, was die Hersteller vorgeben, testen Kameras dann unter Laborbedingungen um anschliesend dem geneigten Leser irgendwelche kryptischen Charts und ne Punkteskala zu präsentieren. Dieser ist dann genauso schlau wie vorher! Also da kann man sich auch das MM-Prospekt holen und die Anzeigen lesen. Hier steht mindestens genauso viel drin.

An die Marketing Experten. Ich wünsche mir eine Spiegelreflex-Kamera. Mit den digitalen Suchern kann ich nichts anfangen. Da wird mir schlecht, wenn ich durchschaue. Die Größe der Nikon DF reicht mir Dicke. Alles andere ist zu groß.. Eigentlich brauch ich gar nicht alles aufzuzählen, was ich mir wünschen würde. Eine D800 im Gewand einer DF wäre für mich die perfekte Kamera. Natürlich mit Wlan und GPS Funktion. Video bräuchte ich jetzt nicht unbedingt. Was ich mir aber ganz besonders wünschen würde, wäre eine Funktion in der man die gleiche Anzahl an Megapixel zur Verfügung hat, wenn man das Aufnahmeformat beispielsweise in 1:1 ändert. Was bringen mir knapp 40 Megapixel, wenn ich am Ende gerade mal 25MP übrig habe. Auch wenn ihr jetzt anderer Meinung seit, ich brauche Megapixel. Am liebsten hätte ich 50MP. Warum? Wegen meiner Großformat-Drucke. Hier zählen einfach Details und die kommen nunmal über die Megapixel zustande.

Aus diesem Grund eine große Bitte. Entwickelt mal ne Kamera, die auf eure Kunden zugeschnitten ist. Wie wäre es mit einem modularen System. Ich wähle mir den Body und auch dessen technischen Komponente aus. So kann sich jeder seine Kamera selbst konfigurieren. Wäre doch mal was, oder nicht? Mir würde es gefallen. Aber bitte nicht ala Ricoh… Das ging ja wohl volle Kanne nach hinten los.

Fotografie

Beitragsfotografie – Kreativ mit dem Systemblitz

6. März 2012

Es kommt immer wieder mal vor, dass mich meine Leser fragen, wie ich denn die Fotos für die Artikel erstelle und bearbeite, gerade wenn es sich um Beiträge zu Fotozubehör, Bücher usw… handelt? Damit ich nicht immer eine einzelne Mail schreiben muss, habe ich mir gedacht, warum nicht einen kleinen Beitrag darüber schreiben.

Ich denke, man kann vielleicht dadurch nicht nur interessante und „schönere“ Fotos für Online Auktionen oder Kleinanzeigen etc… erstellen, sondern dieses Grundprinzip auch auf andere Fotobereiche übertragen. Mit Absicht habe ich den Artikel daher nicht Produktofotografie genannt, weil natürlich weitaus mehr möglich ist.

Zum Einsatz kommt, sofern ich nicht doch einmal das vorhandene Licht benutze, in der Regel ein Systemblitzgerät. Meine früheren Aufnahmen habe ich immer mit natürlichen Lichtquellen aufgenommen. Den Blitz also emieden und so stand er wirklich fast Jahre im Schrank, ohne auch nur ein einziges Mal benutzt zu werden. Geändert hatte sich dies, als ich kurzerhand in einem Workshop mit Martin Krolop vom Locations Scout zum Teilnehmer wurde. Ok, wir hatten damals kein Buch oder ähnliches fotografiert, was auch nur im Entferntesten mit Produktfotografie zu tun hatte. Nein, es waren Porträtaufnahmen. Zwei (mehr kann ich leider nicht zeigen) der Aufnahmen findet ihr hier… Apropos Porträt, letzten Freitag war ich Licht-Assi von Patrick, der wieder einmal ein cooles Schauerspielerin – Shooting hatte. Auch wenn ich selbst nicht fotografiert habe, sondern mehr der Typ mit dem Licht war, beschleicht mich das Gefühl, dass ich mich auch mal der Menschenfotografie widmen sollte. Ich hatte sehr viel Spaß, oder besser gesagt wir….

Zurück zum eigentlich Thema. Ich selbst verwende einen Metz AF1 – 2, den es mittlerweile in der 2. Ausführung gibt. Es ist quasi das Pendant zu den Nikon oder Canon Blitzen. Es muss aber nicht der teure Metz oder das Original der Kamerahersteller sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die 50 Euro Teile von Yongnuo genauso gut funktionieren, da sie ebenfalls die Slave-Funktion unterstützen. Der YN560 kann sogar den Vorblitz unterdrücken. Zudem wird der Blitz sowieso manuell gesteuert und muss daher nicht über eine TTL-Funktion verfügen.

Der Blitz alleine reicht aber nicht aus um meine gewünschte Lichtstimmung zu erzeugen. Aus diesem Grund verwende ich noch einen Mini- Beauty Dish, welches aus diesem Reflektor-Set stammt. Durch viel Zufall hatte ich die Teile letztes Jahr bei einem kleinen Foto-Preisausschreiben hier in Hamburg gewonnen. Ja, auch ich gewinne mal etwas – sonst bin ich ja immer nur der Verteiler!!! Der Dish ist eigentlich super simple zu handhaben und besteht sogar aus Metall. Damit das Blitzlicht noch ein wenig weicher ausfällt, habe ich noch eine Kunstoffscheibe montiert, die ähnlich Eigenschaften einer Softbox aufweißt. Das Set beinhaltet noch weiteres interessantes Zubehör, welches ich derzeit aber nicht benutze.

Zu Testzwecken habe ich mal meine neue Maus fotografiert um Euch das besser zu verdeutlichen. Ich habe Drei Aufnahmen mit Hilfe eines Stativs und mit der identischen Belichtungszeit von einer  1/100 sek aufgenommen. Allerdings habe ich das externe Blitzgeräte in verschiedenen Positionen gehalten um eine unterschiedliche Lichtsetzung zu erhalten.

Anschließend habe ich die Aufnahmen in Photoshop (Elements geht auch) in verschiedenen Ebenen übereinander gelegt und die gewünschten Bereiche durch eine Maskierung bearbeitet. Was jetzt nach viel Aufwand klingt, ist eigentlich halb so wild. Da die Aufnahmen im Hinblick auf den Bildausschnitt identisch sind, fallen diese Korrekturen schon mal weg und man kann sich voll und ganz auf die Lichtsetzung konzentrieren.

 

Natürlich kann man diese Vorgehensweise nicht in der Porträtfotografie anwenden. Zum einen bewegt sich das Model andauernd und das Umherspringen mit der Lichtquelle ist nicht gerade professionell. Was sich allerdings sehr gut zeigen und somit üben läßt, ist die Auswirkung des Lichts auf den zu fotografierenden Gegenstand und hier bin ich der Meinung, dass man dieses Grundprinzip der Lichtsetzung sehr gut auf den Porträtbereich umsetzen kann.

Bevor ich es vergesse. Die Bearbeitung ist eigentlich ganz einfach. Für den immergleichen Look habe ich mir in Lightroom ein Preset gebastelt. Das Preset ist für LR3 ausgelegt, da ich die 4er Version noch nicht habe.

Was meint Ihr… Zu aufwendig für simple Beitragsfotos??

Etwas noch zu den Kamera- und Blitzeinstellungen. Ich nehme die Beitragsbilder je nach vorhandener Lichtsituation mit einer 1/100 sek. auf, acht aber darauf, dass die Aufnahme ohne Blitz stark unterbelichtet wird. Hintergrund ist, dass ich bei anschließender Aufnahme mit dem Blitz eine „natürliche“ Randabschattung erzeugen und somit den Blitz besser aufs Motiv konzentrieren kann. Die Blitzleistung stelle ich je nach Abstand zum Produkt unterschiedlich ein, verwende aber die manuelle Einstellungen, also keine Blitzautomatik oder TTL-Messung. Der kamerainterne Blitz dient mir als Master für den Systemblitz, benutze ihn quasi nur als Auslöser. Das wars eigentlich schon.

Equipment, Fotografie, Testberichte

„35 rules the world“ – Vier Objektive im Vergleich

19. Januar 2012

Der heute Beitrag ist ein Gastartikel von Dr. Thomas Brotzler. Seines Zeichen Fotograf und Stammleser auf BlogTimes. Thomas hatte mir im Dezember 2011 erzählt, dass er einen Vergleichstest zwischen seinen Canon Objektiven, einem Zeiss und einen Lensbaby plant, da er mit dem Gedanken spielt, letztere zu kaufen.  Gesagt, getan und hier ist nun sein persönlicher Vergleichstest, der für mich gesehen, doch sehr überraschend ausfällt. Zudem stellt sich mir die Frage, wie ein ähnlicher Test mit Nikon Equipment aussähe!

So, genug gelabert… Thomas hat nun das Wort.

Einleitung

Der leichte Weitwinkelbereich von 35 mm kleinbildäquivalenter Brennweite kommt meinen fotografischen Themenschwerpunkten sehr entgegen – bei der Landschafts- und Nachtfotografie als oberes Ende, bei der  Streetfotografie als unteres Ende des Ausschnittspektrums – und ist mir insofern ans Herz gewachsen.

Zwei Ereignisse gaben mir Anlaß, meine Ausrüstung in diesem Brennweitenbereich nochmals zu überprüfen und diesen  Vergleich anzustellen: zum einen der Umstand, daß beim letztjährigen Mainzer Fine-Print-Forum bereits etwa die Hälfte der Teilnehmer (rekrutiert aus dem fortgeschrittenen Kollegium um Rolf Walther) mit Vollformat und Zeissobjektiven aufgenommene Bilder präsentierten; zum anderen die Neuerscheinung des Lensbaby Composer Pro mit Sweet 35 Optik (wobei dieses Objektiv in Hinblick auf seine Abbildunsqualitäten natürlich kein ernsthafter Vergleichskandidat ist).

Methodik

Getestet wurden zwei Zoom- und zwei Festbrennweitenobjektive im Bereich von 35 mm – das Canon EF 17-40 f/4.0 USM sowie das Canon EF 24-105 f/4.0 IS USM, mit denen ich schon seit geraumer Zeit arbeite; des weiteren das Zeiss Distagon T* 2/35 ZE und das Lensbaby Composer Pro mit Sweet 35 Optik, die ich mir beide anzuschaffen überlege.

Aufgenommen wurde mit der Canon EOS 5D Mark II als einem in meiner fotografischen Praxis bewährtem Rückteil im RAW-Format, platziert auf einem Manfrotto Stativ MA 055 XPROB Pro mit Manfrotto MA 405 Getriebeneiger Pro-Digital, bei manueller Fokussierung im maximal vergrößerten Live-View-Modus, Spiegelvorauslösung, zeitverzögerter Fernauslösung und kamerafernen Lichtquellen. Da Blende 8 laut Testseiten wie photozone.de oder traumflieger.de sowohl bei den beiden Canonobjektiven wie auch dem Zeissobjektiv an den Bereich des Abbildungsoptimums heranreicht, wurde diese zur besseren Vergleichbarkeit durchgängig verwendet.

Die Entwicklung der Bilder erfolgte mit Adobe Camera Raw 6.1 als Bestandteil von Adobe Photoshop CS5. Zum Ausgleich des eingesetzten Tiefpass-Filters (Anti-Aliasing) erfolgte eine Grundschärfung von 50/1/50/0. Die weiteren Parameter der RAW-Entwicklung waren neutral eingestellt (keine Tonwertverschiebungen, keine Rauschminderung, keine Vignettierungs- und Verzeichnungskorrektur etc.).

Die Weboptimierung und Verkleinerung der Bilder erfolgte als JPG mit minimaler Kompression auf eine Größe von 951 Pixel auf der langen und 679 Pixel auf der kurzen Seite. Die so erstellten Dateien enthalten freilich nur noch etwa 2% der Bildinformationen des RAW-Formats bzw. etwa 0.3% des 16-Bit-TIFF-Formats, so daß die Details hier nicht in vollem Umfang wiedergeben werden können.

Die Vergleichsergebnisse wurden mittels Sichtprüfung am Übersichtsbild bzw. in der 100%- oder 200%-Vergrößerung erhoben. Nicht durchgeführt wurde hingegen eine Vermessung bzw. Quantifizierung der Ergebnisse, hierzu kann bei Interesse auf die aussagekräftigen Untersuchungen der erwähnten Testseiten verwiesen werden.

Ergebnisse

A.Testbild

 

Die vier Bilder zeigen die Übersichtaufnahme des Testbildes. Die Vignettierung ist (wenig überraschend) beim Lensbaby am stärksten und zeigt sich beim Zeiss und den beiden Canons ausgewogen auf niedrigem Niveau. Die Verzeichnung ist bei allen vier Objektiven tonnenförmig, und ist beim Zeiss (ein erster Schock) sowie dem nicht getilten Lensbaby ziemlich ausgeprägt, während sie bei den beiden Canons recht moderat bleibt – ein Tick besser noch beim 17-40, wobei dieses an seinem langen Ende bauartmäßig besser dasteht; auch das gute Ergebnis beim 24-105, welches seine Qualitäten eigentlich nicht im Weitwinkelbereich hat und von mir üblicherweise erst ab 40 mm Brennweite genutzt wird, überrascht.

Die vier nächsten Bilder zeigen das Zentrum des Testbildes, auf welches auch fokussiert wurde. Hier sehe ich beim langen Canon die größte Prägnanz, dicht gefolgt vom kurzen Canon. Das Zeiss scheint mir mit einer weicheren Zeichnung schon etwas abzufallen. Auf gleichen Niveau ist das Lensbaby angesiedelt, was angesichts seiner vergleichsweise billigen Bauart wiederum überrascht.

Die nächsten drei Bilder zeigen ein Randdetail links oben mit größenmäßig absteigenden Schriftenreihen. Da das Lensbaby hier bauartbedingt nur noch ein nebliges Grau anzeigt, ist es hier nicht aufgeführt. Die beste Darstellung (prägnant und mit wenig Artefakten) sehe ich beim kurzen Canon, während beim langen Canon eine gewisse Grieseligkeit und leichte chromatische Abberationen auftreten. Die stärksten Artefakten zeigt (wiederum schockierend) das Zeiss.

Es folgen drei Bilder mit einem Siemensstern als Randdetail. Für das Lensbaby gilt das im vorherigen Absatz Gesagte. Die mehrfachen horizontalen Stufenbildungen fielen mir erst in der 200%-igen Auflösung auf. Diese haben nichts mit den Objektiven zu tun, sondern geben mir Anlaß, den Druckkopf meines Epson Stylus Pro 4880 nochmals zu justieren. Die zentrumsnahe klarste Darstellung sehe ich wiederum bei den beiden Canons, wobei beim langen Canon schon ein leichtes Moiré anliegt. Das Zeiss fällt deutlich ab und zeigte zum Zentrum hin eine etwas breiige Darstellung und ausgeprägtes Moiré.

B. Innenraumszene

Um nun von der Testsituation auch auf realistische Aufnahmeverhältnisse zu kommen, zeigen die nächsten vier Bilder die Übersichtsaufnahme einer Innenraumszene. Dargestellt ist ein Brunnen mit einem wasserspeienden Wiesel (vor längerer Zeit auf Sylt entdeckt, ins Herz geschlossen und gekauft) vor einer Holztreppe. Das Zeiss weist hierbei, wie ich meine, eine vergleichsweise prägnante, farbenfrohe und kontrastreiche Darstellung auf – insbesondere im Hintergrund, was mithin die Grundlage des von vielen beschworenen „3D-Looks“ der Zeissobjektive abgeben dürfte. Etwas weicher präsentieren sich demgegenüber die beiden Canons. Die Darstellung des Lensbabys ist etwas speziell, sie zeigt den typischen „sweet spot“ über der Brunnenfigur (das Objektiv wurde also getilt) und die weich auslaufenden Randbereiche – was manche mögen und andere wiederum nicht.

Die vier nächsten Bilder zeigen das Detail der Brunnenfigur, auf welche fokussiert (und beim Lensbaby getilt) wurde. Die Darstellung scheint mir bei den beiden Canons am prägnantesten, schon etwas abfallend beim Zeiss und noch mehr beim Lensbaby (der „sweet spot“ endet im unteren Bereich bereits).

Zum Abschluß der Innenraumszene folgen noch vier Bilder mit einem zentrumsnahe gelegenen Hintergrunddetail. Das Bokeh erscheint mir etwas weicher beim Zeiss und beim Lensbaby, etwas rauher bei den beiden Canons,  aber riesig sind die Unterschiede nicht.

B. Naturszene

Es geht weiter mit vier Bildern in der Übersichtsaufnahme eines Holzstosses vor einer winterlich kahlen Hecke. Erneut erkenne ich beim Zeiss jenen phantastischen räumlichen Eindruck, den die beiden Canons in der unbearbeiteten Form nicht vermitteln können. Die erhebliche tonnenförmige Verzeichnung des Zeiss‘ wäre in der isolierten Betrachtung kaum erkennbar, fällt in der Vergleichsbetrachtung aber auf. Das Lensbaby macht wiederum „das, was das Lensbaby kann“ – seltsam irreale Welten erschaffen, wobei ich persönlich es bei ernsthaften Aufnahmen für solche Motivwahl kaum verwenden würde.

Die vier nächsten Bilder zeigen die Stirnseite der vordergründigen Holzscheite, auf welche fokussiert (und beim Lensbaby getilt) wurde. Wie schon bei der Innenraumszene scheint mir die Detailsdarstellung bei den beiden Canons am prägnantesten, etwas weicher beim Zeiss und noch mehr beim Lensbaby.

Zum Abschluß dieser Bildsequenz zeige ich noch eine Vergrößerung des Randbereichs links oben, mithin also eine Darstellung des Hintergrundes. Das Lensbaby ist hier weggelassen, weil dieser Bereich überhaupt keine Zeichnung mehr aufweist. Ich meine, daß das Zeiss hier ein Stückweit das Geheimnis der so räumlichen Wirkung lüftet – man beachte die auch im defokussierten Bereich noch recht ansehnliche Prägnanz und Kontrastierung. Das lange Canon kann hier nicht mithalten, das kurze Canon schon gar nicht.

B. Nachtszene

Die letzte  Bildsequenz zeigt eine nächtliche Industrieszenerie, zunächst mit drei Bildern in der Übersichtsdarstellung – es war ziemlich kalt, die Handschuhe waren zuhause (wo auch sonst?) und die Finger entsprechend klamm, so daß ich mir das „Aufsteckgeprimmel“ des Lensbabys nicht mehr angetan habe. Da Randstreifen, Treppe und Gatter in der Realität seltsam windschief waren (und die morbide Atmosphäre vor Ort verstärkten), kann man hier zur Verzeichnung wenig sagen. Der in den Vorsequenzen beschriebene räumliche Eindruck des Zeiss‘ kommt in dieser „kunstlichtbeseelten“ Szenerie nach meinem Dafürhalten nicht wirklich zum Tragen. Das veränderte Licht unter der Treppe beim kurzen Canon sollte nicht irritieren, hier fuhr zwischenzeitlich ein Auto hinter mir vorbei.

Es folgen die Detaildarstellungen des Fokus, der auf dem hinteren Teil des Randstreifens lag. Gravierende Unterschiede in der Prägnanz zwischen dem Zeiss und den beiden Canons kann ich hier nicht erkennen. Zum Abschluß noch ein Hintergrunddetail des in der Übersicht etwa im goldenen Schnitt links oben gelegenen Türknaufs und Lichtschalters. Bei der Darstellung des Zeiss‘ gehen einem die Augen über, während das lange Canon hier nur mühsam, das kurze Canon hingegen überhaupt nicht Schritt halten kann.

  

Fazit

Zunächst darf ich nochmals auf das Zustandekommen und die Methodik dieses Vergleichstests hinweisen: die beiden eingangs genannten Ereignisse, also die „verschärfte Voraugenführung“ von mit Zeissobjektiven aufgenommen Bildern durch befreundete Fotografen und die Neuerscheinung des Lensbabys in der nunmehr dritten Generation, gaben mir Anlaß, mein Weitwinkelarsenal im 35-mm-Bereich nochmals zu überprüfen und über Ergänzungen nachzudenken.

Mein Ansatz war entsprechend ein sehr praktischer bzw. praxisbezogener, eben „ein sichtender und nicht vermessender“. Mit berücksichtigt ist dabei der Umstand, daß ich in meine Arbeiten in Ausstellungen und Wettbewerben ausschließlich in Schwarzweiß präsentiere und die Aufnahmen vor Ort so grundsätzlich nur als Ausgangsmaterial für eine aufwendige Umwandlung und Nachbearbeitung („digitale Dunkelkammer“) fungieren.

Zunächst zum Bestand der beiden Canons: überzeugt haben mich die geringen Verzeichnungen, die gerade bei Nacht- und Industrieaufnahmen schon von Bedeutung sind. Natürlich läßt sich bei stärkerer Verzeichnung noch manches in der Objektivkorrektur von Adobe Camera Raw 6.1 bzw. Photoshop ausgleichen – aber dies geht einerseits mit einer Pixelinterpolation und damit unweigerlich mit Qualitätseinbußen einher; andererseits ist es, da ich meine Bilder sehr stark von den Rändern her komponiere, nicht mehr das gleiche Bild, wenn die festgelegten Ecken und Linien im Zuge der verschärften Verzeichnungskorrektur „ins Unsichtbare abhauen“. Etwas überrascht war ich von den Abbildungsqualitäten des langen Canons im leichten Weitwinkelbereich, die teilweise die des kurzen Canons überstiegen, wobei dies von der vergleichsweise stärkeren Artefaktbildung im Randbereich des langen Canons gekontert wird.

Und das Zeiss? Es vermittelt mir einen sehr gemischten Eindruck. Positiv herauszuheben sind die in der Übersicht im Sinne von Prägnanz, Kontrastierung und Farbfreude beeindruckenden Abbildungsleistungen; auch der immer wieder beschworene „3D-Look“ ist kein Phantom, sondern Fakt im Sinne einer sehr  klaren Hintergrunddarstellung. Beim  genaueren Hinschauen offenbaren sich aber markante Schwächen dahingehend, daß die zentrums- bzw. fokusnahe Darstellung in der Vergrößerung teilweise sogar hinter  den Canons hinterherhinkt; und, noch wichtiger, ist der Grad der Verzeichnung und der Randartefakte schließlich als geradezu desaströs für ein Objektiv dieser Preisklasse zu bezeichnen. Die genannten Einschränkungen mögen bei der Landschaftsfotografie keine entscheidende  Rolle spielen, bei der Nacht- und  Architekturfotografie tun sie es sehr wohl. Auf den Umstand, daß sich bei solchem Ausmaß an nötiger Verzeichniskorrektur das Bild vor Ort nicht mehr richtig komponieren läßt, hatte ich hingewiesen; auffällig war ferner, daß die automatische und objektivspezifische Korrektur von Adobe Camera Raw 6.1 bzw. Photoshop die Fehler nur unzureichend behebt, was also eine aufwendige manuelle Nachkorrektur erforderlich macht. Zusammengefaßt kommt das Zeiss für meine Anforderungen also eher nicht in Frage.

Positiv überrascht hat mich das neue Lensbaby. Ich kenne diese Art von Objektiven ja nunmehr schon in der dritten Generation und kann insofern sagen, daß sich Wertigkeit, Handhabbarkeit und Abbildungsleistungen seitdem deutlich verbessert haben. Man kann schnell und sicher fokussieren und den Tilteffekt im Sinne der dramaturgischen Bildgestaltung leichthin einsetzen. All das braucht gewiß immer noch einige Übung, die vormals monatelange und ausschußhaltige Frustration verkürzt sich nach meinem Eindruck aber erheblich. Ich werde mir dieses neue Lensbaby anschaffen und es vornehmlich in der experimentellen Streetfotografie einsetzen.

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Dr. Thomas Brotzler, monochrome Fine-Art-Fotografie mit den Schwerpunkten Landschaft, Nacht und Street. Künstlerische Ausbildung bei Reinhold Haas / Biberach a. d. Riß, Torsten A. Hoffmann (DGPh) / Frankfurt a. M. und Rolf Walther (DGPh) / Mainz. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, Sowie mehrere Auszeichnungen. Weitere Infos unter  http://www.brotzler-fineart.de.

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Fotografie, Unterwegs

Fotoprojekt Südengland – Auf der Suche nach Fossilien…

16. Januar 2012

Das letzte Fotoprojekt „Dubai“ liegt schon ein paar Monate zurück. Zeit also, wieder  auf Reisen zu gehen . Doch dieses Mal liegt mein Ziel fast vor der Haustüre oder besser gesagt, es ist nur knapp 2 Flugstunden entfernt – Südengland.

Genau genommen handelt es sich um die Grafschaft Dorset und Devon und wenn genug Zeit ist, vielleicht noch Sommerset. Bekannt ist vor allem der Süden Englands für seine Sandstrände auf der einen und für bizarre Felsformationen auf der anderen Seite. Also,  eine ideale Spielwiese für Landschaftsfotografen. Gibt man die Grafschaften als Suchbegriffe bei Google ein, sieht man, wie viele Fotografen diesen Landstrich, dessen Küstenlinie teilweise seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören, bereits fotografiert haben. Einer davon, oder besser gesagt eine Fotografin ist Nina Papiorek, die mir freundlicherweise auch die Aufnahme für den Beitrag zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank, Nina. Fotofachgeschäft mit Rent-Service

Erstmals werde ich für diese Fotoreise mit Fotografie-Equipment ausgestattet, worüber ich mich ganz besonders freue. Das Hamburger Fotogeschäft IPS, welches über einen  Rent-Service verfügt, stellt mir für dieses Projekt die neue Pentax 645D inkl. 35mm Weitwinkel, eine digitale Mittelformatkamera mit 40MP zur Verfügung. Als Backup oder für noch weitwinkligere Aufnahmen nehme ich noch eine 1Ds Mark III mit, die auch wenn schon ein paar Jahre alt, immer noch sehr gute Qualität mit ihren 21MP abliefert. Neben einem 21mm Zeiss, wird hier das 16-35mm 1:2,8 von Canon zum Einsatz kommen.

Zudem erhalte ich noch Unterstützung vom Fotozubehör Hersteller Vanguard, der mir neben einem Fotorucksack (UpRise 48) dem Kugelkopf SBH-100auch das Alta Pro 283CT, ein Carbon Stativ mit auf dem Weg gibt. Jetzt werdet ihr euch vielleicht fragen, wofür das Ganze überhaupt!? Nun, es ist für ein Fotobuchprojekt und in England werden die ersten Aufnahmen dafür entstehen. Allerdings steckt es noch in den absoluten Anfängen. Mit fortgeschrittener Zeit werde ich euch aber mehr darüber erzählen. Das Vanguard Equipment ist zudem ein Teil des Projektes, denn es werden gleich neue Fotos erstellt, welche dann in absehbarer Zeit auf dessen Webseite zu sehen sind.

Ich freue mich jedenfalls schon tierisch drauf und kann es kaum noch erwarten das Mittelformat Biest endlich einsetzen zu dürfen. Eine erste Testaufnahme habe ich bereits gemacht und muss sagen, dass ich während der Bildbearbeitung von den Details und dem hohen Kontrastumfang überwältigt war. Normalerweise benutzte ich keine Pinselspitzen, mit mehr als 400px Durchmesser, aber bei einer Bildgröße von 40MP ist diese Pinselspitze gerade mal so groß wie ein cent Stück…Nach dem Projekt geht natürlich das gesamte Kameraequipment wieder zurück zu IPS, denn leider kann ich es nicht behalten… Im Grund genommen ist es für mich auch ein Testeinsatz, wie sich die Pentax im Outdoor-Bereich schlägt, ob das Stativ standsicher genug ist, der Kugelkopf schön fest bleibt  und ob der Fotorucksack hält, was er verspricht…. Irgendwie kommt bereits nach einem Tag das „Haben-wollen-Gefühl“ für die Pentax auf…

 Wer von euch war eigentlich schon mal in Südengland und kennt die von mir angesprochenen Grafschaften?!? Vielleicht hat einer von euch noch Tipps usw…