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Checkliste

Fotografie

Überlegtes Fotografieren – Fokuspunkte erkennen und nutzen

1. März 2011

Anfang dieses Jahres hatte ich im Zusammenhang mit dem Beitrag „Mein bestes Fotos aus 2010“ geschrieben, dass ich letztes Jahr gerade 840 Mal den Auslöser meiner Kamera gedrückt habe.

Neben der üblichen Ausrede keine Zeit,  waren es teilweise auch die fehlenden Bildideen, die zu dieser geringen Aufnahmezahl führten.

Halt-Stopp mal! Die fehlende Zeit und die fehlenden Bildideen in allen Ehren. Wenn ich es mir allerdings genau überlege, gibt es eigentlich noch einen nicht ganz unwichtigen Punkt, der zu dieser geringen Bilderanzahl geführt hat. Ich nenne es mal „Fokuspunkte erkennen und nutzen“. Für mich bedeutet das einfach, bestimmte Bildinhalte hervorzuheben und somit den Betrachter in das Bild hinein zu ziehen. Ich gebe zu, dass ist manchmal nicht gerade einfach. Wenn es dann allerdings funktioniert, freut man sich um so mehr auf die gelungene Aufnahme. Im Zeitalter der digitalen Fotografie lassen sich diese „Eye-Catcher“ natürlich auch noch nachträglich herbeiführen oder vorhande verstärken.

Wenn ich also zum Fotografieren gehen, nehme ich mir meine virtuelle Checkliste mit, die folgende Punkte (Nachbearbeitung eingeschlossen) beinhaltet:

  • Perspektive: Die Perspektive ist für mich eine der entscheidensten Faktoren. Unsere Augen sehen das Motiv in 3D, die Kamera normalerweise in 2D (ich weiß, es gibt auch 3D-Kameras!). Verschiedene Perspektiven lassen sich durch unterschiedliche Kamerastandorte (kein Zoom!) erreichen. Zum Beispiel von unter nach oben und umgekehrt oder die Kamera schräg ansetzen, wie im Titelbild.
  • Position des Motivs im Bild: Durch eine bestimmte Anordnung des Motiv im Bild – (rechts, links, oben, unten, usw) lässt sich ebenfalls der Fokuspunkt gezielt lenken. Im übrigen kann auch ein mittig plaziertes Motiv den Betrachter in seinen Bann zeihen. Zum Beispiel, wenn der Bildinhalt symetrisch aufgebaut ist.
  • Bewegungseffekt: Durch Verschlusszeiten um die 1/15 Sekunde lassen wunderbar Bewegungseffekte erzielen, sei ein Fußgänger, ein Auto, Bus, Flugzeug… Eigentlich alles was sich bewegt.
  • Schärfentiefe: Die Bildwirkung, die mittels einer geringen Schärfentiefe (Offenblende) erzielt werden kann, ist ebenso wenig zu vernachlässigen, wie ein komplett scharfes Bild. Ersteres kann man sehr gut bei Porträts, Tieraufnahmen, Still-life usw. einsetzten. Während man eine durchgehende Schärfe ausgehend vom Vordergrund bis zum Horizont sehr gut bei der Landschaftsfotografie verwenden kann.
  • Einsatz von Filter: Zu analogen Zeiten noch mit zahlreichen unterschiedlichen Filtern (Farbfilter, Verlaufsfilter, Weichzeichner, usw…) ausgestattet, übernehmen moderne DSLR diese Aufgabe intern. Dennoch gibt es ein, zwei Filter, die in so mancher Fototasche nicht fehlen sollte. Ich habe zum Beispiel immer einen Polfilter und einen ND-Filter (Graufilter) dabei. Den Verwendungs- Einsatzzweck gerade mit letzteren, beschreibe ich in meinem Beitrag „Der ND-Filter (Neutraldichtfilter)“.
  • Selektive Farbe: Gerade durch die Verwendung von selektiver Farbe im Bild, wird der Betrachter zwangsläufig zu diesem Motiv geführt. Allerdings bin ich der Meinung, dass diese Art der Beeinflussung, wie auch die Farbe sehr selektiv eingesetzt werden sollte um den Betrachter nicht zu verwirren.
  • Bildkontrast: Kontraste sind im Bild eigentlich immer vorhanden. Mal zu flau, mal zu stark, mal richtig! Da ich mich zu einem großen Teil der schwarzweiss Fotografie verschrieben habe, bin ich ein Fan von sehr „harten“ Kontrasten bei meinen Aufnahmen. Sie sollten allerdings zum Motiv passen, denn sonst kann es sehr schnell langweilig werden und langweilige Bilder wollen wir doch nicht! Strukturen und wiederkehrende Muster eignen sich hier hervorragend.
  • Freelensing: Mit diesem „Trick“ lassen sich fotografische Effekte a la Tilt/Shift erzielen, ohne auch nur eines dieses extrem teuren Objektive zu besitzen. Auf jedenfall etwas, mit dem man den Blick des Betrachters sehr gut lenken kann. Mehr Infos zu diesem Thema und der Funktionsweise  auf kwerfeldein.de.

Diese Punkte lassen sich natürlich auch kombinieren, sollten allerdings überlegt eingesetzt werden. Nicht, dass es Euch so geht, wie mir 2009 anhand einer professionellen Kritik –  „Der Effekte-Overkill“ Man-oh-man, war das eine vernichtende Kritik – Ich hätte im Boden versinken können, dabei finde ich die Aufnahmen bis heute eigentlich ganz gut.

Die „Checkliste“ ist natürlich nicht vollständig. Ich bin mir sicher, dass es noch unzählige weitere Möglichkeiten gibt, „Fokuspunkte“ zu erkennen und zu nutzen. Was meint ihr, welche Punkte lassen sich hier noch aufführen? Wenn genügend Punkte zusammen kommen, werde ich eine Liste mit all den Faktoren erstellen.

Im Hinblick auf die oberen Punkte habe ich noch ein Umfrage erstellt. Mich interessiert hier vorallem, welche Punkte für Euch in Frage kommen. Mehrfachnennungen möglich (max 3 Antworten)

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