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Carbon

Equipment, Fotografie

Stative, Stative und noch mehr Stative…

30. Juli 2013

Vanguard Abeo Plus 323CT - 6

Ja, es ist wieder Equipment-Zeit auf BlogTimes. Ich habe mal wieder ein Stativ bekommen, was aber vielmehr auf meinen Mist gewachsen ist. Vor kurzen hatte ich die neue Stativ-Modellreihe von Vanguard – Die Abeo-Serie auf der Webseite gesehen und gleich mal meine Kontakte spielen lassen und konnte so Vanguard ein neues ABEO Plus323CT* abschwatzen.

Die Bezeichnung „CT“ steht übrigens für Carbon Fiber Tripod und da ich ein Gewichtsfuchs bin, kommt für mich natürlich nur dieses Material in Frage, denn ich schleppe schon genug Ausrüstung (Analog und Digital-Equipment) durch die Gegend. Das Gewicht ist auch ein Grund warum die Schieber meiner 4×5 Filmehalter ebenfalls aus Carbon gefertig sind. Das aber nur mal am Rande.

Das ABEO 323CT ist, obwohl aus dem bekannten schwarzen Material gefertigt, kein Leichtgewicht. Es ist ein ausgewachsenes Männerstativ, welches sich bis auf stattliche 1.80M ausfahren lässt und ohne Kopf 2.4Kg auf die Waage bringt. Benötigt man die gesamte Mittelsäule nicht, kann man diese auch ausbauen und nur das Ende als Stativkopfhalterung nutzen – wieder ein paar Gramm gespart. Apropos Mittelsäule, diese lässt sich nicht kippen sondern fährt nur nach oben oder unten. Für mich kein großes Manko – hab ich beim Alta Pro auch nie benutzt. Zudem habe ich schon einige Stative samt Kameras umfallen sehen, weil man sorglos mit dem veränderten Schwerpunkt umgegangen ist.

Da ich schon im Besitz eines Carbon Stativs, des Vanguard Alta Pro 283CT* bin, muss ich natürlich auch einen ersten Vergleich ziehen. Zunächst sei gesagt, es sind schon zwei verschiedene Klassen. Zum einen die Höhe, das Gewicht, die Rohrstärke aber vorallem und das hat mich ganz besonders postiv die Verarbeitungsqualität überrascht. Ich bin mit Vanguard schon etwas länger im Geschäft und kann durchaus sagen, dass sich die Qualität der Produkte stetig verbessert hat. Während die ersten Köpfe und Stativ hier und da Schwächen hatten, kann ich gerade bei den aktuellen Produkten keinen Grund finden, diese nicht zu kaufen. Einige werden jetzt vielleicht sagen, dass ich mich in der glücklichen Situation befinde, hier und da Fotoequipment zu bekommen. Das stimmt, aber genau diese Umstände geben mir die Möglichkeit diese Sachen subjektiv und ganz persönlich zu beurteilen.

Vanguard Abeo Plus 323CT - 5

Um es gleich vorweg zu nehmen, dass Stativ ist meiner Meinung nach wirklich nur für Outdoor-Fotografie Enthusiasten gedacht oder für diejenigen, die eine schwere Hasselblad im Studio bedienen wollen – wenn ihr versteht was ich meine! Für ne Einsteiger DSLR oder einer spielgelosen Kamera ist das Teil der reine Overkill. Da würde ich lieber zum Alta Pro mit seinen 1,7Kg greifen oder etwas noch kleineres, bevor ich mir dieses fette Teil um den Hals schnalle. Für meine Zwecke ist es aber genau richtig. Gerade meine Großformatkamera verlangt nach einem stabilen Stativ und mit dem Abeo hab ich genau das gefunden. Natürlich würde es auch meine D800 mit nem fetten Telezoom ohne Probleme halten. Sowas muss ich gar nicht testen – das sieht man bereits mit bloßem Auge, dass das passt.

Vanguard hat mit dem Abeo wieder auf die üblichen Stativ-Schnappverschlüsse umgestellt. Hingegen verfügte das Alta über Drehverschlüsse um die Stativbeine zu lösen und zu arretieren. Mir persönlich ist es eigentlich egal, doch wenn es schnell gehen muss, dann bevorzuge ich lieber die Schnappverschlüsse. Ein weiterer, aber dicker Pluspunkt sind die eingefassten Spikes. Diese wurden endlich natlos in die Stativbeine integriert und machen einen viel stabileren Eindruck als die „Dreh mich raus – ich bin ein Spike  Teile“ des Alta Pro. Darüber werden bei Bedarf die Gummifüsse gestülpt und darüber ganz neu, kann man rießige Latschen aus Gummi anbringen. Perfekt für losen Untergrund oder auch für Schnee usw… Schade, dass ich das Stativ noch nicht auf einen meiner letzten USA-Reisen dabei hatte. Gerade im Death Valley hätte es sich bestimmt gut gemacht.

Das wars eigentlich schon mit meinen ersten Eindruck, der Rest wird sich im nächsten Einsatz zeigen. Hier ist aber noch nichts geplant – na vielleicht geht’s im Herbst noch mal auf Städte-Tour nach Chicago. Ich bin jedenfalls gespannt und hoffentlich werde ich bei soviel Vorschusslorbeeren nicht böse überrascht. Das Abeo Plus 323CT hat natürlich seinen Preis und ist mit knapp 400 Öcken (Amazon Link zum Stativ)  auch kein Schnäppchen. Vergleichbare Modelle andere Hersteller (beispielsweise das Manfrotto MT057C4*) liegen aber rund 170 Euro über dem Abeo und wiegen nochmals ein ganzes Kilo mehr – Wohlgemerkt auch aus Carbon. Immerhin sollte man beim Kauf auch bedenken, da muss ja noch ein Stativkopf drauf!!!

Zeit mal wieder euch eine Frage zu stellen. Welche Stativ-Hersteller nutzt ihr denn so und welches Material – Carbon oder Alu? Postive und auch Negative Erfahrungen sind gewünscht um vielleicht dem geneigten Lesern zukünftige Kaufentscheidungen zu erleichtern.

Vanguard Abeo Plus 323CT - 4

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Vanguard Abeo Plus 323CT - 3

*Amazon Link

Equipment, Fotografie

Der BBH-200 von Vanguard und mein Senf…

30. Juni 2013

Vanguard BBH-200

Nachdem ich erst kürzlich meinen Senf zum neuen Eizo CX270 zum Besten gegeben habe, möchte ich euch heute wieder mit Equipment-Senf langweilen versorgen. Vor meiner letzten Reise an die Pacific Coast hatte mir Vanguard kurzerhand einen neuen Kugelkopf, den BBH-200* zur Verfügung gestellt.

Bisher hatte ich überwiegend den Sirui K-20X* für einen großteil meiner Aufnahmen verwendet. Dieser hatte zwar immer gute Dienste geleistet, war aber auch manchmal ein bisschen umständlich zu bedienen. Zusätzlich hatte sich vor kurzem der Gummi an der Feststellschraube gelöst und auch der Skalierungsring ist immer irgendwie verrutscht. Nicht, dass mich das extrem stört – hatte er doch schon einige harte Einsätze hinter sich, aber dennoch möchte man irgendwie was 100 Prozent funktionsfähiges haben. Der BBH-200* von Vanguard kam also zum richtigen Zeitpunkt. Ich konnte mich zwischen verschiedenen Kugelköpfen entscheiden und hätte sowohl den 100er als auch den nächst größere Modell nehmen können. Allerdings war mir auch das Gesamtgewicht wichtig. Der 200er liegt hier im Mittelfeld.

16 Tage hatte ich ihn nun im Dauereinsatz. An der rauen Küste, im Regenwald und in der Stadt. Er musst sowohl meine D800 mit dem 16-35mm f/4.0 als auch meine Großformatkamera mit Objektiv, Platten und Einstelltuch tragen und ehrlich gesagt hatte er das besser gemeistert als mein alter Kugelkopf. Der Grund dafür ist der Feststellhebel, der sich im Gegensatz zum Drehknopf beim Sirui einfach schneller handhaben lässt. Hier muss ich nicht mehrmals drehen um den Kopf in der richtigen Position zu arretieren. Gut, der Feststellhebel verfügt über keine Friktion um den Öffnungsanschlag und die Schwergängig zu begrenzen, wie sie beim Sirui vorhanden ist (sich hier allerdings leider immer wieder verstellt und daher in meinen Augen nicht zu gebrauchen ist), was wünschenswert aber eben nicht zwingend notwendig ist.

Vanguard BBH-200 - Vanguard Alta Pro 283CT - Chamonix 045N-2

Ohne euch jetzt irgendwelche Testcharts mit millimetergenauen Abweichungen zu zeigen, kann ich sagen, dass ich in Sachen Feststellgenauigkeit keine Probleme hatte. Ich konnte kein Nachwippen nach der Arretierung der Kugel feststellen. Insofern spielen für mich Testcharts keine Rolle. Etwas genauer konnte ich das mit meiner Großformatkamera feststellen. In der Regel wähle ich zunächst einen groben Ausschnitt aus, verkrieche mich anschließend unter das Einstelltuch und justiere den Bildausschnitt nach meinen Vorstellungen. Danach wird das Tuch vorsichtig von der Kamera entfernt (um die Filmkassetten einzuschieben), da es sich aber um Gummizüge handelt, muss man schon ein wenig zupacken um die ganze Geschichte wieder zu entfernen. Wie dem auch sei, der Kopf hielt dem bisher immer stand und so hat sich der Bildausschnitt nachträglich nie verändert. Supi, was will man mehr…

Der BBH-200 verfügt zudem über ein Schnell-Nivelliersystem, welches durch den orange-farbenen Schieberegler aktiviert wird. Einfacher ausgedrückt, dieser Schalter hält die Kugel zentriert in der Mitte, wobei sie sich ausschließlich um die Vertikale Achse drehen lässt. Für Vanguard lassen sich somit exakte 360 Grad Panoramen erstellen. Ich habe die 360 Grad Funktion nicht auf meiner Reise getestet. Halte ich auch für überflüssig. Dennoch finde ich die Funktion nicht schlecht, da ich so die Kamera schnell auf die Mitte zentrieren kann und sie ohne anschließende Arretierung auch in der Mitte bleibt. Ich gebe zu, dass ich das nicht oft genutzt habe – es ist aber eine nette Funktion.

Vanguard BBH-200 - Vanguard Alta Pro 283CT - Chamonix 045N-2

Den Sirui hab ich jetzt weggepackt und nutze nun nur noch den BBH-200*. Der Feststellmechanismus gefällt mir hier einfach besser. Um Ihn perfekt zu machen, würde ich mich noch über eine Friktion freuen. Vielleicht kann man das irgendwie bei den zukünftigen Kugelköpfen umsetzen ohne ihn allerdings schwerer zu machen. Auch wenn der BBH-200 etwas teurer ist –  ca. 180 Euro bei Amazon. Die Anschaffung lohnt sich aber! Als ich damals meinen K-20X gekauft hatte, gab es von Vanguard diese Qualität noch nicht. Schön, dass sie mittlerweile Arca-Swiss kompatibel sind und nach meinem Empfinden hochwertigere Materialen verwenden.

Offtopic: Vanguard gehört meiner Meinung nach nicht zu den High-End Playern im Fotografie-Zubehör Markt. Das muss man deutlich sagen. Was ihn allerdings gegenüber den anderen Herstellern auszeichnet, ist sein Bemühen Produkte besser zu machen. Das fängt bereits da an, dass Vanguard Fotoblogger mit in seine Marketing-Strategie miteinbezieht und über die Beiträge und Kommentare der Leser sich entsprechende Gedanken macht. Das ist zumindest mein Eindruck. Ich kann mich genau noch an meine Anfragen in verschiedenen Abständen für Equipment an Manfrotto, Gitzo usw.. erinnern. Keiner dieser Herstellern hatte es auch jemals für nötig gehalten auch nur eine Antwort zu schicken – auch keine Absage. Gut mag sein, dass diese viele Anfragen erhalten, aber die haben sicherlich nich nur eine Ein-Person-Presseabteilung, die sich um solche Anfragen kümmert…. Aus diesem Grund EINSPLUS für Vanguard! Offtopic-Ende.

Analog, Equipment, Fotografie, Großformat

Meine Neue… Chamonix 045N-2

22. September 2012

Ich habs getan…. Darf ich vorstellen, meine neue Kamera! Sie gesellt sich nun zur Nikon F3HP und einer D800. Auch wenn mein „Überlegungsbeitrag – Soll ich, oder soll ich nicht“ noch nicht allzu lange zurück liegt, denke ich schon seit einen halben Jahr darauf herum, mir eine Großformatkamera zu kaufen. Der Grund ist ganz einfach, ich möchte zurück zum Erlebnis Fotografie. Irgendwie ist es natürlich auch eine Herausforderung mit dem dicken Oschi durch die Gegend zu ziehen. Ich bin mal gespannt, wann der erste auf mich zukommt und fragt, ob ich schon mal was von digitalen Kameras gehört habe!?

Die Entscheidung eine 4×5 Kamera von Chamonix zu kaufen anstatt beispielsweise die Toyo 45AII stand schnell fest. Es war zum einen der Preis, aber vorallem das Gewicht. Auf der anderen Seite habe ich aber auch über die Chamonix nur Positives gehört und nachdem sie erst vor kurzem ein Update (von 045N-1 auf N-2) erfahren hat und es zudem keine langen Lieferzeiten gab, hab ich zugeschlagen. Ein bisschen mulmig bei der Bestellung direkt in China war mir natürlich schon – doch letzten Endes ist alles gut gegangen und auch der Kontakt dahin war super freundlich. Mit dem alleinigen Kauf der Kamera ist es natürlich nicht getan. Man benötigt neue Objektive, Planfilmkassetten, Filme, Fokussierlupe, Belichtungsmesser (ich probiere es aber erst mit meiner Digicam) usw… Noch habe ich nicht alles notwendige zusammen um loszuziehen. Es wird also noch ein wenig dauern, bis ich euch den ersten 4×5 Scans zeigen kann. Meine ersten Aufnahmen werde ich übrigens mit einem Color Film machen.

Die Kamera wiegt gerade mal etwas mehr als 1400 gramm und besteht aus Aluminum, Teakholz und Carbon (Lensboard). Das macht Sie unter den erhältlichen Großformat Kameras quasi zum Leichtgewicht. Die Toyo 45AII wiegt zum Beispiel über 2,7kg und zählt angeblich auch noch zu den leichteren Modellen. Zusätzlich habe ich mir die passenden Planfilmkassetten, welche aus Teak und Carbon bestehen, bestellt. Die Verwendung dieser Materialen macht diese sogar leichter, als die Plastikteile wie beispielweise die Fidelity Planfilmkassetten. Natürlich können auch Nicht-045N-2-Besitzer die Kassetten von Chamonix verwenden. Mein Rücken jedenfalls wird es mir hoffentlich beim Schleppen der Ausrüstung danken.

Wie ihr auf den Bilder erkennen könnt, habe ich noch kein Objektiv. Das wird sich aber bald ändern, denn unterwegs zu mir ist gerade das Grandagon 75mm f6.8 von Rodenstock. Ich hatte noch die Wahl zwischen dem lichtstärkeren Pendant mit f4.5, habe mich aber aufgrund des Zustands des Objektivs für das 6.8er entschieden. Ihr habt bestimmt gemerkt, dass es in der letzten Zeit ein wenig ruhig auf BlogTimes zuging. Nun, ich habe viel gelesen und mich informiert, gerade was Objektive betrifft. Ich denke daher, dass auch das Lichtschwächere genügend Licht zur Mattscheibe durchlässt um das Motiv auch bei schlechteren Lichtverhältnissen sehen zu können. 75mm Brennweite ist bei 4×5 schon ein sehr starkes Weitwinkel. Dürften so um die 21-24mm zum Kleinbild-equivalent sein. Also ordentlich!

Apropos Kamera. Mein erster Eindruck ist Wow! Wirklich ein schönes handwerkliches Stück. Das Holz fühlt sich super an. Kein Grat, keine abstehenden Holzteile. Wirklich super verarbeitet. Alles funkioniert einwandfrei, ist leichtgängig und wurde wirklich mit präzision gefertigt. Was anderes kann man sich auch nicht erlauben. Immerhin würde man dann auch Probleme mit der Schärfeebene usw… bekommen.

Zunächst werde ich die Kamera ausschließlich für Landschaft und Architektur-aufnahmen nutzen. Alles andere ist mir zu umständlich. Auch möchte ich nicht vollständig zurück zu analogen Fotografie. Grund ist auch, da ich verschiedene Fotogenres bedienen möchte. Die Einstellmöglichkeiten sind natürlich bei einer Großformat Kamera überragend, genauso wie die potenziellen Fehlerquellen, allem voran die Belichtungszeit. Gerade Langzeitbelichtungen werden hier zur totalen Herausforderung, da man grundsätzlich immer länger belichten muss, als der Belichtungsmesser ermittelt hat. Wieviel länger hängt vor allem vom verwendeten Film ab. Zusätzlich spielt auch die Länge des Balgens eine Rolle bei der Belichtungszeit. Je nachdem wie lange der Balgen ausgefahren muss man diesen Lichtverlust zur Belichtungszeit addieren. Hinzu kommt außerdem bei der Verwedung von Farbfilmen in Verbindung mit Langzeitbelichtungen die Gefahr der Farbverschiebungen. Es gilt also vieles zu beachten. Dennoch ist es das Ergebnis (ich hoffe doch) wert.

Ich sitze hier nun quasi wie auch heißen Kohlen und kann es kaum abwarten, dass erste Mal auf den Auslöser zu drücken. Auch wenn es auf den ersten Blick unfähr erscheint, werde ich mal ein Vergleichbild Nikon D800 versus 4×5 Negativ machen. Gerade auf den Dynamikumfang des Negativs bin ich schon gespannt. Immerhin sprechen wir hier in den Schatten und Lichtern von Bögen und nicht von linearen Kurven.

Auch wenn ich genügend analoge Erfahrung, sowohl mit dem Aufnahme- und Entwicklungsprozess habe, stehe ich bei der Großformatfotografie ganz am Anfang. Tipps, Infos und Hinweise nehme ich daher dankend entgegen. Ich weiß, es gibt auch Foren für die Großformatfotografie, doch hab ich hierauf keinen Bock. Ich möchte lieber direkte Infos bekommen, als mir stundenlang irgendwelche Abhandlungen und extrem verschiedene Meinungen durchzulesen.